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Alter(n) in Wissenschaftsorganisationen – Wissenschaftskarriere eine Frage von Altersgrenzen?

  • Wibke Frey
  • Svea KorffEmail author
Chapter
Part of the Kompetenzmanagement in Organisationen book series (KOOR)

Zusammenfassung

Mit der sich wandelnden Altersstruktur der Gesellschaft einher geht die Forderung aus der Wissenschaft und der Politik, die Potenziale des Alterns zu erkennen und nicht länger an tradierten Alternsnormen und -bildern festzuhalten: „Jünger“ heißt nicht automatisch „leistungsfähiger“. Gerade im Wissenschaftssystem mit seinen zahlreichen befristeten Stellen ist das Alter aber nach wie vor ein bedeutender Faktor, wenn es um die eigene Lebens- und Karriereplanung geht. In diesem Kapitel wird der Frage nachgegangen, welche Altersnormen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Übergangsphase von der Promotion zur Professur inkorporiert haben und welche Auswirkungen dies auf ihre praktische Tätigkeit in Forschung und Lehre hat. Hierfür wurden neun Gruppendiskussionen mit Postdocs ausgewertet und so Einblicke in an Status- und Altersgrenzen orientierte Lebens- und Karriereplanungen im Wissenschaftssystem gewonnen.

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  4. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ der Stiftung Universität Hildesheim: https://hochschuleundbildung.de.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Prof. Friederike Wapler – Lehrstuhl für Rechtsphilosophie und Öffentliches RechtJohannes Gutenberg-Universität MainzMainzDeutschland
  2. 2.Institut für Sozial- und OrganisationspädagogikStiftung Universität HildesheimHildesheimDeutschland

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