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Verantwortungskultur in der Kommunikationsgesellschaft: Kommunikationspolitik – als Ansatz zur Ausgestaltung der digitalen Medienwelt

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Zusammenfassung

Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob und wie die digitale Medienordnung jenseits der Nationalstaaten gestaltet werden kann. Nach der fundamentalen Institutionalisierung der Presse(freiheit), die den demokratisch-liberalen Staat begründete, entwickelte sich in den Nationalstaaten eine Medien gegenüber zurückhaltende Medienpolitik, zunächst gegenüber dem Radio und sodann bezogen auf das Fernsehen. Medienpolitik unter den Bedingungen eines relativ kleinen Anbietermarktes etablierte eine stabile publizistische Kultur. Mit dem Internet hat sich eine globale Kommunikationsinfrastruktur ausgebildet, die nicht mehr direkt von nationalstaatlichen Akteuren gestaltet werden kann. Durch Social Media-Plattformen kommt es zudem zu einer Vermischung von Individual-, Gruppen-, Organisations- und Massenkommunikation. Zur Regelung verfügt die nationalstaatliche Medienpolitik über kein geschlossenes politisches Instrumentarium und auch kein Gestaltungsleitbild. Im Beitrag wird diskutiert, ob und wie unter den entgrenzten Bedingungen ein Leitbilddiskurs institutionalisiert werden kann. Die Etablierung einer gemeinsam getragenen Verantwortungskultur kann durch die Institutionalisierung „Kommunikationspolitik“ erreicht werden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ)ZürichSchweiz

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