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Erkenntnisorgan und Erkenntnis

  • Werner Meinefeld
Chapter

Zusammenfassung

Beginnen wollen wir unsere Analyse des Erkenntnisprozesses mit der grundlegenden Frage nach der Beziehung zwischen dem Erkennenden und dem Objekt, auf das sich sein Erkenntnisinteresse bezieht: ist es möglich, die Realität so zu erfassen, wie sie tatsächlich ist, oder aber ist unser Bild von der Realität nur ein Produkt unserer Wahrnehmung? Diese Frage nach der Möglichkeit eines erkenntnistheoretischen Realismus kann auf eine ehrwürdige Tradition zurückblicken — in einer langen Reihe widersprüchlicher Antworten ist sie bis zu den Skeptikern des antiken Griechenland zurückzuverfolgen, die — mit unterschiedlicher Strenge — die These von der Unbeweisbarkeit und damit der Unsicherheit all unseres Wissens vertraten.1 Angesichts der Ungelöstheit der damit aufgeworfenen Erkenntnisprobleme muß der Anspruch, dieses Grundproblem der Erkenntnistheorie unter Hinzuziehung neuester naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse nunmehr beantworten zu können, natürlich auf lebhaftes Interesse (aber auch auf die Skepsis) der ‚zuständigen‘ Erkenntnis- und Wissenschaftstheoretiker stoßen. Erhoben worden ist dieser Anspruch gleich von den Vertretern zweier neuerer Forschungsansätze, die allerdings zu gegensätzlichen Schlußfolgerungen über die Qualität menschlicher Erkenntnis kommen: der Evolutionären Erkenntnistheorie und dem Radikalen Konstruktivismus. Die Diskussion dieser beiden Perspektiven soll hier mit der Darstellung derjenigen Position beginnen, die den konstitutiven Charakter unserer Weltwahrnehmung zum Zentrum ihrer Aussage macht und damit von den Vorstellungen des ‚gesunden Menschenverstandes‘ wie auch vom ‚mainstream‘ der Erkenntnistheorie am weitesten abweicht: mit der des Radikalen Konstruktivismus.

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Literatur

  1. 1.
    Alan Musgrave, Wissen, in: Helmut Seiffert/Gerard Radnitzky (Hrsg.), Handlexikon zur Wissenschaftstheorie, München: Ehrenwirth, 1989, 387–391; Arno Ros, Begründung und Begriff. Wandlungen des Verständnisses begrifflicher Argumentationen, Band 1: Antike, Spätantike und Mittelalter, Hamburg: Meiner, 1989, 234ff.Google Scholar
  2. 2.
    Dabei stützt man sich besonders auf Beiträge von Heinz von Foerster, Ilya Prigogine, Hermann Haken und Manfred Eigen (vgl. die Darstellung bei Wolfgang Krohn/Günther Köppers/Rainer Paslack, Selbstorganisation — Zur Genese und Entwicklung einer wissenschaftlichen Revolution, in: Siegfried J. Schmidt (Hrsg.), Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1988, 441–465). Die mit der Übernahme des Konzepts der „Autopoiese“ in andere Wissenschaften, u.a. auch die Soziologie, verbundenen Schwierigkeiten können wir hier außer acht lassen, da es uns nur um die erkenntnistheoretischen Implikationen dieser Forschungen geht. Zu kritischen Anmerkungen zum Transfer dieses Konzeptes vgl. z.B. Ulrich Druwe, „Selbstorganisation” in den Sozialwissenschaften. Wissenschaftstheoretische Anmerkungen zur Übertragung der naturwissenschaftlichen Selbstorganisationsmodelle auf sozialwissenschaftliche Fragestellungen, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 40, 1988, 761–775; Jürgen Klüver, Auf der Suche nach den Kaninchen von Fibonacci oder: Wie geschlossen ist das Wissenschaftssystem?, in: Wolfgang Krohn/Günter Köppers (Hrsg.), Selbstorganisiation. Aspekte einer wissenschaftlichen Revolution, Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg & Sohn 1990, 201–229; Volker Riegas/Christian Vetter, Gespräch mit Humberto R. Maturana, in: dies. (Hrsg.), Zur Biologie der Kognition. Ein Gespräch mit Humberto R. Maturana und Beiträge zur Diskussion seines Werkes, Frankfurt: Suhrkamp 1990, 11–90; Gerhard