Advertisement

Staatskunde pp 24-47 | Cite as

Die politischen Parteien in Deutschland

  • Veit Valentin
Chapter

Zusammenfassung

Politische Parteien entstchen im Staatsleben erst von dem Zeitpunkte an, da die Einzelpersönlichkeit sich ihrem Staate gegetüiber in kritischen Gegensatz stellt. Aus diefem Gegenfatz entwickelt sich der Wille zur Verättderuttg und zur Mitherrschaft; um den eittzelnen, den Träger dieses Willetts, bildett sich Gruppen, aus Gefinnungsgemeinschaft sowohl wie aus Interessengemeinschaft. Die Parteibildung geht stets vom Führer und der Idee aus, sie endet in der Massenorganisation mit stark wirtschaftlichen Akzenten; ihr Ziel ist Macht im Staate, Leitung des Staates zu einem bestimmten, als überragend notwendig erkannten Zwecke. Die ursprünglichen Parteien sind danach immer Gruppenbildungen der Bewegung, des Fortschreitetts, der Reform; sie sind irgendwie Formulierungen ernes Volkswillens und Volksinteresses. Sie konnen sich nur durchfetzen, wo es schon einen Ansatz zur gesetzmäßigen Volksvertretung gibt. Gegenüber den Parteien der Bewegung bilden fich dann die Parteien des Beharrens. Parteien in diesem Sinne kennt die Geschichte seit der englischen Revolution des 17. Ih.; in Deutschland beginnt die Parteibildung erft uttter dem Eindruck der großen französischen Revolution. Alle großen Parteikämpfe drehen sich um politiche Führerschaft und Verfassungsrechte. Erst durch eine moderne Staatsverfassung wird den Parteien Einfluß auf die Staatsregierung gewährleistet. Den Parteien im Lande, den großen Gesinnungs- und Willettsgemeinschaften aller Staatsbürger einer beftimmten Richtung, entsprechen dann die Fraktionen im parlament, die die Atrbeitsgemeinschaften der von Parteien gewählten Abgeordneten darstellen. Durch sie wird unmittelbar der politifche Wille der betreffenden Parteien ausgedrückt und für die Bearbeitung der Staatsgeschäfte fruchtbar gemacht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur (Auswahl)

Allgemeines

  1. F. Salomon, Die deutschen Parteiprogramme I und II, Leipzig 1912; III Von der Revolution bis zum neuen Reichstag 1918–1920; Leipzig 1920.Google Scholar
  2. Friedrich Naumann, Die politischen Parteien, 1910.Google Scholar
  3. Ludrwig Bergsträßer, Geschichte der politischen Parteien, Mannheim 1922, 2. Aufl.Google Scholar
  4. Veit Valentin, Bismarck und seine Zeit, 4. Aufl., 1918.Google Scholar

Der Konservativismus

  1. Haller, Restauration der Staatswissenschaft, 6 Bde., Winterthur 1816–1834.Google Scholar
  2. Friedrich Julius Stahr Die Philosophie des Rechts nach geschichtlicher Ansicht, 2 Bde., 1830/37.Google Scholar
  3. Adam Müller, Elemente der Staatskunst, 1809.Google Scholar
  4. Dr. Walter Schmidt, Die Partei Bethmann hollweg und die Reaktion in preußen, 1910.Google Scholar
  5. Leopold v.Gerlach, Denkrwürdigkeiten, 1891/92.Google Scholar
  6. H. v. Petersdorff, Kleist-Retzow, 1907.Google Scholar
  7. v.Oertzen, Adolf Stöcker, 1910.Google Scholar

Der Klerikalismus

  1. L. Bergsträßer, Studien zur Vorgeschichte der Zentrumspartei, 1910.Google Scholar
  2. Der politische Katholizismus, Dokumente seiner Entwdlung (1815–1870), München 1921, ed. Bergsträßer.Google Scholar
  3. I. B. Kißling, Geschichte des Kulturkampfes im Deutschen Reiche, Z Bde., 1911/13.Google Scholar
  4. Ketteler, Die Zentrumsfraktion auf dem ersten deutschen Reichstage, 1872.Google Scholar
  5. Martin Spahn, Das deutsche Zentrum, 1905.Google Scholar
  6. Karl Koeber, Der Streit um den Zentrumscharakter, Köln 1912.Google Scholar
  7. C. Bachem, Politik und Geschichte der Zentrumspartei, Köln 1918.Google Scholar

Der Liberalismus

  1. P. Wentzte, Geschichte der Deutschen Burschenschaft, Heidelberg 1919.Google Scholar
  2. Karl Wild, Karl Theodor Welcker, Heidelberg 1913.Google Scholar
  3. Veit Valentin, Die erste deutsche Nationalverfammlung, München und Berlin 1919.Google Scholar
  4. Otto Weftphal, Welt-und Staatsauffassung des deutschen Liberalismus, München 1919.Google Scholar
  5. E. Brandenburg, Fünfzig Iahre nationalliberale Partei, 1917.Google Scholar
  6. Eugen Richter, Im alten Reichstag I, 1894.Google Scholar
  7. h. Onden, Bennigsen, 2 Bde., 1912.Google Scholar
  8. Geschtchte der Frankfurter Zeitung, 1911.Google Scholar
  9. Oskar Klein-Hattingen, Die Geschichte des deutschen Liberalismus, Berlin 1911.Google Scholar

Der Sozialismus

  1. Karl Mary, Das Kapital, 1. Aufl., 1867.Google Scholar
  2. H. Onckn, Lassalle. 3. Aufl., 1920.Google Scholar
  3. Gustav Mayer, Iohann Baptist v. Schrweitzer und die Sozialdemokratie, 1909.Google Scholar
  4. Guftav Mayer, Friedrich Engels, I.Band, 1920.Google Scholar
  5. Auguft Bebel, Aus meinem Leben, Z Bde., 1910/14.Google Scholar
  6. Eduard Bernftein, Zur Theorie und Geschichte des Sozialismus, 4. Hufl., 1904.Google Scholar
  7. Karl Kautskn, Bernstein und das sozialdemokratische programm, 1899.Google Scholar
  8. Konrad Hänisch, Die deutfche Sozialdemokratie in und nach dem Weltkriege, Berlin 1916.Google Scholar
  9. Paul Lensch, Die Sozialdemokratie, ihr Ende und ihr Glück, 1916.Google Scholar
  10. Eduard David, Die Soztaldemokratie im Weltkrieg, 1915.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1926

Authors and Affiliations

  • Veit Valentin
    • 1
  1. 1.PotsdamDeutschland

Personalised recommendations