Advertisement

Wenn aus Staub Böden werden

  • Axel DonEmail author
  • Roland Prietz
Chapter

Zusammenfassung

Nacheiszeitlicher Flugstaub: Löss

Während der Eiszeiten waren große Teile Mitteleuropas weitgehend vegetationsfrei: Im Norden bedeckten die Eismassen des skandinavischen Schildes und im Süden Eis und Gletscher der Alpen die Bodenoberfläche. Auf den eisfreien Flächen entwickelten sich bodenschützende Flechten und andere Pflanzen aufgrund der eisigen Temperaturen nur langsam. Die Nordsee war fast komplett trocken, da der Meeresspiegel viel niedriger lag. So gab es riesige vegetationsarme Flächen, die den starken Nord‐ und Westwinden schutzlos ausgesetzt waren. Die starken Winde bliesen feinen Sand und noch kleinere Teilchen kontinuierlich davon und transportierten diesen Staub über Hunderte von Kilometern. Man bezeichnet diesen Staub als Löss. Die Lösswolken sanken ab und sind bis heute in unseren Böden zu finden. Durch seine Herkunft aus trockengefallenen Meeresböden und den vegetationsarmen Kältewüsten enthält Löss Kalk, der zum Beispiel von Muschelschalen stammt. Dieser Kalk fördert das Bodenleben und das Pflanzenwachstum und macht Löss so wertvoll für den Gärtner und Landwirt, auch wenn der Kalk heute nur noch im tieferen Bodenhorizonten übrig geblieben ist. Wie wertvoll er ist, kann man auch in der Apotheke erfahren. Dort wird Löss als Heilerde verkauft. Das feine Lösspulver kann man mit Wasser verrührt als Heilmittel gegen Sodbrennen oder Reizdarm einnehmen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Thünen-Institut für AgrarklimaschutzBraunschweigDeutschland
  2. 2.Thünen-Institut für AgrarklimaschutzBraunschweigDeutschland

Personalised recommendations