Advertisement

Familiale Mithilfe in der Arztpraxis. Ihr Gewicht und ihr Image

  • Johann Jürgen Rohde
  • Christa Rohde-Dachser
Chapter
Part of the Abhandlungen zur Mittelstandsforschung book series (ABHMI)

Zusammenfassung

Es gilt gemeinhin als ein wichtiges Charakteristikum moderner industriegesellschaftlicher Verhältnisse, daß Arbeitsstätte und Familienhaushalt voneinander getrennt sind. Mit der zunehmenden Komplexität der Gesellschaft ist die Berufstätigkeit gleichsam aushäusig geworden; der soziale Kontext, in welchem sie sich vollzieht, hat sich gegenüber familialen Gebilden selbständig gemacht. Diese strukturelle Differenzierung zwischen Privat- und Berufssphäre, zwischen dem familialen Intimbereich und dem sachlichen Sektor öffentlich-sozialökonomisch unmittelbar bedeutsamer Arbeit ist häufig auch als Funktionsverlust der Familie beschrieben worden, welcher negative Begriff in der Hauptsache dadurch in seiner Negativität bestimmt ist, daß die totale Integration von Familie, wie sie vor allem bei primitiven Gesellschaften beobachtet werden kann, zum Ausgangspunkt genommen wird. Besonders Wirtschaft ist in solchen Gesellschaften „unablösbar an die Familie gebunden, was umgekehrt in den komplexen Gesellschaften... ebenso grundsätzlich nicht der Fall ist“1. Kulturkritisches Raisonnement sieht in dieser „Entwicklung“, genauer: in dieser strukturellen Differenz zwischen — pauschal gesprochen — vorindustrieller und industrieller Gesellschaft eine beklagenswerte Verkümmerung, indem sie sich am Modell einer Familie orientiert, welche nicht allein die gesellschaftlich erwünschten Funktionen der Fortpflanzung und der Sozialisation, also des „Aufbaus einer sozial-kulturellen Persönlichkeit“ erfüllt, sondern zugleich auch noch eine Arbeitsgemeinschaft aller ihrer nur irgendwie arbeitsfähigen Mitglieder darstellt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    René König, Familie, in: Soziologie, Das Fischer Lexikon, Bd. 10, 2. Aufl., Frankfurt 1967, S. 78.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1968

Authors and Affiliations

  • Johann Jürgen Rohde
  • Christa Rohde-Dachser

There are no affiliations available

Personalised recommendations