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Die „Industrielle Revolution“ als Gegenstand der Wissenschaft

Liberalistische kontra materialistische Auffassung vom Motor der Geschichte
  • Hans-Peter Müller
Chapter
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Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS)

Zusammenfassung

E.P. Thompson hat treffend bemerkt, daß der Gegenstand der „industriellen Revolution“ heute, nach Marx, Toynbee, den Webbs und Hammonds einem akademischen Schlachtfeld gleiche.1 Und er hätte hinzufügen können, daß die Schlacht mit Marx und Toynbee nicht begann und auch heute noch keineswegs beendet ist. Die Kontroverse um den ökonomischen Gewinn und die sozialen Kosten wenn auch nicht der „industriellen Revolution“, so doch zumindest tiefgreifender nationalwirtschaftlicher Strukturveränderungen und der entsprechenden sozial-antisozialen Begleiterscheinungen, ist so alt wie diese selbst. Und dies ist nicht verwunderlich bei einem Prozeß, der die Produktions- und Lebensweise ganzer Schichten der Gesellschaft veränderte und von den Betroffenen naturgemäß zunächst einmal als Bedrohung der angestammten Lebensweise verstanden worden ist. Aber die Betroffenheit verteilte sich aus verschiedenen Gründen auf die gesellschaftlichen Schichten und Klassen ganz unterschiedlich und daher rekrutierte sich die Opposition gegen diesen Wandel und die ihn tragenden ökonomischen und politischen Interessen ebenfalls aus ganz heterogenen Lagern. Äußerlich erschien die Opposition auf eine gemeinsame Art „konservativ“. Denn sie stemmte sich gegen Neuerungen und Veränderungen, die als Verbesserungen verheißen und oft als Bedrohungen oder Verschlechterungen erfahren worden sind. Aus der traditionellen Sicht des Landes stellte sich die Entwicklung zudem als Auflösung der alten sozialen Einheiten und der ihnen entsprechenden sozialen Bindungen und Subordinationsverhältnisse dar, für den ländlichen Arbeiter als Bedrohung seiner Unabhängigkeit und seines sozialen Status.

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Literatur

  1. 2.
    W. Smith: The history and antiquities of Morley. London 1876. S. 212 f. zit. nach R.M. Hartwell, Interpretationen der Industriellen Revolution in England, in: R. Braun et al.: Gesellschaft in der Industriellen Revolution. Köln 1972. S. 281.Google Scholar
  2. 3.
    Um nicht von vornherein die Lüge als “Argument” unterstellen zu müssen, wählte Engels daher das Kriterium der Unverdächtigkeit: Je mehr ein Autor mit einem bestimmten Argument seiner typischen oder naturgemäßen Interessenlage zu widersprechen schien, desto eher war seinem Argument Glaubwürdigkeit beizumessen; vgl. F. Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Leipzig 1845, Vorwort. in: Marx Engels Werke Bd. 2, 1970, S. 225 ff., hier S. 234.Google Scholar
  3. 4.
    M. Beer: Die Geschichte des Sozialismus in England, Stuttgart 1913, z.B. hat in diesem Sinne eine Geschichte der naturrechtlichen Idealisierung des frühen Arbeiter-Sozialismus verfaßt und mitgeteilt, daß der literarisch sich bildende und artikulierende Arbeiter-Agitator erst der historischen Erwähnung wert ist, wenn er die Einordnung in literarisch überlieferte Denktraditionen nicht verwehrt. Damit freilich hat er noch einmal unterstrichen, wie eng Darstellung und Auseinandersetzung mit dieser Epoche ineinander verwoben sind.Google Scholar
  4. 5.
