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Wenn Böden Geschichten erzählen

  • Axel DonEmail author
  • Roland Prietz
Chapter

Zusammenfassung

Gestein verwittert zu feinen Teilchen, diese werden durch Wind, Wasser oder Eismassen umgelagert. Pflanzen siedeln sich an, die zusammen mit den Bodenorganismen Humus anreichern. Diese Prozesse können viele Tausend Jahre dauern. Die Farbe, chemische Beschaffenheit, Art der Zusammensetzung der Bodenteilchen und deren Lagerung geben Aufschluss über die Geschichte der Bodenentstehung und seine weitere Entwicklung. Der Boden hat ein Gedächtnis. So konnte mithilfe der Bodenmerkmale das Vorstoßen der nordischen Eismassen während der Eiszeit nachgewiesen werden oder auch der einstmalige Verlauf von Flüssen. Auch die Einwirkungen des Menschen auf den Boden hat dieser nicht „vergessen“. Typische Merkmale geben Aufschluss darüber, wie der Mensch Böden und Landschaft genutzt hat. So haben viele landwirtschaftlich genutzte Böden einen Pflughorizont, einen etwa 30 cm mächtigen recht homogenen Horizont an der Bodenoberfläche, der meist jedes Jahr umgepflügt wird oder wurde. Auch wenn heute kein Ackerbau auf diesen Böden mehr betrieben wird und wieder Wald oder Weiden entstanden sind, bleibt der Pflughorizont über Jahrzehnte bis Jahrhunderte erhalten und ist Zeitzeuge einer ehemaligen Ackernutzung. Dünen in der Landschaft können die Folge einer intensiven ackerbaulichen Tätigkeit sein. Nach Waldrodung und Brachliegen von Flächen trug Winderosion den Boden davon und lagerte ihn an anderer Stelle in Form von Flugsanddecken und Dünen wieder ab.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Thünen-Institut für AgrarklimaschutzBraunschweigDeutschland
  2. 2.Thünen-Institut für AgrarklimaschutzBraunschweigDeutschland

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