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Ansätze einer Kostentheorie in Kreditinstituten

  • Jochen Bräutigam
Chapter
Part of the Schriftenreihe des Instituts für Kreditwesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster book series (SIKW, volume 12)

Zusammenfassung

Bevor die Probleme der Ermittlung empirischer Kostenfunktionen in Kreditinstituten erörtert werden, stellt sich die Frage nach Möglichkeiten der theoretischen Ableitung eines banktypischen Kostenverlaufs. Die betriebswirtschaftliche Kostentheorie hat aus der Vielzahl möglicher Kosteneinflußfaktoren die wichtigst en isoliert und den Einfluß auf das Kostenniveau einer Unternehmung untersucht. Die entwickelt en Kostenmodelle beziehen sich jedoch fast ausschließlich auf industrielle Produktionsverhältnisse. Aufgrund der Besonderheiten der bankbetrieblichen Leistungserstellung lassen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den Bankbetrieb übertragen (1). Wenn auch eine geschlossene bankbetriebliche Kostentheorie bislang noch nicht entwickelt worden ist, lassen sich doch zumindest einige grundsätzliche Überlegungen zum Kostenverlauf in Kreditinstituten anstellen.

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Literatur

  1. 1).
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    Vgl. E. Butz, a. a. O., S. 162.Google Scholar
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    Der technische Fortschritt ermöglicht jedoch zunehmend auch kleinen Instituten den Einsatz leistungsfähiger Anlagen, z. B. Computer (vgl. E. Butz, a. a. O., S. 177). Darüber hinaus können sich die Institute über Buchungsgemeinschaften oder die Inanspruchnahme von Computer-Serviceunternehmungen die Vorteile des Computereinsatzes zunutze machen. Diese Entwicklung trägt tendenziell zu einer Verringerung der Kostenvorteile der Großbetriebe bei.Google Scholar
  12. 12).
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  13. 13).
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  14. 14).
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  16. 16).
    Mit zunehmender Delegation der Entscheidungen gewinnt die Kontrolle der Entscheidungsträger und die Bestimmung einer optimalen Kontrollspanne an Gewicht. Zum Zusammenhang zwischen der Effizienz der Geschäftsleitung und der Kontrollspanne vgl. E. A. Nelson, Economic Size of Organizations. “California Management Review”. Vol. 10 (1968). No. 3, S. 60 ff.Google Scholar
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    Ebenda, S. 247.Google Scholar
  19. 19).
    Ebenda, S. 247.Google Scholar
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    Vgl. E. F. Brigham/ R. R. Pettit, Effects of Structure on Performance in the Savings and Loan Industry. In: Study of the Savings and Loan Industry. Prepared for the Federal Home Loan Bank Board, Washington D. C. Directed by I. Friend. Vol. 3. Washington D. C. 1969, S. 1012.Google Scholar
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    Vgl. H. J. Krümmel, a. a. O., S. 229 ff.Google Scholar
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    Vgl. W. Gail, a. a. O., S. 553.Google Scholar
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    Vgl..H. J. Krümmel, a. a. O., S. 206 ff.Google Scholar
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  26. 26).
    Vgl. ebenda, S. 209 f.Google Scholar
  27. 27).
    Vgl. ebenda, S. 225; L. Mülhaupt, Die Bedarfsspannenrechnung als Mittel der Geschäftspolitik. “Kredit und Kapital”. Jg. 2 (1969), S. 126; Th. Nestel, a. a. O., S. 207; E. Aust, Der Wettbewerb in der Bankwirtschaft. Grundzüge und Anregungen für eine allgemeine Theorie. Frankfurt a. M. 1963, S. 74. Nur im Rahmen einer Marginalanalyse, bei der die Kosten danach unterteilt werden, ob sie durch einen zusätzlichen Kredit der Planperiode anfallen oder den Geschäftsvorfällen der Vorperiode angelastet werden, lassen sich Kosten einzelnen Krediten ex ante zurechnen und haben damit variablen Charakter. (Vgl. L. Mülhaupt, Umsatz-, Kosten-und Gewinnplanung einer Kreditbank. “Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung”. N. F. Jg. 8(1956), S. 7 ff.; derselbe, Die Bedarfsspannenrechnung…, a. a. O., S. 127. Gail ist der Überzeugung, daß sich die wertbedingten Kosten unter der Bedingung einer konstanten Einlagenstruktur proportional zur Kapazitätsausnutzung entwickeln. (Vgl. W. Gail, a. a. O., S. 553.) Dieser Auffassung liegt offenbar eine Verwechslung von Nutzkosten mit proportionalen Kosten zugrunde.Google Scholar
  28. 28).
    Vgl. L. Mülhaupt, Die Bedarfsspannenrechnung.., a. a. O., S. 126.Google Scholar
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  30. 30).
    Ein wach sender Marktwiderstand ist dannnicht zu erwarten, wenn sich das Einlagenwachstum im Rahmen der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Sparaufkommens bewegt.Google Scholar
  31. 31).
    Das könnte insbesondere bei der Mittelbeschaffung am Geldmarkt der Fall sein. Die Refinanzierung am Geldmarkt dient jedoch bei den meisten Kreditinstituten dem Ausgleich von kurzfristigen Liquiditätsdivergenzen und kommt als Basis für eine Betriebsgrößenvariation weniger in Betracht.Google Scholar
  32. 32).
    Damit ist der häufig angenommene Kausalzusammenhang zwischen Betriebsgröße und Kosten verkehrt worden. Die Betriebsgröße bestimmt nicht mehr die Höhe der Kosten, sondern die Kosten die Betriebsgröße.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1972

Authors and Affiliations

  • Jochen Bräutigam
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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