    Auch er selbst bekennt sich dazu, mit den Hammonds die Ansicht von der “truly catastrophic nature of the period” der Industriellen Revolution zu teilen. (Vgl. The Making…, op. cit., S. 25 f.)Google Scholar
  5. 6.
    op. cit., S. 214. Er bezieht dies vor allem auf T.S. Ashton: The Industrial Revolution (1947). A. Radford: The Economic History of England (1960). W.W. Rostow: British Economy in the Nineteenth Century (1948). F.A. Hayek: Capitalism and Historians (1954). Die Debatte spitzte sich auf die Frage des “Lebensstandards” zu. Als Protagonisten nennt er T.S. Ashton: The Standard of Life of the Workers in England 1790–1830 in: F.A. Hayek. op.cit.; auf der anderen Seite E.J. Hobsbawm: The British Standard of Living 1790–1850, Economic History Review, X, 1957. Hobsbawm bezog sich noch einmal auf die Debatte in ders.: Labouring Men, London 1964, S. 120 ff.; vgl. hierzu auch die Anm. 149 im 1. Kapitel.Google Scholar
  6. 7.
    Vgl. S. u. B. Webb: English Local Government: English Poor Law History, Part 1, op. cit.Google Scholar
  7. 8.
    W.A. Robson: New Introduction to S. u. B. Webb: English Poor Law History, Repr. London 1963, S. XII berichtet über ein Zusammentreffen anläßlich eines Empfangs der Webbs für den sowjetischen Botschafter Sokolnikoff: “When Keynes came up to greet Mrs.Webb, to whom I was talking, she said, ‘Ah, Mr.Keynes, we are awaiting with great interest your economic theory to cure unemployment.’ to which Keynes replied, ”oh, its all in the Minority Report, Mrs.Webb.“ (im Minderheitenbericht der Königlichen Armenrechtskommission von 1909 hatten die Webbs ihre ”Philosophie“ und Programmatik über Ursachen von und Abhilfe gegen Arbeitslosigkeit niedergelegt. (Vgl. op. cit.. S. X.)Google Scholar
  8. 10.
    M. Beer, op. cit., S. 31 f. Die ersten beiden Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts waren “… die schlimmste Zeit… in der gesamten Geschichte der englischen Arbeiterschaft.” Und dennoch waren sie ein langfristiger Gewinn für die Arbeiter. Ganz ähnlich J.E.Th. Rogers: (zitiert nach R.M. Hartwell: Interpretationen…. op. cit.. S. 273) und W. Cunningham: “Das Leid der Arbeiter ist unleugbar, aber es handelte sich um eine ‘unvermeidbare Ubergangsschwierigkeit’.” (I.c.).Google Scholar
  9. 11.
    Vgl. J.H. Clapham: Economic History of Modern Britain, Cambridge 1926, Preface: “Statisticians had always known the approximate truth: but historians had too often followed a familiar literary tradition. Again, the legend that everything was getting worse for the working man, down to some unspecified date between the drafting of the People’s Charter and the Great Exhibition, dies hard.”Google Scholar
  10. 14.
    Hobsbawm hat in einer abschließenden Replik in “Labouring Men” noch einmal die wichtigsten Teilnehmer der Debatte, die an der Frage des Lebensstandards geführt wurde, benannt; vgl. op. cit., Kapitel 7: “The Standard of Living Debate: a Postscript, S. 120 ff., insbeS. S. 120 Fußn. 1.Google Scholar
  11. 15.
    Und wie wenig diese “Schlacht” heutzutage beendet ist, erhellt z.B. die Allgemeine Einleitung von J. Lovell (1978) zur Neuausgabe des “Town Labourer” der Hammonds. Die Einleitung stellt nicht weniger als den siebenfach gestaffelten Versuch einer Total-Verdammnis dieses Werks dar und vereint nochmals die ganze tendenziöse und zynisch-interessierte Sichtweise der optimistischen Schule. Man fragt sich, was gerade diesen Autor zur Wiederherausgabe bewogen hat, wenn er unter dem Strich nicht ein einziges gutes Haar daran findet.Google Scholar
  12. 16.
    E.P. Thompson, op. cit., S. 214. “They are more aware of the orthodox empiristic postures than of… the whole political and social context of the period.” (l.c.)Google Scholar
  13. 18.
