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Schopenhauers Ästhetik

  • Gertrud Mertens
Chapter
Part of the Philosophische Quellenhefte book series (PQ, volume 4)

Zusammenfassung

Wenn man, durch die Kraft des Geistes gehoben, die gewöhnliche Betrachtungsart der Dinge fahren läßt, aufhört, nur ihren Relationen zueinander, deren letztes Ziel immer die Relation zum eigenen Willen ift, am Leitfaden der Gestaltungen des Satzes vom Grunde, nachzugehen, alfo nicht mehr das Wo, das Wann, das Warum und das Wozu an den Dingen betrachtet, fondent einzig und allein das Was, auch nicht das abstrakte Denken, die Begriffe der Vernunft, das Bewußtfein einnehmen läßt, fondern, statt alles diesen, die ganze Macht Seines Geistes der Anschauung hingibt, sich ganz in diese versenkt und das ganze Bewußtfein ausfüllen läßt durch die ruhige Kontemplattion1 des gerade gegenwärtigen natürlichen Gegenstandes, sei es eine Landfchaft, ein Baum, ein Fels, ein Gebäude oder was auch immer, indem man, nach einer Sinnvollen deutschen Redensart, fich gänzlich in diefen Gegenftand verliert, d. h. eben fein Individuum, seinen Willen, vergißt und nur noch als reines Subjekt, als klarer Spiegel des Objekts beftehen bleibt, fo daß es ist, als ob der Gegenftand allein da wäre, ohne jemanden, der ihn wahrnimmt, und man also nicht mehr den Anfchauenden von der Anfchauung trennen kann, fondern beide eines geworden find, indem das ganze Bewußtfein von einem einzigen anschaulichen Bilde gänzlich gefüllt und eingenommen ift,

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

Authors and Affiliations

  • Gertrud Mertens

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