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Intentionen

  • Detlev Zimmermann
Chapter
Part of the Studien zur Kognitionswissenschaft book series (SZKW)

Zusammenfassung

Es gibt eine Reihe von Programmen zur automatischen Komposition von Musik. Viele davon dienen lediglich dazu, bestimmte musikalische Stilprinzipien programmiertechnisch einzufangen. Dazu gehören z.B. Programme zur Harmonisierung von Chorälen im Stil Johann Sebastian Bachs (Ebcioğlu 1986, 1992; Tsang und Aitken 1991), zur Improvisation im Stil von Jazz-Solos oder indischer Raga-Melodien (Johnson-Laird 1991; Thomas et al. 1991), oder zur Komposition im Stile der westlich-tonalen Musik im Zeitraum von Mozart bis Gershwin (Cope 1991). Die Resultate dieser Programme üben auf einige Personen einen gewissen Reiz aus, und es gibt sogar Computerkompositionen, die auf kommerziellen Tonträgern1 erworben werden können. Der Reiz der automatisch erstellten Komposition geht möglicherweise darauf zurück, daß die Faszination von Musikautomaten in unserer Gesellschaft eine lange Tradition hat (vgl. Abschnitt I.2.3). Bei den Stücken von Hiller (s. Abschnitt I.2.3.2) mag noch hinzukommen, daß diese von besonderem historischem Wert sind, da sie als die ersten Computerkompositionen anzusehen sind. Aus rein musikalischer Sicht sind Stücke, die autonom durch Computer generiert werden, jedoch wenig interessant, da mit ihnen keine Zwecke im Sinne der gängigen Musikauffassung verfolgt werden.2 Trotzdem kann der unvorbelastete Hörer nicht immer eindeutig bestimmen, ob ein Stück automatisch komponiert wurde oder aus Menschenhand stammt. Eine aufschlußreiche Erklärung dieses Phänomens gibt Peter S. Langston:

„It is interesting to note that many pieces generated by ... algorithms appear to have semantical/emotional content ... Since the algorithms themselves have no information about human emotions or the smell of chestnuts roasting on an open fire, we must conclude that any semantically significant constructions that occur are coincidental. Our semantic interpretation of these accidental occurences, like seeing a man in the moon, testifies to the ability of human consciousness to find meaning in the meaningless“ (Langston 1991, S. 166).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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  • Detlev Zimmermann

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