Roth, Selbstorganisation — Selbsterhaltung — Selbstreferentialität: Prinzipien der Organisation der Lebewesen und ihre Folgen für die Beziehung zwischen Organismus und Umwelt, in: Andreas Dress u.a. (Hrsg.), Selbstorganisation. Die Entstehung von Ordnung in Natur und Gesellschaft, München: Piper 1986, 149–180; Gerhard Roth, Autopoiese und Kognition: Die Theorie H.R. Maturanas und die Notwendigkeit ihrer Weiterentwicklung, in: Schmidt, Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, 1988 (1987), 256–286. Soziologen mag im folgenden das Unterbleiben einer Auseinandersetzung mit Niklas Luhmanns Konstruktivismus-Konzept auffallen. (Vgl. z.B.: Die Autopoiesis des Bewußtseins, in: Soziale Welt, 36, 1985, 402–446; Wie ist Bewußtsein an Kommunikation beteiligt? in: Hans Ulrich Gumprecht/K. Ludwig Pfeiffer (Hrsg.), Materialität der Kommunikation, Frankfurt: Suhrkamp 1988, 884–905; Soziologische Aufklärung 5. Konstruktivistische Perspektiven, Opladen: Westdeutscher Verlag 1990.) Dies hat drei Gründe. Der erste hängt mit den zitierten Vorbehalten hinsichtlich der eigenwilligen Übertragung des Konzeptes der Selbstorganisation von lebenden auf soziale Systeme zusammen. Der zweite Grund liegt in dem für Luhmanns Ansatz konstitutiven Verzicht auf die Berücksichtigung eines handelnden Subjektes — ein Verzicht, dessen negative Konsequenzen für die vorliegende Problematik in der Auseinandersetzung mit dem Radikalen Konstruktivismus deutlich werden wird (s. Abschnitte 11/2.1 und 2.2). Vor allem aber trägt Luhmanns Konstruktivismus-Konzept nichts zu der hier im Mittelpunkt der Analyse stehenden Grundlegung des Erkenntnisprozesses bei, da er diesen genetischen Aspekt gar nicht berücksichtigt.Google Scholar
  3. 3.
    Heinz von Foerster, Das Konstruieren einer Wirklichkeit (1973), in: Paul Watzlawick (Hrsg.), Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beiträge zum Konstruktivismus, München/Zürich: Piper 1986 (1981), 39–60, hier: 40; ebenso Ernst von Glasersfeld, Einführung in den radikalen Konstruktivismus, in: Watzlawick, Die erfundene Wirklichkeit, 1986 (1981), 16–38, hier: 29; Ernst von Glasersfeld,Wissen, Sprache und Wirklichkeit: Arbeiten zum radikalen Konstruktivismus, Braunschweig: Vieweg 1987, 104; Ernst von Glasersfeld, Siegener Gespräche über Radikalen Konstruktivismus, in: Schmidt, Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, 1988 (1987), 401–440, hier: 422.Google Scholar
  4. 4.
    Gerhard Roth, Erkenntnis und Realität: Das reale Gehirn und seine Wirklichkeit (1984), in: Schmidt, Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, 1988, 229–255, hier: 246.Google Scholar
  5. 5.
    Wie bereits erwähnt, ist die Herkunft der Vertreter dieses neuen Paradigmas divers, und entsprechend finden sich auch andere Begründungsmuster: so verweist Ernst von Glasersfeld nachdrücklich darauf, daß er aus der erkenntnistheoretischen Tradition heraus zu seinen Schlußfolgerungen gekommen ist — Die Unterscheidung des Beobachters: Versuch einer Auslegung, in: Riegas/Vetter, Zur Biologie der Kognition, 1990, 281–295, hier: 282). Dennoch ist nicht zu übersehen, daß die neurophysiologischen Arbeiten von Humberto R. Maturano und Francisco J. Varela (Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens, Bern u.a.: Scherz 1987 (1984)) und von Roth wegen ihrer naturwissenschaftlichen Fundierung wesentlich zur Verbreitung dieses erkenntnistheoretischen Programms beigetragen haben, und Bezüge auf diese Arbeiten finden sich in fast allen einschlägigen Artikeln. Angesichts seiner erst jungen Geschichte ist der Radikale Konstruktivismus zudem von einem „normalwissenschaftlichen Stadium“, in dem hinsichtlich der Grundlagen, der anzuwendenden Methoden und der Anwendungsmöglichkeiten weitgehend Konsens besteht, (noch) weit entfernt — entsprechend gibt es unterschiedliche