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Revolutionsmythen

  • Rudolf Speth
Chapter

Zusammenfassung

Während bei der Mythisierung der Nation die Energie für die Orientierungsleistung aus der Vergangenheit geschöpft wird, geht es bei den großen Narrationen der Revolution um die Befreiung vom Vergangenen durch säkularen Fortschritt. Die Mythisierung der Nation ist ein groß angelegter Versuch, durch den Rückbezug auf die Geschichte, durch die Konstruktion einer großartigen Kontinuität des politischen Verbandes kollektive Handlungsmächtigkeit zu erlangen. Die andere Möglichkeit Handlungsmächtigkeit zu erlangen, ist die Negation dieser geschichtlichen Rückbindung und Prägung durch geschichtsphilosophische und geschichtstheologische Zukunftsvorstellungen. Im 19. Jahrhundert haben sich eine liberale und eine marxistische Variante des politischen Mythos der Fortschrittserwartung herausgebildet. Vom Fortschritt erwartete man sich die Lösung der sozialen Probleme, den Umsturz der politischen Verhältnisse und den Reichtum des Einzelnen und auch der Gesellschaft.

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Literatur

  1. 1.
    Koselleck, Art. Revolution. S. 721. Trotz dieser eindeutigen Zukunftsorientiertheit blieb die Revolutionsvorstellung durch das Moment der Wiederholung ja­nusköpfig. Vgl. Harth. Revolution und Mythos. S. 13.Google Scholar
  2. 2.
    Nipperdey, Der Mythos im Zeitalter der Revolution, S. 106.Google Scholar
  3. 3.
    Ders., ebd., S. 195.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Griewank, Der neuzeitliche Revolutionsbegriff, S. 195ff.Google Scholar
  5. 5.
    Zur Begriffsgenese ist das Buch von Kurt Lenk hilfreich. Lenk lässt den moder­nen Revolutionsbegriff unter Berufung auf Karl Griewank mit der Französischen Revolution beginnen. Lenk, Theorien der Revolution, S. 18. Vgl. Griewank. Der neuzeitliche Revolutionsbegriff, S. 187ff.Google Scholar
  6. 6.
    Koselleck, Art. Revolution, S. 654.Google Scholar
  7. 7.
    Ders.. ebd, S, 655.Google Scholar
  8. 8.
    Griewank charakterisiert die Situation im Europa nach 1789 folgendermaßen: „Überall fanden sich Kreise unentwegter Oppositioneller zusammen, die ihr HeilGoogle Scholar
  9. 9.
    Koselleck, Art. Revolution, S. 787.Google Scholar
  10. 10.
    Koselleck beschreibt dies als einen Vorgang, bei dem der Begriff „politisch verschieden, ja diametral gegensätzlich besetzt“ wurde und „gleichwohl formale Gemeinsamkeiten umfasste“. Art. Revolution, S. 749.Google Scholar
  11. 11.
    Schlegel, Athenäums-Fragmente, Sämtliche Werke, 1. Abt. Bd. 2, S. 201.Google Scholar
  12. 12.
    Koselleck, Art, Revolution, S. 736.Google Scholar
  13. 13.
    „Jedes große staatliche Gemeinwesen, in welchem der vorsichtige und hemmende Einfluss der Besitzenden, materiellen und intelligenten Ursprungs, verloren geht, wird immer in eine der Entwicklung der ersten Französischen Revolution ähnli­che. den Staatswagen zerbrechende Geschwindigkeit geraten.“ Bismarck, Ge­sammelte Werke, Bd. 15 (Erinnerung und Gedanken), S. 288.Google Scholar
  14. 14.
    Harth, Revolution und Mythos. S. 29.Google Scholar
  15. 15.
    Vergniaud befürchtete, „dass die Revolution, gleich Saturn. allmählich all ihre Kinder verschlingen und schließlich den Despotismus mit seinen Drangsalen hervorbringen wird.“ Ders., „Über die Gleichen“. S. 284. Vgl. Griewank, Der neuzeitliche Revolutionsbegriff. S. 192.Google Scholar
  16. 16.
    Münkler, Der Umsturz und die Dialektik der Revolution, S. 95.Google Scholar
  17. 17.
    Darauf hat Herfried Münkler aufmerksam gemacht. Vgl. Ders., Der Umsturz und die Dialektik der Revolution.Google Scholar
  18. 18.
    Saint-Just, Die Ventôse-Dekrete, S. 370.Google Scholar
  19. 19.
    Walzer. Exodus und Revolution.Google Scholar
  20. 20.
    Der., ebd., S. 17.Google Scholar
  21. 21.
    J. Assmann, Frühe Formen politischer Mythomotorik. S. 51 ff.Google Scholar
  22. 22.
    Zum Revolutionsbegriff: Lenk, Theorien der Revolution; von Beyme. Empirische Revolutionsforschung; Jaeggi/Papke, Revolution und Theorie.Google Scholar
  23. 23.
    Der Begriff stammt aus der Astronomie und meinte die Bewegung der Planeten und die Rückkehr in einen Ausgangszustand. Vgl. zur Semantik: Koselleck, Art. Revolution; Griewank, Der neuzeitliche Revolutionsbegriff.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Talmon, Politischer Messianismus.Google Scholar
  25. 25.
    Voyelle, Die Französische Revolution, S. 9.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Hunt. Symbole der Macht - Macht der Symbole; Reichardt/Schmitt, Die Französische Revolution als Bruch des gesellschaftlichen Bewusstseins.Google Scholar
  27. 27.
    Tocqueville, Werke und Briefe, Bd. Ill, Das Ancien Régime und die Revolution.Google Scholar
  28. 28.
    Dörner, Politischer Mythos und symbolische Politik, S. 109.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. dazu: Reichard/Schmitt. Handbuch politisch-sozialer Grundbegriffe in Frankreich 1860–1820. Bisher sind erschienen: H. 1/2: Allgemeine Bibliogra­phie, Einleitung. Die Wörterbücher in der Französischen Revolution: H. 3: Phi­losophe. Philosophie, Terreur, Terroriste. Terrorisme.Google Scholar
  30. 30.
    Der hier verwendet Mythosbegriff ist zu unterscheiden von dem Mythosbegriff, den der englische Historiker Alfred Cobban verwendet, der auch von einem „Mythos der Revolution“ spricht. Er verwendet diesen Begriff aber im Sinne ei­ner nachträglichen Erfindung, eines Artefaktes. Ders., Der Mythos der Franzö­sischen Revolution, S. 57ff.Google Scholar
  31. 31.
    Zur Geschichte der Revolution: Furet/Richet, Die Französische Revolution; Schmitt, Einführung in die Geschichte der Französischen Revolution; Soboul, Die Große Französische Revolution.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. Furet, 1798 - Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, S. 45f.Google Scholar
  33. 33.
    Chlodwig eroberte im Jahre 486 Gallien. Die Herrschaft des fränkischen Adels über das gallische Volk wurde mit dem gallo-frankischen Mythos abgesichert. Dieser Mythos gewinnt in der Version des protestantische Juristen François Hotman im 16. Jahrhundert einen herrschaftskritischen Akzent. Hotmann beruft sich auf die politischen Grundsätze des Urzustands, die der König verletzte, als er die Protestanten verfolgte. Auch der Abbé Sieyès berief sich auf diesen My­thos zu Beginn der Französischen Revolution, allerdings mit einer anderen Les­art. Er forderte die Entmachtung des fränkischen Adels und die Wiederein­setzung des gallischen Volkes in seine Rechte. Siey¨¨s hat aus dem gallo-fränki­schen einen gallischen Mythos gemacht. Vgl. Hotman, La Gaule française, S. I 7ff.; Siey¨¨s, Was ist der Dritte Stand?Google Scholar
  34. 34.
    Furet. 1789, S. 46.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. Süddeutsche Zeitung vom 19.09.1996, Marianne gegen Jeanne d’Arc. Deut‑ sches Gezänk in Frankreich um die Chlodwig-Feiem und den Papst-Besuch.Google Scholar
  36. 36.
