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Budgetdefizite und nominaler Wechselkurs

  • Klaus Doch
Chapter
Part of the DUV: Wirtschaftswissenschaft book series (DUVWW)

Zusammenfassung

Bei der Analyse der Verknüpfungen zwischen einem finanzpolitischen deficit spending und der Leistungsbilanz sollen im folgenden Änderungen der preislichen Wettbewerbsfähigkeit, die durch Variationen des nominellen Wechselkurses hervorgebracht werden, im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.

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Literatur

  1. 56.
    Vgl. MUNDELL, R.A., Capital Mobility and Stabilization Policy Under Fixed and Flexible Exchange Rates. Canadian Journal of Economics, Bd. 29 (1963), S. 475ff. FLEMING, J.M., Domestic Financial Policies Under Fixed and Under Floating Exchange Rates. IMF Staff Papers, Bd. 9 (1962), S. 369ff. JOHNSON, H.G., Some Aspects of the Theory of Economic Policy in a World of Capital Mobility. In: JOHNSON, H.G (Hrsg.), Further Essays in Monetary Economics. London 1972. SOHMEN, E., Flexible Exchange Rates. 2. Aufl., Chicago 1969, S. 141ff. Einen Überblick vermitteln PENATI, A., Expansionary Fiscal Policy and the Exchange Rate — A Review. IMF Staff Papers, Bd. 30 (1983), S. 542ff. sowie BRANSON, W.H./BUITER, W.H., Monetary and Fiscal Policy with Flexible Exchange Rates. In: BHANDARI, J.S./PUTNAM, B.H. (Hrsg.), Economic Interdependence and Flexible Exchange Rates. Cambridge, Mass. 1983, S. 251ff.Google Scholar
  2. 57.
    BRANSON, W.H., Asset Markets and Relative Prices in Exchange Rate Determination. Institute for International Economic Studies, Stockholm 1976. BLACK, S.W., International Money Markets and Flexible Exchange Rates. Princeton Studies in International Finance Nr. 23, Princeton 1973. KOURI, P.J.K., The Exchange Rate and the Balance of Payments in the Short Run and the Long Run. Scandinavian Journal of Economics. Bd. 78 (1976), S. 280ff. ISARD, P., Exchange—Rate Determination: A Survey of Popular Views and Recent Models. Princeton Studies in International Finance Nr. 42, Princeton 1978, S. 35ff. GYLFASON, T./HELLIWELL, J.F., A Synthesis of Keynesian, Monetary, and Portfolio Approaches to Flexible Exchange Rates. The Economic Journal, Bd. 93 (1983), S. 820ff. ALLEN, P.R./KENEN, P.B., Asset Markets, Exchange Rates, and Economic Integration. A Synthesis. Cambridge 1980.Google Scholar
  3. 58.
    SAUERNHEIMER, K., Internationale Kapitalbewegungen, flexible Wechselkurse und gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht. Hamburg 1980, S. 169ff. SCHMIDBERGER, W.—D., Fiskalpolitik in kleinen offenen Volkswirtschaften — eine Strom—Bestandsanalyse. Hamburg 1983. SCHRODER, J., Haushaltsdefizit und Wechselkurs in einem Güter—Finanzmarkt—Modell. Jahrbuch für Sozialwissenschaft, Bd. 39 (1988), S. 182ff.Google Scholar
  4. 59.
    Einen Überblick über diese Kritik vermitteln u.a. BENDER, D., Finanzmarkttheorie des Wechselkurses. In: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften, Bd. 9, Stuttgart et al. 1982, S. 748ff. LERDO, F.—J., Zur Finanzmarkttheorie des Wechselkurses: Monetäre Ansätze versus Portfolio(gleichgewichts)ansätze. Krefeld 1983, S. 21f. KRUEGER, A.O., Balance—of—Payments Theory. Journal of Economic Literature, Bd. 7 (1969), S. 21ff.Google Scholar
  5. 60.
