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Einleitung

  • Edwin Keiner
Chapter

Zusammenfassung

In den vielfältigen und verzweigten Diskussionen der Jugendstrafrechtspflege nimmt der Jugendarrest nicht unbedingt eine zentrale Stellung ein. Von einer kontinuierlichen und intensiven Beachtung kann nicht die Rede sein, man kann sogar von einer gewissen ‘Randständigkeit’ dieser Institution innerhalb der Diskussionen um das Jugendstrafrecht und seine Folgen sprechen. Die Tatsache allerdings, daß der Jugendarrest von Zeit zu Zeit — und meist in Verbindung mit alternativen Sanktionsformen — in der Fachöffentlichkeit kritisch, programmatisch und kontrovers diskutiert wird, läßt darauf schließen, daß seine Gestaltung, Struktur und Legitimität zu einer der vielen ungelösten Schwierigkeiten der Jugendstrafrechtspflege gehört.1 Gerade in den letzten Jahren werden erneut die Möglichkeiten seiner Reform und die Anpassung seiner Vollzugspraxis an den rechtlich fixierten erzieherischen Auftrag diskutiert, aber auch seine Abschaffung und Ersetzung durch sogenannte ‘ambulante’ oder ‘alternative’ Maßnahmen propagiert. Die breite, nicht-fachgebundene öffentlichkeit hingegen verbindet den Jugendarrest eher mit der Jugendstrafe und Jugendstrafanstalten, als daß sie die im Jugendgerichtsgesetz (JGG) selbst ausgewiesenen Sanktionsdifferenzierungen und die dort formulierte spezifische Stellung des Jugendarrests als ein ‘Zuchtmit-teP zwischen Erziehungsmaßregeln und Jugendstrafe zur Kenntnis nähme.

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Literatur

  1. 1.
    Eine neuere politische Problematisierung findet der Jugendarrest im Rahmen einer Antwort der Bundesregierung (1986), S. 24 f.Google Scholar
  2. 2.
    Voss (1986a), Kap. 1.2. für die Entwicklung des Jugendstrafrechte bis 1923.Google Scholar
  3. 3.
    Als neueren rechtstheoretischen Versuch, das Verhältnis von Strafrecht und Erziehung als “stmkturelle(n) Gegensatz” (S. 135) — trotz mancher “überschneidungen” (S. 136) — herauszuarbeiten Eckert (1982). Das Verhältnis von Erziehung und Strafe im Hinblick auf den Straf- bzw. Arrestvollzug sind kontinuierende und obligatorische Themen in der deutschen Diskussion zum Jugendstrafrecht. Vgl. u.a. Krause (1941), S. 13 ff., S. 54 ff., S. 74 ff., Peters (1941), S. 552 ff., Lange (1944), Gallas (1937), Becker (1950) und Kap. 1.4 dieser ArbeitGoogle Scholar
  4. 4.
    Oetker (1909), S. 8.; Becker (1950), S. 2 und Jung (1978), S. 622 sprechen von einer “Zwitterstellung” des Jugendarrests.Google Scholar
  5. 5.
    Richtlinien (1980), § 17, S. 404 f.. Schon Borst (1939), S. 40 verteidigt das geltende JGG und wendet sich insbesondere gegen den Vorwurf, daß die Praxis des geltenden JGG — fußend auf einer “typische(n) Idee des sozialliberalen Jugendstrafrechts” — “den Gegensatz von Strafe und Erziehung verwische und zur Bildung eines doppelten Strafbegriffs beigetragen habe: Vergeltungsstrafe für die Erwachsenen, Erziehungsstrafe für den jugendlichen Täter”.Google Scholar
  6. 6.
    Eisenberg (1987), S. 485Google Scholar
  7. 7.
    Luhmann/Schorr (1979), S. 53Google Scholar
  8. 8.
    Für das Konzept der überschneidungsbereiche Luhmann/Schorr (1979), S. 53 ff.. Bei Schriewer (1987) wird das Konzept der ‘überschneidungsbereiche’ aufgegriffen, systematisch weitergeführt und u.a. auch am Beispiel des Jugendstrafrechts (S. 88 f.) illustriert.Google Scholar
  9. 9.
    Vorarbeiten hierzu finden sich z.B. bei Eisenhardt (1977), S. 12–44, Sieverts (1961), Pfeiffer (1981). Eisenhardt (1977) bietet im übrigen informative und detaillierte Hinweise zur Entwicklung des Jugendarrests. Die Darstellung ist jedoch eher deskriptiv-referierend als theoriegeleitet-analysie-rend. Pfeiffer (1981) geht in seinem knappen historischen Abriß (S. 29–32) eher normativ-ideologiekritisch vor. Die ältere Arbeit von Sieverts (1961) ist historisch sehr informativ, zeigt jedoch deutliche Bemühungen politischer RechtfertigungGoogle Scholar
  10. 10.
    Pfeiffer (1983), S. 44, S. 154 f., Krause (1941), S. 3 ff.. Zur Geschichte des Jugendstrafvollzugs bis zum Ersten Weltkrieg Cornel (1980).Google Scholar
  11. 11.
    Sieverts (1961), S. 154 f. nennt Van Dühren (1925) und Curt Bondy (1927); als Vorbild für den Jugendarrest gilt nach Krause (1941), S. 42 das schweizerische Strafrecht. Dort sei der Jugendarrest seit den 20er Jahren in mehreren Kantonen eingeführt worden.Google Scholar
  12. 12.
    Als Grund nennt Sieverts (1961), S. 155: “da es an einer zentralen Regelung dieser Fragen im Reich fehlte, die Angelegenheit der Länder und der militärischen Generalkommandos waren, kam es zu keiner einheitlichen Regelung.” Hier fehlen aber noch historische Untersuchungen, die z.B. der Frage nach den Folgen der unterschiedlichen Interessenlagen von Verwaltung, Juristen und Pädagogen nachgehen.Google Scholar
  13. 13.
    Pfeiffer (1983), S. 44, Anm. 27, Hammerschlag (1927), S. 56 f. Dort wird der Jugendarrest als Hausarrest konzipiert.Google Scholar
  14. 14.
    Sieverts (1961), S. 155, Rohrs (1966), S. 45Google Scholar
  15. 15.
    Sieverts (1961), S. 155Google Scholar
  16. 16.
    Schaffstein (1936), S. 66. Als kritischen Kommentar zu den Diskussionen um den Jugendarrest Borst (1939), S. 39–44, Krause (1941), Dra (1940), Villinger (1939), Schmidhäuser (1939, wiederabgedr. 1968), Schmidhäuser (1939), Nagler (1941). Vgl. auch Eisenhardt (1977), S. 12; Denkschrift (1977), S. 33; Sieverts (1961), S. 155 f.. Die Entwicklungen im deutschen Jugendstrafrecht werden auch vom Ausland aus aufmerksam beobachtet, vgl. Kirchheimer (1938/39).Google Scholar
  17. 17.
    U.a diese Verordnung ist abgedruckt in: Rietzsch (1941). Vgl. auch Pichler-Drexler (1941)Google Scholar
  18. 18.
    Zur nationalsozialistischen Jugendpolitik u.a. Klönne (Hrsg.) (1981), Klönne (1982), Muth (1982), Hellfeld/Klönne (1985), Wolff (1985), Otto/Sünker (Hrsg.) (1986), Hellfeld (1987).Google Scholar
  19. 19.
    Denkschrift (1977), S. 33 f., Schulze (1942), S. 71Google Scholar
  20. 20.
    Axmann (1940), S. 1258Google Scholar
  21. 21.
    Axmann (1940), S. 1258Google Scholar
  22. 22.
    Boldt (1940), S. 2033 betrachtet den Jugendarrest aus der Perspektive des Kriegsstrafrechts. Seine Einführung findet “als eines Kriegsgesetzes überhaupt seine innere Rechtfertigung in dem Ziel, durch den JA. ein geeignetes Mittel für die Bekämpfung einer besonderen Kriegs-Jugendkriminalität zu schaffen.”. Eisenhardt (1977), S. 18Google Scholar
  23. 23.
    Rietzsch (1941), S. 491Google Scholar
  24. 24.
    Axmann (1940), S. 1258, Rietzsch (1941), S. 496. Ein wesentlicher Grund für diese Ende der 30er Jahre entstehende Problematik dürfte auch in einer demographischen Entwicklung, die zu einem Rückgang der Zahl der Jugendlichen geführt hatte, liegen. Die damit verbundene gesteigerte Nachfrage nach jugendlichem Arbeitspotential scheint sich bei Jugendlichen auch im Sinne einer geringeren Bereitschaft, Arbeitsleistungen zu erbringen ausgewirkt zu haben. Diesen Hinweis verdanke ich Klaus Harney, Harney (1987), Petrick (1974), S. 65.Google Scholar
  25. 25.
    Axmann (1940), S. 1258Google Scholar
  26. 26.
    Krause (1941), S. 32. Zur überfüllung und der Situation beim Vollzug kurzfristiger Strafen in Gefängnissen Schmidhäuser (1939).Google Scholar
  27. 27.
    Krause (1941), S. 12, s. auch Sieverts (1961), S. 156 mit dem problematischen Versuch, die Qualität der Arbeit der ‘Arbeitsgemeinschaft’ mit Verweis auf ihre professionelle Autonomie und die Einführung des Jugendarrests als ‘Rettung’ der Jugendlichen vor der Gestapo zu rechtfertigen.Google Scholar
  28. 28.
    Muth (1982), S. 378 ff.Google Scholar
  29. 29.
    Besprechungsniederschrift vom 25.1.1940, Bundesarchiv Koblenz R22/1189, Bl. 59–70, zit. nach Hellfeld (1987), S. 204, ohne Bezug auf den Jugendarrest. Dieser ergibt sich jedoch aus Muth (1982), S. 378, Anm. 34.Google Scholar
  30. 30.
    Muth (1982), S. 378Google Scholar
  31. 31.
