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„Lyrisches Intermezzo“: Das Bewußtsein von der Möglichkeit der Täuschung und die komische Auflösung des Romantischen

  • Johann Jokl
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Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Dem Leser der mittleren Zyklen des BdL fällt zuerst der Reichtum der Töne und Stimmungen auf, mit dem sich Heine auch gerne brüstet. Die Musikalität scheinbar naiv-romantischer Lieder, Lyrisches und Elegisches verleiten zum Einschwingen, während gezielte metrische Unebenheiten, Brüche, Prosaisches und mitunter Banales auf Distanz zwingen. Nicht selten schlagen Leichtes und Seichtes in Komplexität und Hermetik um. Dem korrespondiert der unvermittelte Wechsel vom Sentimentalen zur Maliziosität, vom abgeschmackt Weltschmerzlichen zu genuiner Trauer, von Koketterie zur Trostlosigkeit.

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Literatur

  1. 1.
    Höllerer, Walter, Zwischen Klassik und Moderne. Lachen und Weinen in der Dichtung einer Übergangszeit, Stuttgart 1958, S. 88Google Scholar
  2. 3.
    vgl. Sengle, Friedrich, Biedermeierzeit. Deutsche Literatur im Spannungsfeld zwischen Restauration und Revolution 1815–1848, Stuttgart 1980, Bd. III. S. 554Google Scholar
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    so etwa Mayser, Erich, Heinrich Heines „Buch der Lieder“ im 19. Jahrhundert, Stuttgart 1977, S. 47f.Google Scholar
  4. 1.
    Jahrbücher der Literatur, Wien, 31. Bd. 1825, S. 158Google Scholar
  5. 2.
    ähnlich argumentieren Mayser, aaO. S. 36f. und Prawer, aaO. S. 26.Google Scholar
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  10. 1.
    vgl. das Motto zu „Ideen. Das Buch Le Grand“: „Sie war liebenswürdig, und Er liebte Sie; Er aber war nicht liebenswürdig, und Sie liebte Ihn nicht. (Altes Stück)” und den Beginn des Buchs: „Madame, kennen Sie das alte Stück? Es ist ein ganz außerordentliches Stück, nur etwas zu sehr melancholisch. Ich hab mal die Hauptrolle darin gespielt…“ (Sämtl. S. Bd. 3, S. 248 )Google Scholar
  11. 1.
    vgl. die Interpretation des Gedichts oben S. 104ff.Google Scholar
  12. 2.
    Alexis, Willibald (?), Rezension zu Tragödien, nebst einem lyrischen Intermezzo, in: Jahrbücher der Literatur Wien, 1825, Bd. 31. July, August, September. S. 175–185, zit. n. Galley, aaO. S. 188Google Scholar
  13. 1.
    Fichtes Werke, in der Ausgabe des Sohnes, I, S. 204f., zit. nach Henrich, aaO.S. 33f.Google Scholar
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    vgl. dazu Kluckohn, Paul, Das Ideengut der deutschen Romantik, Tübingen 1966, S. 37Google Scholar
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  21. 1.
    Wie sehr die Kritiker aller Couleur gegen die „undeutsche Frivolität“ (S. 89) Sturm liefen, weist Jost Hermand in seinem Aufsatz „Erotik im Juste Milieu”, in: Kuttenkeuler, Wolfgang (Hrsg.), Heinrich Heine: Artistik und Engagement, Stuttgart 1977, an Heines „Verschiedene“ nach.Google Scholar
  22. 2.
    Oesterle, Günter, Integration und Konflikt. Die Prosa Heinrich Heines im Kontext oppositioneller Literatur der Restaurationsepoche, Stuttgart 1972, S. 97Google Scholar
  23. 3.
    Heine, Sämtl. S., Bd. 3, S. 219Google Scholar
  24. 4.
    Glossy, K., Literarische Geheimberichte aus dem Vormärz. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft, 21. Jahrg., Wien 1912, S. XCVGoogle Scholar
  25. 3.
