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Jugendarrest pp 215-224 | Cite as

Mädchen im Arrest

  • Edwin Keiner
Chapter

Zusammenfassung

Die Frage nach Arrestantinnen, ihrer sozialen Herkunft, ihren Delikten und ihrer Bewertung von Gerichtsverfahren und Arrestvollzug stellt sich als besonderes Problem und wird deshalb in einem eigenen Kapitel diskutiert. Wie auch in anderen Bereichen des allgemeinen und des Jugendstrafrechts und -vollzugs ist auch im Arrest der Anteil von Frauen und Mädchen relativ gering. Dieser auffällige und immer wieder bestätigte Befund erzeugt jedoch nicht unerhebliche Erklärungsprobleme. Die theoretischen Ansätze, die die weibliche Delinquenz und die “quantitative(n) Disproportionalität”1 der Anteile beider Geschlechter zu analysieren versuchen, sind umstritten und in ihrer Erklärungskraft zugleich relativ unbefriedigend. Neuere Angebote zu einer Klassifizierung der “bisherigen Theorien und Erklärungsversuche” “für die geringe weibliche Delinquenzbelastung” verorten sie zwischen zwei Polen—“der psychophysischen Ausstattung des weiblichen Geschlechts” einerseits und “soziokulturellen Faktoren, insbesondere ... der gesellschaftlichen Rolle der Frau”2 andererseits. Innerhalb dieses Rahmens finden dann biologisch-genetische, rollen- und sozialisations- oder emanzipationstheoretische Erklärungsversuche ihren Platz. Diese ’Skala’ mag auf den ersten Blick plausibel erscheinen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Edwin Keiner

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