Auffassungen sowohl über Grundbegriffe (siehe z.B. die Kritik von Roth an Maturana: Roth, Autopoiese und Kognition; Gerhard Roth, Wissenschaftlicher Rationalismus und holistische Weltdeutung, in: Gerhard Pasternack (Hrsg.), Rationalität und Wissenschaft, Bremen: Universität Bremen 1988, 81–95) wie auch über die erkenntnistheoretischen Konsequenzen. In Ermangelung einer eindeutigen,Gestalt` des Radikalen Konstruktivismus ist also meine nachfolgende Auseinandersetzung mit,dem` Radikalen Konstruktivismus in besonderem Ausmaß eine Auseinandersetzung mit einem Konstrukt, das ich aus der Rezeption verschiedener Texte gewonnen habe. Besonders anschaulich und klar und ohne Vermengung mit erkenntnistheoretischen Schlußfolgerungen werden die neurophysiologischen Grundlagen in den Arbeiten von Gerhard Roth (Selbstorganisation — Selbsterhaltung — Selbstreferentialität; Erkenntnis und Realität: Gehirn und Selbstorganisation, in: Krohn/Köppers, Selbstorganisation, 1990, 167–180; Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, in: Siegfried J. Schmidt (Hrsg.), Gedächtnis. Probleme und Perspektiven der interdisziplinären Gedächtnisforschung, Frankfurt: Suhrkamp 1991, 127–158) und von Wolf Singer (Die Entwickiung kognitiver Strukturen — ein selbstreferentieller Lernprozeß, in: Schmidt, Gedächtnis, 1991, 96–126) dargestellt.Google Scholar
  6. 6.
    Roth spricht von 50% bis 90% „Überschuß“ (Gehirn und Selbstorganisation, 172), Singer von einem Drittel (Die Entwicklung kognitiver Strukturen, 102).Google Scholar
  7. 7.
    Dies ist schon aufgrund des Mißverhältnisses zwischen der begrenzten Speicherkapazität des Genoms und der Komplexität des Nervensystems nicht möglich (Roth, Gehirn und Selbstorganisation, 168; Singer, Die Entwicklung kognitiver Strukturen, 99, 103).Google Scholar
  8. 8.
    Roth, Gehirn und Selbstorganisation, 171ff.Google Scholar
  9. 9.
    Singer, Die Entwicklung kognitiver Strukturen, 112ff; s.a. Michael Stadler/Peter Kruse, Visuelles Gedächtnis für Formen und das Problem der Bedeutungszuweisung in kognitiven Systemen, in: Schmidt, Gedächtnis, 1991, 250–266.Google Scholar
  10. 10.
    Roth, Gehirn und Selbstorganisation, 178; Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 366ff; Singer, Die Entwicklung kognitiver Strukturen, 108ff, 125f.Google Scholar
  11. 11.
    von Glasersfeld, Wissen, Sprache und Wirklichkeit, 104; Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 362.Google Scholar
  12. 12.
    Roth,Erkenntnis und Realität, 246ff, 236ff. Wie noch zu zeigen sein wird, spielt das Konzept des handelnden Subjektes im Radikalen Konstruktivismus keine Rolle.Google Scholar
  13. 13.
    Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 363; Singer, Die Entwicklung kognitiver Strukturen, 110.Google Scholar
  14. 14.
    von Glasersfeld, Einführung in den radikalen Konstruktivismus, 37, 30–35. Experimentelle Befunde der Psychologie sprechen zudem dafür, daß diese Erfahrungen — ebenfalls internen Prozessen folgend — im Zeitablauf in spezifischer Weise modifiziert werden, indem charakteristische Elemente in Richtung auf eine größere Regelmäßigkeit und Prägnanz überpointiert werden: Stadler/Kruse, Visuelles Gedächtnis für Formen und das Problem der Bedeutungszuweisung in kognitiven Systemen.Google Scholar
  15. 15.
    Siegfried J. Schmidt, Der Radikale Konstruktivismus. Ein neues Paradigma im interdisziplinären Diskurs, in: ders., Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, 1988 (1987), 11–88, hier: 42f; von Glasersfeld, Einführung in den radikalen Konstruktivismus, 23ff.Google Scholar
  16. 16.
    Schmidt, Der Radikale Konstruktivismus, 35; von Glasersfeld, Einführung in den radikalen Konstruktivismus, 23; von Glasersfeld, Siegener Gespräche über Radikalen Konstruktivismus, 404, 408.Google Scholar
  17. 18.