    Jedenfalls so weit dies die Kontroverse mit den Sozialhistorikern betrifft. Zum Verhältnis von linker Intelligenz und Arbeiterbewegung und zur Kontroverse um Thompsons Plädoyer für eine Verbreiterung der sozialen Bewegung der Arbeiter durch ein breites Bündnis quer durch die sozialen Unterschichten der Gesellschaft als einem neuen strategischen Ansatz der Linken in England vgl. die interessante Arbeit von W. Spohn: Geschichte und Marxismus - Kritik der Kontroverse zwischen Edward Thompson und Perry Anderson, Berlin 1983.Google Scholar
  14. 19.
    E. Nolte: Marxismus und Industrielle Revolution, Stuttgart 1983.Google Scholar
  15. 20.
    “Es geht nicht um ein letztes Wort oder um ein Weltgericht. sondern bloß darum, die Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte in ihrem Grundcharakter begreulbbar zu machen.” (op. cit.. S. 39.)Google Scholar
  16. 21.
    “Auf der anderen Seite läßt sich heute kaum noch leugnen, daß fast alle Volksbewegungen im England der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ein großer Teil der intellektuellen Reaktionen sich nicht nur gegen bestimmte Erscheinungsformen der Industriellen Revolution richteten, sondern gegen deren Kern: die Großbetriebe, und die ‘Akkumulation’, den Verlust der ‘Selbständigkeit’ der Einzelnen, die industrielle Tätigkeit und die Urbanisierung als solche.” (op. cit., S. 26.)Google Scholar
  17. 22.
    “Wer eine geschichtliche, d.h. vor allem eine staatlich verfaßte Gesellschaft verstehen will, der muß zuerst nach der Eigenart derfihrenden Schicht fragen.” (op. cit., S. 46.) Die Idee einer Elite als Motor der Geschichte ist freilich nicht neu. Verwunderlich ist jedoch, daß Nolte eine Reihe von Arbeiten aus der Mitte der 50er Jahre und dem Anfang der 60er Jahre. die dieses Konzept bereits auf das Industrialisierungsproblem angewandt hatten, offenbar nicht kennt oder zumindest nicht zitiert. Wir nennen aus dem ambitiösen Forschungsprogramm, das sich “Inter-University Study of Labor Problems in Economic Development” nannte und in den USA zum Ende der 50er Jahre stattfand, zwei Arbeiten, in denen der Zusammenhang von Eliten und Industrialisierung herausgestellt worden ist:Google Scholar
  18. 1.
    Clark Kerr et al.: Industrialism and Industrial Man, Cambridge/Mass. 1960, Dt.: Der Mensch in der industriellen Gesellschaft, Frankfurt/M. 1966.Google Scholar
  19. 2.
    Reinhard Bendix: Work and Authority in Industry, New York 1956, dt.: Herrschaft und Industriearbeit, Frankfurt/M. 1960. Zum Werk von R Bendix vgl. Anm. 200 zum 2. Kapitel. Vgl. zu dieser Thematik die Abhandlung von N. Levine: Trans-Atlantic Conservatism, in: T. Pirker et al.: Technik und Industrielle Revolution, op. cit.. S. 109 ff.Google Scholar
  20. 24.
    “Wann immer das ursprüngliche Egalitätsempfinden der einfachen Menschen unter dem Druck besonderer Umstände zum aktivistischen Ausbruch kam - in Bauernaufständen oder im Aufruhr städtischer Massen -, haben die führenden Schichten oder die herrschenden Klassen sich in dem Bewußtsein verteidigt. daß sie für die göttliche Ordnung oder für die Zivilisation oder für den Sinn der Geschichte fochten.” (op. cit.. S. 279 f.)Google Scholar
  21. 26.
