Advertisement

Die entscheidungslogisch-orientierte Organisationstheorie als Fundament der Untersuchung

  • Ulrich Streibl
Chapter
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Zur Analyse der Organisationsproblematik in der Kommunalverwaltung der Bundesrepublik Deutschland wird der vorliegenden Arbeit eine entscheidungslogisch-orientierte Betrachtungsperspektive zugrunde gelegt. Für die Einordnung und Spezifizierung des entscheidungslogisch-orientierten Gestaltungsansatzes empfiehlt sich zunächst ein Blick auf den gegenwärtigen Stand der Organisationswissenschaften.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 1).
    Vgl. Frese (Organisationstheorie a), 1992, S. 109.Google Scholar
  2. 2).
    Klaus Türk sieht in dem gemeinsamen Objektbereich die einzige Legitimation für die Verwendung des Begriffs ‘Organisationstheorie’ als Klammer um die gesamte, vielgestaltige Menge unterschiedlicher Ansätze, die sich mit dem Organisationsphänomen beschäftigen. Vgl. Türk (Einführung), 1975, S. 7.Google Scholar
  3. 3).
    Der Begriff ‘Organisation’ wird in den Organisationswissenschaften uneinheitlich verwendet. Grundsätzlich lassen sich zwei Arten der Begriffsverwendung unterscheiden: der institutionelle und der instrumentale Organisationsbegriff. Der institutionelle Organisationsbegriff bezeichnet zielgerichtete soziale Gebilde mit einer formalen Struktur (d.h. eine Unternehmung oder eine Verwaltungseinrichtung ist eine Organisation). Dieser Organisationsbegriff kann zur Bezeichnung unterschiedlichster Institutionen (z.B. Unternehmungen, Verwaltungsinstitutionen, Vereine, Schulen, Krankenhäuser, etc.) verwendet werden. Der instrumentale Organisationsbegriff dagegen bezeichnet die zielorientierte Steuerung arbeitsteiliger Entscheidungs- und Realisationshandlungen in multipersonalen sozialen Systemen durch organisatorische Regelungen (d.h. eine Unternehmung oder Verwaltungseinrichtung hat eine Organisation). In dieser Arbeit wird der Organisationsbegriff, falls nicht anders gekennzeichnet, im instrumentalen Sinne verwendet. Ist von sozialen Systemen (z.B. Verwaltungseinrichtungen) die Rede, so wird nicht der (institutionelle) Begriff der ‘Organisation’, sondern der Begriff der ‘Institution’ verwendet. Vgl. zum Organisationsbegriff z.B. Grochla (Grundlagen), 1982, S. 1 f.; Kieser/Kubicek (Organisation), 1992, S. 4 ff.; Laßmann (Koordination), 1992, S. 3 f.; Laux/Liermann (Grundlagen), 1993, S. 3; Schanz (Organisation), 1992, Sp. 1459 ff. und von Werder (Organisationsstruktur), 1986. S. 35 ff.Google Scholar
  4. 4).
    Vgl. Ebers (Aufgaben), 1981, S. 1.Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. Kieser (Anleitung), 1995, S. 2 f.Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. Ebers (Aufgaben), 1981, S. 1 und Laux/Liermann (Grundlagen), 1993, S. 3.Google Scholar
  7. 7).
    Vgl. Kieser (Anleitung), 1995, S. 2.Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. hierzu die Abhandlung wissenschaftstheoretischer Grundlagen bei Kieser (Anleitung), 1995, S. 4 ff.Google Scholar
  9. 9).
    Vgl. Frese (Organisationstheorie a), 1992, S. 109 oder Frese (Organisationstheorie b), 1992, Sp. 1708. Eine ähnliche Unterscheidung trifft auch Kieser (Anleitung), 1995, S. 2 und S. 6 ff.Google Scholar
  10. 10).
    Dies bringt Erwin Grochla mit seinem Überblick über verschiedene Gliederungsversuche zur Organisationstheorie anschaulich zum Ausdruck. Grochla konstatiert das Fehlen eines aussagekräftigen, durchgehenden Ordnungskriteriums. Vgl. Grochla (Einführung), 1978, S. 101 ff. oder Grochla (Entwicklung), 1975, S. 8 ff. Es ist zu bezweifeln, ob ein allgemeingültiges, stringentes Gliederungskriterium gefunden werden kann oder gar, ob dies wünschenswert ist. Die einzelnen Ordnungsversuche sind jeweils von einem bestimmten Erkenntnisinteresse und vom Wissenschaftsverständnis des ordnenden Forschers abhängig und damit naturgemäß heterogen und vielfaltig.Google Scholar
  11. 11).
    Siehe Frese (Hrsg.) (Handwörterbuch), 1992.Google Scholar
  12. 12).
    Siehe dazu folgende Beiträge im Handwörterbuch der Organisation: Laux (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1733 – 1745; Schreyögg (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1746 – 1757; Kieser (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1758 – 1777; Wollnik (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1778 – 1797; Dlugos/Dorow (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1797 – 1805; Schüler (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1806 – 1817; Ebers (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1817 – 1838; Lehmann (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1838 – 1853; Schmidt (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1854 – 1865.Google Scholar