    Lynn Hunt hat mit Clifford Geertz darauf hingewiesen. dass jede politische Ord­nung eine „master fiction“ braucht. Soll eine neue politische Herrschaft etabliert werden, so ist ein neuer politischer Mythos notwendig, der ein Zentrum markiert und die politische Kultur dominiert. Hunt, Politics. Culture, and Class in the French Revolution, S. 87f.Google Scholar
  37. 37.
    Dörner. Politischer Mythos und symbolische Politik. S. 100.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. Lüsebrink/Reichardt, Die „Bastille“, S. 246. 1880 wurde der 14. Juli zum Staatsfeiertag erklärt, doch seine Bedeutung blieb nach wie vor umstritten. Mo­narchische und katholische Gruppen lehnten den neuen Nationalfeiertag der Re­publik ab.Google Scholar
  39. 39.
    Dazu: Dies., ebd., S. 59ff.Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. Schulze, Der 14. Juli 1789.Google Scholar
  41. 41.
    Le Bon, Psychologie der Massen. Le Bon schließt hier an die Geschichtsschrei­bung von Hyppolite Taine an. Taine, Les origines de la France contemporaine. Vgl. dazu aus einer kritischen Perspektive der Destruktion des Mythos der Menge: Lefebvre, Foules révolutionaires, S. 371–392.Google Scholar
  42. 42.
    Furet, 1789 - Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft. S. 13.Google Scholar
  43. 43.
    Ders., Der revolutionäre Katechismus, S. 46–88. Furet wendet sich gegen die These der Zwangsläufigkeit der Entwicklung von der bürgerlichen Phase 1789–1791/92 zur jakobinischen Phase 1792/93 in Verbindung mit der Volksbewe­gung. Er kritisiert vor allem, diese Bewegung einerseits als notwendige Ent­wicklung aufzufassen und andererseits in ihr eine auf einen Höhepunkt zielende Bewegung zu sehen, der wieder ein Abstieg zum Direktorium folgte.Google Scholar
  44. 44.
    Saint-Just. Die Ventôse-Dekrete, S. 370. In dieser Rede verlangt Saint-Just die Requirierung des Eigentums von Feinden der Republik, was der Konvent dann am 3. März 1794 auch beschloss.Google Scholar
  45. 45.
    Ders.. Discours et rapports: zitiert nach: Kessler. Terreur. Ideologie und Nomen­klatur der revolutionären Gewaltanwendung in Frankreich 1770 bis 1794, S. 99.Google Scholar
  46. 46.
    Reden der Französischen Revolution, S. 331.Google Scholar
  47. 47.
    Ebd., S. 349.Google Scholar
  48. 48.
    Ebd.. S. 331.Google Scholar
  49. 49.
    Ebd.. S. 335.Google Scholar
  50. 50.
    Ebd.. S. 350.Google Scholar
  51. 51.
    Ebd., S. 349. Vgl. Kessler, Terreur, S. 106f.Google Scholar
  52. 52.
    Ebd., S. 340.Google Scholar
  53. 53.
    Siehe dazu das Bild „La Liberté ou Mort“. In: Voyelle, La Revolution Française. Imäge et récit. Bd. 3, S. 287.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. dazu: Hunt, Politics. Culture, and Class, S. 87ff.Google Scholar
  55. 55.
    Mit dem Titel „Die Französische Revolution ist beendet“ beginnt Furet den ers­ten Teil seines Buches „1789 - Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichts­wissenschaft“.Google Scholar
  56. 56.
    Becher, Ist die französische Revolution zu Ende?, S. 5.Google Scholar
  57. 57.
    Furet hat mit seinem letzten Buch „Das Ende der Illusion. Der Kommunismus im 20. Jahrhundert“ die Konsequenz aus diesem Befund gezogen. Als der kommu­nistische Mythos zu Ende ging, war es auch um den Revolutionsmythos gesche­hen.Google Scholar
  58. 58.
    Zitiert nach Lüsebrink/Reichardt, Die „Bastille“, S. 258.Google Scholar
  59. 59.
    Adolph Thiers in seiner Revolutionsgeschichte (1823–27) und Jules Michelet in seiner „Histoire de la Révolution française“ (1847–53) haben das Geschehen mythisch überhöht und damit zum republikanisch-nationalen Mythos beigetra­gen.Google Scholar
  60. 60.
    Protokoll des internationalen Arbeiter-Congresses zu Paris, S. 1–2.Google Scholar
  61. 61.
    Aulard, La statue de Danton. Aulard schreibt 1891: „Danton était avant tout un homme d’Etat, il voyait la France dans l’Europe“.Google Scholar
  62. 62.
    Vgl. Fehrenbach, Vom Ancien Régime zum Wiener Kongress, S. 148. Auch Fehrenbach bestätigt die These, dass erst in der Dritten Republik und mit der Re­volutionsgeschichtsschreibung von Jules Michelet und Alphonse Aulard die Französische Revolution zu einem „nationalen politischen Mythos“ wurde.Google Scholar
  63. 63.
    Jaur¨¨s, Histoire socialiste de la Révolution française, Bd. 1. S. 61.Google Scholar
  64. 64.
    Soboul, Die klassische Geschichtsschreibung der Französischen Revolution, S. 48–67. Für Soboul besteht die klassische Interpretation der Revolution in ihrer sozialen Deutung, der bereits Marx mit dem Kommunistischen Manifest und dem Kapital im 19. Jahrhundert herausgearbeitet hätte.Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. Palmer, The Age of Democratic Revolution.Google Scholar
  66. 66.
    Cobban, The Myth of the French Revolution; ders., The Social Interpretation of the French Revolution; ders., Der Mythos der Französischen Revolution. S. 57ff. Cobban hat gezeigt, dass die Revolution nicht als Kampf des gesamten Dritten Standes gegen die Feudalaristokratie verstanden werden kann. Vielmehr war sie durch einen Gegensatz von Stadt und Land geprägt und vom Widerstand der Bauern gegen die kapitalistischen Methoden der adeligen und bürgerlichen Grundherrn. Dieser Widerstand war auch eher rückwärtsgewandt und antimo­dern.Google Scholar
  67. 67.
    Soboul, Die klassische Geschichtsschreibung der Französischen Revolution, S. 60.Google Scholar
  68. 68.
    Ders., ebd., S. 65.Google Scholar
  69. 69.
    „Seit 1789 richtet sich nämlich die Besessenheit, mit der nach den Ursprüngen gesucht wird - und jede Nationalgeschichte ist von solcher Besessenheit geprägt-, eben auf den revolutionären Bruch.“ Furet, 1789 - Vom Ereignis zum Gegen­stand der Geschichtswissenschaft, S. 9.Google Scholar
  70. 70.
    Reichardt, Von der politisch-ideengeschichtlichen zur sozio-kulturellen Deutung der Französischen Revolution, S. 115ff.Google Scholar
  71. 71.
    Ders., ebd., S. 134.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. Koselleck/Reichardt, Die Französische Revolution als Bruch des gesell­schaftlichen Bewusstseins.Google Scholar
  73. 73.
    Als politische Revolution kann man sie insofern verstehen, als es in der ersten Phase 1789 bis 1791 zu einer Konstitutionalisierung der politischen Ordnung kam.Google Scholar
  74. 74.
    Vgl. den Band von Furet und Ozouf „The Transformation of Political Culture 1789–1848“, der als 3. Band der Reihe „The French Revolution and the Crea­tion of Modern Political Culture“ erschienen ist.Google Scholar
  75. 75.
    Voyelle, Die Französische Revolution, S. 57. Voyelle und die neuere Mentali‑ tätsgeschichte wendet sich damit auch gegen die Kontinuitätsthese von Furet.Google Scholar
  76. 76.
    Reichardt, Zur Einführung, S. 16.Google Scholar
  77. 77.
    Ders., Von der politisch-ideengeschichtlichen zur sozio-kulturellen Deutung der Französischen Revolution, S. 143.Google Scholar
  78. 78.
    Voyelle, Die Französische Revolution, S. 57.Google Scholar
  79. 79.
