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Fallstudie 1 – Stürze und ihre Prävention

  • Heva BaybarzEmail author
Chapter
Part of the Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhaus-Management book series (ERFOLGSPRAXIS)

Zusammenfassung

Stürze sind eines der häufigsten Probleme in Krankenhäusern, welche durch intrinsische und extrinsische Faktoren verursacht werden. Die fremde Umgebung, Einwirkung neuer Medikamente, sowie verschiedene Krankheitsbilder gelten als Risikofaktoren. Eine erhöhte Sturzgefahr besteht beispielsweise bei Menschen mit Parkinson, Demenz oder Osteoporose. Stürze können ernste körperliche und psychische Komplikationen zur Folge haben wie zum Beispiel Frakturen und Angststörungen, welche die Mobilität der Betroffenen stark einschränken. Neben den medizinischen Aspekten muss auch berücksichtigt werden, dass Stürze das Gesundheitssystem wirtschaftlich belasten. Die langwierigen Behandlungsprozesse, welche aus medizinischen und rehabilitativen Interventionen bestehen, verursachen für alle Beteiligten hohe Kosten. Diese können durch fundierte Präventionsmaßnahmen vermieden werden. Für eine effektive Sturzprävention bedarf es der Identifizierung der Risikofaktoren und einer umfassenden Analyse der Sturzursachen, um gezielte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Bei den Maßnahmen wird unterschieden zwischen medizinischen Interventionen, Bewegungsprogrammen, dem Einsatz von Hilfsmitteln oder der Modifikation des Umfeldes. Hierbei werden die Medikamente in Absprache mit dem ärztlichen Fachpersonal angepasst, die Funktionalität umfeldbezogener Faktoren wie Lichtverhältnisse und Sitzmöbel werden optimiert, das Schuhwerk wird angepasst oder es kommen Hilfsmittel wie Sturzhelme und Rollatoren zum Einsatz. In einigen Fällen werden zur Sturzprävention freiheitsentziehende Maßnahmen, wie Bettgitter oder Gurte eingesetzt. Diese Maßnahmen bedürfen jedoch der Zustimmung der betroffenen Person, wenn diese nicht vorliegt, muss ein richterlicher Beschluss nachgewiesen werden. Es besteht weiterer Forschungsbedarf vor allem bei der Entwicklung von Beurteilungskriterien bzw. diagnostischen Instrumenten, die das Identifizieren von Risikofaktoren ermöglichen und somit zur Innovation geeigneter Maßnahmen beitragen.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule für Angewandte Wissenschaften HamburgHamburgDeutschland

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