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Das Gehirn

  • Heiko J. LuhmannEmail author
Chapter
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Zusamenfassung

Nervensysteme mit unterschiedlichen Komplexitätsgraden sind in der Evolution entstanden, um Informationen aus der Umwelt und dem Körperinneren wahrzunehmen, zu verarbeiten und ggf. darauf zu reagieren. Erfolgreiche Reaktionen und Verhaltensweisen werden im Gehirn gespeichert und erlauben so eine Optimierung zukünftiger Verhaltensweisen und die Eroberung neuer Lebensräume. Die Funktionsweise einer einzelnen Nervenzelle und kleiner neuronaler Netzwerke hat sich im Laufe der Evolution nicht wesentlich verändert. Auf dieser Ebene unterscheiden wir uns nicht von einer Fliege. Der cerebrale Cortex (Neocortex) mit seiner charakteristischen columnären Architektur stellt die neueste Entwicklung in der Evolution von Gehirnen dar. In der Evolution der Säugetiere nahm das Volumen des cerebralen Cortex enorm zu, und die columnäre Organisation tritt nicht nur in sensorischen Cortexarealen auf, sondern auch in höheren Arealen im Frontalhirn. Die Umwelt und der eigene Körper sind im Gehirn topographisch repräsentiert und die Verarbeitung von neuronaler Information erfolgt einerseits seriell mit vielfachen Feedbackverbindungen, andererseits parallel über unterschiedliche Bahnen. Lokale corticale Läsionen führen zum Verlust spezifischer Funktionen. Unser Gehirn nimmt im Vergleich zu den anderen Organen unseres Körpers keine Sonderrolle ein. Es gibt kein Leib-Seele-Problem! Die „Seele“ ist Teil des Leibes.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Institute of PhysiologyUniversity Medical Center MainzMainzDeutschland

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