    Hunt, Politics, Culture, and Class in the French Revolution.Google Scholar
  80. 80.
    Dies., ebd., S. 11.Google Scholar
  81. 81.
    Dies., ebd., S. 15.Google Scholar
  82. 82.
    Dies., ebd., S. 39.Google Scholar
  83. 83.
    Iggers, Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert, S. 87.Google Scholar
  84. 84.
    Dem Ganzen liegt eine vielschichtige Theorie der Konstruktion sozialer Realität und der Stiftung von Sinn zu Grunde, die hier nicht diskutiert werden soll.Google Scholar
  85. 85.
    Agulhon. La République au village; ders., Marianne au combat; ders. Marianne au pouvoir.Google Scholar
  86. 86.
    Ozouf, La Fete révolutionaire; Voyelle, Les métamorphoses de la f¨ºte en Pro­vence.Google Scholar
  87. 87.
    Thompson, Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse.Google Scholar
  88. 88.
    Voyelle, Die Französische Revolution.Google Scholar
  89. 89.
    Iggers, Geschichtswissenschaft, S. 93.Google Scholar
  90. 90.
    Hunt, Politics. Culture, and Class in the French Revolution; zitiert nach Iggers, Geschichtswissenschaft, S. 93.Google Scholar
  91. 91.
    Vgl. dazu: Furet, 1789 - Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissen­schaft, S. 100.Google Scholar
  92. 1.
    Vgl. dazu: Göhler, Konservatismus, S. 317ff.Google Scholar
  93. 2.
    Valjavec, Die Entstehung der politischen Strömungen in Deutschland 1779‑1815.Google Scholar
  94. 3.
    Hofmann, Ideengeschichte der sozialen Bewegung.Google Scholar
  95. 4.
    Griewank. Der neuzeitliche Revolutionsbegriff, S. 21f.Google Scholar
  96. 5.
    Bouvier. Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 26.Google Scholar
  97. 6.
    Später wird dies zum zentralen Inhalt des politischen Willenskults des kommunistischen Mythos. Vgl. Furet, Das Ende der Illusion.Google Scholar
  98. 7.
    Blanqui, Schriften zur Revolution, Nationalökonomie und Sozialkritik; Bergmann, Blanqui.Google Scholar
  99. 8.
    Vgl. Garber, Revolutionäre Vernunft.Google Scholar
  100. 9.
    Conze. Art. „Arbeiter“. S. 228.Google Scholar
  101. 10.
    von Stein. Geschichte der sozialen Bewegungen in Frankreich von 1789 bis auf unsere Tage: von Mohl, Politische Schriften, Marx, MEW, Bd. I. „Zur Juden­frage“. „Kritik der Flegelschen Rechtsphilosophie“.Google Scholar
  102. 11.
    von Stein, Geschichte der sozialen Bewegungen, Bd. 1, S. 5; ders.. Der Sozialis­mus und Kommunismus des heutigen Frankreich.Google Scholar
  103. 12.
    Stuke, Frühsozialismus; Vester, Die Frühsozialisten 1789–1848.Google Scholar
  104. 13.
    Lichtheim, Ursprünge des Sozialismus; Höppner/Seidel-Höppner, Von Babeuf bis Blanqui.Google Scholar
  105. 14.
    Weitling, Der Sozialismus, S. 189.Google Scholar
  106. 15.
    Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 41f.Google Scholar
  107. 16.
    Conze, Der Beginn der deutschen Arbeiterbewegung, S. 331 ff.; Schieder, An­fange der deutschen Arbeiterbewegung.Google Scholar
  108. 17.
    Bollenbeck, Bildung und Kultur. Mit Bildung wird ein Deutungsmuster oder vielmehr ein Mythologem etabliert, das andere Deutungsmuster imprägnierte. Das Bildungsmythologem ist eine spezifisch deutsche Erfindung und ergibt in der Übernahme durch eine politische Emanzipationsbewegung eine besonders defensive Einstellung. Seine semantische Unbestimmtheit erhöht die kommuni­kative Wirkung. Bollenbeck zeigt, dass dieses Deutungsmuster immer offen und anschlussfähig blieb und dass sich vor allem die deutschen Sozialdemokraten immer auf Bildung und Kultur beriefen. Vgl. ders., Bildung und Kultur, S. 172.Google Scholar
  109. 18.
    Vgl. Schieder, Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung. S. 189.Google Scholar
  110. 19.
    Vgl. Moses Hess’ Artikel „Das Rätsel des 19. Jahrhunderts“ in der Rheinische Zeitung vom 19. April 1842: ders., Philosophische und sozialistische Schriften.Google Scholar
  111. 20.
    MEW, Bd. I; Jaeck, Die französische bürgerliche Revolution im Frühwerk von Karl Marx; Förderer, Marx und Engels am Vorabend der Revolution.Google Scholar
  112. 21.
    MEW, Bd. I. S. 400 (Kritische Randglossen).Google Scholar
  113. 22.
    MEW, Bd. 2, S. 126 (Die heilige Familie).Google Scholar
  114. 23.
    Langewiesche, Republik, Konstitutionelle Monarchie, S. 540.Google Scholar
  115. 24.
    Vgl. dazu: Hardtwig, Vormärz, S. 228.Google Scholar
  116. 25.
    Schieder, Das Problem der Revolution im 19. Jahrhundert, S. 252.Google Scholar
  117. 26.
    Ders., ebd., S. 236.Google Scholar
  118. 27.
    Auf den Verlauf, die Ziele, die beteiligten Gruppierungen der 48er Revolution etc. konnte aus Zeit-und Platzgründen nicht eingegangen werden. Dazu: Nacht­mann. Berlin 1848.Google Scholar
  119. 28.
    Hettling. Totenkult statt Revolution.Google Scholar
  120. 29.
    Ders., Das Begräbnis der Märzgefallenen, S. 97.Google Scholar
  121. 30.
    Vossische Zeitung vom 24.3.1848.Google Scholar
  122. 31.
    Homrichhausen, Evangelische Christen in der Paulskirche 1848/49. S. 269ff. Hier sind auch die Reden der anderen Prediger abgedruckt.Google Scholar
  123. 32.
    Healing, Das Begräbnis der Märzgefallenen. S. 112.Google Scholar
  124. 33.
    Como, Die Diktatur der Einsicht.Google Scholar
  125. 34.
    Becker, Geschichte der Arbeiteragitation, S. 229; Como, Die Diktatur der Ein­sicht, S. 113.Google Scholar
  126. 35.
    Arno Herzig, Die Lassalle-Feiern, S. 321–332.Google Scholar
  127. 36.
    Knilli/Münchow, Frühes deutsches Arbeitertheater, S. 351.Google Scholar
  128. 37.
    Lassalle, Gesammelte Schriften, Bd. IV, S. 27f.Google Scholar
  129. 38.
    Ders., ebd.. Bd. Il. S. 202.Google Scholar
  130. 39.
    Ders., ebd., Bd. II, S. 242.Google Scholar
  131. 40.
    Drs.. ebd., Bd. IV, , S. 27 f.Google Scholar
  132. 41.
    Zitiert nach: Lassalle, Die Schriften des Nachlasses. Bd. 6. S. 410. Moses Hess schreibt, dass sich der Kult um Lassalle in eine „bis zur Anbetung gesteigerten Verehrung“ kundgab. S. 421.Google Scholar
  133. 42.
    Frevert, Ehrenmänner, S. 17.Google Scholar
  134. 43.
    Dies., ebd., 133. Der Vorwurf kam 1896 vom preußischen Kriegsminister an August Bebel, der sich damit verteidigte, dass dies nicht am Ende des 19. Jahr­hunderts, dem Zenit der bürgerlichen Kultur, geschehen wäre.Google Scholar
  135. 44.
    MEW, Bd. 29, S. 562f (Brief von Marx an Lassalle von 2.7.1858).Google Scholar
  136. 45.
    McAleer, Duelling: The Cult of Honor in Fin-de-Si¨¨cle Germany.Google Scholar
  137. 46.