    StS Landfried an Reichsjustizministerium, 25.4.1940, Bundesarchiv R22/1189, Bl. 108, zit. nach Muth (1982), S. 378 f.Google Scholar
  32. 32.
    Jugenddienstarrest (1940), Jugenddienstarrest (1942), Hitler-Jugend und Jugendrechtspflege (1943)Google Scholar
  33. 33.
    Muth (1982), S. 380, 382; Krause (1941), S. 57 mit dem Hinweis, der Jugendarrest solle wie eine “Tracht Prügel” wirken.Google Scholar
  34. 34.
    Muth (1982), S. 385. Vgl. auch schon die Kontroversen zwischen Himmlers Polizei auf der einen und Fürsorgebehörden und Vormundschaftsgerichten auf der anderen Seite über die ‘Bewahrung Verwahrloster’. Sie führten zu einem “Vorstoß Himmlers und Heydrichs während einer Ministerbesprechung über Jugendbetreuung im Kriege bei Göring am 1. Februar 1940”. “Himmler plädierte hier für die Errichtung von polizeilichen ‘Jugenderziehungslagern’, ‘da nach seinen Beobachtungen die Fürsorgeerziehung nicht zum Ziele führte’, während der Staatssekretär im Reichsjustizministerium, Roland Freister, für die gerichtliche Verhängung von Jugendarresten und in schweren Fällen für die Verurteilung zu Haft unbestimmter Dauer als Alternative eintrat.” Peukert (1986), S. 283.Google Scholar
  35. 35.
    Muth (1982), S. 384, vgl. auch Guse/Kohrs/Vahsen (1986).Google Scholar
  36. 36.
    Peters (1941), S. 564, der als Grund für die “Zulässigkeit des Jugendarrestes im polizeilichen Strafverfahren ... eine Entlastung der Jugendgerichte” vermerkt. Lt. einer Umfrage der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ) bei 35 Jugendämtern im Jahre 1941 wurden in einer Großstadt — ohne Nennung der absoluten Zahlen -100% der ‘Berufsschulschwänzer’ und 74% der Verstöße gegen die ‘Polizeiverordnung zum Schutze der Jugend’ von der Polizei mit Ju-gendarrest belegt. Peters (1942), S. 175, Muth (1982), S. 403, Anm. 98Google Scholar
  37. 37.
    Vollzug der Schutzhaft an Jugendlichen (1942).Google Scholar
  38. 38.
    Tigges (1943), S. 362; auch schon Krause (1941), S. 86 ff..Google Scholar
  39. 39.
    Kümmerlein (1943b) in einem Anschlußkommentar zu Tigges (1943), S. 364. Kümmerlein, ein einflußreicher Verwaltungsbeamter im Reichsjustizministerium mit guten Kontakten zur Reichsjugendführung, hatte sich — so Muth (1982), S. 382, Anm. 48 — “gegenüber allen Versuchen des RSHA, durch Kompetenzerweiterungen der Polizei Einfluß auf die Jugendstrafrechtspflege zu gewinnen, scharf ablehnend verhalten”. Diese Ablehnung — so wird deutlich — gründete aber offensichtlich nur in partikularen Macht- und RessortfragenGoogle Scholar
  40. 40.
    Peters (1942), S. 176 f.. Festgestellt wird jedoch, die besten Ergebnisse seien “bei Jugendlichen aus ordentlichen Familien” zu erzielen. (S. 177)Google Scholar
  41. 41.
    Peters (1942), S. 174, im Bezug auf Kümmerlein. Für eine Großstadt und 1941 berichtet Peters (1942), S. 175 von 75% der Urteile auf Jugendarrest. Für ländliche Bereiche (Allgäu) vgl. auch die sozialstatistische Untersuchung zum Jugendarrest von Blenk (1942), nur Prozentangaben.Google Scholar
  42. 42.
    Pannewick (1945), S. 71. Oestmann (1944) mit einer Untersuchung über weibliche Arrestantinnen in den Regierungsbezirken Lüneburg und Stade im Zeitraum von 1941 bis 1944. Oestmann untersuchte in diesem Zeitraum 168 (!) Mädchen einer Jugendarrestanstalt mit einer Durchschnittsbelegung von 11 Insassen pro Tag und 12 Zellen, davon 9 für Jungen und 3 für Mädchen.Google Scholar
  43. 43.
    Peters (1942), S. 175, mit Bezug auf Kümmerlein; schon Peters (1941), S. 559 warnt vor dem Jugendarrest als “Lückenbüßerin für Verlegenheitslösungen”.Google Scholar
  44. 44.
    Peters (1942), S. 175, Kümmerlein (1942)Google Scholar
  45. 45.
    Als Warnung schon Krause (1941), S. 64 unter Verweis auf Göring. Peters (1942), S. 178 aufgrund von Jugendamtsberichten und mit dem Hinweis auf die fehlende Differenz der ‘Härte’ des Arrestvollzuges zur Härte des Alltags: Es “ist nicht zu verkennen, daß das Problem des ‘Ernstnehmens des Jugendarrestes’ heute tatsächlich dadurch erschwert ist, daß die Jugend an Härte, unbequemes Lager, beschränkte Kost und vor allem an Arbeit gewöhnt ist.” Vgl. Muth (1982), S. 379, Anm. 40.Google Scholar
  46. 46.
    Eisenberg (1985), S. 367 zeichnet die Kontinuitätslinien m.E. zu stark. Für ihn ist auch aktuell “die Ausgestaltung des Jugendarrestes, einer der Hitler-Jugend entlehnten Maßnahme, von nationalsozialistischer Zielsetzung und Ideologie gekennzeichnet; daran haben auch die im Jahre 1976 vorgenommenen änderungen der JAVollzO im wesentlichen nichts ändern können.” Für das Jugendstrafrecht und den Jugendarrest ist die Frage nach Kontinuitäten und Diskontinuitäten noch weitgehend unbearbeitet. Für ähnliche Befunde in der Pädagogik Tenorth (1985), S. 53 f., 125; Richter (1986).Google Scholar
  47. 47.
    Axmann (1940); Axmann war zu dieser Zeit zugleich Vorsitzender des Jugendrechtsausschusses der Akademie für Deutsches Recht. Die Akademie für Deutsches Recht hatte schon 1938/39 bei den erwähnten Kompetenzstreitigkeiten die Partei der Fürsorgebehörden und Vormundschaftsgerichte gegen die Polizei ergriffen, Peukert (1986), S. 282 f.Google Scholar
  48. 48.
    Jugendrichtertagung (1940), S. 1275 (Zusammenfassender Bericht ohne Autorenangabe)Google Scholar
  49. 49.
    Axmann (1940), S. 1257Google Scholar
  50. 50.
    Freisler (1940), S. 1406Google Scholar
  51. 51.
    Freister (1940), S. 1407. Bereits am 13.3.1939 hatte Baidur von Schirach auf der zweiten Sitzung des Jugendrechtsausschusses in der Akademie für Deutsches Recht den Grundgedanken des nationalsozialistischen Jugendstrafrechts formuliert: “Nicht, daß der Jugendliche bestraft wird, scheint mir das wesentliche Ziel des neuen Jugendstrafrechts, sondern daß er und seine Gemeinschaft die an ihm vollzogene Strafe als einen erzieherischen Akt empfinden” (zit. nach Axmann (1940), S. 12S7). Daraus folgert Axmann: “Erstens kommt es darauf an, daß sämtliche Strafmittel bei Jugendlichen darauf abgestimmt werden, einen möglichst großen Erziehungserfolg zu erreichen. An zweiter Stelle ist die Wirkung der ausgesprochenen Maßnahme nach außen, insbesondere auf die Gemeinschaft der Jugend, zu beachten.” (ebd.). Für die Konzeption einer weitreichenden Verknüpfung von Jugendstrafrecht, Jugendrecht und nationalsozialistischer Jugendpolitik vgl. den Artikel des Vorsitzenden des Jugendrechtsausschusses der Akademie für Deutsches Recht, Wolfgang Siebert, (1941).Google Scholar
  52. 52.
    Axmann (1940), S. 1257Google Scholar
  53. 53.
    Freisler (1940), S. 1406Google Scholar
  54. 54.
    Freisler (1940), S. 1405; Rechtspflege (1940), S. 1243, Axmann (1940), S. 1257. Das historische Argument pointiert: “Von dem Gefängnis, das der Jugendliche nicht zu sehen bekommt, kann er sich keine deutliche Vorstellung machen. Die abschreckende Wirkung eines bloßen Ausspruchs der kurzen Freiheitsstrafe ist daher gerade beim Jugendlichen gering .... Die Reue in der Hauptverhandlung weicht der bequemen Vorstellung, einmal sei keinmal”. So der Ministerialrat im Reichsjustizministerium, Otto Rietzsch (1941), S. 492. Vgl. die ähnlichkeit der historischen Argumente mit aktuellen Diskussionen um den ‘Einstiegsarrest’. Kritisch zum ‘Einstiegsarrest’ Pfaff (1984); Pädagogischer Schock (1984). Zustimmend Schaffstein (1978), S. 99 f.. Vgl. auch die Kontroverse zwischen Brunner/Schaffstein (1986) und Herrlinger/Eisenberg (1987).Google Scholar
  55. 55.
    Freister (1940), S. 1405, Rietzsch (1941), S. 491 ff.Google Scholar
  56. 56.
    Freister (1940), S. 1411Google Scholar
  57. 57.
    Jung (1978), S. 622: “Der Jugendarrest (erscheint) als Ausdruck des Bestrebens nach einer weiteren Ausdifferenzierung und Individualisierung des jugendstrafrechtlichen Sanktionensystems.” Dieser Hinweis wird jedoch nicht weiter ausgearbeitet.Google Scholar
  58. 58.
    Pfeiffer (1983), S. 45., Pfeiffer (1981), S. 29, Anm. 1., Hubert (1986), S. 345 f. zum Jugendstrafrecht im Nationalsozialismus, allerdings ohne Bezug auf den Jugendarrest.Google Scholar
  59. 59.