    Einige Ansätze wie z.B. BRANSON vernachlässigen die Einkommensabhängigkeit der Geldnachfrage und betonen damit das Vermögensmotiv der Geldhaltung; da das Einkommen sich nur unter Berücksichtigung eines simultanen Gütermarktgleichgewichtes ermitteln läßt und die Neigung zur Geldhaltung wechselkursrelevant ist, kann man unter Beibehaltung der obigen Formulierung nicht mehr von einem rein finanzmarktdeterminierten Wechselkurs sprechen.Google Scholar
  6. 61.
    Wenn im folgenden ohne weitere Erläuterungen von Auf— oder Abwertung gesprochen wird, so ist dies immer bezogen auf die Inlandswährung; eine Abwertung (der heimischen Währung) ist gleichbedeutend mit einem Anstieg des Wechselkurses.Google Scholar
  7. 62.
    Eine mögliche Variante wäre, daß die Kaufkraftparitätentheorie der Bildung von Wechselkurserwartungen zugrundeliegt; bei einem annahmegemäß konstanten Preisniveau könnte dies ein exogen vorgegebenes e* rechtfertigen.Google Scholar
  8. 63.
    Diese Verhaltensannahme ist höchstens auf den ersten Blick unplausibel: Es soll angenommen werden, daß bei einem gegebenen Gesamtvermögen die Struktur des Vermögens um so liquider gestaltet wird, je höher das Periodeneinkommen ausfällt. Ein steigendes Einkommen kann demnach die Haltung an Wertpapieren nur insofern vergrößern, als aus zusätzlichem Einkommen vermögenserhöhende Ersparnis fließt, die sowohl in Form zusätzlicher Kassenhaltung als auch in Form zusätzlicher Haltung an Wertpapieren gebildet wird.Google Scholar
  9. 65.
    Da die Wertpapiere variable Zinsen und damit feste Kurse aufweisen, kann von Kapitalgewinnen bzw. —verlusten abgesehen werden. Das Bestandsangebot ist damit in jedem Zeitpunkt exogen. Einen Ansatz, der auch Anderungen der Wertpapierkurse berücksichtigt, entwickeln ALLEN, P.R./KENEN, P.B., a.a.O., S. 549ff.Google Scholar
  10. 66.
    Zu beiden Themenkomplexen vgl. z.B. ROSE, K., Theorie der Außenwirtschaft. 10. Aufl., München 1989, S. 74ff.Google Scholar
  11. 67.
    Die Notwendigkeit, den Leistungsbilanzsaldo in ausländischer Währung auszudrücken, ergibt sich aus der Verknüpfung von Leistungsbilanzsalden, d.h., Stromungleichgewichten und Bestandsveränderung an (in Auslandswährung denominierten) Auslandsassets. Ungeachtet dessen wird später die graphische Ableitung der Leistungsbilanzsituation aus Gründen der Darstellung anhand der in Einheiten Inlandswährung ausgedrückten Leistungsbilanz vorgenommen.Google Scholar
  12. 68.
    Vgl. ebenda, S. 3ff.Google Scholar
  13. 69.
    Prinzipiell ist es dabei gleichgültig, ob die Finanzierung durch Geldschöpfung direkt oder indirekt, d.h. im Zuge entsprechender expansiver Offenmarktkäufe seitens der Zentralnotenbank stattfindet; da die Ausdehnung des Geldvolumens der Schöpfung von Zentralbankgeld entspricht, wird hier offensichtlich ein Geldschöpfungsmultiplikator von 1 unterstellt.Google Scholar
  14. 70.
    Vgl. ähnliche Darstellungen bei SAUERNHEIMER, K., a.a.O., S. 185. SCHRODER, J., Haushaltsdefizit…, a.a.O., S. 186. GYLFASON, T./ HELLIWELL, T., a.a.O., S. 824.Google Scholar
  15. 71.