    Lassalle, Gesammelte Werke, Bd. 1, S. 112.Google Scholar
  138. 47.
    Ders., ebd., S. 108.Google Scholar
  139. 48.
    Ders., ebd., S. 93.Google Scholar
  140. 49.
    Ders., ebd., S. 63.Google Scholar
  141. 50.
    Michels, Soziologie des Parteiwesens, S. 61.Google Scholar
  142. 51.
    Die Melodie stammt von der Marseillaise, der Text von Jakob Audorf. Dieses Lied war „gleichsam offizielles Parteilied. Obwohl textlich auf die Person Las-salles zugeschnitten. wurde es zum Abschluß von Parteitagen und bei zahlreichen Festen und Demonstrationen gesungen.“ Bouvier, Französische Revolution und Arbeiterbewegung, S. 260.Google Scholar
  143. 52.
    Zitiert nach: Grebing. Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. S. 67.Google Scholar
  144. 53.
    Zitiert nach: Grote. Sozialdemokratie und Religion. S. 11.Google Scholar
  145. 54.
    Zitiert nach: Fricke. Die deutsche Arbeiterbewegung, S. 88.Google Scholar
  146. 55.
    Korff, Politischer „Heiligenkult“ im 19. und 20. Jahrhundert, S. 215.Google Scholar
  147. 56.
    Zitiert nach: Hölscher, Weltgericht und Revolution, S. 184.Google Scholar
  148. 57.
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  149. 1.
    Schieder. Das Problem der Revolution im 19. Jahrhundert. S. 253.Google Scholar
  150. 2.
    Ders., ebd., S. 253.Google Scholar
  151. 3.
    MEW, Bd. 1, S. 351f.Google Scholar
  152. 4.
    Ebd., S. 388.Google Scholar
  153. 5.
    Ebd., S. 391.Google Scholar
  154. 6.
    Ebd.. S. 381.Google Scholar
  155. 7.
    MEW. Bd. 11, S. 382. „Die Götter Griechenlands, die schon einmal tragisch zu Tode verwundet waren, im gefesselten Prometheus des Äschylus, mussten noch einmal komisch sterben in den Gesprächen Lucians. Diese heitere geschichtliche Bestimmung vindizieren wir den politischen Mächten Deutschlands.“ .Google Scholar
  156. 8.
    Vgl. dazu die Darstellung der idealistischen Philosophie durch Heinrich Heine. Ders., Gesamtausgabe, Bd. 8/1. (Religion und Philosophie in Deutschland). S. 117. „Die deutsche Philosophie ist eine wichtige das ganze Menschengeschlecht betreffende Angelegenheit und erst die spätesten Enkel werden darüber entschei‑den können, ob wir dafür zu tadeln oder zu loben sind, dass wir erst unsere Phi­losophie und hernach unsere Revolution ausarbeiteten. Mich dünkt, ein methodi­sches Volk wie wir, mußte mit der Reformation beginnen, konnte sich erst hier­auf mit der Philosophie beschäftigen, und durfte nur nach deren Vollendung zur politischen Revolution übergehen.“Google Scholar
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    Ebd., S. 391.Google Scholar
  159. 11.
    Ebd., S. 386 (Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, 1844). Marx bezieht sich hier auf Hegels „Vorlesungen über die Philosophie der Ge­schichte“, in denen Hegel zwar die Französische Revolution als „welthistori­sches“ Ereignis bezeichnet, doch die römisch-katholischen Länder wie Frank­reich hätten abstrakt an den Grundsätzen der Vernunft festgehalten. Darüber hin­aus fehlt ihnen die Voraussetzung der Reformation. „Denn es ist ein falsches Prinzip, dass die Fesseln des Rechts und der Freiheit ohne die Befreiung des Ge­wissens abgestreift werden, dass eine Revolution ohne Reformation sein könne.“ Hegel, Werke, Bd. 12, S. 535.Google Scholar
  160. 12.
    MEW, Bd. I, S. 385.Google Scholar
  161. 13.
    Ebd., S. 390.Google Scholar
  162. 14.
    Ebd.. Bd. 3. S. 70.Google Scholar
  163. 15.
    Ebd., Bd. 4, S. 182. „Das Elend der Philosophie“ erschien 1847 in französischer Sprache in Brüssel. 1885 wurde die Schrift von Kautsky und Bernstein übersetzt und in Deutschland herausgegeben.Google Scholar
  164. 16.
    Ebd., S. 493.Google Scholar
  165. 17.
    Vgl. Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 68ff. Förderer, Marx und Engels am Vorabend der Revolution, S. 68ff.Google Scholar
  166. 18.
    MEW, Bd. 7, S. 511.Google Scholar
  167. 19.
    Ebd., S. 512.Google Scholar
  168. 20.
    Marx. zitiert nach: Engels. Vorwort zu „Die Klassenkämpfe in Frankreich“, MEW, Bd. 7. S. 512.Google Scholar
  169. 21.
    Schieder, Das Problem der Revolution, S. 254.Google Scholar
  170. 22.
    MEW, Bd. 7, S. 514.Google Scholar
  171. 23.
    Sieferle, Die Revolution in der Theorie von Karl Marx, S. 98.Google Scholar
  172. 24.
    MEW, Bd. 7, S. 14.Google Scholar
  173. 25.
    Ebd., S. 88.Google Scholar
  174. 26.
    Ebd., S. 1 I.Google Scholar
  175. 27.
    Ebd., Bd. 7, S. 18.Google Scholar
  176. 28.
    Ebd., S. 21.Google Scholar
  177. 29.
    Ebd., S. 33.Google Scholar
  178. 30.
    Ebd., S. 79.Google Scholar
  179. 31.
    Vgl. Blumenberg, Arbeit am Mythos. Blumenberg hat am Mythos die Depoten­zierungs-und Distanzierungsleistungen hervorgehoben.Google Scholar
  180. 32.
    Ders., ebd., S. 165. Blumenberg nennt dies auch die „ikonische Konstanz“.Google Scholar
  181. 33.
    Vgl. Schieder, Das Problem der Revolution, S. 255f.Google Scholar
  182. 34.
    MEW, Bd. 8, S. 117.Google Scholar
  183. 35.
    Ebd., S. 122.Google Scholar
  184. 36.
    Ebd., S. 115.Google Scholar
  185. 37.
    Hirschmann. Entwicklung, Markt und Moral, S. 196ff.Google Scholar
  186. 38.
    Kant. Werkausgabe, Bd. 11. S. 357 (Der Streit der Fakultäten).Google Scholar
  187. 39.
    MEW Bd. 1. S. 388.Google Scholar
  188. 40.
    Ebd., S. 391.Google Scholar
  189. 41.
    Vondung, Apokalypse in Deutschland, S. 341.Google Scholar
  190. 42.
    MEW Bd. 1, S. 390.Google Scholar
  191. 43.
    Ebd., S. 391.Google Scholar
  192. 44.
    Ebd., S. 468.Google Scholar
  193. 45.
    Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3., S. 774.Google Scholar
  194. 46.
    MEW, Bd. 7, S. 179 (Klassenkämpfe in Frankreich 1848–1850).Google Scholar
  195. 47.
    Walzer, Exodus und Revolution, S. 74.Google Scholar
  196. 48.
    MEW, Bd. 4, S. 474.Google Scholar
  197. 49.
    White, Metahistory, S. 424. Nach Hayden White repräsentiert bei Marx „die narrative Handlungsstruktur jeder historisch bedeutsamen Folge von Ereignissen - vom pathos über agon und sparagmos zur anagnorisis - (...) eine Bewegung entweder zur Freiheit oder in die Knechtschaft“.Google Scholar
  198. 50.
    Vgl. MEW, Bd. 4. S. 473.Google Scholar
  199. 51.
    „In Zeiten endlich, wo der Klassenkampf sich der Entscheidung nähert, nimmt der Auflösungsprozess innerhalb der herrschenden Klasse, innerhalb der ganzen alten Gesellschaft einen so heftigen, so grellen Charakter an, dass ein kleiner Teil der herrschenden Klasse sich von ihr lossagt und sich der revolutionären Klasse anschließt, der Klasse. welche die Zukunft in ihren Händen trägt.“ MEW, Bd. 4. S. 471f. Vgl. White. Metahistory, S. 405.Google Scholar
  200. 52.