    “Durch die Einführung des Jugendarrestes werden Zuchthaus- und Todesstrafe in ihrer Stellung nicht berührt.” Krause (1941), S. 78. Auf der anderen Seite “(gibt) die Einführung des Jugendarrestes Veranlassung, sich mit dem Wert und Unwert von Erziehungsmaßnahmen auseinanderzusetzen”, (ebd., S. 79). Der Informationsdienst des Reichsministers der Justiz erklärt in einem Bericht vom 1.1.1944 das Ansteigen der Jugendkriminalität im Krieg u.a. aus den Folgen der Einführung des Jugendarrests für die Statistik. “Insbesondere hat die Einführung des Jugendarrest zweifellos zu einem gewissen Anwachsen der Zahl der Verurteilungen zu Lasten der Verfahrenseinstellungen geführt.” Zit. nach Hellfeld/Klönne (1985), S. 330Google Scholar
  60. 60.
    Scheffler (1981), S. 457; Beschleunigung des Jugendstrafverfahrens und der Vollstreckung von Jugendarrest (1943)Google Scholar
  61. 61.
    Scheffler (1981), S. 457; u.a. auch die Einführung der Jugendstrafe von unbestimmter Dauer (1941) ist zu diesen Verschärfungen zu rechnenGoogle Scholar
  62. 62.
    Rietzsch (1941), S. 493; für die leitenden Begriffe der nationalsozialistischen Jugendrechtsideologie Hubert (1986), Siebert (1941).Google Scholar
  63. 63.
    Wolff (1985), S.648; Zur ‘rassebiologischen Aufgabe des Jugendstrafrechts’ Freisler (1939)Google Scholar
  64. 64.
    Zum Begriff der ‘Ehre’ im Jugendstrafrecht u.a. Schaffstein (1935), Krause (1941), S. 9 f., 45 f., Kiemer (1941), S. 26Google Scholar
  65. 65.
    Axmann (1940), S. 1257. Da der Gemeinschaftsbegriff auf die ‘deutsche Volksgemeinschaft’ bezogen war, konnte — festgeschrieben in der Jugendarrestvollzugsordnung von 1943 — Jugendarrest ausschließlich gegen deutsche Jugendliche verhängt werden. Eisenhardt (1977), S. 16, Denkschrift (1977), S. 34, Hellfeld/Klönne (1985), S. 187, Schulze (1942), S. 14, Kümmerlein (1943a), S. 532. Die Verordnung zur Ergänzung des Jugendstrafrechts vom 4.10.1940 gestattet noch die Anwendung des Jugendarrests auf ausländische Jugendliche (Erläuterung III zu § 1, S. 500); die Verordnung zur Durchführung der Verordnung zur Ergänzung des Jugendstrafrechts vom 28.11.1940 schließt z.B. Polen und polnische Juden aus (Erläuterung zu § 9, S. 524) (beide Verordnungen sind abgedruckt in Rietzsch (1941), hierauf beziehen sich auch die Seitenangaben).Google Scholar
  66. 66.
    Das ist auch daran zu sehen, daß — entsprechend der 1. Durchführungsverordnung vom 28.11.1940, und auch noch heute — neben Jugendarrest zwar auch Erziehungsmaßregeln, jedoch nicht Jugendstrafe verhängt werden dürfen. Rechtspflege (1940), S. 1243, Krause (1941), S. 56, 59. Zu Gemeinschaftsideologie und Ehrbegriff im Jugendarrest auch Eisenhardt (1977), S. 14 ff.Google Scholar
  67. 67.
    “Gerade dem jungen Menschen ... muß handgreiflich und unverwischbar gesagt werden: ‘Bis hierher und nicht weiter’. Es muß ihm blitzartig zum Bewußtsein gebracht werden, daß die Volksgemeinschaft, deren Ordnung er gestört hat, eine ungeheuere Macht ist, eine Autorität, der er sich unter allen Umständen zu beugen hat und die man niemals ungestraft angreifen kann”. Borst (1939), S. 42. Der Jugendarrest sei “ein Zuchtmittel ..., das den Jugendlichen nachdrücklich zur Ordnung rufe und das seinen wesentlichen Inhalt und seine Rechtfertigung durch die mit ihm beabsichtigte Schockwirkung erhalte”. Jugendrichtertagung (1940), S. 1276. Dem Problem, daß ‘die Strafe der Tat auf dem Fuße folgen müsse’ widmet auf der Jugendrichtertagung am 7.11.1940 der Oberregierungsrat Mielke einen ganzen Vortrag (ebd., S. 1276 f.), Freister (1940), S. 1410.Google Scholar
  68. 68.
    Freister (1940), S. 1412Google Scholar
  69. 69.
    Jugendrichtertagung (1940), S. 1277Google Scholar
  70. 70.
    Rechtspflege (1940), S. 1234; Jugendrichtertagung (1940), S. 1276; Freister (1940), S. 1409. Für die Vorbilder des Jugendarrestvollzuges — Arrest im Gefängnis und Zuchthaus, bei der Wehrmacht oder dem Reichsarbeitsdienst — Eisenhardt (1977), S. 20 ff., Krause (1941), S. 42Google Scholar
  71. 71.
    Rechtspflege (1940), S. 1234. Vgl. auch die Empfehlung von Freister (1940), S. 1414: “Der Richter kann an den strengen Tagen auch eine warme Suppe geben lassen. In der jetzigen Zeit der Rationierung würde ich als Vollzugsrichter diese warme Suppe in aller Regel der Fälle ausgehen lassen ... Aus dem gleichen Grunde würde ich ... von der Möglichkeit Gebrauch machen, die strengen Tage — soweit sie sich auf die Ernährung auswirken — bereits nach einer und nicht erst nach zwei Wochen zu beendigen.”Google Scholar
  72. 72.
    Freister (1940), S. 1412Google Scholar
  73. 73.
    Freister (1940), S. 1412Google Scholar
  74. 74.
    Freister (1940), S. 1412 f.; Eisenhardt (1977), S. 13 75 Eisenhardt(1977),S.13Google Scholar
  75. 76.
    Freister (1940), S. 1406Google Scholar
  76. 77.
    Rictzsch (1941), S. 493 f.Google Scholar
  77. 78.
    Rictzsch (1941), S. 494, mit Bezug auf SchaffsteinGoogle Scholar
  78. 79.
    Freister (1940), S. 1406; vgl. aber auch für die aktuelle Interpretation des § 16 JGG die Richtlinien (1980), S. 405: “Wird auf Jugendarrest erkannt, so darf die Fassung des Urteils nicht den unrichtigen Eindruck erwecken, als sei der Jugendarrest eine Strafe.”Google Scholar
  79. 80.
    Freisler (1940), S. 1408 f.Google Scholar
  80. 81.
    Freister (1940), S. 1409Google Scholar
  81. 82.
    Freisler (1940), S. 1412Google Scholar
  82. 83.
    Pfeiffer (1983), S. 44Google Scholar
  83. 84.
    Freister (1940), S. 1414Google Scholar
  84. 85.
    Wolff (1985), S. 643. Für den Einfluß der HJ auf die Fürsorgeerziehung Kraus (1974), S. 173 f.Google Scholar
  85. 86.
    Wolff (1985), S. 645Google Scholar
  86. 87.
    Wolff (1985), S. 642Google Scholar
  87. 88.
    Vgl. die für den Jugendarrest noch zu prüfenden Hinweise bei Wolff (1985), S. 651: Loyalitätskonflikte zwischen NSDAP und Justiz seien für letztere dadurch noch verstärkt worden, “daß die NSDAP den Reichskanzler stellte, hingegen der oberste Dienstherr der Justiz, Minister Franz Gürt-ner, Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei war. Gürtner war bereits seit 1932 in den Kabinetten Papen und Schleicher Justizminister gewesen. Bei Gürtner wie bei den hohen Justizbeamten ‘dominierte das Bestreben, die Kompetenzen der Verwaltung durch Teilkonzessionen an das Programm der NSDAP zu bewahren oder angesichts ihres übersteigert erscheinenden Radikalismus ‘Schlimmeres zu verhüten”.” (mit Bezug auf D.v.Richthofen (Hrsg.): Beamte im Nationalsozialismus. Ausstellung der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NW, Düsseldorf 1984, S. 5). Diese These erscheint höchst problematisch und für eine historische Analyse zu undifferenziert, wenn man berücksichtigt, daß zu den ‘hohen Justizbeamten’ auch der Staatsekretär im Justizministerium und spätere Vorsitzende des Volksgerichtshofs, Roland Freisler, gehörte.Google Scholar
  88. 89.
    Jugenddienstarrest (1940), S. 1392. Die Einführung des Jugenddienstarrests war mit der Einführung der Jugenddienstpflicht notwendig geworden. “Bisher wurde der Jugendliche, bei dem der Appell an die Ehre nichts mehr fruchtete, aus der Gemeinschaft der HJ ausgeschieden .... Das geht jetzt nach Einführung der Jugenddienstpflicht nicht mehr.” (Axmann (1940), S. 1258)Google Scholar
  89. 90.
    Jugenddienstarrest (1940), S. 1392. Wurde ein Jugendlicher vor der Verhängung von Jugenddienstarrest verurteilt, darf nicht noch einmal Jugenddienstarrest wegen derselben Handlung verhängt werden. Ist nach der Verhängung von Jugenddienstarrest ein gerichtliches oder polizeiliches Verfahren anhängig, wird festgestellt ob von einer weiteren Ahndung der Handlung abgesehen werden kann. Ist eine Verurteilung noch nicht erfolgt und ist Freiheitsstrafe oder Jugendarrest zu erwarten, wird Jugenddienstarrest nicht verhängt.Google Scholar
  90. 91.
    Jugenddienstarrest (1940), S. 1392: “Eine Verhängung von Jugenddienstarrest (ist) nur dann zulässig, wenn die Zeit zwischen Bekanntwerden der dem Strafantrag zugrunde liegenden Handlung und der Entscheidung des Sonderbeauftragten, der den Jugenddienstarrest verhängt, nicht mehr als 21 Tage beträgt”.Google Scholar
  91. 92.