    Vgl. SCHRÖDER, J., Negative Net Foreign Position and Exchange Rate. Jahrbuch für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 205 (1988), S. 200f.Google Scholar
  16. 72.
    Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, daß Punkte rechts der LB—Kurve Leistungsbilanzdefizit,links davon Leistungsbilanzüberschuß bedeuten; ferner läßt sich ökonomisch zeigen, daß, verlaufen LB und YY mit positiver Steigung, die LB—Gerade stets flacher als die YY—Kurve sein muß. Vgl. sinngemäß DeGRAUWE, P., Macroeconomic Theory for the Open Economy. Aldershot, Hampshire 1983, S. 29.Google Scholar
  17. 73.
    Vgl. dazu z.B. SCHMIDBERGER, W.—D., a.a.O., S. 23f.Google Scholar
  18. 74.
    Änderungen des Inlandszinses ergeben sich in diesem Modellrahmen immer durch Änderungen am Bestandsgleichgewicht am Bondsmarkt. Da bei der soeben abgeleiteten Zinserhöhung Finanzierungseffekte keine Rolle gespielt haben, wird deutlich, daß diese Zinsvariation rein nachfrageseitig bedingt sein muß. Die Zinseffekte, die im folgenden aus den Veränderungen der Bondsbestände resultieren, gehen auf angebots— und nachfrageseitige Änderungen zurück.Google Scholar
  19. 76.
    Das Wirken des genannten Substitutionseffektes ergibt sich in direkter Analogie zu dem Fall positiven Auslandsvermögens. Ebenso wie die Erwartung künftiger Aufwertungen der Fremdwährung den Wunsch nach einer verstärkten Haltung ausländischer Vermögenstitel aufkommen läßt, wird eine derartige Wechselkurserwartung die Rückführung eventueller Schuldpositionen in ausländischer Währung nahelegen. In beiden Fällen steigt demnach die gewünschte F—Haltung (absolut gesehen) an.Google Scholar
  20. 77.
    Für den Fall, daß der Vermögenseffekt überwiegt, ist ein Bestandsgleichgewicht nur mit einem höheren Wechselkurs zu vereinbaren; die Situation ist dann dynamisch instabil, da die tatsächliche Wechselkursentwicklung nicht in Richtung dieses Gleichgewichtes führt. Vgl. SCHRODER, J., Negative Net Foreign Position…, a.a.O., S. 201f.Google Scholar
  21. 78.
    Das als exogen angenommene Realausgabenniveau impliziert, daß der Teil der öffentlichen Ausgaben, der für Güterkäufe verwendet wird, in dem Maße zurückgefahren wird, in dem aufgrund der Verschuldungsvorgänge die Verpflichtung zum Schuldendienst ansteigt. Dies bedeutet insbesondere, daß die Wechselwirkung zwischen Zinslast und Verschuldung unbeachtet bleiben kann. Die gewählte Formulierung ließe sich z.B. damit rechtfertigen, daß die Entscheidung über das Realausgabenniveau nicht unter dem Gesichtspunkt allokativer Überlegungen, sondern aus dem Stabilitätsmotiv heraus getroffen wird. In diesem Fall kommt es der öffentlichen Hand nicht darauf an, eine bestimmte Struktur der Güterverwendung zu bewirken, sondern nur das Niveau der monetären Gesamtnachfrage zu fixieren.Google Scholar
  22. 79.
    Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, daß die Graphik insofern nicht ganz zu der Aussage der in stetiger Zeit formulierten Gleichung (9) paßt, als hier eine Bestandsveränderung innerhalb eines diskreten Zeitraumes dargestellt wird.Google Scholar
  23. 80.