    MEW, Bd. 8, S. 118.Google Scholar
  201. 53.
    Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3, S. 799.Google Scholar
  202. 54.
    Ders., ebd., S. 799.Google Scholar
  203. 55.
    Ders., ebd., S. 802. Wehler spricht von der „marxistischen Ersatzreligion mit ihren eigenen Göttern“, die den etablierten Religionen Konkurrenz machte.Google Scholar
  204. 56.
    Ders., ebd., S. 804. Es ist bemerkenswert, dass eine Kategorie wie Religion wieder Konjunktur hat und von Historikern zur Analyse historischer Phänomen herangezogen wird. Vgl. Voegelin, Politische Religionen.Google Scholar
  205. 1.
    A. Assmann. Arbeit am nationalen Gedächtnis, S. 30.Google Scholar
  206. 2.
    Hölscher, Weltgericht oder Revolution, S. 26.Google Scholar
  207. 3.
    Vgl. J. Assmann, Frühe Formen politischer Mythomotorik, S. 53.Google Scholar
  208. 4.
    Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3, S. 1047.Google Scholar
  209. 5.
    Assmann, Arbeit am nationalen Gedächtnis, S. 47ff.Google Scholar
  210. 6.
    Vgl. Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800–1866. S. 288 und S. 297.Google Scholar
  211. 7.
    Koselleck, Bildungsbürgertum im 19. Jahrhundert. Teil I1. S. 19.Google Scholar
  212. 8.
    A. Assmann. Arbeit. S. 30.Google Scholar
  213. 9.
  214. 10.
    A. Assmann, Arbeit, S. 43.Google Scholar
  215. 11.
    Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800–1866, S. 737.Google Scholar
  216. 12.
    Kocka, Lohnarbeit und Klassenbildung. S. 173.Google Scholar
  217. 13.
    Kocka. Lohnarbeit und Klassenbildung. S. 194.Google Scholar
  218. 14.
    Siemann. Gesellschaft im Aufbruch. S. 255. Vgl. auch: Na„aman. Der deutsche Nationalverein. S. 318. G. Ritter, Staat und Arbeiterschaft in Deutschland, S. 325 ff.Google Scholar
  219. 15.
    Siemann, Gesellschaft im Aufbruch, S. 255.Google Scholar
  220. 16.
    Historiker betreiben berufsbedingt das Geschäft der Entmythologisierung: „An erster Stelle gilt es, Abschied zu nehmen von dem zählebigen Mythos der einen, der großen Arbeiterklasse - Umsturzdrohung für die einen, Heilsbringer für die anderen. Dem unvoreingenommenen Blick zeigt sich vielmehr in der Zeit der Reichsgründung und in den Jahrzehnten danach eine Vielzahl von proletarischen Erwerbsklassen.“ Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3, S. 772.Google Scholar
  221. 17.
    Bereits dieser Begriff ist eine weitreichende und theoretisch umfassend fundierte Akteursfiktion.Google Scholar
  222. 18.
    Zwahr, Zur Konstituierung des Proletariats als Klasse.Google Scholar
  223. 19.
    Kocka. Lohnarbeit und Klassenbildung, S. 17.Google Scholar
  224. 20.
    Ders., ebd.. S. 25.Google Scholar
  225. 21.
    Ders., ebd.. S. 27.Google Scholar
  226. 22.
    Ders., ebd., S. 202.Google Scholar
  227. 23.
    Ders., ebd., S. 142.Google Scholar
  228. 24.
    Iggers, Geschichtswissenschaft, S. 63.Google Scholar
  229. 25.
    Ders.. ebd., S. 51.Google Scholar
  230. 26.
    Hunt, Politics, Culture, and Class in the French Revolution. S. 11. Zu dieser neuen Richtung der Revolutionsgeschichtsschreibung zählen auch: Maurice Agulhon. William Sewell. Francois Furet und Mona Ozouf.Google Scholar
  231. 27.
    Sewell, Work and Revolution in France, S. 11.Google Scholar
  232. 28.
    Thompson, Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse, Bd. 1, S. 7.Google Scholar
  233. 29.
    Ders., ebd., Bd. 1, S. 8, vgl. auch Bd. 2, S. 962.Google Scholar
  234. 30.
    J. Assmann, Frühe Formen politischer Mythomotorik, S. 42.Google Scholar
  235. 31.
    Den begrifflichen Gegensatz von „heißen“ und „kalten“ Gesellschaften hat Ass-mann von Lévi-Strauss übernommen, der damit versucht, „primitive“ von moder­nen, geschichtszentrierten Gesellschaften zu unterscheiden. Vgl. Lévi-Strauss, Das wilde Denken, S. 270.Google Scholar
  236. 32.
    Hölscher. Weltgericht oder Revolution.Google Scholar
  237. 33.
    Ders., ebd.. S. 436f.Google Scholar
  238. 34.
    Ders. ebd.. S. 437.Google Scholar
  239. 35.
    Ders., ebd.. S. 437.Google Scholar
  240. 36.
    Mit der Verschärfung der Klassenkämpfe Mitte der 70er Jahre wurde die bis dahin positive Einschätzung des Staates für die Emanzipation der Arbeiterklasse unrealistisch. Noch im Gothaer Programm von 1875 gab es ein Nebeneinander von Marx und Lassalle. Dort hieß es, dass die Partei „mit allen gesetzlichen Mit­teln“ den „freien Volksstaat“, die sozialistische Gesellschaft, erstreben, das „eherne Lohngesetz“ abschaffen, das allgemeine Wahlrecht und die sozialisti­schen Produktionsgenossenschaften erringen wolle. In den Formulierungen die­ses Programms drückte sich noch die Lassalle’sche Wertschätzung des Staates als Institution aus. der die Entwicklung des Menschengeschlechts zur Freiheit zu vollbringen habe. Mit der Verschärfung der Klassenkämpfe radikalisierte sich aber die Mentalität der Anhänger, so dass es zu einem Wechsel der Deutungs­und Erklärungsmuster kam. d.h. zu einem Umschlag der kontrapräsentischen in eine revolutionäre Mythomotorik. Vgl. Grebing. Arbeiterbewegung, S. 79ff.Google Scholar
  241. 37.
    Michael Walzer, Exodus und Revolution, S. 17.Google Scholar
  242. 38.
    Bei Marx gibt es allerdings einen Bezug und zwar in der Schrift „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“. Die Franzosen, die sich von der Vergangenheit gefangen nehmen ließen „sehnten sich aus den Gefahren der Revolution zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens, und der 2. Dezember 1851 war die Antwort.„ MEW, Bd. 8, S. 117.Google Scholar
  243. 39.
    Vondung, Apokalypse in Deutschland, S. 101.Google Scholar
  244. 40.
    Vgl. Groh, Negative Integration und revolutionärer Attentismus, S. 57–63. „Der dem revolutionären Attentismus zu Grunde liegende Revolutionsbegriff der deut‑schen Sozialdemokratie war von vornherein und nicht erst unter dem Einfluss des Revisionismus im Vergleich zum Marx’schen auf das objektive Moment redu­ziert.“ Ebd., S. 57.Google Scholar
  245. 41.
    Ders.. ebd.. S. 133EGoogle Scholar
  246. 42.
    Ders., ebd.. S. 36.Google Scholar
  247. 43.
    Ders., ebd., S. 57.Google Scholar
  248. 44.
    Ders.. ebd., S. 58. Groh vertritt die These, wonach der verbale Radikalismus sozialpsychologisch als Ventil diente, Aggressionen loszuwerden, die nicht sinn­voll in einer politischen Kampfstrategie ausagiert werden konnten, weil die Partei zunehmend bewegungsunfähiger wurde. Vgl. Negative Integration, S. 205.Google Scholar
  249. 45.
    Ders., ebd.. S. 59.Google Scholar
  250. 46.