    Er sieht z.B. eine große “Ausgangsähnlichkeit” zwischen konservativem und romantischem Denken einerseits und dem Denken bei Marx andererseits. (Vgl. op. cit., S. 34.)Google Scholar
  22. 28.
    op. cit., S. 266: “Die Konterrevolution der Arbeiter gegen die ungerechte und fortschrittliche industrielle Revolution kann und darf erst dann erfolgreich sein, wenn die Ungerechtigkeit die Vorbedingungen der Gerechtigkeit geschaffen hat.” Nolte formuliert dieses Credo interessanterweise als Zitat ohne Quellenangabe.Google Scholar
  23. 29.
    Wenn dies freilich mit seiner politischen Vorstellung des liberalistischen Systems konfrontiert keinen sozialen Gegensatz ergeben soll, dann nur, weil Opferreichtum und Gewalt sowie Notwendigkeit elitärer Herrschaft und Entscheidungsbefugnis, d.h. bestimmte Spezifika des Industrialisierungsprozesses in seiner kapitalistischen und damit herrschaftlichen Form, ihm naturnotwendig für Industrialisierung überhaupt erscheinen. Betrachtet man nun seine Position der Verteidigung des “liberalistischen” Wegs in die industrielle Zivilisation, dann spricht nur noch ein rein abstrakter liberaler Individualismus allein in der politischen Sphäre für das kapitalistische und gegen das staatsterroristische Modell der Industrialisierung, wie er es im Stalinismus sieht, und wie er es in seinem Kapitel “Ausblick: Die Transformation des Marxismus durch den Leninismus und die Situation der Gegenwart” entwirft: “Kommunismus wäre also nichts anderes als die von der Anarchie des Kapitalismus und damit von Warenproduktion und Krisen befreite und gegen den individualistischen Liberalismus zu ihrem autoritären Wesen gebrachte Großindustrie.” (op. cit., S. 459.)Google Scholar
  24. 30.
    Vgl. z.B. dazu die Kapitelüberschriften im ersten Teil: “Die Kräfte des Angriffs: Liberalismus. Individualismus, Anfänge der Nationalökonomie”: “Das Angriffsziel: Das alte England”. op. cit.Google Scholar
  25. 36.
    Vgl. das “Vorwort ” von “Zur Kritik der politischen Ökonomie” (1859), op. cit.Google Scholar
  26. 37.
    Diese Auffassung hat K. Korsch vertreten; vgl. ders.: Karl Marx, Frankfurt/M. 1967, S. 182 f.Google Scholar
  27. 38.
    H. Marcuse: Vernunft und Revolution. op. cit., S.201 f.Google Scholar
  28. 39.
    Hegel spricht bezeichnend vom “Geschäftsführer eines Zweckes, der eine Stufe in dem Fortschreitungsgange des allgemeinen Geistes bildet.” G.W.F. Hegel: Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte I, Hamburg 1955. S. 99 f.Google Scholar
  29. 42.
    Von daher scheint wohl auch Noltes unverhohlene Sympathie für Mills Konzept der innerlich austarierten “classe industrielle” ohne wirkliche Gegenklasse zu stammen, ein Konzept, das im Scheitern des Chartismus 1848 eine theoretische und praktische Herausforderung des Klassengleichgewichts, in seiner Besiegung “aber nicht Vernichtung” nur eine Bestätigung seiner Angemessenheit sah. (Nolte, op. cit.. S. 305.)Google Scholar
  30. 43.
    “Und da Marx und Engels… die ganze Industrielle Revolution und den ganzen Umkreis der grundlegenden literarischen Auseinandersetzung im Blick haben, deren Gegenstand sie war, können sie dem dialektischen Denken des Deutschen Idealismus ein riesiges Gebiet erschließen…” (op. cit., S. 455.)Google Scholar
  31. 44.
    G.W.F. Hegel: Über die Reform-Bill in: G.W.F. Hegel: Sämtliche Werke (ed. H. Glockner), Bd. 20, Stuttgart 1958, S. 518.Google Scholar
  32. 45.