    Jugenddienstarrest (1940), S. 1392: “In Fällen, in denen ein besonderes Interesse der Hitler-Jugend besteht, einen Verstoß durch Dienststrafe zu ahnden, ersuche ich zu prüfen, ob mit Rücksicht auf die von der Hitler-Jugend veranlaßte oder in Aussicht genommene dienststrafrechtliche Ahndung von Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden wird abgesehen werden können.” Für die Vernetzung von HJ, anderen NS-Institutionen und Justiz und Verwaltung im Jugendbereich auch Kiemer (1941), Pannewick (1945), Wolff (1985), Kühn (1986).Google Scholar
  92. 93.
    Wolff (1985), S. 667; zu Justiz und Regime des Nationalsozialismus vgl. Gruchmann (1983); Staff (1978), S.40 f.; Peters (1973); Fraenkel (1974), Neumann (1977), S.509 ff.Google Scholar
  93. 94.
    Freister (1940), S. 1406Google Scholar
  94. 95.
    Freister (1940), S. 1406 f.Google Scholar
  95. 96.
    Freister (1940), S. 1410, S. 1411Google Scholar
  96. 97.
    Freister (1940), S. 1411Google Scholar
  97. 98.
    Freister (1940), S. 1413Google Scholar
  98. 99.
    Freister (1940), S. 1414, vgl. auch oben die Hinweise zur sozialen Kontrolle durch Aktenvermerke und Gespräche u.a. mit Eltern und NS-Organisationen.Google Scholar
  99. 100.
    Freister (1940), S. 1414Google Scholar
  100. 101.
    Freister (1940), S. 1407Google Scholar
  101. 102.
    Krause (1941), S. 62Google Scholar
  102. 103.
    “Daß der Jugendarrest die Haft verdrängen soll, braucht nicht erst lange ausgeführt zu werden” .Freister (1940), S. 1407, vgl. auch S. 1409, Rietzsch (1941), S. 491 f.Google Scholar
  103. 104.
    Freister (1940), S. 1407Google Scholar
  104. 105.
    Freister (1940), S. 1409Google Scholar
  105. 106.
    Freister (1940), S. 1409, Rietzsch (1941), S. 494Google Scholar
  106. 107.
    Freister (1940), S. 1408. Um aus solchen pädagogischen überlegungen heraus den Faktor Geld gänzlich zu eliminieren, geht deshalb auch “die Entscheidung, in der auf Jugendarrest erkannt wird,... ohne Kostenentscheidung” (ebd., S. 1409); Rietzsch (1941), S. 492 f.Google Scholar
  107. 108.
    Freister (1940), S. 1408; Rietzsch (1941), S. 494: “Der Anwendungsbereich des Jugendarrests wird umfassend sein.” In einer Revisionsentscheidung des 6. Strafsenats vom 14.11.1941 (1942), S. 268 werden diese extensiven Absichten weiter verdeutlicht und verstärkt: “Der Umstand, daß bei einer Straffestsetzung nicht unter das Strafmaß von 6 Monaten geschritten werden kann, schließt die Anwendung des Jugendarrestes nicht aus. Jugendarrest darf nur nicht an Stelle einer Zuchthaus- oder Kerkerstrafe treten. In allen anderen Fällen ist seiner Anwendung keine formale Grenze gezogen.” Vgl. auch Pichler-Drexler (1942)Google Scholar
  108. 109.
    Gegen dieses Konzept des nahezu ‘allmächtigen Richters’ formulierten aber auch schon Zeitgenossen ihre Kritik. So Krause (1941), S. 55 f., 60 f., 66Google Scholar
  109. 110.
    Sieverts (1961), S. 156Google Scholar
  110. 111.
    Voss (1986a), S. 202 f.Google Scholar
  111. 112.
    Kümmerlein (1943a)Google Scholar
  112. 113.
    Eisenhardt (1977), S. 28 ff., Jugendarrestvollzugsordnung (1943). Vorher war der Jugendarrestvollzug durch Richtlinien geregelt. Vgl. Jugendarrestordnung (1940), Richtlinien für den Vollzug des Jugendarrestes (1943).Google Scholar
  113. 114.
    Krause (1941), S. 75 bezeichnet den Jugendarrest als “’janusköpfige(s)’ Institut”. Daß er diese ‘Mittelstellung’ auch heute noch hat, zeigen aktuell die Stellungnahmen der Landesjustizverwaltungen in der Antwort der Bundesregierung (1986), S. 25. Sie “sprechen sich überwiegend für die Beibehaltung des Jugendarrestes aus. Auf ihn könne schon deshalb nicht verzichtet werden, weil ohne ihn im Sanktionensystem des JGG eine Lücke entstehen würde, die durch die Anordnung ambulanter Maßnahmen nicht gänzlich geschlossen werden könne. Es könnte sich daraus die Gefahr ergeben, daß die Schwelle zur Verhängung der Jugendstrafe abgesenkt würde.” Zum historischen Argument auch Krause (1941), S. 54 ff., Gallas (1937)Google Scholar
  114. 115.
    An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, daß Begriffe wie ‘Mittelstellung’ und ‘Komplettierung’ nicht statisch zu verstehen sind, sondern einen Zeitindex tragen, d.h. die historische Möglichkeit einer anderen Konkretisierung nicht ausschließen. Schon in den Diskussionen der Nationalsozialisten um den Jugendarrest läßt sich vereinzelt die schreckliche Vorstellung der “Jugendbewahrung” als “viertes Glied” des Jugendstrafrechts finden. Krause (1941), S. 75, Boldt (1940), S. 2035.Google Scholar
  115. 116.
    Zum Begriff der ‘relativen Autonomie’ im Hinblick auf Bildungssystem und Pädagogik Bourdieu/Passeron (1971). Luhmann/Schorr (1979), S. 46 ff. Für die Sozialarbeit Olk (1986), S. 109Google Scholar
  116. 117.
    Das Verhältnis von Erziehung und Strafe in je unterschiedlicher Gewichtung muß dabei als konstitutives Problem des gesamten Jugendstrafrechts gesehen werden. Vom “Kompromißcharakter des Jugendstrafrechts” spricht z.B. Mrozynski (1980), S. 148, s. auch Eckert (1982), S. 148, Jung (1978), S. 622. Sowohl von der Intention wie von der organisatorischen Konzeption und Struktur her gesehen findet dieses Verhältnis im Jugendarrest jedoch einen besonderen, auf die ‘Mittelstellung’ dieser Sanktionsform beziehbaren und entsprechend profilierten Ausdruck.Google Scholar
  117. 118.
    Rietzsch (1941) S. 494Google Scholar
  118. 119.
    Pfeiffer (1983), S. 44–45 wählt als eine Kapitelüberschrift in seinem knappen historischen Ab-riß “Die Entwicklung des Jugendstrafrechts von 1933 bis 1953”. Eisenhardt (1977), S. 35. In Baden-Württemberg wurden allerdings mit dem Gesetz vom 14.8.1946 die Höchstdauer des Dauerarrest von vier auf 10 Wochen erhöht und zugleich die Bestimmungen über die ‘strengen Tage’ mit einfacher Kost und hartem Lager (§ 66, Abs. 3 und 4 RJGG) gestrichen. Dalke (1950), S. 929 (Anm. zu C II 3), S. 932 (Anm. zu § 8), S. 952 (Anm. zu § 66).Google Scholar
  119. 120.
    Denkschrift (1977), S. 34Google Scholar
  120. 121.
    § 90 JGG. Selbst die aktuelle Antwort der Bundesregierung (1986), S. 24 f., auf die Frage, ob “das in § 90 JGG formulierte Vollzugsziel... zeitgemäß” sei, hält am Begriff des “Ehrgefühls” fest. Um die “Notwendigkeit der erzieherischen Gestaltung des Arrestvollzuges” zu betonen und gesetzlich vorzuschreiben, soll jedoch der § 90 JGG um einen zweiten Absatz erweitert werden. Er lautet: “ Der Vollzug des Jugendarrestes soll erzieherisch gestaltet werden. Er soll dem Jugendlichen Hilfen zur Bewältigung von Schwierigkeiten, die zur Begehung der Straftat beigetragen haben, anbieten”. (S. 2S)Google Scholar
  121. 122.
    Peters (1937), Kümmerlein (1943a), S. 531Google Scholar
  122. 123.
    Zur JAVollzO von 1966 Potrykus (1966).Google Scholar
  123. 124.
    Anfrage des Abgeordneten Gallus am 21.3.1973. Mitteilung (1973)Google Scholar
  124. 125.
    Jaath (1977), Roestel (1976), Schenker (1976). Als Vertreter der alten Ordnung Ficht (1976).Google Scholar
  125. 126.
    Aber auch weit nach 1945 konnten noch Arbeiten wiederaufgelegt werden, die sich intensiv an der Begründung der Einführung des Jugendarrests während der NS-Zeit beteiligt hatten. Vgl. besonders die Zusammenstellung von Texten in Schaffstein/Miehe (1968), darin z.B. der Aufsatz von Schmidhäuser von 1939, der durch besonders viele Kürzungen und Auslassungen von Passagen im nationalsozialistischen Sprachstil auffällt. Auch Patzschke (19S6) kann den Jugendarrest und seinen Vollzug als rigides “Disziplinarmittel” (S. 277) kennzeichnen, das “einen ganz und gar unpsychologischen Zuschnitt” (S. 289) haben und in “völlig reizlose(r), keimfreie(r) Umgebung” (S. 287) vollstreckt werden müsse.Google Scholar
  126. 127.
    Knapp resümierend Pfeiffer (1983), S. 48–52Google Scholar
  127. 128.
    Zu diesen Diskussionen weiter unten, Kap. 1.4Google Scholar
  128. 129.
    Dallinger/Lackner (1965). Grethlein-Brunner (1969). Beschluss des BGH (1963)Google Scholar
  129. 130.