    Dies widerspricht dem von BRANSON abgeleiteten markanten Ergebnis, daß die Elastizität des Wechselkurses bezüglich F—Bestandsvariationen exakt — 1 beträgt. Ursächlich hierfür ist, daß bei BRANSON die Geldnachfrage nur von Einflüssen aus der Finanzsphäre abhängig ist. In der hier gewählten Formulierung wirkt die Abwertung der heimischen Währung auf das Einkommen und damit die Transaktionskassenhaltung expansiv, was zunächst zinssteigernd wirkt und auf diesem Wege das Ungleichgewicht auf dem Markt für Auslandsassets und den notwendigen Umfang der Abwertung reduziert.Google Scholar
  24. 81.
    Die Bezugnahme auf ausgeglichene Budget— und Leistungsbilanzpositionen macht zwei Anmerkungen erforderlich: Zum einen ist hiermit in keiner Weise ein normativer Anspruch verbunden, etwa der Art, daß ein Ausgleich dieser Salden in der Realität immer ein verteilhafter Zustand sei. So ist u.U. in einer wachsenden Wirtschaft eine laufende Erhöhung des öffentlichen Schuldenstandes sinnvoll und ein Reservewährungsland könnte sich gezwungen sehen, eigene Leistungsbilanzdefizite hinzunehmen, um die Liquidität oder den Beschäftigungsstand der Handelspartner nicht zu gefährden. Zum anderen ist das langfristige Bestandsgleichgewicht für die Realität mehr qualitativ denn quantitativ zu interpretieren: So wird man wohl in der Beurteilung eines realen Falles schon von einer stabilen Entwicklung sprechen, wenn sich eine Tendenz zur Verringerung der Salden einstellt, auch ohne daß der tatsächliche Ausgleich des Budgets und der Leistungsbilanz innerhalb der betrachteten Zeiträume eintritt.Google Scholar
  25. 82.
    Vgl. z.B. CHIANG, A.C., Fundamental Methods of Mathematical Economics. 3. Aufl., Singapur 1984, S. 638ff.Google Scholar
  26. 83.
    Formal ausgedrückt, ist eine Reduktion des F—Bestandes nötig, wenn gilt O. Dies liegt vor, wenn der leistungsbilanzverbesserende Wechselkurseffekt (2. Summand von 4)3 die entgegengesetzten Einkommenseffekte (1. Summand) und Zinszahlungseffekte (3. Summand) betragsmäßig überwiegt.Google Scholar
  27. 84.
    Zusätzlich muß die sicher nicht zu willkürliche Annahme getroffen werden, daß die Abwertung, die von der Geldmengenausdehnung ausgeht, stärker auf die Leistungsbilanz durchschlägt als die Einkommenserhöhung.Google Scholar
  28. 85.
    Vgl. auch die ähnliche Vorgehensweise bei GOLUB, S., Foreign—Currency Government Debt, Asset Markets, and the Balance of Payments. Journal of International Money and Finance, Bd. 8 (1989), S. 285ff.Google Scholar
  29. 86.
    Die Tatsache, daß die in ausländischer Währung emittierten Staatsschuldtitel auch im Inland gehalten werden können, zeigt, daß die Bezeichnung “Auslandsverschuldung” u.U. mißverständlich sein kann. Es handelt sich hierbei nicht unbedingt um eine Verschuldung gegenüber dem Ausland, sondern vielmehr um Verschuldung in ausländischer Währung.Google Scholar
  30. 87.
    Dies entspricht der bereits beschriebenen Abgrenzung des Volkseinkommens nach dem Inlandsprinzip. Vgl. S. 39 dieser Arbeit.Google Scholar
  31. 88.
