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Einleitung

  • Ernst Cohn-Wiener
Chapter
Part of the Aus Natur und Geisteswelt book series (NAG)

Zusammenfassung

Jedes Kunstwerk gibt dem Betrachter Zwei Genußmöglichkeiten, je nachdem er es an sich, absolute, oder als Glied im küstlerischen Schaffen seiner Zeit empfindet. Bachs hohe Messe in H-Moll erschüttert auch im Konzertsall — aber lebendig ist nur als Glied der Andacht in einer Kirche der Barodkzeit, in der das prachtvolle Pathos der großen Fungen eins wird mit der pathetischen Bewegung der Pfeilerreihen zum Altar un wieder zurück, der Jubel ihrer Bekenntnisse und Huldigungen mit dem Licht, das durch die hohe Kuppel strömt, ihre Begleitungen mit den Stuckranken, die jedes Glied des Baues an jedes andere heften. Ein Schnitzwerk von Tilman Tiemenschneider ist immer schön. Abe res ist etwas anderes, es im Museum zu sehen, als bloßen Schaugegenstand, oder in seiner zierlichen Rahmung, die sich in die Sterngewölbe spätgotischer Kirchen auflösen soll. Es Muß streng unterschieden warden zwischen dem Eigenwert eines Kunstwerks, der auf der Jndividualität des Künstlers beruht, und seinem Stilwert. Der Eigenwert unterscheidet es von allem Gleichzeitigen, der Stilwert ist allem Gleichzeitigen gemeinsam. Allem Gleichzeitigen — den jede Kunst, Architektur und Malerei, Plastik und Kunstgewerbe, Dichtung und Musik, selbst Mode und Tanz ist Trgebnis des Zeitgeschmackes, ist Stiglied.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1921

Authors and Affiliations

  • Ernst Cohn-Wiener
    • 1
  1. 1.Freie VolkshochschuleHumboldt-HochschuleGroß-BerlinDeutschland

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