    Beschluss des Bundesgerichtshofs (1963). Vgl. auch die rechtsdogmatischen Ausführungen von Hochleitner (1974).Google Scholar
  130. 131.
    Pfeiffer (1983), S. 55 ff.. Vgl. auch die Antwort der Bundesregierung (1986), S. 25, wo es heifit: “Der 20. Deutsche Jugendgerichtstag 1966 hat sich in seinem Arbeitskreis X c (Jugendarrest), in dem von 13 Teilnehmern fünf Arrestanstaltsleiter und fünf Mitarbeiter von Arrestanstalten mitgewirkt haben, ebenfalls mit dem Jugendarrest befafit. In der einstimmig verabschiedeten Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse heißt es u.a.: Trotz jahrelangen reformerischen Bemühens müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß auch 1986 die Arrestwirklichkeit weitgehend von überkommenen Mustern gekennzeichnet ist. Der Verwahrvollzug ist weit überwiegend die Regel. Dies wird allseits beklagt, und wir fordern die Abschaffung dieses Vollzuges. Abschreckung ist nicht erreichbar. Im Gegenteil, wer den Verwahrvollzug überstanden hat, den kann nichts mehr schrecken. Ein solcher Arrest schadet nur. Die Rückfallquoten betragen zwischen 70 und 90%.’” Thesen des Arbeitskreises X c (1987), S.417f.Google Scholar
  131. 132.
    Einschränkend gilt jedoch, daß Jugendstrafrecht anstelle des allgemeinen Strafrechts bei Heranwachsenden nur dann zur Anwendung kommt, “wenn 1. die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen ergibt, daß er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand, oder 2. es sich nach der Art, den Umständen oder den Beweggründen der Tat um eine Jugendverfehlung handelt” (§105,Abs.UGG).Google Scholar
  132. 133.
    Fehes (1960), masch.schr. vervielf.. Diese These ist wie mehrere andere jedoch nicht in das Referat von Fehes und auch nicht in die Arbeitskreisthesen aufgenommen worden. Fehes (1981a)Google Scholar
  133. 134.
    Vgl. als vergleichbares Problem die Forderungen von Schüler-Springorum (1977), S. 447 und Böhm (1970), S. 250 ff. nach einem Jugend(straf)vollzugsgesetz.Google Scholar
  134. 135.
    So etwa, jedoch in eher pejorativer und weniger theoretisch-distanzierter Argumentation bei Plewig/Hinrichs (1978), S. 401, 403Google Scholar
  135. 136.
    Möller (1981), S. 318: “Nur wenige Jugendarrestanstalten in der Bundesrepublik sind offenbar tatsächlich in ihren Vollzugsabsichten und ihrer Vollzugsgestaltung stärker oder auch nur schwächer sozialpädagogisch orientiert”. Plewig/Hinrichs (1978), S. 410 ff.Google Scholar
  136. 137.
    Möller (1981), S. 318 f. verweist neben “Hindernisse(n) personeller, sachlicher und baulicher Art” auch auf “Desinteresse oder Ablehnung bei vorgesetzten Vollzugsbehörden, unzureichende Ausbildung und Motivation beim Vollzugspersonal, geringes Engagement von Vollzugsleitern und Schwierigkeiten oder gar Widerstand seitens einzelner Jugendrichter”. Vgl. auch Plewig (1985), der -im Blick auf das JGG insgesamt — davon ausgeht: “Die am JGG Beteiligten versuchen immer noch, den Widerspruch von Strafe und Erziehung zu überwinden” (S. 59) — statt ihn, so seine Option, zur Erziehung hin aufzulösen.Google Scholar
  137. 138.
    Kuhls (1985a), S. 60 verweist dabei auf Entscheidungsschwächen von Richtern. Auf fehlende Rahmenbedingungen weist Becker (1975), S. 15, hin: “Wir stehen gerade vor der bemerkenswerten Tatsache, daß die Richter in inflatorischer Weise von dem Zuchtmittel des Erziehungsarrests (sie!) Gebrauch machen, offenbar als Ersatz für fehlende Sozialisationsmöglichkeiten.”Google Scholar
  138. 139.
    Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Fachserie 10, Rechtspflege, Reihe 3 Strafverfolgung 1981–1984, Wiesbaden 1983–1985, jeweils S. 100 f.; Statistisches Bundesamt (Hrsg.):Fachserie 10: Rechtspflege, Reihe 1: Ausgewählte Zahlen für die Rechtspflege 1980 ff, Wiesbaden 1982 ff., Tab. 3.8., S. 32; Statistisches Jahrbuch 198S für die Bundesrepublik Deutschland, S. 346. Unter der Perspektive der rechtspraktischen Anwendung des Sanktionensystems des JGG werden im folgenden die Verurteilungen und nicht die Verurteilten gezählt, da nach dem JGG auch mehrere Sanktionen nebeneinander angeordnet werden können. Das Verhältnis von Verurteilten und Verurteilungen nach dem JGG liegt in den letzten Jahren sowohl bei Jugendlichen als auch bei Heranwachsenden konstant bei etwa 1: 1,4. Statistisches Bundesamt: Fachscrie 10, Reihe 1 (1980 ff.), Tab. 3.8, S. 32. (eigene Berechnungen). Kaiser (1983). Für die allgemeine Entwicklung im Strafrecht Dünkel/Rosner (1982), Terdenge (1983).Google Scholar
  139. 140.
    Statistisches Bundesamt: Fachserie 10, Reihe 3, (1981 ff.), Feltes (1981a).Google Scholar
  140. 141.
    Programmatiken, Vorschläge und Praxisberichte zur ‘Diversion’ sind zuhauf in der Literatur zur Jugendstrafrechtspflege zu finden. Vgl. für den aktuellen Stand in der Praxis die Referate und Thesen des Arbeitskreises IV: ‘Modelle von Diversion — §45 JGG und der Jugendstaatsanwalt’, Arbeitskreis IV (1964). Kury (1964). Als kritischen Beitrag zu ambulanten und Diversionsprojekten Kerner (1963).Google Scholar
  141. 142.
    Als %-Basis gelten die Verurteilungen pro Jahr insgesamt. Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 10, Reihe 3,1961–1964, S. 100 f.; eigene BerechnungenGoogle Scholar
  142. 143.
    Als %-Basis gelten die Verurteilungen zu Jugendstrafe pro Jahr insgesamt. Quellen: Statistisches Jahrbuch 1985, S. 346, Statistisches Bundesamt, Fachserie 10, Reihe 3, 1981–1983, S. 100 f.; eigene BerechnungenGoogle Scholar
  143. 144.
    Eine Untersuchung, die Feltes im zeitlichen Querschnitt für die Verurteilungen zu Jugendarrest im Vergleich einzelner deutscher Bundesländer durchgeführt hat, kommt zu sehr heterogenen Anteilen. Sie lassen vermuten, daß die ‘Abweichungen’ von der bundesdurchschnittlichen Tendenz relativ groß sind, Feltes (1981b)Google Scholar
  144. 145.
    Vgl. Anmerkung zu Schaubild 1Google Scholar
  145. 146.
    Vgl. Anmerkung zu Schaubild 1Google Scholar
  146. 147.
    Statistisches Jahrbuch 1985, Tab. 15.12, eigene Berechnungen. Walter/Eckert (1985). Die Autoren kommen u.a. auch für den Jugendarrest zu dem Ergebnis, daß sich zwischen 1962 und 1982 “die Sanktionsstrukturen im Laufe der Zeit zwar erheblich gewandelt haben, die betreffenden Anteilsverschiebungen aber bei Jugendlichen und Heranwachsenden bemerkenswert gleichförmig und parallel verlaufen sind.” (S. 69)Google Scholar
  147. 148.
    Zum Vergleich wurden die %-Anteile der Verurteilungen (als %-Basis gelten die Verurteilungen der jeweiligen Altersgruppe pro Jahr insgesamt) auf den Wert 0 für das Jahr 1979 bezogen (Index 1979 = 0). Für dieses Jahr betragen die Anteile von Jugendlichen bzw. Heranwachsenden: Jugendstrafe 5,8% bzw. 17,2%, Zuchtmittel 66,8% bzw. 71,7%, Erziehungsmaßregeln 27,4% bzw. 11.1%. Quelle: Statistisches Jahrbuch (1985), S. 346; eigene Berechnungen.Google Scholar
  148. 149.
    Vgl. dazu die Kontroverse zwischen Voss und Pfeiffer Voss (1986b) und Pfeiffer (1986)Google Scholar
  149. 150.
    Statistischen Bundesamt: Fachserie 10, Reihe 3 (1981–1984), S. 100 f.; eigene Berechnungen.Google Scholar
  150. 151.
    Marks (1984), Pfeiffer (1983); kritisch zu den von ‘ambulanten’ Projekten vorgelegten Zahlen Ludwig (1985) mit dem Ergebnis: “Nüchtern betrachtet, verlieren die Projekte viel von dem Glorienschein, mit dem sie sich zumeist selbst umgeben haben” (S. 302); Plewig (1985).Google Scholar
  151. 152.
    Als Beispiel für die Erfolglosigkeit der Bemühungen, im Land Bremen durch das Angebot von Betreuungsweisungen die Arrestzahlen zu reduzieren Schumann (1985)Google Scholar
  152. 153.
    Z.B.Fleck/Müller (1984), Gassen (1983), Bulczak (1986), Ludwig (1986).Google Scholar
  153. 154.
    Feltcs (1984), Obernheim (1985), S. 20.Google Scholar
  154. 155.
    Busch/Hartmann (1984), Schumann (1985)Google Scholar
  155. 156.
    Plewig/Hinrichs (1978), S. 388. Für die Desiderata der Forschung im ‘Randbereich’ hin zu ‘ambulanten’ Projekten Ludwig (1985) und Plewig (1985)Google Scholar
  156. 157.
