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Suchtkranke

  • Karl Mayer
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Zusammenfassung

Der Zahl der Suchtkranken und Suchtgefährdeten sowie deren betroffener Angehöriger in unserem Land und in unseren Sprechstunden ist beträchtlich. Die Aufgabe der hausärztlichen Praxis ist es, sie zu erkennen, sie zur Veränderung zu motivieren und nach stattgehabter Therapie eine lebenslange Nachsorge zu leisten. Bei den Alkoholgefährdeten, also den Vieltrinkern, muß die hausärztliche Praxis eigenständig Arbeit leisten (Kurzintervention). Im übrigen ist hierbei — wie überhaupt im hausärztlichen Tun — gemeindenahe Zusammenarbeit angezeigt.

Die schwerwiegendste Komplikation ist das Nichterkennen einer Suchterkrankung, der Organschäden und der Spätfolgen. Drogenabhängige produzieren Notfälle. Hier sind bei uns die eingeübten Vorgehensweisen zur Erhaltung der vitalen Funktionen gefordert. Am wenigsten Übung haben wir im Erkennen von Mißbrauch der modernen Designerdrogen. Interventionsbedingte Komplikationen sind die Suchtverlängerung durch schützende statt konfrontativer Behandlung des Suchtkranken, das Nichterkennen von Umsteigemechanismen und das falsche Einordnen von Widerstandsphänomenen. Sollten wir uns auf die Behandlung Drogenabhängiger einlassen, so besteht die Gefahr einer symbiotischen Patienten-Arzt-Beziehung. Alle hier geschilderten Komplikationen sind nur durch strenges Beachten unseres Auftrages: Erkennen, Motivieren, Nachsorge, durch Wachsamkeit und eine gute Patienten-Arzt-Beziehung zu dem einzelnen Menschen und seiner Familie sowie durch gemeindenahe Kooperation zu vermeiden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 2004

Authors and Affiliations

  • Karl Mayer
    • 1
  1. 1.Facharzt für AllgemeinmedizinFrerenGermany

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