  13. 13).
    Die entscheidungsprozeß-orientierten Ansätze der Organisationstheorie werden in der Literatur auch als entscheidungsverhaltens-orientierte Ansätze bezeichnet. Vgl. z.B. Grochla (Einführung), 1978, S. 166 und S. 181 ff. oder Kieser/Segler (Ansätze), 1981, S. 129 ff.Google Scholar
  14. 14).
    Vgl. Grochla (Einfuhrung), 1978, S. 165 ff. und Kieser/Segler (Ansätze), 1981, S. 129 ff. Siehe auch die vorstehende Darstellung der Hauptströmungen in der Organisationstheorie.Google Scholar
  15. 15).
    Die entscheidungsprozeß-orientierte Richtung der Organisationsforschung wurde vor allem durch Herbert A. Simon und James G. March sowie im deutschsprachigen Raum durch Werner Kirsch geprägt. Grundlegende Arbeiten sind Simon (Behavior), 1947/1965; March/Simon (Organizations), 1958 und Kirsch (EntScheidungsprozesse I/II/III), 1970/1971/1971.Google Scholar
  16. 16).
    Aufgrund des beschreibenden und erklärenden Erkenntnisinteresses werden die entscheidungs-prozeß-orientierten organisationstheoretischen Ansätze der deskriptiven Entscheidungstheorie zugeordnet. Vgl. hierzu und allgemein zu den entscheidungsprozeß-orientierten Ansätzen Grochla (Einfuhrung), 1978, S. 181 ff; Kieser/Segler (Ansätze), 1981, S. 134 ff. und Schreyögg (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1746 ff.Google Scholar
  17. 17).
    Vgl. Kirsch (EntScheidungsprozesse III), 1971, S. 94 ff. und zusammenfassend Kieser/Segler (Ansätze), 1981, S. 134 ff.Google Scholar
  18. 18).
    Vgl. Frese (Organisationstheorie a), 1992, S. 3.Google Scholar
  19. 19).
    Vgl. Kieser/Segler (Ansätze), 1981, S. 134.Google Scholar
  20. 20).
    Vgl. Grochla (Einfuhrung), 1978, S. 166.Google Scholar
  21. 21).
    Vgl. Frese (Grundlagen), 1995, S. 35 f.Google Scholar
  22. 22).
    Vgl. Laux (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1733 ff.Google Scholar
  23. 23).
    Vgl. Frese (Unternehmungsruhrung), 1987, S. 221 f. und S. 232 ff.Google Scholar
  24. 24).
    Die optimale Lösung eines Entscheidungsproblems kann in der praktischen Organisationsgestaltung in der Regel nicht oder allenfalls zufallig erreicht werden. Grund ist, daß die Struktur des Entscheidungsproblems an die begrenzte Informationsaufhahme- und Informationsverarbeitungskapazität der Entscheidungseinheit angepaßt werden muß. Jede Reduktion birgt die Gefahr, daß das Entscheidungsproblem und die Entscheidungsbedingungen gegenüber der Ausgangslage strukturell nur noch verzerrt abgebildet werden können und daß damit zwangsläufig die Optimalität der Entscheidungslösung nicht mehr garantiert werden kann. Eine Entscheidungseinheit kann daher nur versuchen, sich der optimalen Lösung des Entscheidungsproblems möglichst weit anzunähern. Vgl. Frese (Grundlagen), 1995, S. 46 f.Google Scholar
  25. 25).
    Die entscheidungslogisch-orientierte Organisationstheorie ist bestrebt aufzuzeigen, wie organisationsrelevante Entscheidungsprobleme zielorientiert gelöst werden können, um daraus organisatorische Gestaltungsempfehlungen abzuleiten. Sie wird deshalb auch der präskriptiven Entscheidungstheorie zugerechnet. Vgl. hierzu Grochla (Einführung), 1978, S. 166; Kieser/Segler (Ansätze), 1981, S. 130 und Laux (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1735.Google Scholar
  26. 26).
    Vgl. Frese (Grundlagen), 1995, S. 6.Google Scholar
  27. 27).
    Im Sinne der oben getroffenen Unterscheidung hinsichtlich des angestrebten Aussagegehaltes sind die entscheidungslogisch-orientierten Ansätze dem Teil der Organisationstheorie zuzurechnen, der in präskriptiver Weise Aussagen über die Steuerung des individuellen Verhaltens durch Organisationsstrukturen machen will. Siehe Dritter Teil, A., S. 96.Google Scholar
  28. 28).
    Zu diesen Ansätzen zählen z.B. die Teamtheorie, die Spieltheorie, die Agency-Theorie und preistheoretische Modelle. Einen Überblick über diese Ansätze geben z.B. Frese (Organisationstheorie a), 1992, S. 218 ff.; Grochla (Einfuhrung), 1978, S. 166 ff. und Schüler (Organisationstheorie), 1992, Sp. 1806 ff.Google Scholar
  29. 29).
    Auch die vorliegende Untersuchung wird bei der organisatorischen Analyse der Gestaltungsproblematik in Kommunalverwaltungen im Vierten und Fünften Teil der Arbeit Wirkungs- und Verhaltensannahmen einfuhren, um dem Anspruch der praktischen Relevanz der Untersuchungsergebnisse gerecht zu werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Ulrich Streibl

There are no affiliations available

Personalised recommendations