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Arbeitsbedingungen in der industriellen Fertigung

  • W. Kalveram
Chapter
Part of the Fachbücher für die Wirtschaft book series (FFDW)

Zusammenfassung

Mit zunehmender Rationalisierung und Mechanisierung haben im Bereich der industriellen Fertigung monotone, wenig anregende Arbeiten stark zugenommen. Bei vielen Teilarbeiten genügt eine kurze Anlernung, um mit den gleichbleibenden Handreichungen und Griffen, die dauernd wiederholt werden, vertraut zu machen. Das bedeutet für viele Menschen eine Sinnentleerung der Arbeit, eine Einsperrung der persönlichen Werte. Dadurch, daß alle Errungenschaften moderner Technik in den Produktionsprozeß eingeschaltet werden, entsteht oft eine Atomisierung, eine Entseelung und Entgeistigung der Arbeit. Die Gleichförmigkeit des Arbeitsinhaltes kann interessetötend und nervenverzehrend wirken und die Spannkraft lähmen. Die Möglichkeiten befriedigender und erhebender Arbeitserlebnisse werden durch die Objektivierung der Arbeitsanweisungen, Verkehrsregelungen und durch zwangsläufige Kontrollen eingeengt. Die gedankliche Arbeit wird in den Konstruktions- und den Arbeitsvorbereitungsbüros vorweggenommen, so daß die isolierte, aus dem Zusammenhang gerissene Funktion sinnlos erscheinen muß. Viele Arbeiter werden zu reinen Vollziehungsorganen; die Bedeutung der persönlich-menschlichen Qualitäten wird zurückgedrängt. Solche Menschen müssen ihr Persönlichkeitsstreben außerhalb der Berufssphäre befriedigen. Dazu kommt, daß die leichte Ersetzbarkeit der Arbeiter ihr Existenzrisiko und die Unsicherheit ihres Lebens und Schicksals steigert. Wie können die Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse gestaltet werden, damit trotz dieser Gefahren und zum Teil unabwendbaren Voraussetzungen die industrielle Arbeit eine Quelle innerer Befriedigung und einer Aufwärtsentwicklung der Persönlichkeit werde, damit lebendige Interessen für die Berufsaufgaben und Zufriedenheit mit dem Berufsschicksal geweckt werden?

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1953

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  • W. Kalveram

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