    Wünsch (1957), Süssenguth (1973), Klosterkemper (1971), Schwarz (1963), Krieger (1970), Hilpert (1961), Grämlich (1961), Fluck (1969), Adrian (1950), Arndt (1970), Purmann (1956), Schneemann (1970), Trips (1963), Hartenstein (1966). Noch 1978 wird eine Dissertation veröffentlicht, die sich theoretisch wie methodisch auf dem Stand der Untersuchungen über den Jugendarrest der 50er und 60er Jahre bewegt: Nolte (1978).Google Scholar
  157. 158.
    Fluck (1969), S. 6Google Scholar
  158. 159.
    Um das Jahr 1970 wurden die Ergebnisse der damals vorliegenden Untersuchungen zum Jugendarrest dann in synoptischen übersichten dargestellt, verglichen und die Reformvorschläge zu-sammengefaßt. Schaffstein (1970), S. 869. Dort werden Rückfallquoten von über 60% nachgewiesen. Miehe (1969). Vgl. auch den 1.Hauptteil der Untersuchung von Hinze (1972). Als methodenkritische Synopse Kaiser (1969).Google Scholar
  159. 160.
    Denkschrift (1977), S. 40Google Scholar
  160. 161.
    Pfeiffer (1981), S. 40; Busch/Hartmann (1984), S. 90.Google Scholar
  161. 162.
    Denkschrift (1977), S. 34Google Scholar
  162. 163.
    Ein ähnliches Verfahren ist aktuell wieder zu erwarten. Wie die Antwort der Bundesregierung (1986), S. 25 mitteilt, hat das Bundesministerium der Justiz erneut Eisenhardt beauftragt, “das von ihm 1974 erstattete Gutachten durch eine vergleichende Untersuchung zu aktualisieren. Das Ergebnis wird etwa Ende 1987 vorliegen.”.Google Scholar
  163. 10.
    Eisenhardt (1974).Google Scholar
  164. 165.
    Arbeitskreis IV (1975)Google Scholar
  165. 166.
    Denkschrift (1977)Google Scholar
  166. 167.
    Arbeitskreis VII (1978). Gleichzeitig wurden in der Fachöffentlichkeit Kritik und Zweifel an der Durchführbarkeit des von Eisenhardt konzipierten, relativ aufwendigen Behandlungsmodells geäußert (Jung (1978)) und zumindest zusätzlich Initiativen des Gesetzgebers gefordert. Vgl. die überlegungen zu einer Verknüpfung von Jugendarrest und Bewährungsverfahren bzw. zur Möglichkeit, die Vollstreckung eines vierwöchigen Dauerarrests auch zur Bewährung auszusetzen bei Thiesmeyer (1978), S. 26 und bei Burkert (1978a), S. 219.Google Scholar
  167. 168.
    Plewig/Hinrichs (1978), S. 401Google Scholar
  168. 169.
    Plewig/Hinrichs (1978), S. 406. Mit dieser Argumentation verbinden sich nicht zuletzt auch professionspolitische Motive, die mit einer Dominanz des ‘Pädagogischen’ auch eine Dominanz der ‘Pädagogen’ für den Jugendarrest intendieren. Juristen, insbesondere Jugendrichtern und Vollzugsleitern wird dabei jegliche “sozialpädagogische, psychologische und/oder kriminalpolitische” Kompetenz bestritten — “von Kenntnissen in der Personalführung ganz abgesehen”. Ebd., S. 394. Plewig (1980), S. 20. Dort wird an “individualistische(n), auf Repression ausgerichtete(n) Konzepte(n) herbe und engagierte Kritik geübt und diesen ein “dialogische(s) Pädagogikmodell” — das Beispiel Hamburg — gegenübergestellt. Von Trotha (1983), S. 40 verweist auf das “’humaiutär-emanzipatorische’ Argument” in der Strafvollzugsreform als “Vehikel für die Durchsetzung berufsständischer Interessen”.Google Scholar
  169. 170.
    In den Forderungen des Arbeitskreises Junger Kriminologen (AJK) zum Jugendkriminalrecht vom 27.9.1981, abgedruckt als Kritik der Jugendstrafvollzugsreform (1982), heißt es unter 6. lapidar. “Der Jugendarrest ist abzuschaffen” (S. 93). Papendorf (1982), S. 150 ff.. Als Plädoyer für die Abschaffung des Jugendarrests Bausch/Cremer-Schäfer (1979). Der Autor des Tagebuchs, Robert Bausch (4 Wochen Dauerarrest wegen Verstößen gegen das Wehrstrafgesetz), ist freilich nicht der repräsentative Arrestant.Google Scholar
  170. 171.
    Pfeiffer (1981), S. 51. Schaffstein (1978), S. 100, wendet u.a. gegen den ‘Behandlungsvollzug’ Eisenhardtscher Prägung und kritisiert das “pädagogische Paradies” der Reformkonzepte zum Jugendarrest.Google Scholar
  171. 172.
    Plewig (1985), S. 67, Plewig (1980), S. 21. Die praktizistische Orientierung von Untersuchungen beklagt Ludwig (1985), S. 291 auch für Diversionsprojekte: “Wissenschaftliche Analyse wird im wesentlichen durch Zuschreibung ersetzt”. Vgl. auch Quensel (1984).Google Scholar
  172. 173.
    Kleinere Einzeluntersuchungen in der Jugendarrestanstalt Frankfurt am Main-Höchst waren vorausgegangen. Eiscnhardt/Naumann (1970), Eisenhardt (1971), Eisenhardt/Naumann (1971).Google Scholar
  173. 174.
    Eisenhardt (1977), S. 153Google Scholar
  174. 175.
    Eisenhardt (1977), S. 491Google Scholar
  175. 176.
    Eisenhardt (1977), S. 514 ff.Google Scholar
  176. 177.
    Eisenhardt (1977), S. 495Google Scholar
  177. 178.
    Eisenhardt (1977), S. 522Google Scholar
  178. 179.
    Rieger (1962)Google Scholar
  179. 180.
    Eisenhardt (1977), S. 498 f.Google Scholar
  180. 181.
    Eiscnhaidt (1977), S. 57Google Scholar
  181. 182.
    Eisenhardt (1977), S. 99Google Scholar
  182. 183.
    Eiscnhaidt (1977), S. 109Google Scholar
  183. 184.
    Eisenhardt (1977), S. 117Google Scholar
  184. 185.
    Diese theoretische Orientierung von Eisenhardt wird bei der eher peripheren Analyse der ‘juristischen Merkmale’ von Arrestanten ebenso deutlich wie bei der Dominanz psychologischer gegenüber kriminologischen Aspekten.Google Scholar
  185. 186.
    Als gegenteilige Bewertung der Arbeit von Eisenhardt: Nolte, N. (1978), S. 74.Google Scholar
  186. 187.
    Pfeiffer (1981), S. 28Google Scholar
  187. 188.
    Pfeiffer (1981), Feltes (1981a)Google Scholar
  188. 189.
    Feltes (1981a), S. 290Google Scholar
  189. 190.
    Pfeiffer (1981), S. 50Google Scholar
  190. 191.
    Pfeiffer (1981), S. 35Google Scholar
  191. 192.
    Auch einige andere Arbeiten stützen sich in methodischer Hinsicht auf Arrestanten als Untersuchungsgrundlage und untersuchen u.a. auf dieser empirischen Basis theoretisch und methodisch fruchtbare Fragestellungen, die sich aber auf den Arrest und den Arrestvollzug nicht unmittelbar beziehen. Vgl. etwa die Untersuchung zur Differenz von sozialer und juristischer Deliktbewertung von Kiefl/Lamnek (1963), oder die aus einem Forschungsprojekt entstandenen methodenkritischen Analysen von Rieländer (1983).Google Scholar
  192. 193.
    Pfeiffer (1981), S. 28Google Scholar
  193. 194.
    Pfeiffer (1981), S. 35 f.Google Scholar
  194. 195.
    Busch/Hartmann (1984)Google Scholar
  195. 196.
    Busch/Hartmann (1984), S. 81Google Scholar
  196. 197.
    Busch/Hartmann (1984), S. 92Google Scholar
  197. 198.
    Busch/Hartmann (1984), S. 97Google Scholar
  198. 199.
    Busch/Hartmann (1984), S. 110Google Scholar
  199. 200.
    Busch/Hartmann (1984), S. 115Google Scholar
  200. 201.
    Busch/Hartmann (1984), S. 120Google Scholar
  201. 202.
    Busch/Hartmann (1984), S. 8Google Scholar
  202. 203.
    Busch/Hartmann (1984), S. 7Google Scholar
  203. 204.
    Busch/Hartmann (1984), S. 92Google Scholar
  204. 205.
    Busch/Hartmann (1984), Kap.2.3, S. 127–135; hier besonders ein Vergleich mit: Projektgruppe Jugendbüro und Hauptschülerarbeit: Die Lebenswelt von Hauptschülern. Ergebnisse einer Untersuchung. 2Aufl., München 1977, Dies.: Subkultur und Familie als Orientierungsmuster. Zur Lebenswelt von Hauptschülern. München 1977 und Damm Diethelm: Wenn der Alltag zur Sprache kommt. Die Lebenswelt der Jugendlichen als Inhalt der Jugendarbeit. München 1981.Google Scholar
  205. 206.
    Busch/Hartmann (1984), S. 134Google Scholar
  206. 207.
    Pfeiffer (1983), S. 17 f. Dort trägt Pfeiffer diese Deutung vor, berücksichtigt sie aber bei seinen eigenen Untersuchungen nicht mehr, sondern geht weiterhin von einer spezifischen ‘Gefährdung’ aus. Pfeiffer (1983), S. 253 und Pfeiffer (1981)Google Scholar
  207. 206.
    Busch/Hartmann (1984), S. 102 209 Busch/Hartmann (1984), S. 116Google Scholar
  208. 210.
    Der Anteil von Mädchen beträgt bei Busch/Hartmann 33% gegenüber 7% im Bundesdurchschnitt. Statistisches Bundesamt: Fachserie 10, Reihe 3, (1983,1984), S. 100 f.Google Scholar
  209. 211.
    Giffey/Werlich (1985)Google Scholar
  210. 212.
