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Kausales und finales Denken

  • W. Kalveram
Chapter
Part of the Fachbücher für die Wirtschaft book series (FFDW)

Zusammenfassung

Alle ökonomischen Erscheinungen sind dadurch gekennzeichnet, daß in ihnen nicht nur komplexe sachliche Ursachen zusammenwirken, sondern stets auch Einflüsse des fühlenden, wollenden und irrenden Menschen mitbestimmend eingreifen. Wenn in einer Zelle der Gesamtwirtschaft, im ökonomischen Betrieb, das Produktionsvolumen ansteigt, die Kosten sinken, die Qualität der Erzeugnisse nachläßt, die Ausschußquote wächst, die Rentabilität schwankt, so ist es schwierig, aber in gewissem Umfange noch lösbar, dafür alle materiellen Wirkursachen: geänderte technische Ausrüstung, Ausschaltung von Leerläufen durch Anwendung des Fließprinzips, bessere Ausnutzung der Energiequellen, geeignetere Arbeitsverfahren usw. ausfindig zu machen und den Anteil jeder einzelnen dieser Ursachen am Gesamterfolg oder -mißerfolg zu bestimmen. Schwieriger oder gar unmöglich ist die Feststellung, ob und in welchem Umfange diese Resultate eine Folge menschlich persönlicher Einflüsse, gesteigerter Arbeitsfreude, bewußter Kooperation oder von Gleichgültigkeit, Renitenz und gewollter Störung sind. Der Versuch z. B., einen genauen Einblick in die Einflüsse des Grades der Kapazitätsausnutzung zu gewinnen oder die wirtschaftlich günstigste Beschäftigungszone zu erkennen, wird niemals mathematisch genau, sondern nur annähernd und im Bewußtsein erheblicher Schätzungsfehler gelingen. Man kann sich gedanklich vorstellen, daß sich in einem Betrieb mit vielseitiger wechselnder Fertigimg nur der Beschäftigungsgrad ändert; in Wirklichkeit aber gehen ja gleichzeitig und damit untrennbar verkoppelt Änderungen bezüglidi der Auftragszusammensetzung, der Losgröße, der Fabrikationsweise, der zu verarbeitenden Stoffe usw. vor sich; und zudem wandeln sich von Stunde zu Stunde die eingesetzten Menschen in bezug auf Zusammensetzung und Zuteilung der ihnien anvertrauten Aufgaben, Aufmerksamkeitsgrad, Verantwortungsbewußtsein, berufsaktive Gesinnung usw., ohne daß eine Abschirmung und gesonderte Erfassung der einzelnen Faktoren möglich wäre.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1953

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  • W. Kalveram

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