    Damit soll auch der These J. Hermands, die die hier skizzierten Verfahren des Stilbruchs gänzlich außer acht läßt, widersprochen werden: „Anstatt also den inneren Brand weiterhin mit poesievollen Tränen zu löschen, wie er es im „Buch der Lieder“ getan hatte, geht Heine jetzt um der Wahrheit willen dazu über, seine Gefühle jakobinisch zu zerschneiden…” (aaO. S. 96) Selbst das „Schockmittel der Erotik“ (ebd.) Emdet im BdL schon Anwendung, auch wenn es noch weniger gezielt und umfassend eingesetzt wird als in „Verschiedene”.Google Scholar
  26. 2.
    An Immanuel Wohlwill, Berlin, den 7. April 1823, Hirth, S. 65Google Scholar
  27. 3.
    vgl. dazu auch: Heine, Sämtl. S., Bd. 3, S. 256Google Scholar
  28. 1.
    vgl. dazu Feuerlicht, Ignace, Heines „Auf den Flügeln des Gesanges“, in Heine-Jahrbuch 21, 1981, S. 30ff.Google Scholar
  29. 1.
    Hegel, G. W. F. Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte. Vollständig neue Ausgabe von Larson, Georg, Leipzig 1917f, Bd. 2, S. 349Google Scholar
  30. 5.
    Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte, aaO. Bd. 2, S. 353Google Scholar
  31. 3.
    vgl. Feuerlicht, aaO. S. 44ff.und Ezergailis, Inta, On Musicality in Poetry: The Case of Heine, in: Heine-Jahrbuch 1977, S. 32f.Google Scholar
  32. 4.
    Man hat das Gedicht auch mit dem Müllerschen „Lindenbaum(s)“ zu vergleichen versucht. Außer dem ständig wiederkehrenden Verlangen nach Ruhe verbindet die beiden Gedichte aber nichts; vgl. dazu auch Feuerlicht, aaO. S. 37/f.Google Scholar
  33. 5.
    siehe dazu das Kapitel,Im Grab ist Ruh’Google Scholar
  34. 6.
    Den Indienkult diskreditiert noch deutlicher der Sonettenzyklus „Friederike“, der erst in den „Neue(n) Gedichte(n)” veröffentlicht wurde, aber bereits 1823/4 entstanden ist. Wenngleich auch Hegels Rationalismus nicht ganz ungeschoren davonkommt, so folgt das Gedicht doch im wesentlichen dessen Kritik des Indienkults.Google Scholar
  35. 3.
    ähnlich Killy, Walther, Wandlungen des lyrischen Bildes, Göttingen 1964, S. 106f.Google Scholar
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  37. 1.
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    Walser, Martin, Reden zur Verleihung der „Heine-Plakette“, Heines Tränen, in: Heine-Jahrbuch 1982, S. 219Google Scholar
  39. 3.
    Das Gedicht ist freilich keine Persiflage auf den „West-östlichen Divan“. Es richtet sich nicht gegen die dort entworfene Utopie erfüllter sinnlicher Liebesbeziehung, es richtet sich vielmehr gegen dessen Rezeption, die gerade den utopischen Charakter ausblendet und die Einsamkeit befriedet durch platte Träume vom Orient.Google Scholar
  40. 1.
    Fuerst, Norbert, The Victorian Age of German Literature, London 1966, S. 81f.Google Scholar
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    Kraus, Karl, Heine und die Folgen in: ders., Magie der Sprache, Frankfurt 1979, S. 180Google Scholar
  42. 1.
    Foucault, Michel, Sexualität und Wahrheit, Bd. 1. Der Wille zum Wissen, Frankfurt/M. 1983, S. 42Google Scholar
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    Pikulik, Lothar, Romantik als Ungenügen an der Normalität: am Beispiel Tiecks, Hoffmanns, Eichendorffs, Frankfurt/M. 1979, S. 89Google Scholar
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    Müller, Wilhelm, Gedichte, hrsg. v. Hatfield, J. T. 1906, S. 12Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

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  • Johann Jokl

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