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Die hellenistische und römische Kunst

  • Ernst Cohn-Wiener
Chapter
Part of the Aus Natur und Geisteswelt book series (NAG)

Zusammenfassung

Der hellenismus, dieses international Ausströmen späthellenischer Kultur, dem die Schlachten Alexanders des Großen die Welt eroberten, führt die griechische Kunstentwicklung in allen Ländern des Mittelmeeres zur letzten Konsequenz. Es ist bezeichnend, daß schon die Zeitgenossen des Praxiteles ihre entscheidenden Austräge nicht mehr in ihrer Heimat erhielten. Das 4. Jahrhundert vereinigt seine Hauptmeister um ein Denkmal kleinasiatischen Despotenstolzes, das Mausoleum zu Halikarnaß. Wir stehen auf der Grenze zweier Zeitalter. Für den Hellenen der klassischen Zeit war seine Stadt, zugleich der Staat, der Mittelpunkt seiner Anschauungen gewesen. Zu ihr gehörte er als Glied eines Organismus, die Stadt war stark durch ihre Bürger, der einzelne Bürgerstark im Bewußtsein dieser Zusammengehörigkeit. Daher das allgemeine Interesse an der Politik, daher die ungeheure Kraft dieser kleinen Staatswesen, daher aber auch der Partikularismus und sie fortwährenden Reibereien zwischen ihnen. Der Hellenismus dagegen ist international. Immer starker hatten hellenische Kultur und hellenische Sprache die Welt umfaßt. Griechische Kolonien säumten alle Küsten des Mittelländischen Meeres, drangen bis ins Innere Asiens, und jede dieser Kolonien schuf neue Wege und Beziehungen — mitten in der Mark Brandenburg hat man einen Fund der edelsten griechischen Goldschmiedearbeiten südrussischen Stiles noch aus archaischer Zeit gehoben.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Ernst Cohn-Wiener
    • 1
  1. 1.Freie VolkshochschuleHumboldt-HochschuleGroß-BerlinDeutschland

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