    “… für Comte wies nicht so sehr die industrielle Entwicklung, sondern die Zivilisation als solche das Grundmerkmal auf, daß sie die moralischen und noch mehr die geistigen Differenzen zur Entfaltung bringt. Und doch war diese Differenzierung offensichtlich kein Naturprozeß. der die Menschen immer weiter und weiter voneinander entfernte. Es gab gegenläufige Tendenzen, und sie hatten ebensoviel mit dem Bewußtsein der Menschen zu tun wie der Differenzierungsprozeß selbst, in welchem der Wille, sich zu unterscheiden, unzweifelhaft ein wichtiges Moment darstellte.” (Nolte, op. cit., S. 299.)Google Scholar
  33. 47.
    Vgl. seine exemplarischen Kurzbiographien von Watt, Arkwright usw. mit ihrem in diesem Sinne systematischen Stellenwert; vgl. op. cit., S. 79 ff.Google Scholar
  34. 56.
    Wobei er den Radikalismus freilich nicht nach dem “philosophischen” oder Whig-Radikalismus und dem sog. plebejischen Radikalismus differenziert und damit wichtige sozialhistorische Forschungsresultate aus den 60er Jahren beiseite läßt (z.B. E.P. Thompson: The Making of the English working class; EJ. Hobsbawm: Sozialrebellen, op. cit.)Google Scholar
  35. 62.
    Und nicht nur in der Periode zwischen 1853 und 1856, wie Nolte behauptet; vgl. I.c.Google Scholar
  36. 63.
    Diese zuvor bereits niedergelegte These hat E. Nolte im Nachhinein in wesentlichen Teilen bestätigt. Vgl. seinen Beitrag: “Anmerkungen zu ‘Marxismus und Industrielle Revolution”, in: T. Pirker et al.: Technik und Industrielle Revolution, op. cit., S. 43 ff.Google Scholar
  37. 64.
    Vgl. Nolte: Marxismus und Industrielle Revolution, op. cit.. S. 31.Google Scholar
  38. 65.
    M. Vester hat diesen Vorwurf formuliert und sehr materialreich belegt. vgl. M. Vester/ H. Geiling: Industrialisierung, Emanzipation und Geschichtsschreibung in: Leviathan 4, 1985, S. 486 ff.Google Scholar
  39. 66.
    Diese Passage wurde schon 1986 verfaßt. (d. A.)Google Scholar
  40. 67.
    K. Marx: Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848–1850, in: Marx Engels Werke Bd.7, 1976, S. 85.Google Scholar
  41. 68.
    Nolte, op. cit., S. 25. Er hat diese Auffassung durch den folgenden Passus sogar noch unterstrichen: “Die Brauchbarkeit des Begriffs wird auch dadurch nicht aufgehoben, daß man inzwischen in nahezu allen Zeitaltern der Geschichte ‘industrielle Revolutionen’ entdeckt hat, denn das Licht, von dem aus man solche Entdeckungen gemacht hat, rührte von der Industriellen Revolution her, die daher in ihrer Eigen-und Einzigartigkeit nur umso besser begründet wird.” (op. cit., S. 26.)Google Scholar
  42. 69.
    Wenn Nolte daher glaubt, die “industrielle Revolution” war gegen 1850 nicht nur zunächst einmal abgeschlossen und von der Mehrheit der englischen Bevölkerung, die zu mehr als 50% nun in der “Industrie” beschäftigt war, “akzeptiert”, so hat er vielleicht Recht, wenn er feststellt, daß zum ersten Mal in der Geschichte mehr als 50% der Bevölkerung gewerblich tätig waren und damit die Auffassung der Physiokraten und Traditionalisten praktisch widerlegt war; aber er vergißt schlicht, daß “Industrie” hier ein breites Feld zwischen zwei Extrempolen bezeichnet: der traditionellen Klein-, Haus-und Heimindustrie einerseits, der modernen Fabrik-und Großindustrie andererseits.Google Scholar
  43. 70.
    T. Pirker: Vom “Ende der Arbeiterbewegung” in: R. Ebbighausen/ F. Tiemann (Hrsg.): Das Ende der Arbeiterbewegung in Deutschland?. Opladen 1984. S. 39 ff.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Hans-Peter Müller

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