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Lernen, Gedächtnis, prägende Erfahrung

  • Werner A. MüllerEmail author
  • Stephan Frings
  • Frank Möhrlen
Chapter

Zusammenfassung

Der Nobelpreisträger Eric Kandel hat am Beispiel der Meeresschnecke Aplysia elementare Prozesse aufgeklärt, wie einfache Lernprozesse (Bildung einer Assoziation) an Synapsen bewerkstelligt werden können. (Grundbegriffe der Verhaltensforschung werden im Abschnitt ″Zur Vertiefung″ erläutert). Synaptic plasticity ist das Schlagwort geworden, wenn es um die physiologische Erforschung von Lernen und Gedächtnis geht. Solche Fähigkeiten werden physiologisch ermöglicht durch Langzeitpotenzierung an Hebb-Synapsen und molekularen AMPA- und NMDA-Rezeptoren an Synapsen. Auf suprazellulärem Niveau wird dem Hippocampus in Kooperation mit dem limbischen System des Gehirns eine entscheidende Rolle bei der Überführung von Gedächtnisinhalte vom Arbeits-und Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zugesprochen, das in weiten Teilen des Gehirns deponiert zu sein scheint. Andererseits sind bestimmte, örtlich festgelegte Ensembles von Neuronen für das Wiedererkennen von Gesichtern zuständig. Im Hippocampus und seinem Umfeld zu findende place-, grid-, border- und time-cells sind aktiv, wenn wir uns an bestimmte Orte und Szenen erinnern, und Spiegelneurone sind aktiv, wenn wir Tätigkeiten anderer nachahmen und sei es bloß in der Fantasie. Spiegelneurone werden als Vermittler von Empathie diskutiert. Von einem Verständnis der gesamten neuronalen Prozesse, die implizites (prozedurales) und explizites (deklaratives, semantisches) Lernen und Gedächtnis ermöglichen, ist man noch weit entfernt und welche Verhaltensmuster angeboren, welche erlernt sind, bleibt eine stets offene Frage.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Werner A. Müller
    • 1
    Email author
  • Stephan Frings
    • 2
  • Frank Möhrlen
    • 3
  1. 1.WiesenbachDeutschland
  2. 2.Centre for Organismal Studies (COS), Molekulare PhysiologieUniversität HeidelbergHeidelbergDeutschland
  3. 3.Centre for Organismal Studies (COS), Molekulare PhysiologieUniversität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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