    Zitiert nach: Varain, Freie Gewerkschaften. S. 20.Google Scholar
  251. 47.
    Von Vollmar, Über die nächsten Aufgaben, S. 17.Google Scholar
  252. 48.
    Ders.. ebd., S. 11.Google Scholar
  253. 49.
    Ders.. ebd., S. 4.Google Scholar
  254. 50.
    Bernstein. Zur Theorie und Geschichte des Sozialismus, S. 23f. Zuerst erschie­nen in: „Die neue Zeit“, 1896–97, Bd. I, S. 522.Google Scholar
  255. 51.
    Bernstein, Zusammenbruchstheorie und Kolonialpolitik, S. 94f.Google Scholar
  256. 52.
    Ders., Die Voraussetzung des Sozialismus, S. 9.Google Scholar
  257. 53.
    „Die Gesellschaft der Zukunft ist kein unausweichliches Resultat objektiver Entwicklung, sondern ein ideales Ziel, welches sich der menschliche Wille frei steckt.“ Ders., ebd., S. 53.Google Scholar
  258. 54.
    Siehe dazu die Ausführungen von White, der die Erzählstruktur von Historikern mit Vorstellungen des sozialen Wandels korreliert. Ders., Metahistory, S. 15–62.Google Scholar
  259. 65.
    Steinberg, Sozialismus und deutsche Sozialdemokratie. S. 149.Google Scholar
  260. 66.
    Dieses wurde während der Französischen Revolution formuliert. Es sollte ein idealer Zustand erreicht werden, in dem Gesellschaft und Politik allein auf die Prinzipien der Gleichheit, Gerechtigkeit und Vernunft gegründet sind.Google Scholar
  261. 67.
    Lenk, Theorien der Revolution, S. 107.Google Scholar
  262. 68.
    Koselleck, ‘Erfahrungsraum’ und ‘Erwartungshorizont’ zwei historische Katego­rien.Google Scholar
  263. 69.
    Luxemburg, Gesammelte Werke Bd. I/I. (Sozialreform oder Revolution? 1899), S. 400.Google Scholar
  264. 70.
    Kant. Werkausgabe Bd. VIII (Metaphysik der Sitten). S. 355.Google Scholar
  265. 71.
    MEW, Bd. 7, S. 79. Die Niederlage der Revolution in Frankreich 1848–50 ver­gleicht Marx mit dem Zug der Israeliten durch die Wüste: „Die Revolution, die hier nicht ihr Ende, sondern ihren organisatorischen Anfang findet, ist keine kurzatmige Revolution. Das jetzige Geschlecht gleicht den Juden. die Moses durch die Wüste führt. Es hat nicht nur eine Welt zu erobern, es muss unterge­hen. um den Menschen Platz zu machen, die einer neuen Welt gewachsen sind.“Google Scholar
  266. 72.
    Dies., Sozialreform oder Revolution?, S. 43f.Google Scholar
  267. 73.
    Dies.. Gesammelte Werke. Bd. 2, S. 130.Google Scholar
  268. 1.
    Schieder, Das Problem der Revolution, S. 257.Google Scholar
  269. 2.
    Haupt/Hausen, Die Pariser Kommune.Google Scholar
  270. 3.
    Mommsen/Meschkat, Art. Pariser Kommune.Google Scholar
  271. 4.
    Vgl. Kolb, Der Pariser Kommune-Aufstand und die Beendigung des deutsch­französischen Krieges, S. 267.Google Scholar
  272. 5.
    Grützner, Die Pariser Kommune, S. 2, 14. Grützner bezieht sich vor allem auf das Buch von Mason „The Paris Cummune“, in dem Mason die These von der „Legende“ oder dem „Mythos“ der Kommune zu belegen versucht.Google Scholar
  273. 6.
    Vgl. Mommsen/Meschkat, Pariser Kommune, Sp. 1071.Google Scholar
  274. 7.
    Vgl. Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 210. Bouvier spricht von der Ineffektivität des Kommunerates und dessen Verbalis­mus, die insgesamt zum Scheitern beitrug.Google Scholar
  275. 8.
    Mommsen und Meschkat meinen, dass es eine „zunehmende Verstärkung dikta­torischer Elemente“ gab. Sie wurden gegen die Sozialisten durchgesetzt, doch sei es schwer entscheidbar, ob diese auf die äußere Bedrohung durch die Truppen der Ordnungspartei zurückzuführen seien. Art. Pariser Kommune, Sp. 1073.Google Scholar
  276. 9.
    Dieser Aufruf galt als das politische Programm der Kommune. Im Mittelpunkt standen allgemeine Prinzipien wie Republik, Autonomie aller Kommunen in Frankreich, Freiheit der Persönlichkeit, des Bewusstseins und der Arbeit sowie eine Bürgermiliz. Das Programm enthielt aber keine Aussagen zu sozioökonomi­schen Maßnahmen. Vgl. Haupt/Hausen, Die Pariser Kommune, S. 151.Google Scholar
  277. 10.
    Grützner, Die Pariser Kommune, S. 15.Google Scholar
  278. 11.
    In der Rezeption wird diese Grausamkeit immer der Kommune unterstellt und vergessen, dass Kriegsgerichtsprozesse bis 1875 andauerten und Paris im Belage­rungszustand blieb. Der Terror der Versailler Truppen mit Massenerschießungen, Menschenjagden und Denunziationen setzte erst richtig nach der Feuereinstel­lung ein.Google Scholar
  279. 12.
    Grützner, Pariser Kommune, S. 15.Google Scholar
  280. 13.
    Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 208.Google Scholar
  281. 14.
    Dubois, Le vocabulaire politique et social, S. 103ff.Google Scholar
  282. 15.
    Haupt/Hausen, Die Pariser Kommune, S. 152.Google Scholar
  283. 16.
    Dies., ebd., S. 153. Sie orientieren sich hier an Marx, der den proletarischen Revolutionen die „Totenbeschwörungen“ verboten und allein auf die Orientie­rung in die Zukunft gesetzt hat.Google Scholar
  284. 17.
    Er gibt in Frankreich einen rechten Kommune-Mythos während der 3. Republik, in dem die Kommune als apokalyptisches Szenario und als Ausgeburt des Bösen beschrieben wird. Vgl. Roberts, La Comune considerée par la Droite, S. 187ff.Google Scholar
  285. 18.
    Vgl. Haupt, Die Kommune als Symbol und als Beispiel.Google Scholar
  286. 19.
    Zitiert nach: Blütenlese im Social-Demokrat, 7. Jg. Nr. 37, S. I.Google Scholar
  287. 20.
    Vgl. Neue Evangelische Kirchenzeitung, 13. Jg. Nr. 13, S. 193ff. Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland. Jg. 1871, Bd. I, S. 618ff.Google Scholar
  288. 21.
    Die Grenzboten. 30. Jg. (1871), I. Sem., 2. Bd., S. 762f. (30. 4. 71).Google Scholar
  289. 22.
    Brief von Marx an L. Kugelmann vom 27. Juli 1871, MEW, Bd. 33, S. 252.Google Scholar
  290. 23.
    Kolb, Der Pariser Kommune-Aufstand. S. 296.Google Scholar
  291. 24.
    Die Grenzboten, 30. Jg. (1871), I. Sem., I. Bd., S. 112.Google Scholar
  292. 25.
  293. 26.
    Preußische Jahrbücher, Bd. 32, S. 586f.Google Scholar
  294. 27.
    Grützner. Die Pariser Kommune. S. 99.Google Scholar
  295. 28.
    Stenographische Berichte des Deutschen Reichstages, IV. Leg. Periode, I. Ses­sion 1878, 1. Bd., S. 52.Google Scholar
  296. 29.
    Vgl. Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 233.Google Scholar
  297. 30.
    Dies., ebd., S. 134.Google Scholar
  298. 31.
    MEW, Bd. 17, S. 277f.Google Scholar
  299. 32.
    Vgl. Marx an Ludwig Kugelmann, 12. April und 17. April 1871. In: MEW, Bd. 33, S. 205f. u. 209.Google Scholar
  300. 33.
