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Die entwicklungsgeschichtliche Auffassung des tierischen Verhaltens

  • Karl Luß
Chapter
Part of the Aus Natur und Geisteswelt book series (NAG)

Zusammenfassung

Der berühmte Pathologe Rudolf Virchow stellte im Jahre 1858 das Programm einer sogenannten Zellularpathologie auf, d. h. er versuchte alle Krankheitserscheinungen auf Vorgänge und Veräderungen in den Zellen zurückzuführen. Dieses „zellulare Prinzip“ hat sich seitdem in jeder Hinsicht bewährt und ist daher auch in andere Gebiete der Naturforschung übernommen worden. Verworn [107] weist nachdrücklich darauf hin, daß die Physiologie nur dann die allgemeinen Lebenserscheinungen zu erklären vermag, wenn sie die Lebenserscheinungen dort sucht, wo das Leben seinen Sitz hat, nämlich in der Zelle, sie erreicht ihr Ziel also nur als Zellularphysiologie. Eine ähnliche Entwicklung beobachten wir nun auch in der Psychologie. Wollen wir das komplizierte Verhalten, all die Bewegungen und Handlungen, wie sie von den höheren Tieren und den Menschen ausgeführt werden, verstehen, so müssen wir zunächst das Verhalten der Zelle, wie es durch äußere und innere Bedingungen beeinflußt wird, studieren.

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Referenzen

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    Ich vermeide hierbei absichtlich den Begriff „intelligent“, welcher gerade in diesem Zusammenhang viel gebraucht wird, da intelligent seiner sprachlichen Ableitung nach einsichtig heißt, und gebrauche mangels eines besseren Begriffs das Wort „klug“.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1923

Authors and Affiliations

  • Karl Luß

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