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Zusammenfassung

Die in der Zeit vom 28. September bis 8. Oktober 1959 durchgeführte Rheinuntersuchung entsprach den Untersuchungen früherer Jahre, d. h., sie wurde bei niedrigstem Wasserstand, also biologisch ungünstigen Verhältnissen, durchgeführt, was den indikatorischen Wert der Untersuchungsbefunde naturgemäß herabsetzte. Günstig war in diesem Jahr, daß die Jahreszeit noch nicht zu weit fortgeschritten war und die Wassertemperaturen auch nicht sehr niedrig waren, so daß die Organismen mit einjähriger Entwicklung noch nicht abgestorben waren. Trotzdem erwies sich der absinkende Wasserstand als der entscheidendere Faktor, da manche Organismen nicht in der Lage waren, dem Wasser zu folgen, sondern vertrockneten oder sich zwischen den Steinen verkrochen. Dieser Umstand ist entschieden einschneidender als etwa die Konzentrationserhöhung der Abwasserbestandteile durch die geringe Wassermenge, die nur unmittelbar unterhalb mancher Werke biologisch wirksam sein kann. Sie wäre es, wenn es auf der untersuchten Strecke empfindlichere Organismen gäbe, es gibt sie aber nicht. Als die empfindlichsten der noch vorhandenen können die Rotalgen (Chantransia) und die Wasser- oder Quellmoose (Fontinalis) angesehen werden, aber die sehr kleinen Rotalgen sind schwer zu finden, und die Standorte der Wassermoose liegen vor allem im unteren Gebiet, wo die Lichtverhältnisse eine starke Einschränkung ihres Wohnraumes in vertikaler Richtung verursachen, bei niedrigem Wasserstand trocken. An Tieren können nur die Schnecken Neritina und Bithynia als Indikatoren für das Fehlen einer vor allem industriell stärkeren Belastung angesehen werden, doch wird anscheinend ihre Zahl bei sinkendem Wasserstand mehr oder weniger stark dadurch reduziert, daß sie sich zwischen den Steinen verkriechen. Als Kiemenschnecken besitzen sie einen Deckel, mit dem sie ihr Haus verschließen und so an geschützter Stelle das Ansteigen des Wasserspiegels abwarten können. Der einzige Organismus, für dessen Auffinden ein niedriger Wasserstand sogar von Vorteil ist, ist die Muschel Dreissensia, auf die in früheren Berichten schon mehrfach verwiesen wurde. Früher auf der oberen Untersuchungsstrecke stellenweise zahlreich, galt sie später als ausgestorben. Bei dieser Untersuchung wurde sie erstmalig wieder in einem Exemplar oberhalb Wesseling bei km 668,2 gefunden.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1963

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Husmann

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