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Geschichtliche Einleitung

  • Ottmar Bühler
Chapter
Part of the Aus Natur und Geisteswelt book series (NAG)

Zusammenfassung

Im Zustand tiefster staatlicher Zerrüttung war Deutschland ins 19. Jh. eingetreten. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation lag in den letzten Zügen; es harte die Kraft nicht mehr gehabt, die deutschen Länder und Stämme zu erfolgreicher Abwehr des Ansturms seines eroberungssüchtigen westlichen Nachbarn zu einen, und von den Staaten, die unter seiner längst nicht mehr wirksam schützenden Hülle herangewachsen, war doch keiner so stark, daß er die Führung Deuschlands schon mit Erfolg hätte übernehmen können. Der Friede von Luneville (1801) riß das ganze linke Rheinufer vom Reiche los. Der Reichsdeputations-Haupt-Schluß von 1803, der die Entschädigung für die durch jenen Frieden deutschen Fürsten entrissenen Gebiete festzusetzen hatte, brachte zwar eine große Zahl bisheriger Reichstädte und kleiner Territorien zum Verschwinden und bewirkte so in letzter Stunde eine wohltätige Vereinfachung der R. V., aber das Ende des Reichs war nicht mehr aufzuhalten. Als im Juli 1806 sechzehn deutsche Fürsten die Rheinbundsakte unterzeichnet hatten und daraufhin am 1. Aug. 1806 sich förmlich vom Reich lossagten, legte am 6. Aug. 1806 Kaiser Franz II. der schon 1804 den Titel eines Kaisers von Österreich angenommen hatte, die römisch deutsche Kaiserkrone nieder. Damit hörte das Reich auch formell auf zu bestehen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1922

Authors and Affiliations

  • Ottmar Bühler
    • 1
  1. 1.Rechte a. d. Unversität MßnsterDeutschland

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