    Giffey/Werlich (1985), S. 47Google Scholar
  211. 213.
    Schumann/Döpke (1965)Google Scholar
  212. 214.
    Schumann/Döpke (1985), S. 110 ff.Google Scholar
  213. 215.
    Schumann/Döpke (1985), S. 118Google Scholar
  214. 216.
    Schumann u.a. (1985), Schumann (1986)Google Scholar
  215. 217.
    Bruns (1984)Google Scholar
  216. 218.
    Obwohl Bruns in generalisierender Einschätzung zu dem Ergebnis kommt, daß “jugendliche Freizeitarrestanten ... in ihrer Selbsteinschätzung nicht signifikant von der Selbsteinschätzung ‘normaler’ Jugendlicher ab(weichen)” (S. 44, 95), nehmen ‘Mangerfeststellungen im Detail einen breiten Raum ein. Bei Einzelanalysen werden zwar einige Zusammenhänge zwischen Merkmalen der Jugendlichen und Kriminalität relativiert, in den zusammenfassenden Ergebnissen schlagen sich diese Einschränkungen jedoch kaum mehr nieder. Vgl. z.B. S. 50 (“Geschwisterposition”) und S. 56: (“Familiengröße”) als einer von 6 Faktoren, die “das Begehen krimineller Delikte fördern können”. ähnlich auch die Interpretation des Zusammenhangs von Alkohol und Tat. Bruns stellt zunächst fest, daß 34% der Freizeitarrestanten ihre Straftat im Zusammenhang mit Alkohol begangen haben (S. 95) und schließt u.a. aus diesem Befund, “daß bei der Ausführung von Straftaten der Alkoholkonsum häufig eine bedeutende Rolle spielt” (S. 114). Irritierend ist zusätzlich, daß wenig später angegeben wird: “Etwa 28% aller Delikte, die von den Jugendlichen begangen wurden, können hier im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gesehen werden” (S. 115).Google Scholar
  217. 219.
    Bruns (1984), S. 133Google Scholar
  218. 220.
    In der gesamten Arbeit von 180 Seiten geht Bruns nur mit 9 Seiten auf den Vollzug des Freizeitarrests und seine Einschätzung durch Jugendliche ein. Bruns (1984), S. 125–133Google Scholar
  219. 221.
    Bruns (1984), S. 153Google Scholar
  220. 222.
    Bruns (1984), S. 157Google Scholar
  221. 223.
    Bruns (1984), S. 154Google Scholar
  222. 224.
    Bruns (1984), S. 157Google Scholar
  223. 225.
    Bruns (1984), S. 158 ff.Google Scholar
  224. 226.
    Bruns (1984), S. 164 ff.Google Scholar
  225. 227.
    Die Reformbemühungen ‘vor Ort’ werden in einzelnen Konzepten, Programmen und Praxisberichten dargestellt. Sie bleiben jedoch sowohl theoretisch wie methodisch anspruchslos und entspringen eher dem Mitteilungsbedarf der Praxis für die Praxis, als der distanzierenden Analyse. Z.B. Schäfer (1975), Urban (1975), Forberich (1980), Schäfer/Möller (1982). Einen Praxisbericht, verknüpft mit einer Auswertung von Tagebüchern, bietet Möller (1972).Google Scholar
  226. 228.
    Z.B. Fend (1981), S. 57, der “Bildungsinstitutionen ... als formale Organisationen” betrachtet, die “als rationale Ziel-Mittel-Systeme konstruiert sind”.Google Scholar
  227. 229.
    Etzioni (1973), S. 31 f. Olk (1982), der das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle in der Sozialarbeit systematisch als “eigentümlich widersprüchliche(n) Strukturlogik” (S. 119 f.) und als “strukturelle Spannungen” (S. 168, vgl. auch S. 188) deutet. Plake (1981), S. 397 ff.Google Scholar
  228. 230.
    Klingemann (1981), S. 50Google Scholar
  229. 231.
    Klingemann (1981), S. 59Google Scholar
  230. 232.
    Klingemann (1981), S. 50, vgl. dazu auch systematisch Plake (1981), S. 237 ff.Google Scholar
  231. 233.
    Klingemann (1981), S. 67Google Scholar
  232. 234.
    Klingemann (1981), S. 68Google Scholar
  233. 235.
    Klingemann (1981), S. 50Google Scholar
  234. 236.
    Klingemann (1981), S. 71Google Scholar
  235. 237.
    So beschäftigte sich beispielsweise der gesamte 5. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft 1976 mit dem Thema ‘Interaktion und Organisation in pädagogischen Feldern’; die Beiträge sind abgedruckt in Blankertz (Hrsg.) (1977).Google Scholar
  236. 238.
    Terhart (1986), S. 206. Zur Kritik an der These der Inkompatibilität von Profession und Bürokratie” in der Sozialarbeit Olk (1986), S. 37 f., S. 122Google Scholar
  237. 239.
    Zur Alternativschuldebatte vgl. als pointierten Beitrag aus der Fülle an Material etwa Mich (1973); vgl. auch Leschinsky (1981); Rang/Rang-Dudzik (1978); Rückriem (1978).Google Scholar
  238. 240.
    Oelkers/Prior (1982), S. 52, die einen 24 Spiegelstriche umfassenden Katalog der “geläufigsten Postulate” zusammenstellen.Google Scholar
  239. 241.
    Zinnecker (Hrsg.) (1975). Vgl. auch weiter unten in diesem Kapitel.Google Scholar
  240. 242.
    Schreiner (1973); Tillmann (1976), Wellcndorf (1977), Fauser/Schweitzer (1985), S. 340 ff.. Früh bereits Fürstenau (1964), S. 65–78.Google Scholar
  241. 243.
    Oelkers (1982), Zitat S. 159 mit Bezug auf John Stuart Mill. (Damit war auch wenigstens ein Teil des Heimlichen am heimlichen Lehrplan aufgedeckt. Vgl. dazu den sarkastischen Titel der Arbeit von Martin (1976) ‘What should we do with a Hidden Curriculum when we find one?’; s. auch Wippler (1978), Harrison/March (1984), und die Diskussion der Folgeprobleme von Goitein (1984), Starbuck (1983). Vgl. auch die ältere pädagogische Untersuchung von Strasser (1966).Google Scholar
  242. 244.
    Luhmann/Schorr (1982), Luhmann/Schorr (1979), S. 120 ff.. Von Olk (1986), S. 112 ff., S. 165 ff., wird das ‘strukturelle Technologiedefizit’ und seine Folgen für die Sozialarbeit theoretisch auf-schlußreich übernommenGoogle Scholar
  243. 245.
    Braunmühl (1976), Kupffer (1980), Lehmann/Oelkers (1981), Oelkers (1978), Winkler (1982). Vgl. auch das Schwerpunktthema ‘Antipädagogik’ in Jg 35(1983), Heft 11 von Westermanns Pädagogischen Beiträgen mit Artikeln von Winkler, Schoenebeck, Flitner, A., Oelkers und Winkel.Google Scholar
  244. 246.
    Als entscheidender theoretischer Referenzautor gilt dabei Goffman 1972. Vgl. auch Mollenhauer (1974), S. 129–147; Autorenkollektiv (1974), S. 166 ff.; Jugendliche unter Zwang (1974) u.a. mit Beiträgen zum Strafvollzug (Fankhauser) und zur Heimerziehung (Amann/Nostheide); Habermas-Arbeitskreis (1972); Haag u.a. (1973), S. 180 f.; Böhm (1979), S. 81 ff.; Hammermann (1984), S. 256; Plewig(1980),S.29Google Scholar
  245. 247.
    Zu den theoretischen und empirischen Schwächen des Konzepts der ‘totalen Institution’ bei Goffman Perry (1974). Vgl. auch Plakc (1978), bes. S. 289 f.und Plake (1981), S. 25 ff.. Die geringe analytische Distinktionsfähigkeit dieses Begriffs zeigt sich auch darin, daß nicht nur Gefängnisse etc., sondern auch die Schule — zumindest tendenziell — zur Kategorie der ‘totalen Institution’ gerechnet wird. Reimer (1978), (kritisch dazu Rückriem (1978), S. 63), vgl. auch Heinze (1983) und — in historischer Perspektive — Thiemann (1983). Kupffer (1980), S. 148 ff. interpretiert sogar das Internat Salem als ‘totale Institution’.Google Scholar
  246. 248.
    Terhart (1986), S. 206Google Scholar
  247. 249.
    Z.B. Kersten/Wolffersdorff-Ehlcrt (1982), S. 101 ff., Eberle (1980), Niemeyer (1979), Hammermann (1980). Kupffer (1980) sieht in Kapitel II.4 über “Bestrafen oder Erziehen” in der Theorie der Jugendstrafe viele “Paradoxien”. (S. 126)Google Scholar
  248. 250.
    Reiche Belege hierfür finden sich in den Gesamtschuldebatten der 70er Jahre, in denen ‘soziales Lernen’ und die Entwicklung von sozialer Kompetenz als zentrale Leit- und Legitimationsbegriffe der Schulreform galten. Vgl. etwa Rolff u.a. (1974), bes. den Beitrag von Rolff/Tillmann ebd., S. 71–110, Klafki (1972), Köhler (Hrsg.) (1974), Oelkers/Prior (1982). Kritisch zu dem normativen Gebrauch des Begriffs ‘soziales Lernen’ und seiner Funktion bei der institutionellen Konfliktverarbeitung: Wellendorf (1982), bes. S. 102 ff. Vgl. aber auch z.B. Thielicke (1983), S. 227; Feige (1982); Wulf (1985); Rössner (1982). Vgl. auch Müller/Otto (1986).Google Scholar
  249. 251.
    Z.B. Waller (1980); Schuch/Lück (1980)Google Scholar
  250. 252.
    Terhart (1986), S. 211; Terhart erscheint der Begriff eines Theorieangebots’ noch zu problematisch, weil die Ansätze zwar weitreichende Folgen für die Organisationssoziologie hätten, sich aber hinsichtlich ihrer Ausarbeitung und Prüfung “ noch im Embryonalstadium” (S. 216) befanden.Google Scholar
  251. 253.
