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Vom Hören und Sehen — Von der psychophysiologischen Forschung und den Sonoritätsgruppen

  • Karl Rössel-Majdan
Chapter
Part of the Kunst und Kommunikation book series (KK, volume 5)

Zusammenfassung

Wir könnten dieses Kapitel überschreiben: Vom Hörer und Fernseher. Grundsätzlich aber wollen wir vom Hörvorgang und Zusehvorgang ausgehen und von der Untersuchung des Rundfunkempfanges aufsteigen zur Meinungsbildung und zur Frage der Meinungsforschung mit Bezug auf den Rundfunkteilnehmer. Wir lehnen es ab, wissenschaftliche Überlegungen einfach auf Thesen aufzubauen wie etwa „der Hörer will“ oder „der Zuschauer verlangt“. Man läuft dabei Gefahr, in Mystifikationen und Phantombegriffe zu verfallen. Es entspricht dem staatspolitischen Denken, auf seinem Gebiet mit Berechtigung das Volk, die Konsumentenschaft als eine Einheit aufzufassen, als eine Art Ultraindividuum, oder wenn man geringschätziger sprechen will, als einer Art Infrapersönlichkeit. Dehnt man den Masse- und Majoritätsbegriff von der Gesetzgebung und vom Staat auf die Kultur aus, so läuft man Gefahr, den menschlichen Geist, die menschliche Psyche und Persönlichkeit zu sozialisieren. Die bekannteste Erscheinung ist die Verbindung von Kollektivbegriffen mit ethischen und ästhetischen Begriffen, mit Fragen und Begriffen der Verantwortlichkeit und der Schuld: „Frankreich denkt“, „Deutschland ist schuld am Krieg“, „England hat eine traditionelle Freundschaft“, „Der Hörer verlangt vom Rundfunk“, „Der Hörer hat ein niedriges Niveau“ usw.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1962

Authors and Affiliations

  • Karl Rössel-Majdan

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