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Zusammenfassung

Wie in dem Bericht über die mathematische Ausbildung der Architekten, Chemiker und Ingenieure an den Technischen Hochschulen1) ausgeführt werden wird, hat ursprünglich bei der Ausbildung der Studierenden, die sich den technischen Fächern zuwandten, ein abstrakter Betrieb des mathematischen Unterrichts stattgefunden. Und dasselbe gilt auch von den Hochschulen für Sondergebiete, über die hier berichtet werden soll. Der Mathematiker kümmerte sich wenig um die Anforderungen der Physik und Technik und lehnte es ab, seine Aufmerksamkeit Problemen zuzuwenden, die dem Praktiker am Herzen liegen. Die Reaktion blieb nicht aus. In den neunziger Jahren brach an den technischen Hochschulen eine „Antimathematikbewegung“ mit elementarer Gewalt hervor2). Die Techniker stellten das Verlangen, der Mathematiker möchte bei der Auswahl des Lehrstoffs diejenigen Teile seiner Wissenschaft in den Vordergrund stellen, die für den Praktiker einen direkten Nutzen zu bringen imstande sind oder wenigstens vermuten lassen, daß dies später einmal der Fall sein wird. Ebenso haben sich an den Hochschulen für Sondergebiete, wo die Mathematik eine Stelle gefunden hat, antimathematische Strömungen geltend gemacht. Und diese Antimathematikbewegung hat teilweise zu einer erheblichen Schwächung der Stellung der Mathematik geführt.

Referenzen

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1911

Authors and Affiliations

  • E. Jahnke
    • 1
  1. 1.Kgl. Bergakademie BerlinDeutschland

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