    MEW, Bd. 17, S. 319.Google Scholar
  301. 34.
    Ebd., Bd. 3, S. 70. Marx hat in der „deutschen Ideologie“ diese Neugründung von den bisherigen Revolutionen abgehoben, die die Art der Tätigkeit, die Ar­beitsteilung und die Klassenherrschaft unangetastet gelassen hätten.Google Scholar
  302. 35.
    Ebd., Bd. 8, S. 154. Marx hatte die Bonapartismustheorie anlässlich seiner Schrift zur Februarrevolution und dem Staatsstreich Louis Bonapartes entwickelt.Google Scholar
  303. 36.
    Ebd., Bd. 17, S. 592.Google Scholar
  304. 37.
  305. 38.
    „Die Arbeiterklasse kann nicht die fertige Staatsmaschinerie einfach in Besitz nehmen und diese für ihre Zwecke in Bewegung setzen. Das politische Werkzeug ihrer Versklavung kann nicht als politisches Werkzeug ihrer Befreiung dienen.“ MEW, Bd. 17, S. 592.Google Scholar
  306. 39.
    Ebd., S. 343.Google Scholar
  307. 40.
    Marx an Ludwig Kugelmann am 17. April 1871. In: MEW, Bd. 33, S. 209.Google Scholar
  308. 41.
    Zu diesem Begriff siehe: Kant, Werkausgabe, Bd. 12 (Der Streit der Fakultäten). S. 357.Google Scholar
  309. 42.
    MEW, Bd. 17, S. 342.Google Scholar
  310. 43.
    MEW, Bd. 17, S. 541.Google Scholar
  311. 44.
    Ebd., S. 362.Google Scholar
  312. 45.
    J. Assmann, Frühe Formen politischer Mythomotorik, S. 47.Google Scholar
  313. 46.
    MEW, Bd. 17, S. 625.Google Scholar
  314. 47.
    Stenographische Berichte des Deutschen Reichstages. I. Leg. Periode, 1. Session 1871. I. Band. S. 350.Google Scholar
  315. 48.
    Stenographische Berichte des Deutschen Reichstages, I. Leg. Periode, I. Session 1871, 2. Bd., S. 920f.Google Scholar
  316. 49.
    Bebel machte im Deutschen Reichstag klar, dass noch vor der Jahrhundertwende „die Zeit herbeigekommen sein wird, wo wir auf die eine oder andere Weise nicht nur die Grundrechte, sondern alle unsere Forderungen werden verwirkli­chen können.“ Ebd., S. 130.Google Scholar
  317. 50.
    Ebd., Bd. 7, S. 569.Google Scholar
  318. 51.
    Holscher, Weltgericht oder Revolution, S. 211. Vgl. Friderici/Seidel, Der Wi­derhall der Pariser Kommune in der deutschen Arbeiterbewegung, S. 280ff. Ha­ckethal, Der ADAV unter dem Einfluss der Pariser Kommune, S. 443ff, 461f.Google Scholar
  319. 52.
    Hölscher, Weltgericht oder Revolution, S. 213.Google Scholar
  320. 53.
    Es gab anfangs aber noch Unterstützung sowohl der Eisenacher als auch der Lassalleaner für den Krieg, der als deutscher Verteidigungskrieg angesehenGoogle Scholar
  321. 54.
    Vgl. Conze/Groh, Die Arbeiterbewegung in der nationalen Bewegung, S. 86f.Google Scholar
  322. 55.
    Social-Democrat, 7. Jg. Nr. 35 (29. März 1871), S. 4.Google Scholar
  323. 56.
    Vgl. Mommsen/Meschkat, Pariser Kommune, Sp. 1880f.Google Scholar
  324. 57.
    Grützner, Die Pariser Kommune, S. 42.Google Scholar
  325. 58.
    Agitator, 23. Juli 1870. Den bevorstehenden Krieg ablehnend, äußerte sich Lieb­knecht auch im „Volksstaat“ vom 20. Juli, in dem er den Krieg als dynastische Auseinandersetzung bezeichnet und die Einigung Deutschlands von oben verur­teilt.Google Scholar
  326. 59.
    Vgl. Bouvier, Französische Revolution und Arbeiterbewegung, S. 223. Die patriotische Haltung vieler Sozialdemokraten und auch des „Volksstaates“ zeigt aber, dass die Arbeiterbewegung immer an der nationalen Einigung interessiert war, aber als Einigung von unten als demokratischer Bewegung. Gerade diese Einigung aus der Dynamik einer politischen Bewegung heraus ist 1848/49 ge­scheitert.Google Scholar
  327. 60.
    Vgl. Social-Democrat Nr. 32 vom 22. März 1871.Google Scholar
  328. 61.
    Social-Democrat Nr. 36 vom 31. März 1871.Google Scholar
  329. 62.
    Der Wortlaut des Manifests nach dem Flugblatt, abgedruckt in: Die I. Internatio­nale in Deutschland, S. 538f. Veröffentlicht auch im „Volksstaat“ Nr. 73 vom 11. September.Google Scholar
  330. 63.
    Vgl. Conze/Groh, Die Arbeiterbewegung in der nationalen Bewegung, S. 95.Google Scholar
  331. 64.
    Volksstaat Nr. 27 vom 1. April 1871.Google Scholar
  332. 65.
    Volksstaat Nr. 45 vom 3. Juni 1871.Google Scholar
  333. 66.
    Volksstaat Nr. 31 vom 12. April 1871.Google Scholar
  334. 67.
    Agitator, 19. Mai 1871.Google Scholar
  335. 68.
    Sie waren zentrale Feiertage des Bürgertums und des monarchischen Staates. Vgl. Schellack, Sedan-und Kaisergeburtstagsfeste, S. 278ff.Google Scholar
  336. 69.
    Vgl. Siemann, Die deutsche Revolution von 1848/49, S. 68.Google Scholar
  337. 70.
    Bouvier, Die Märzfeiern der sozialdemokratischen Arbeiter, S. 334ff.Google Scholar
  338. 71.
    Neuer Social-Democrat. Nr. 25 und 26 vom 28. Februar und 2. März 1873.Google Scholar
  339. 72.
    Der wahre Jakob, Nr. 278, 16. März 1897 (Beilage), S. 2401.Google Scholar
  340. 73.
    Zitiert nach: Eckert, Wilhelm Bracke und die Anfänge der Braunschweiger Ar­beiterbewegung, S. 11.Google Scholar
  341. 74.
    Volksstaat, Nr. 32 vom 28. März 1874.Google Scholar
  342. 75.
    Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 283. 1m „Social-Democrat“ Nr. 12 vom 16. März 1882 heißt es dazu: „Nein, der ausge­dehnteste Terrorismus kann den Mangel einer kompakten Organisation der Mas­sen, eines klar bestimmten Zieles nicht ersetzen, und ohne dies kann man unter Umständen wohl einen ins Wanken geratenen Thron umstürzen, einige oder meh­rere Leuteschinder aufhängen, nicht aber die Umwälzung der ganzen gesell­schaftlichen Ordnung in Angriff nehmen. Letzteres aber ist die Aufgabe des mo­dernen Proletariats.“Google Scholar
  343. 76.
    Social-Democrat Nr. 12, 17. März 1888.Google Scholar
  344. 77.
  345. 78.
    Liebknecht, Zum 18. März und Verwandtes, S. 34.Google Scholar
  346. 79.
    Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 280f.Google Scholar
  347. 80.
    Mommsen/Meschkat, Pariser Kommune, Sp. 1081.Google Scholar
  348. 81.
    Vgl. Bernstein, Die Voraussetzungen des Sozialismus, S. 26.Google Scholar
  349. 82.
    MEW, Bd. 7, S. 523.Google Scholar
  350. 83.
    Zur Bekräftigung der eigenen Handlung werden weltgeschichtliche Periodisie­rungs-und Fortschrittsmodelle herangezogen, in denen es wechselnde Banner­träger der Entwicklung gibt.Google Scholar
  351. 84.