    Terhart (1986), S. 210Google Scholar
  252. 254.
    Terhart (1986), S. 211; zur Kritik an klassischen Organisationsmodellen auch Olk (1986), S. 37 f., S. 109 f.Google Scholar
  253. 255.
    Terhart (1986), S. 212Google Scholar
  254. 256.
    Weick (1976), S. 3 für das “Concept of Coupling” und S. 4 f. für “Coupled Elements”Google Scholar
  255. 257.
    Plake (1978) für das Verhältnis von System und Umwelt; vgl. auch Olk (1986), S. 37, S. 138 ff., der das Modell des ‘loose coupling’ für die Analyse der Sozialarbeit aufnimmt. Zur ‘relativen Autonomie1 Olk (1986), S. 8,39,109Google Scholar
  256. 258.
    Terhart (1986), S. 212. Zur »zeremoniellen Funktion formaler Struktur1 Olk (1986), S. 141 ff., vgl. besonders auch Meyer/Rowan (1977), Kamens (1977), Meyer (1977). Die Nähe dieser Deutung formaler Struktur als Zeremonie, Ritus, Mythos zu anthropologischen und ethnologischen Denkfiguren, etwa des Initiationsritus, aber auch — wenigstens in Analogie — zu Goffmanns Topos des Theaters’, ist unverkennbarGoogle Scholar
  257. 259.
    Terhart (1986) verweist hierbei auf begrifflich-theoretische Unscharfen im Hinblick auf den Gegenstand, auf den sich das ‘Mülltonnenmodell’ beziehen will. Vgl. Terhart (1986), S. 213, 217Google Scholar
  258. 260.
    Terhart(1986),S.213Google Scholar
  259. 261.
    Mit Terhart (1986), S. 214 beziehen sich solche Kennzeichnungen auf “das Konzept des loose coupling, der Hinweis auf die zeremonielle Funktion formaler Struktur sowie das garbage can model”.Google Scholar
  260. 262.
    In enger Anlehnung an Terhart (1986), S. 214 f. Einzelformulierungen sind weitgehend von Terhart übernommen, auf eine Zitation im einzelnen wurde jedoch aus Gründen der übersichtlichkeit verzichtet.Google Scholar
  261. 263.
    Plake (1961), S. 261 ff.Google Scholar
  262. 264.
    Zu den Schwierigkeiten der Sozialpädagogik mit dem Professionskonzept Z.B. Olk (1986), Gassen/Schwander (1983). Für die älteren Diskussionen Otto/Utermann (Hrsg.) (1971), Otto/ Schneider (Hrsg.) (1973). Für die neueren Debatten zur Handlungskompetenz Müller/Otto/Sünker (Hrsg.) (1982) und (1984).Google Scholar
  263. 265.
    Zum Problem der Effizienz bzw. Effektivitätskontrolle, zum “Steuerungs- und Kontrolldilemma” aufgrund “prinzipielle(r) Ungewißheitsbelastung” (S. 115) in der Sozialarbeit Olk (1986)Google Scholar
  264. 266.
    Das Pendant zu Urteilen und Beschlüssen, die den Zwangscharakter begründen, ist bei Terhart die allgemeine Schulpflicht. Dazu auch Fend (1977), S. 64, Fürstenau (1964), S. 72Google Scholar
  265. 267.
    Hasenfeld/Cheung (1985). Die Autoren kommen zu dem Schluß, “that the political economy perspective is particulary useful in explaining the impact of external political and economic factors on case processing. This perspective, however, is less useful in explaining the effects of internal organizational variables.” Sie folgern daraus, “that the conceptualization of the internal structure of the court from a political economy perspective is inadequate and that a loose-coupling or ‘organized-anarch/ perspective may be more appropriate.” (S. 820) Diese beiden Perspektiven seien durchaus kompatibel und komplementär. Zu fragen wäre freilich, ob nicht schon die ‘Innen’-’Außen’-Schematisierung eine Verknüpfung von solchen Theorieansätzen nahegelegt hat.Google Scholar
  266. 268.
    Platte (1961), S. 237 ff.Google Scholar
  267. 269.
    Zum Problem des ‘tight coupling’ and loose coupling’ Weick (1976), S. 10 f; vgl. auch Lutz (1982), Olk (1966), S. 110 ff., 127 ff.. Für Plake (1976), S. 297 f. stellt sich die Frage nach lockerer oder fester Verknüpfung systematisch anders, nämlich insbesondere im Zusammenhang mit dem Problem von Stabilität, Wandel und ‘Spannungsregulierung’ der Organisation als Folge von erweiterten System-Umwelt-Beziehungen. Hier wird jedoch auch die Gefahr deutlich, die organisationssoziologischen Angebote nicht mehr analytisch, sondern organologisch-reifiziert zu verwenden.Google Scholar
  268. 270.
    Z.B. Baumert (1980), bes. S. 627 ff., 668 ff..Google Scholar
  269. 271.
    Vgl. hierzu den Hinweis auf “Emergenz-Phänomene” bei Terhart (1987), S. 277: “Die von den Akteuren durch ihr Handeln mitkonstituierte, supra-individuelle ‘Maschinerie’... wirkt auf die Beteiligten zurück”.Google Scholar
  270. 272.
    Terhart (1986), S. 218Google Scholar
  271. 273.
    Der Begriff des ‘Arrangements’ entstammt den weitverzweigten theoretischen Diskussionen um den symbolischen Interaktionismus und die Ethnomethodologie. Vgl. Goffman (1969). In funk-tionalistischer Interpretation versucht er die Interaktions- und Organisationsdimension zu verknüpfen. Im pädagogischen Bereich wurde er insbesondere für Analysen der Schule verwendet. Wellendorf (1977), Fürstenau (1964). Vgl. auch Weick (1985), S. 191 f., 193 ff., 209. Im Kontext dieser Arbeit soll er aber ohne theoretisch verengende Attribute wie ‘szenisch’, ‘symbolisch’ oder ‘zeremoniell’ verwendet werden, sondern eher als äquivalenzbegriff zu ‘Figuration’ (Elias). ‘Arrangement’ ziehe ich deshalb vor, weil dieser Begriff als Verb sowohl im Aktiv wie im Passiv bessere semantische und theoretische Differenzierungen erlaubt.Google Scholar
  272. 274.
    Für Beispiele immer wiederkehrender Kritik Rauschenberger (1985), S. 305 f., Oelkers/Prior (1982), S. 52, Fromm/Keim (Hrsg.) (1982).Google Scholar
  273. 275.
    Preuss-Lausitz (1982), S. 11Google Scholar
  274. 276.
    So im Bezug auf den ‘heimlichen Lehrplan’ Terhart (1987), S. 277. Vgl. auch Fromm (1982). Eine Bestimmung des sozialen Lernens als “Paracurriculum”, d.h. “die Gesamtheit der nicht-intentio nalen Lernerfahrungen” (ebd., S. 74) kommt jedoch trotz des Rückgangs auf Schleiermacher, Herbart und Krieck und des Plädoyers für mehr Empirie über die Probleme und Diskussionen um den ‘heimlichen Lehrplan’ kaum hinaus.Google Scholar
  275. 277.
    Rauschenberger (1985), S. 308. Deshalb sei das Problem in praktischer Hinsicht eher das des Lehrens als das des Lernens. Ebd., S. 315 ff.; vgl. auch Oelkers/Prior (1982), S. 67,74 ff.Google Scholar
  276. 278.
    Rauschenberger (1985), S. 311Google Scholar
  277. 279.
    Rauschenberger (1985), S. 312Google Scholar
  278. 280.
    Rauschenberger (1985). Für die Pädagogik hat auf diesen Sachverhalt freilich schon Wilhelm Flitner (1962), S. 166, hingewiesen: “Erziehung bedeutet eine Ausübung von Macht über Menschen”.Google Scholar
  279. 281.
    Rauschenberger (1985), S. 313. Vgl. parallel etwa Brück (1982), S. 62, der soziales Lernen einmal als Potentialität im Hinblick auf “neue(r) Formen der Interaktion” versteht und zum anderen -als “Kehrseite derselben Medaille” — von einer “manipulate hochwirksamen Herrschaftsform” spricht. Diese ‘Kehrseite’ gewinnt bei Brück jedoch nicht mehr analytischen, sondern nahezu mythischen Charakter, wenn “dunkle Erziehungsmächte” wirken und sich in “grundsätzlich archaische(n) Interaktionsthemen” fortzeugen, (ebd., S. 61)Google Scholar
  280. 282.
    Rauschenberger (1985), S. 313Google Scholar
  281. 283.
    Rauschenberger (1985), S. 311 f.; zum ‘Leiden’ vgl. auch Brück (1982), S. 64, 68. Dort wird das Leiden allerdings mit problematischen normativen Implikaten als “Motiv zur Erarbeitung und Praktizierung neuer Formen sozialer Interaktion” durch das “persönliche Leiden an den alten Formen” (ebd., S. 68) interpretiert.Google Scholar
  282. 284.
    Weiterführende Analysen könnten hier die Differenz von ‘Macht’ und ‘Zwang’ anschließen. Z.B. Plake (1981), S. 329 ff., unterscheidet ‘physische’ und ‘normative’ Macht und ordnet der ‘physischen’ die ‘Kustodialfunktion’, der ‘normativen’ die ‘Sozialisationsfunktion’ zu.Google Scholar
  283. 285.
    Terhart (1987), S. 276, bezogen auf Interaktionsverhältnisse im Unterricht: “Die aus dieser Situation als Emergenzeffekte entstehenden Strukturen ‘erziehen’ ebenfalls”.Google Scholar
  284. 286.
    Oelkers (1982), S. 176Google Scholar
  285. 287.
    Oelkers (1982), S. 161Google Scholar
  286. 290.
    Kriz (1973), S. 30 ff., 36 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Edwin Keiner

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