    Das Ergebnis dieser Argumentation mag zunächst paradox erscheinen, impliziert es doch, daß sich die Privaten bereichert fühlen, wenn sich die öffentliche Hand im Ausland verschuldet und damit Inlandstransaktionen finanziert. Im Grunde genommen ist diese Anschauung der öffentlichen Schuld jedoch die gleiche wie im Fall der Verschuldung im Inland: Hier wie dort empfinden die Privaten den Zugang an Bruttovermögen als eine Erhöhung ihres Nettovermögens, da das gleichzeitige Entstehen staatlicher Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland bzw. den privaten Inländern nicht wahrgenommen werden, obwohl doch ein rational handelndes Wirtschaftssubjekt die zukünftige Steuererhebung zur Bedienung der öffentlichen Schuld bereits im Zeitpunkt der Defizitentstehung antizipieren müßte. Die beschriebene Sichtweise der Auslandsverschuldung stellt somit eine direkte Anwendung der These von der “Staatsschuldenillusion” dar. Galt diese bereits im Fall der Inlandsverschuldung, so ist es nur konsequent, auch im Fall der Auslandsverschuldung eine entsprechende Konstruktion zu wählen. Vgl. zu diesem Aspekt auch Abschnitt E, S. 184ff. dieser Arbeit.Google Scholar
  32. 89.
    Mit Inlandstransaktionen, d.h. Transaktionen des Staates, die in Inlandswährung ausgeführt werden müssen, sind sämtliche Ausgaben bis auf die Zinszahlungen auf die Auslandsschuld gemeint.Google Scholar
  33. 90.
    Natürlich bedarf es auch hier wieder einer korrespondierenden Wechselkursänderung, damit die zusätzlichen Bestände an Auslandsvermögen freiwillig in den inländischen Portefeuilles gehalten werden. oiDieser Wechselkurseffekt auf den Budgetsaldo betrifft nur den Teil des Budgets, der in Einheiten Inlandswährung fixiert wird und aus dem — zum gegebenen Wechselkurs — der Finanzierungsbedarf in Einheiten ausländischer Währung lediglich abgeleitet wird. Die Zinszahlungen auf den Schuldenstand hingegen unterliegen nicht diesem Effekt, da die Verpflichtungen zum Schuldendienst direkt in Einheiten ausländischer Währung festgelegt werden.Google Scholar
  34. 92.
    Dies wird deutlich, wenn man bedenkt, daß ein Anstieg des öffentlichen Schuldenstandes zwar die staatlichen Verpflichtungen zum Schuldendienst erhöhen, daß dies aber nur die staatliche Leistungsteilbilanz verschlechtert, was wiederum durch zusätzliche Verschuldung des Staates im Ausland finanziert werden kann; die private Auslandsposition ist von diesen Vorgängen unberührt. Im Umkehrschluß folgt daraus, daß eine Variation des Schuldenstandes nicht geeignet ist, einer eventuelle Veränderung des privaten Auslandsvermögens entgegenzuwirken. Die (F=0)—Kurve muß demnach als Horizontale verlaufen.Google Scholar
  35. 93.
    E sei hier noch einmal hervorgehoben, daß die Zinserhöhung, die sich in dem kürzerfristigen Analysezeitraum ergibt, nur durch die defizitverursachende Ausgabenerhöhung, nicht aber durch die Finanzierung dieses Defizites bedingt ist. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich die Interpretation des keynesschen Systems in Form des einfachen ISLM—Schemas vor Augen führt: Eine Erhöhung der Staatsausgaben (Rechtsverschiebung der IS—Kurve) führt bekanntermaßen zu einer Zinserhöhung, wobei auch hier Finanzierungsfragen nicht betrachtet werden und ohne Berücksichtigung von Vermögensargumenten in Geld— und Güternachfragefunktionen auch gar nicht konsistent dargestellt werden könnten. Umgekehrt führt eine expansiv wirkende Ausdehnung eines ausgeglichenen Budgets (“HAAVELMO—Theorem”) auf dem hier beschriebenen Weg zu einer Zinserhöhung, ohne daß überhaupt ein (zusätzlicher) Finanzierungsbedarf entsteht.Google Scholar
  36. 94.
