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Pathologische Wissenschaften

  • John R. Huizenga

Zusammenfassung

In der ersten Aprilwoche 1989 war ich anläßlich der Feierlichkeiten zum fünfzigsten Jahrestag der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Strassmann in Berlin. Da die Pressekonferenz der University of Utah gerade eine Woche vorher stattgefunden hatte, drehten sich die Diskussionen der anwesenden Kernforscher außerhalb der Vortragsräume hauptsächlich um die bei Raumtemperatur in einem Becherglas induzierte Kernfusion. Unter den Vortragenden war auch John A. Wheeler, Kerntheoretiker an der Princeton University, der 1939 zusammen mit Niels Bohr eine bahnbrechende Arbeit zur Kernspaltung in Physical Review veröffentlicht hatte. Während einer Busfahrt von unserem Hotel im Zentrum Berlins zu dem etwas außerhalb gelegenen Hahn-Meitner-Institut sagte mir Wheeler, was er von der Kalten Kernfusion halte. Er verglich dieses Phänomen mit der ‘Entdeckung’ der N-Strahlen durch René Blondlot. Es war eine der bemerkenswertesten Fälle der Selbsttäuschung in den Wissenschaften, die viele französische Forscher Anfang des Jahrhunderts betraf.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • John R. Huizenga

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