    Siehe zum Beispiel Krohn u.a., Selbstorganisation, 441. Distanzierter gegenüber diesem hohen Anspruch zeigt sich Roth, der sich wiederholt vom Lärm des Redens über die Paradigmenwende des Radikalen Konstruktivismus absetzt und fordert, das Konzept der Selbstorganisation nicht zu mystifizieren, sondern es „mit den Mitteln der,normalen Wissenschaft`„ zu untersuchen: „Neue Konzepte dürfen nicht in globale Erklärungssysteme verpackt werden, sondern müssen sich in der Alltagswissenschaft bewähren.“ — Gehirn und Selbstorganisation, 179, 167; Roth, Autopoiese und Kognition.Google Scholar
  18. 19.
    von Glasersfeld, Siegener Gespräche über Radikalen Konstruktivismus, 417f; Schmidt, Der Radikale Konstruktivismus, 34ff, 41, 43.Google Scholar
  19. 20.
    Richards, John/Ernst von Glasersfeld, Die Kontrolle von Wahrnehmung und die Konstruktion von Realität. Erkenntnistheoretische Aspekte des RückkoppelungsKontroll-Systems (1984), in: Schmidt, Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus, 1988, 192–228, hier: 194f.Google Scholar
  20. 21.
    von Glasersfeld, Einführung in den radikalen Konstruktivismus, 37; von Glasersfeld, Siegener Gespräche über Radikalen Konstruktivismus, 405, 409f, 427ff, 439f; ein anschauliches (wenn auch letztlich nicht überzeugendes) Bild für dieses Konzept zeichnet Watzlawick mit dem Gleichnis vom Seemann, der bei dichtem Nebel eine Meerenge durchfährt — Die erfundene Wirklichkeit, 14f.Google Scholar
  21. 22.
    von Glasersfeld, Siegener Gespräche über Radikalen Konstruktivismus, 421, 405f, 411ff, 416f; Richards/von Glasersfeld, Die Kontrolle von Wahrnehmung und die Konstruktion von Realität, 220; Schmidt,Der Radikale Konstruktivismus, 26ff.Google Scholar
  22. 23.
    Die nachfolgenden Einwände verlieren auch dann nichts von ihrer grundsätzlichen Gültigkeit, wenn wir bei der Bewertung der augenscheinlichen Zuverlässigkeit unserer Kommunikation ihre Relativierung durch die Wissenschaftsforschung (vgl. Abschnitt 11/3.4.2) berücksichtigen: gemessen am denkbaren Potential von Mißverständnissen und Vagheiten handelt es sich hier um relativ unbedeutende Divergenzen.Google Scholar
  23. 25.
    Auf diesen Aspekt wird noch — im Zusammenhang mit dem erkenntnistheoretischen Beitrag Jean Piagets — ausführlich einzugehen sein: vgl. Abschnitt 11/2.2.Google Scholar
  24. 26.
    Roth, Erkenntnis und Realität, 234f.Google Scholar
  25. 27.
    von Foerster, Das Konstruieren einer Wirklichkeit, 43ff.Google Scholar
  26. 28.
    Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 366.Google Scholar
  27. 29.
    Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 367ff. Warum Roth seine Erklärung dennoch für ausreichend hält, wird deutlich werden, wenn wir in Abschnitt 11/2.1 auf die Rolle des Subjektes im Radikalen Konstruktivismus zu sprechen kommen.Google Scholar
  28. 30.
    Der Soziologe als Rezipient des Radikalen Konstruktivismus muß sich vor der Gefahr hüten, in Übernahme von aus der Soziologie vertrauten konstruktivistischen Positionen diesen im Radikalen Konstruktivismus ausgeklammerten Aspekt des Umwelt-Bezuges stillschweigend zu ergänzen: wie bereits erwähnt wurde, wird ein sozialer Bezug im Erkennen gerade ausgeklammert (vgl. Fußnote 22) — und für die Radikalität des Radikalen Konstruktivismus ist diese Beschränkung auf das Erkenntnisorgan und dessen ausschließlich selbstreferentielle Erkenntnis-Errechnung konstitutiv: da nur der Prozeß der internen Verarbeitung thematisiert wird, tritt die Konfrontation mit der externen (materiellen und sozialen) Umwelt — anders als etwa in der soziologischen Systemtheorie — gar nicht in den Aufmerksamkeitsbereich des Radikalen Konstruktivisten.Google Scholar
  29. 31.
    Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 360.Google Scholar
  30. 32.