    Es läßt sich intuitiv leicht greifen, daß eine (hier nicht betrachtete) Steuersenkung aufgrund des rein nachfragedeterminierten Gütermarktgleichgewichtes die gleiche Wirkung wie eine staatliche Ausgabenerhöhung haben wird. An die Stelle der öffentlichen tritt dann eine private Mehrabsorption.Google Scholar
  37. 95.
    Dies gilt für ein “kleines” Land. Betrachtet man hingegen den 2—Länder—Fall, so müssen ebenfalls die korrespondierenden Portfolioeffekte im Ausland betrachtet werden.Google Scholar
  38. 96.
    Vgl. z.B. BLINDER, A.S./SOLOW, R.M. Does Fiscal Policy Matter? Journal of Public Economics, Bd. 2 (1973), S. 319ff. BUITER, W.H., “Crowding—Out” and the Effectiveness of Fiscal Policy. Journal of Public Economics, Bd. 7 (1977). FRIEDMAN, B.M., Crowding—Out or Crowding—In? Economic Consequences of Financing Government Deficits. Brookings Papers on Economic Activity, Bd. 3 (1978), S. 593ff.Google Scholar
  39. 97.
    Zu dieser “Ricardianischen Äquivalenz” zwischen Steuerfinanzierung und Verschuldung vgl. Abschnitt E, S. 186f. dieser Arbeit.Google Scholar
  40. 98.
    EVANS, P., Do Large Deficits Produce High Interest Rates? American Economic Review, Bd. 75 (1985), S. 68ff. Derselbe, Interest Rates and Expected Future Budget Deficits in the United States. Journal of Political Economy, Bd. 95 (1987), S. 34ff. PLOSSER, Ch.J., Government Financing Decisions and Asset Returns. Journal of Monetary Economics, Bd. 9 (1982), S. 325ff. Vgl. dazu auch den kurzen Literaturüberblick bei HOELSCHER, G., New Evidence on Deficits and Interest Rates. Journal of Money, Credit and Banking, Bd. 18 (1986), S. 2, bei FLAIG, G., Staatsverschuldung und langfristiger Zinssatz in einem Modell effizienter Märkte und rationaler Erwartungen: Eine empirische Untersuchung für die Bundesrepublik Deutschland. Kredit und Kapital, 19. Jg. (1986) S. 366ff und bei GUPTA, K.L., Budget Deficits and Interest Rates in the United States. Public Choice, Bd. 60 (1989), S.87ff. GUPTA bestätigt die Ergebnisse von EVANS und PLOSSER, FLAIG tut dies für die BRD. Vgl. auch DE HAAN, J./ ZELHORST, D., Financial Market Effects of Federal Government Budget Deficits: Comment. Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 126 (1990), S.388ff. und die anschließende Diskussion.Google Scholar
  41. 99.
    HOELSCHER, G., a.a.O., S. 9f. HENDERSHOTT, P.H., Expectations, Surprises and Treasury Bill Rates: 1960–82. The Journal of Finance, Bd. 39 (1984), S. 695.Google Scholar
  42. 100.
    Quelle: Government Finance Statistics.Google Scholar
  43. 101.
    Zu denken wäre an die Unsicherheiten bezüglich der zu erwartenden Inflationsrate und — bei ausländischen Kapitalgebern — der langfristig erwarteten Wechselkurse.Google Scholar
  44. 102.
    Vgl. HOELSCHER, G., a.a.O., S. 16.Google Scholar
  45. 103.
    Die Anhänger einer permanenten Einkommenshypothese, die den Anstieg der langfristigen Zinsen aus den beschriebenen Gründen für weniger zwingend halten, können sich hier der Argumentation anschließen, da der Rückgang der Güterkäufe in der Gegenwart auch durch die Antizipation zukünftiger Steuerlasten bewirkt werden kann.Google Scholar
  46. 104.
