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Finanzpsychologie für jedermann – die mikroökonomische Perspektive auf der Ebene einzelner Börsenspekulanten

  • Heribert WienkampEmail author
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Zusammenfassung

Mitunter kommt es vor, dass kollektives Verhalten auf der Makroebene irrational erscheint und nicht ohne Weiteres zu erklären ist, das Verhalten auf der Mikroebene einzelner Individuen jedoch durchaus logisch und vernünftig sein kann. Ähnlich der Behavioral Finance ist sowohl bei den bewussten als auch bei den unbewussten Reaktionen der Anleger von psychologisch bedingten Einflüssen auszugehen. Für viele Börsianer ist das Eigeninteresse der Antrieb für wirtschaftliches Denken und Handeln, das sich bis zur Gier steigern kann. Daher kann es auch sein, dass das Ego dem Handeln im Wege steht. Schuld daran sind die vorherrschenden Emotionen, die sich als unwillkürliche Erregungsprozesse verselbständigen und das Verhalten diktieren. In der Praxis wird der Egoismus ohne Skrupel ausgelebt, wenn es nur dem eigenen Vorteil dient. Hinzu kommt, dass die Börse aufgrund ihrer Anonymität ein ideales Parkett für das Ausleben versteckter Egoismen ist. Grundsätzlich muss der Anreiz, zu spekulieren und Geld zu machen, sich gegenüber der Risikoangst durchsetzen – sonst passiert nichts! Ohne persönlichen Vorteil entsteht keine Anreizmotivation, etwas zu tun oder zu riskieren.

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Authors and Affiliations

  1. 1.RecklinghausenDeutschland

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