Advertisement

Psychologie: Psychische Folgen von Entwurzelung

  • Thomas W. HeinzEmail author
Chapter
  • 133 Downloads

Zusammenfassung

Migration ist in der Regel kein Sprint sondern ein Marathonlauf. Im „Eigenkulturschock“ zeigt sich, dass sich das in der Zeit des Fremdkultur-Aufenthaltes idealisierte projizierte Bild von der real erlebten Wirklichkeit der Ursprungskultur erheblich abweicht. Der Eigenkulturschock kann so zu Depressionen, Orientierungslosigkeit, Angst, aber auch zu Einsamkeit und Fernweh führen. Wesentliche Basis für eine gelingende Psychotherapie ist es, das kulturell verwurzelte Krankheitskonzept der Patienten und deren Familienangehörigen zu kennen. Ärzte, Pfleger und Psychotherapeuten werden mit Krankheitsvorstellungen aus fremden Kulturkreisen konfrontiert, die von den westeuropäisch-rationalen häufig gravierend abweichen. Europäisch sozialisierte Experten müssen sprachliche und kulturelle Missverständnisse erkennen und sind gleichzeitig gefordert, sich mit Traumafolgen von Opfern politischer Verfolgung, Folter und/oder Vergewaltigung auseinander zu setzen.

Literatur

  1. Glaesmer H et al (2009) Sind Migranten häufiger von psychischen Störungen betroffen? Psychiatr Prax 36(01):16–22CrossRefGoogle Scholar
  2. Hecker M et al (2018) Differential associations among PTSD and complex PTSD symptoms and traumatic experiences and postmigration difficulties in a culturally diverse refugee sample.  https://doi.org/10.1002/jts.22342CrossRefGoogle Scholar
  3. Knaevelsrud et al (2012) Psychotherapeut 57(5):451–465 CrossRefGoogle Scholar
  4. Woesler M (2009) A new model of cross-cultural communication, 2. Aufl. Berlin Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachkliniken St. Marien – St. Vitus GmbHNeuenkirchen-VördenDeutschland

Personalised recommendations