    Diesen Schluß erlaubt die sinngemäße Fortführung der Gedanken von JOHNSON, R.A, Anticipated Fiscal Contraction: The Economic Consequences of the Announcement of Gramm—Rudman—Hollings. International Finance Discussion Papers Nr. 291, Washington, D.C., 1986 sowie von BLANCHARD, O.J., Current and anticipated deficits, Interest Rates and Economic Activity. Harvard Institute of Economic Research Discussion Paper Nr. 998, Cambridge, Mass., 1983, S. 23ff. und BLANCHARD, O.J./DORNBUSCH, R., U.S. Deficits, the Dollar and Europe. Banca Nationale Del Lavoro Quarterly Review, Bd. 37 (1984), S. 96ff.Google Scholar
  47. L05.
    Diese These formuliert — stellvertretend für viele — z.B. BRANSON, W.H., Causes of Appreciation and Volatility of the Dollar. NBER Working Paper, Series, Working Paper No. 1777, Cambridge, Mass. 1985.Google Scholar
  48. 106.
    Zum Einfluß der US—Geldpolitik vgl. CLARIDA, R.H./FRIEDMAN, B.M., The Behavior of U.S. Short—Term Interest Rates Since October 1979. The Journal of Finance, Bd. 39 (1984), S. 671ff. Zur vergleichenden Diskussion alternativer Bestimmungsgründe des Zinsniveaus vgl. BLANCHARD, O.J./DORNBUSCH, R. a.a.O., S. 93. BLANCHARD, O.J./SUMMERS, L.H., Perspectives on High World Real Interest Rates. Brookings Papers on Economic Activity, Bd. 15 (1984), S. 373ff. FRENKEL, J.A., Comment on BRANSON, W.H., Causes of Appreciation…, a.a.O., S. 4ff.Google Scholar
  49. 107.
    lmmerhin haben die Direktinvestitionen des Auslandes in der USA in der Zeit zwischen 1980 und 1983 knapp ein Viertel der gesamten Bruttolkapitalimporte der USA ausgemacht. Dieses Bild hat sich allerdings in den folgenden Jahren durch die starke Zunahme der Portfolioinvestitionen zu Lasten der Direktinvestitionen verschoben.Google Scholar
  50. 108.
    Einen Überblick über das Maßnahmenbündel vermittelt z.B. LANDMANN, O., The U.S. Economy under the Influence of the Reagan Experiment. Intereconomics 1984, S. 207ff. und BÜSCHGEN, H.E., Der US—Dollar — Szenario einer Weltwährung. Wirtschaftsdienst, 67. Jg. (1987), S. 17ff.Google Scholar
  51. 109.
    Eine Diskussion alternativer Bestimmungsgründe der US—amerikanischen Kapitalbilanzüberschüsse findet sich bei SOMENSATTO, E., Budget Deficits, Exchange Rates, International Capital Flows, and Trade. In: CAGAN, P. (Hrsg.), The Economy in Deficit (Essays in Contemporary Economic Problems). Washington, D.C., 1985, S. 223ff. sowie GORDON, R.J., U.S. Fiscal Deficits and the World Imbalance of Payments. Hitotsubashi Journal of Economics, Bd. 27, Special Issue (1986), S. 7ff.Google Scholar
  52. 110.
    Zur Begründung vgl. Abschnitt C dieser Arbeit.Google Scholar
  53. 111.
    Vgl. SCHRODER, J., Haushaltsdefizit und Wechselkurs…, a.a.O., S. 183 sowie die alternative Einbeziehung der Risikoprämie bei BRANSON, W.H., Causes of Appreciation…, a.a.O., S. 112ff., DORNBUSCH, R., Dollars, Debts and Deficits. Cambridge, Mass. 1986, S. 37f und DOOLEY, M.P./ISARD, P., The Portfolio—Balance Model of Exchange Rates and Some Structural Estimates of the Risk Premium. IMF Staff Papers, Bd. 30 (1983), S. 683ff.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Klaus Doch

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