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Das Verhältnis von Alternativen und Etablierten Trägern der Wohlfahrtspflege Angesichts der Probleme Einer „Neuen“ Sozialpolitik

  • Bernd Dammann
Chapter

Zusammenfassung

Die Auseinandersetzung mit radikalen Einstellungsmustern und spektakulären Verhaltensweisen „neuer Protestbewegungen“ (Bürgerinitiativen; Selbsthilfegruppen; Ökologie-, Frauen- und Friedensbewegung) hat Konjunktur, nicht nur in der veröffentlichten Meinung der Massenmedien und im tagespolitischen Streit der Parteien, sondern auch in der sozialwissenschaftlichen Diskussion. In der letzteren geht es dabei allerdings jenseits der vordergründigen Beschäftigung mit Oberflächenphänomenen um das Bemühen, sozialwissenschaftlich befriedigende Antworten auf die Fragen nach der Zielsetzung, der inneren Struktur, der sozialen Trägerschaft, der gesellschaftlichen Funktion und der politischen Relevanz der „neuen Protestpotentiale“ zu finden (BRAND 1981, 376). Als deren auslösende Momente gelten die krisenhafte Umstrukturierung des kapitalistischen Produktionsprozesses und ihre destabilisierenden Folgewirkungen auf der Ebene der sozialen Lebenswelt. „Die Organisationsprinzipien, die auf gesamtgesellschaftlicher Ebene den Prozeß der industriellen Vergesellschaftung strukturieren — das Prinzip der kapitalistischen Produktion und der technisch-bürokratischen Organisation des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses — rufen auf der Ebene der sozialen Lebenswelt krisenhafte Belastungen hervor, die durch die sozialen Beziehungsgeflechte des alltäglichen Lebens (Familie, Verwandtschaft, Freundeskreis, Vereine etc.) nur in ungenügendem Maße aufgefangen werden können“ (BRAND 1982, 57). Als solche nennt BRAND (1932) beispielhaft „die Ausgrenzung einer steigenden Zahl von Arbeitslosen, Dequalifizierten, an den Rand Gedrängten, Zerschlissenen und Ausgestiegenen, die fortschreitende soziale Desintegration naturwüchsiger (familiärer, verwandtschaftlicher, nachbarschaftlicher) Reproduktionszusammenhänge, die Heterogenisierung sozialer Konfliktlinien, etc.“ (113).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

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  • Bernd Dammann

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