    „Der wahre Jakob“ erschien seit 1884 monatlich (ab 1888 vierzehntäglich) und erreichte Ende der 80er Jahre eine Auflage von 100 000 Exemplaren. Vgl. dazu: Fricke, Die deutsche Arbeiterbewegung, S. 448.Google Scholar
  352. 85.
    MEW, Bd. 7, S. 516f.Google Scholar
  353. 86.
    MEW, Bd. 7, S. 519.Google Scholar
  354. 87.
    Ebd., Bd. 23, S. 791. Marx untermauerte diese objektivistische Sicht durch sein Nachwort zur 2. Aufl. des „Kapitals“. Dort zitiert er einen Rezensenten lobend, weil dieser den Gehalt seiner Schriften, und „meine wirkliche Methode (...) so treffend“ erfasst habe. „Marx betrachtet die gesellschaftliche Bewegung als einen naturgeschichtlichen Prozess, den Gesetze lenken, die nicht nur von dem Willen, dem Bewusstsein und der Absicht der Menschen unabhängig sind, sondern viel­mehr umgekehrt deren Wollen, Bewusstsein und Absichten bestimmen“. Ebd., S. 26f.Google Scholar
  355. 88.
    MEW, Bd. 7. S. 524f.Google Scholar
  356. 89.
    Bismarck hat in einer Rede vor dem Deutschen Reichstag vom 18. Mai 1889 die Furcht vor der Arbeiterbewegung mit der Angst vor dem Franzosen verglichen: Die Sozialdemokratie „lebt mit uns im Kriege und sie wird losschlagen gerade so gut wie die Franzosen, sobald sie sich stark genug dazu fühlt.“ Gesammelte Werke. Bd. 13, S. 396.Google Scholar
  357. 90.
    Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung. S. 289.Google Scholar
  358. 91.
    Blos, Die Französische Revolution; ders., Zur Geschichte der Commune von Paris. Die Bücher von Blos gehörten zum festen Bestand der Arbeiterbibliothe­ken und zum Leseprogramm der Arbeiter. Vgl. Langewiesche/Schönhoven, Ar­beiterbibliotheken und Arbeiterlektüre im Wilhelminischen Deutschland.Google Scholar
  359. 92.
    Der wahre Jakob, Nr. 235 (27. Juli 1895), S. 1989.Google Scholar
  360. 93.
    Protokolle des Parteitages in Stuttgart 1898, S. 100.Google Scholar
  361. 94.
    Ebd., S. 106.Google Scholar
  362. 95.
    Bouvier, Französische Revolution und deutsche Arbeiterbewegung, S. 343.Google Scholar
  363. 96.
    Haupt, Die Kommune als Symbol und als Beispiel, S. 5.Google Scholar
  364. 1.
    Verhandlungen des deutschen Reichstages, XIII. Leg. Periode. Il. Session, Bd. 306, S. 9.Google Scholar
  365. 2.
    Groh, Negative Integration, S. 64f. Groh spricht von „doppelter Loyalität“ und einem spezifischen „sozialdemokratischen Vaterlandsbegriff’.Google Scholar
  366. 3.
    Diese Argumentation beruht auf der These von Paul Ricœur, der davon ausgeht, dass zwischen „dem Erzählen einer Geschichte und dem zeitlichen Charakter der menschlichen Erfahrung eine Korrelation besteht, die nicht rein zufällig ist, son­dern eine Form der Notwendigkeit , die an keine bestimmte Kultur gebunden ist. Mit anderen Worten: dass die Zeit in dem Maße zur menschlichen wird, in dem sie sich nach einem Modus der Narration gestaltet, dass die Erzählung ihren vol­len Sinn erlangt, wenn sie eine Bedingung der zeitlichen Existenz wird.“ Zeit und Erzählung, Bd. 1, S. 87.Google Scholar
  367. 4.
    Vgl. Ritter, Die Arbeiterbewegung im Wilhelminischen Reich, S. 150ff.Google Scholar
  368. 5.
    Rosenberg, Wirtschaftskonjunktur, Gesellschaft und Politik in Mitteleuropa, S. 241.Google Scholar
  369. 6.
    Ritter, Die Sozialdemokratie im deutschen Kaiserreich, S. 344ff.Google Scholar
  370. 7.
    Ebd.. S. 360.Google Scholar
  371. 8.
    Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte Bd. 3, S. 1046.Google Scholar
  372. 9.
    Ders., ebd., S. 1047.Google Scholar
  373. 10.
    MEW, Bd. 4, S. 479.Google Scholar
  374. 11.
    Miller. Burgfrieden und Klassenkampf.Google Scholar
  375. 12.
    Groh/Brandt, „Vaterlandslose Gesellen“, S. 159f.Google Scholar
  376. 13.
    Mommsen, Arbeiterbewegung und nationale Frage.Google Scholar
  377. 14.
    Groh, Negative Integration, S. 718ff.Google Scholar
  378. 15.
    Ritter, Staat und Arbeiterschaft in Deutschland, S. 358.Google Scholar
  379. 16.
    Ders., ebd„ S. 359f.Google Scholar
  380. 17.
    Groh/Brandt, „Vaterlandslose Gesellen“, S. 78ff.Google Scholar
  381. 18.
    Dies., ebd., S. 127.Google Scholar
  382. 19.
    Dies., ebd.. S. 79.Google Scholar
  383. 20.
    Groh, Negative Integration, S. 665. Das zaristische Russland wurde in der sozi­aldemokratischen Presse als Bedrohung Deutschlands dargestellt.Google Scholar
  384. 21.
    Vgl. Joll, The Origins of the First World War, S. 205f.Google Scholar
  385. 22.
    Ders., ebd., S. 207.Google Scholar
  386. 23.
    Groh/Brandt, „Vaterlandslose Gesellen“, S. 132.Google Scholar
  387. 24.
    Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866–1914, Bd. 2, S. 596.Google Scholar
  388. 25.
    Sorel. Über die Gewalt.Google Scholar
  389. 26.
    Ders.. ebd.. S. 306.Google Scholar
  390. 27.
    Carl Schmitt. Die politische Theorie des Mythus.Google Scholar
  391. 28.
    Schmitt, Die politische Theorie des Mythus, S. 17. Schmitt hat sich bewusst gegen den politischen Mythos und für die politische Theologie entschieden. Hinter dieser Entscheidung steht seine Staatstheorie, die im Staat die letztin­stanzliche Entscheidungsgewalt sieht. Sie wird durch den politischen Mythos unterminiert, der durch den Pluralismus der Deutungen die indirekten Gewalten auf den Plan ruft, die schließlich den Staat zerstören, wie Schmitt es in seinem Buch über den Leviathan von Thomas Hobbes dargestellt hat.Google Scholar
  392. 29.
    Ders. ebd., S. 16f.Google Scholar
  393. 30.
  394. 31.
    Ders., Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, S. 83.Google Scholar
  395. 32.
    Warnke. Politische Landschaft. Phänomene wie die Nationalisierung der Geo­graphie und des französischen Territoriums, die verschiedene Autoren in dem von Pierre Nora herausgegebenen Werk beschreiben, fallen beim Revolutions­mythos komplett aus. Vgl. Nora, Les lieux de mémoire.Google Scholar
  396. 33.
    Groh /Brandt, „Vaterlandslose Gesellen“, S. 137.Google Scholar
  397. 34.
    Dies., ebd., S. 163.Google Scholar
  398. 35.
    G. A. Ritter, Staat und Arbeiterschaft in Deutschland, S. 361.Google Scholar
  399. 36.
    Mai, Das Ende des Kaiserreichs, S. 42.Google Scholar
  400. 37.
    Vgl. dazu auch die These von Mayer: „Was die Industriearbeiterschaft betraf, so war sie zu schwach und auch zu fest in Nation und Gesellschaft integriert, um dem Sog der Kriegsstimmung zu widerstehen, wenngleich man sagen muss, dass diese Bevölkerungsklasse die einzige war, in der nennenswerte Bereitschaft zum Widerstand existierte.“ Ders., Adelsmacht und Bürgertum, S. 319.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Rudolf Speth
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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