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Einleitung

  • Hans-Michael Ferdinand
Chapter

Zusammenfassung

Die wirtschaftsethische Debatte der letzten Jahre in Deutschland hat sich an der Frage festgebissen, ob und wie eine moralische Ökonomie möglich sei. Eher ökonomisch orientierte Autoren sehen im Wettbewerb das Paradigma moderner Gesellschaft, das wirtschaftlichen Akteuren einen ökonomischen Sachzwang auferlegt, der für moralisches Handeln keinen Spielraum lässt. Um ausbeutungsfrei wirksam werden zu können, bedürfe „wirkliche“ Moral vielmehr ökonomischer Anreize, was letztlich dazu führt, dass Ethik in der Ökonomik aufgeht. Gegen einen solchen Ökonomismus wird hier die Position einer moralischen Ökonomie vertreten, die sich stützt auf den aristotelischen Gedanken eines gelingenden Lebens als Zweck des Menschen, das Faktum der Verantwortungsfreiheit des Menschen als dessen Wesensmerkmal und auf die Gerechtigkeit als Gestaltungsanforderung an gesellschaftliche Prozesse. Transparenz wird als der Begriff vorgestellt, der die „Einhelligkeit“ (Kant) von Moral und Ökonomie „vermittelt“.

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Authors and Affiliations

  • Hans-Michael Ferdinand
    • 1
  1. 1.Hochschule Neu-UlmNeu-UlmDeutschland

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