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Zusammenfassung

  • Eike Blitza
Chapter
Part of the Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht book series (BEITRÄGE, volume 279)

Zusammenfassung

Les géographies […] sont les livres les plus précieux de tous les livres. Elles ne se démodent jamais. Il est rare que’une montagne change de place. Il est très rare qu’un Océan se vide de son eau, belehrte der Geograf Saint-Exupérys kleinen Prinzen. Der Geograf hatte Unrecht. Veränderungen der Erdoberfläche sind keine seltenen Ereignisse, sondern sie stellen den Regelfall dar. Allerdings – und insofern lässt sich ihm zustimmen – verlaufen sie meist so langsam, dass sie für den Menschen nicht wahrnehmbar sind. So geht man heute davon aus, dass der Meeresspiegel nach dem Ende der letzten Eiszeit für über 2000 Jahre nahezu konstant blieb. Mit der einsetzenden Industrialisierung änderte sich dies indes. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts steigt der Meeresspiegel stetig. Für den Zeitraum von 1901–2010 ist von einem durchschnittlichen Anstieg von 1,7 mm pro Jahr, insgesamt etwa 0,19 m, auszugehen. Betrachtet man nur die letzten Jahrzehnte, legen jüngste Messdaten einen fast doppelt so hohen Wert nahe. Die Meere steigen folglich nicht nur stetig, sondern auch wesentlich schneller. Dies hat Folgen, die anders als noch zuvor nicht nur messbar, sondern zunehmend auch wahrnehmbar werden. Küstenerosion ist überall in der Welt feststellbar. Ob mit Blick auf ein Atoll im Südpazifik, die auftauende Permafrost-Küste in der Arktis, das Delta des Mississipis oder die Südspitze Sylts – nahezu überall führt das steigende Meer zum Verlust von Land. Mögen sich die Konsequenzen, die sich dadurch für die Küstenbevölkerung ergeben, auch fundamental unterscheiden, ändert dies nichts daran, dass das Problem des Meeresspiegelanstiegs ein solches globaler Natur ist, welches ein Zusammenwirken aller Staaten erfordert.

Copyright information

© Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., to be exercised by Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg 2019

Authors and Affiliations

  • Eike Blitza
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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