    Es ist richtig, daß manche Konstruktionen sich im Rückblick tatsächlich als,gegenstandslos` erweisen, doch kann eine völlige Beliebigkeit der Konstitution des Weltbildes nicht für alle Konstruktionen schlechthin unterstellt werden.Google Scholar
  31. 33.
    Trotz ihrer Zentrierung auf die Evolutionstheorie ist auch die Evolutionäre Erkenntnistheorie von einer einheitlichen Ausformulierung ihres Theorieansatzes noch weit entfernt, weisen ihre Vertreter selbst in bezug auf den zu erhebenden epistemologischen Anspruch tiefgreifende Divergenzen auf — vgl. Eve-Marie Engels, Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, in: Wilhelm Lütterfelds (Hrsg), Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie?, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1987, 229–260, hier: 235f. Die Differenz im Leistungsanspruch wird deutlich, wenn man z.B. die Position von Gerhard Vollmer (Was können wir wissen? Band l: Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie, Stuttgart: Hirzel 1988 (1985), 63ff) mit der von Robert Kaspar (Lorenz’ Lehre vom Aposteriorischen im Lichte gegenwärtiger Naturwissenschaft, in: Lütterfelds, Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie?, 1987, 64–80, hier: 77f) vergleicht. Ich beziehe mich im folgenden v.a. auf die Ausformulierung der Evolutionären Erkenntnistheorie durch Vollmer, dessen differenzierte Argumentation auch bei seinen Kritikern Anerkennung gefunden hat und der stärker als andere die wissenschaftstheoretischen Folgerungen dieses Ansatzes herauszuarbeiten versucht hat — vgl. hierzu Bernhard Irrgang, Die Evolutionäre Erkenntnistheorie aus philosophischer Perspektive, in: August Fenk (Hrsg.), Evolution und Selbstbezug des Erkennens, Wien/Köln: Böhlau 1990, 83–106, hier: 93; Peter Janich, Evolution der Erkenntnis oder Erkenntnis der Evolution?, in: Lütterfelds, Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie?, 1987, 210–226, hier: 212; Gerhard Roth, Stellungnahme zum Aufsatz „Evolution der Erkenntnisfähigkeit — Ansätze zu einer evolutionären Erkenntnistheorie“ von Gerhard Vollmer, in: Realismus und Dialektik oder Was können wir wissen?, Köln: Pahl-Rugenstein (Dialektik 8) 1984, 224–229, hier: 224.Google Scholar
  32. 34.
    Gerhard Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie. Angeborene Erkenntnisstrukturen im Kontext von Biologie, Psychologie, Linguistik, Philosophie und Wissenschaftstheorie, Stuttgart: Hirzel 1987 (1975), 102; Vollmer, Was können wir wissen?, 48, 64. Zwar verwenden beide Ansätze den Begriff der „Passung“, sie meinen aber Unterschiedliches damit: für die Evolutionäre Erkenntnistheorie beinhaltet die Passung die zumindest teilweise Übereinstimmung, für den Radikalen Konstruktivismus bedeutet er nur Vereinbarkeit, Möglichkeit, „sich-zur-Zeit-bewährend”. Mit dem Begriff des „Subjektiven“ bezieht sich Vollmer nicht auf inter-individuelle Unterschiede — er bezeichnet damit vielmehr gattungsspezifische Erkenntnisstrukturen, die er so von den objektiven Strukturen der realen Welt abgrenzt.Google Scholar
  33. 35.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 56, 121, 159; Vollmer,Was können wir wissen?, 126ff.Google Scholar
  34. 36.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 86ff, 103ff.Google Scholar
  35. 37.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 45ff, 90ff, 101f.Google Scholar
  36. 38.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 97ff; s.a. Vollmer, Was können wir wissen?, 46f, 59ff.Google Scholar
  37. 39.
    Gerhard Vollmer, Zu den Voraussetzungen der Evolutionären Erkenntnistheorie. Eine Antwort an Gerhard Roth, in: Realismus und Dialektik oder Was können wir wissen?, Köln: Pahl-Rugenstein (Dialektik 8) 1984, 230–236, hier: 235, 284; Vollmer, Was können wir wissen?, 51, 68, 75, 88, 282f.Google Scholar
  38. 40.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 45ff, 127ff; s.a. Vollmer, Was können wir wissen?, 166ff.Google Scholar
  39. 41.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 133; Vollmer, Was können wir wissen?, 69f.Google Scholar
  40. 42.
