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Einleitung: Konsumenteninformation und Informationsverhalten von Konsumenten

  • Hans Raffée
  • Günter Silberer
Chapter
Part of the Schriftenreihe Markt und Marketing book series (SCHMM)

Zusammenfassung

Zentrale Aufgabe der Information des Konsumenten ist es, neben der Vermittlung von Bedürfnis- und Bedarfstransparenz seine Markttransparenz zu erhöhen bzw. zu sichern. Gewinnung bzw. Sicherung der Markttransparenz — in entwickelten Wirtschaftssystemen zunehmend zum Problem geworden — darf jedoch nicht als Selbstzweck verstanden werden. Markttransparenz bzw. Information des Konsumenten hat vielmehr der besseren Befriedigung seiner Bedürfnisse zu dienen. Konsumenteninformation vermag dies vor allem in folgender Hinsicht zu leisten:
  1. (1)

    Zum einen soll und kann sie dazu beitragen, daß sich Konsumenten der Risiken und Chancen bewußt werden, die mit Kauf und Konsum von Gütern verbunden sind. So darf man ganz allgemein wohl davon ausgehen, daß die Gefahr eines Fehlkaufs um so geringer ist, je zuverlässiger diejenigen Informationen sind, die dem Konsumenten hinsichtlich der angebotenen Güter zur Verfügung stehen und je mehr sie seinen Informationsansprüchen gerecht werden.

     
  2. (2)

    Zum anderen wirken Konsumenteninformation bzw. Markttransparenz auf das Verhalten der Konsumgüteranbieter ein: sie können bzw. sollen zu einer bedarfs- und bedürfnisgerechteren Angebotssteuerung beitragen. Konsumenteninformation hat die Effizienz des Anbieterwettbewerbs dadurch zu gewährleisten, daß leistungsfähige Anbieter „belohnt“ und Anbieter nicht verbrauchergerechter Leistungen „bestraft” werden. Derartige Bestrafungen und Belohnungen können sich nicht nur dergestalt vollziehen, daß Konsumenten vom „schlechten“ Angebot abwandern und ihre Nachfrage dem als gut erkannten Produkt zuwenden (vgl. Hirschman, 1970/dt. 1974); darüber hinaus besteht für den Konsumenten die Möglichkeit, durch Artikulationsverhalten Anbieter zu belohnen oder zu bestrafen, letzteres etwa durch Reklamationen oder durch Beschwerden bei Drittinstitutionen wie Warentestinstituten, Massenmedien u. ä. (vgl. Scherhorn et al., 1975; Specht, 1979).

     

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Literaturangaben

  1. Diller, H. (1978). Verbesserungsmöglichkeiten der Verbraucherinformation durch Berücksichtigung verhaltenstheoretischer Erkenntnisse. In: Zeitschrift für Verbraucherpolitik, 2. Jg. (1978), Heft 1, S. 24–41.Google Scholar
  2. Hirschman, A. O. (1970/dt. 1974 ). Exit, Voice, and Loyalty: Responses to Decline in the Firms, Organizations, and States. London; deutsch: Abwanderung und Widerspruch. Tübingen.Google Scholar
  3. Raffée, H. (1969). Konsumenteninformation und Beschaffungsentscheidung des privaten Haus-halts. Stuttgart.Google Scholar
  4. Scherhorn, G. et aI. (1975). Verbraucherinteresse und Verbraucherpolitik. Göttingen. Silberer, G. (1979). Warentest — Informationsmarketing — Verbraucherverhalten. Berlin. Specht, G. ( 1979 ). Die Macht aktiver Konsumenten. Stuttgart.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1981

Authors and Affiliations

  • Hans Raffée
  • Günter Silberer

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