    Vollmer, Was können wir wissen?, z.B. 38, 63f.Google Scholar
  41. 43.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 71f.Google Scholar
  42. 44.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 27f, 135ff; Vollmer, Was können wir wissen?, 16f, 26ff, 72, passim; Gerhard Vollmer, Kann unser Wissen zugleich vorläufig und objektiv sein? Zur Erkenntnistheorie des Kritischen Rationalismus, in: Ulrich O. Sievering (Hrsg.), Kritischer Rationalismus heute, Frankfurt a.M.: Haag + Herchen 1988, 39–62, hier: 43ff.Google Scholar
  43. 45.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 119ff; Vollmer, Was können wir wissen?, 16f, 51ff, 306ff; Vollmer, Kann unser Wissen zugleich vorläufig und objektiv sein?, 52ff.Google Scholar
  44. 46.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 41f; Vollmer, Was können wir wissen?, 53.Google Scholar
  45. 47.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 127f, 161ff; Vollmer, Was können wir wissen?, 73.Google Scholar
  46. 48.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 306ff.Google Scholar
  47. 49.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 1988a, 62.Google Scholar
  48. 50.
    Zu den vorrangig philosophisch begründeten Einwänden siehe insbesondere die Beiträge in den von Robert Spaemann u.a. (Evolutionstheorie und menschliches Selbstverständnis. Zur philosophischen Kritik eines Paradigmas moderner Wissenschaft, Weinheim: Acta humaniora 1984) bzw. von Lütterfelds (Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie?) herausgegebenen Sammelbänden: ihre Stellungnahmen reichen von vehementer Ablehnung und Polemik bis hin zu „Reparaturvorschlägen“ und Vereinbarkeitsüberlegungen. Insbesondere die immer wieder aufgeworfene Frage der Angemessenheit der Kant-Interpretation Vollmers ist hier nicht aufzunehmen, da sie einen erheblichen exegetischen Aufwand erfordern, für unsere Zielsetzung der Begründung einer sozialwissenschaftlichen Erkenntnistheorie aber nur nachrangig ist. Zur Auseinandersetzung mit einigen der in diesen Bänden vorgebrachten Kritikpunkte siehe die Erwiderung von Vollmer, Was können wir wissen?, 268–327.Google Scholar
  49. 51.
    Peter Bieri, Evolution, Erkenntnis und Kognition. Zweifel an der evolutionären Erkenntnistheorie, in: Lütterfelds, Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie?, 1987, 117–147; Stegmüller, Evolutionäre Erkenntnistheorie, Realismus und Wissenschaftstheorie, 5–34. In der Kritik kann ich mich insbesondere auf die Arbeiten von Engels stützen: Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”; Eve-Marie Engels, Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus, Minimalrealismus, empirischer Realismus. Ein Plädoyer für einige Unterscheidungen. Replik auf Hans Jürgen Wendels Aufsatz „Evolutionäre Erkenntnistheorie und erkenntnistheoretischer Realismus“, in: Zeitschrift für philosophische Forschung, 44, 1990, 28–54.Google Scholar
  50. 52.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 49, 74. Die Beschäftigung vieler seiner Kritiker mit gerade diesem Punkt spricht allerdings dafür, daß diese Selbstbeschränkung angesichts des ansonsten beredt vorgetragenen breiten Erklärungsanspruches eher untergeht: so z.B. Irrgang, Die Evolutionäre Erkenntnistheorie aus philosophischer Perspektive, 102; Kaspar, Lorenz’ Lehre vom Aposteriorischen im Lichte gegenwärtiger Naturwissenschaft, 77; Stegmüller, Evolutionäre Erkenntnistheorie, Realismus und Wissenschaftstheorie, 15ff. Während einige Vertreter der Evolutionären Erkenntnistheorie Vollmer nicht einmal so weit folgen wollen (z.B. Kaspar, Lorenz’ Lehre vom Aposteriorischen im Lichte gegenwärtiger Naturwissenschaft) wird Vollmers Zielsetzung auf der anderen Seite von Erhard Oeser, Evolutionäre Wissenschaftstheorie, in: Lütterfelds, Transzendentale oder evolutionäre Erkenntnistheorie?, 1987, 51–63) noch übertroffen, der auch eine Wissenschaftstheorie und eine Ethik auf der Basis der Evolutionstheorie für begründbar hält.Google Scholar
  51. 53.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 84ff; Vollmer, Was können wir wissen?, 55, 74f.Google Scholar
  52. 54.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 58f.Google Scholar
  53. 55.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 284, 75, 91ff.Google Scholar
  54. 56.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 68.Google Scholar
  55. 57.
    So in seiner Hauptthese (Was können wir wissen?, 48), im Gesamtduktus seiner Ausführungen, explizit z.B. in: Was können wir wissen?, 283.Google Scholar
  56. 58.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 68, 75, 284. Abweichend von der Interpretation von Engels scheint mir das Überlebenskriterium in beiden Versionen enthalten zu sein: ihre Differenz liegt in der unterschiedlich,harten` Folgerung hinsichtlich des Grades der Übereinstimmung zwischen Erkenntnis und Realität — vgl. Eve-Marie Engels, Erkenntnis als Anpassung? Eine Studie zur Evolutionärn Erkenntnistheorie, Frankfurt: Suhrkamp 1989, 36f.Google Scholar
  57. 59.
    Vgl. Engels, Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskon- zeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 246.Google Scholar
  58. 60.
    Dieser Wechsel zwischen starken und schwachen Postulaten (der nicht zuletzt auch eine Folge des Eingehens auf frühere Kritiken ist) findet sich in fast allen Ausführungen Vollmers, er erschwert aber eine genaue Bestimmung seiner Position erheblich: der Reiz der Evolutionären Erkenntnistheorie liegt in ihrer starken Version, ihre Absicherung gegenüber kritischen Einwänden bezieht sie aus den schwächeren Aussagen.Google Scholar
  59. 61.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 60: „Ohne Passung keine Erkenntnis“.Google Scholar
  60. 62.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 97ff, 119; Vollmer, Was können wir wissen?, 60ff.Google Scholar
  61. 63.
    So Bieri, Evolution, Erkenntnis und Kognition, 126ff, und Stegmüller, Evolutionäre Erkenntnistheorie, Realilismus und Wissenschaftstheorie, 20ff.Google Scholar
  62. 64.
    Vollmer, Evolutionäre Erkenntnistheorie, 97ff; Vollmer, Was können wir wissen?, 60ff, 283.Google Scholar
  63. 65.
    Dieser Kritikpunkt ist sehr deutlich von Engels (Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 248f; Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus, Minimalrealismus, empirischer Realismus, 34ff) herausgearbeitet worden.Google Scholar
  64. 66.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 62.Google Scholar
  65. 67.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 306.Google Scholar
  66. 68.
    Vollmer, Was können wir wissen?, 308.Google Scholar
  67. 69.
    Engels, Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus, Minimalrealismus, empirischer Realismus, 38f.Google Scholar
  68. 70.
    Kaspar, Lorenz’ Lehre vom Aposteriorischen im Lichte gegenwärtiger Naturwissenschaft, 78.Google Scholar
  69. 71.
    Engels, Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 248ff.Google Scholar
  70. 72.
    Engels, Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 248, 253, 256; Engels, Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus, Minimalrealismus, empirischer Realismus, 39. Auf die von Engels zur Begründung dieser Position angeführte „handlungsbezogene Erkenntnis- und Objektivitätskonzeption“ Jean Piagets und Jakob von Uezkülls (und ihre darauf beruhende „konstruktionistische Perspektive”) möchte ich hier nicht näher eingehen, da mir diese Verbindung für Engels Realismus-Argument nicht notwendig, in der Systematik zugleich unpassend zu sein scheint: Piaget bezieht sich auf die ontogenetische Entwicklung kognitiver Vorstellungen, Engels will die Passung phylogenetisch entstandener Kognitionen begründen. Zwar skizziert Engels sehr treffend die genetische Epistemologie Piagets (Engels, Erkenntnis als Anpassung?, 241 ff), doch verfehlt sie die zentrale Bedeutung des Handlungskonzeptes in dessen Theorie. Auf Piagets Konzept wird im folgenden Abschnitt noch ausführlich — aber eben von einer anderen Perspektive aus — einzugehen sein.Google Scholar
  71. 73.
    Engels,Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus, Minimalrealismus, empirischer Realismus, 43.Google Scholar
  72. 74.
    Diese Mängel werden auch von Engels eingeräumt: Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 233, 242ff.Google Scholar
  73. 75.
    Engels, Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 250.Google Scholar
  74. 76.
    Engels, Kritische Überlegungen zur „kaputten“ Erkenntnis- und Realismuskonzeption der evolutionären Erkenntnistheorie und ein „Reparaturvorschlag”, 246.Google Scholar
  75. 77.
    Der nicht involvierte Betrachter mag sich an die Scherzfrage erinnert fühlen, ob ein Glas nun halbleer oder halbvoll sei: es kommt wohl auf die Perspektive — und vielleicht auch auf die Befindlichkeit des Betrachters an. Maturana, einer der prominentesten Radikalen Konstruktivisten, führt denn auch explizit die „emotionale Beschaffenheit“ als ausschlaggebenden Faktor für die Entscheidung des Forschers für eine realistische oder für eine konstruktivistische Perspektive an: „man mag es einfach, so zu denken” — RiegasNetter, Gespräch mit Humberto R. Maturana, 77ff; Humberto R. Maturana, Wissenschaft und Alltagsleben: Die Ontologie der wissenschaftlichen Erklärung, in: Krohn/Küppers, Selbstorganisation, 1990, 107–138, hier: 126. Für eine erkenntnistheoretische Begründung reicht dieses dezisionistische Element nicht aus.Google Scholar
  76. 78.
    Absehen möchte ich auch weiterhin von einer grundsätzlichen Problematisierung des Versuchs, mentale Prozesse zum Gegenstand naturwissenschaftlicher Analyse zu machen — also dem Vorwurf des Reduktionismus nachzugehen: es besteht zu sehr die Gefahr, daß dieses Argument eine disziplinäre Abschottung legitimiert, ohne zuvor den möglichen Nutzen dieser anderen Perspektive ausgelotet zu haben.Google Scholar
  77. 79.
    Schmidt, Der Radikale Konstruktivismus, 39f; Hans Jürgen Wendel, Moderner Relativismus. Zur Kritik antirealistischer Sichtweisen des Erkenntnisproblems, Tübingen: Mohr (Siebeck) 1990, 211ff. Eine analoge Kritik wurde auch gegen wissenssoziologische Relativierungen von Erkenntnis vorgebracht: vgl. Abschnitt II/3.4.1.Google Scholar
  78. 80.
    Wendel verweist auf den damit allerdings erforderlich gewordenen „metaphysischen Instrumentalismus“ dieser Theorie — Moderner Relativismus, 214ff.Google Scholar
  79. 81.
    Richards/von Glasersfeld, Die Kontrolle von Wahrnehmung und die Konstruktion von Realität, 221; Schmidt, Der Radikale Konstruktivismus, 43.Google Scholar
  80. 82.
    von Glasersfeld, Die Unterscheidung des Beobachters, 294.Google Scholar
  81. 83.
    Riega. Vetter, Gespräch mit Humberto R. Maturana, 36, 15 (Hervorhebung W.M.).Google Scholar
  82. 84.
    Richards/von Glasersfeld, Die Kontrolle von Wahrnehmung und die Konstruktion von Realität, 221 (Hervorhebung W.M.) — auf die hier zu beobachtende Gleichsetzung von Erkennbarkeit und Existenz werden wir in Abschnitt III/2.1 zurückkommen; ähnlich von Glasersfeld, Siegener Gespräche über Radikalen Konstruktivismus, 405.Google Scholar
  83. 85.
    Ober die Gültigkeit der Interpretation der vorgelegten empirischen Belege — eine weitere, bisher nicht problematisierte Grundlage des Radikalen Konstruktivismus — gibt es, wie Volker Riegas in seiner Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen Maturanas erstaunt anmerkt, bisher keine kritische Diskussion. Er selber kommt zu keiner eindeutigen Stellungnahme, tendiert aber dazu, „das Nervensystem eher als ein zumindest teilweise offenes System“ anzusehen. Dabei stützt er sich vor allem auf Studien über sehr elementare Wahrnehmungsprozesse, auf denen vor allem Maturana seine Argumentation aufbaute — die gehirnphysiologischen Studien, auf die ich mich hier bezogen habe, werden von ihm nicht kommentiert — Das Nervensystem — offenes oder geschlossenes System?, in: Riegas/Vetter, Zur Biologie der Kognition, 1990, 99–115, hier: 99, 113.Google Scholar
  84. 86.
    Maturana/Varela, Der Baum der Erkenntnis, alle Zitate von S. 259. Auf den impliziten Realismus und die merkwürdige Subjektivierung dieser Erkenntnis („ Der ganze Mechanismus der Erzeugung sagt unschrwww(133)“) sei nur am Rande verwiesen.Google Scholar
  85. 87.
    Z.B. Schmidt, Der Radikale Konstruktivismus, 1988b, 40.Google Scholar
  86. 88.
    Roth, Neuronale Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses, 365; Singer, Die Entwicklung kognitiver Strukturen, 115.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Werner Meinefeld

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