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Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik: Diagnosen und Prozeduren der Krankenhauspatienten auf Basis der Daten nach § 21 Krankenhausentgeltgesetz

  • Jutta Spindler
Open Access
Chapter

Zusammenfassung

Mit den DRG-Daten nach § 21 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) steht den Nutzerinnen und Nutzern im Rahmen des Angebots des Statistischen Bundesamtes seit dem Jahr 2005 neben den Grund- und Kostendaten und den Diagnosedaten der Krankenhäuser eine weitere wichtige Datenquelle zur Verfügung. Gegenstand dieses Beitrags sind zentrale Ergebnisse zur stationären Versorgung des Jahres 2017, die das Informationsspektrum der herkömmlichen amtlichen Krankenhausstatistik ergänzen und erweitern. Im Vordergrund stehen die Art und Häufigkeit durchgeführter Operationen und medizinischer Prozeduren sowie die Darstellung wichtiger Hauptdiagnosen, ergänzt um ihre jeweiligen Nebendiagnosen auch unter fachabteilungsspezifischen Gesichtspunkten der vollstationär behandelten Krankenhauspatientinnen und -patienten. Ausgewählte Ergebnisse zum erbrachten Leistungsspektrum der Krankenhäuser, insbesondere zur Art und zum Umfang der abgerechneten Fallpauschalen (DRGs), den Hauptdiagnosegruppen (MDCs) sowie zum Casemix (CM) und Casemix-Index (CMI) werden in diesem Beitrag ebenfalls dargestellt.

Zusammenfassung

Mit den DRG-Daten nach § 21 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) steht den Nutzerinnen und Nutzern im Rahmen des Angebots des Statistischen Bundesamtes seit dem Jahr 2005 neben den Grund- und Kostendaten und den Diagnosedaten der Krankenhäuser eine weitere wichtige Datenquelle zur Verfügung. Gegenstand dieses Beitrags sind zentrale Ergebnisse zur stationären Versorgung des Jahres 2017 , die das Informationsspektrum der herkömmlichen amtlichen Krankenhausstatistik ergänzen und erweitern. Im Vordergrund stehen die Art und Häufigkeit durchgeführter Operationen und medizinischer Prozeduren sowie die Darstellung wichtiger Hauptdiagnosen, ergänzt um ihre jeweiligen Nebendiagnosen auch unter fachabteilungsspezifischen Gesichtspunkten der vollstationär behandelten Krankenhauspatientinnen und -patienten. Ausgewählte Ergebnisse zum erbrachten Leistungsspektrum der Krankenhäuser, insbesondere zur Art und zum Umfang der abgerechneten Fallpauschalen (DRGs), den Hauptdiagnosegruppen (MDCs) sowie zum Casemix (CM) und Casemix-Index (CMI) werden in diesem Beitrag ebenfalls dargestellt.

In addition to basic and cost data and hospital diagnosis data, the DRG data in accordance with § 21 of the Hospital Remuneration Act (KHEntgG) have been an important data source for users of the German Federal Statistical Office’s services since 2005. The article provides key findings on inpatient care in Germany in 2017, thus supplementing and extending the information spectrum of conventional official hospital statistics. The focus is on the type and frequency of surgical and medical procedures performed as well as important main diagnoses of inpatients supplemented by their respective secondary diagnoses, which are also considered under department-specific aspects. Additionally, the author presents selected data on the range of services provided by hospitals, in particular on the type and scope of DRGs, MDCs, Case Mix (CM) and Case Mix Index (CMI).

19.1 Vorbemerkung

Im Rahmen der Novellierung der Krankenhausfinanzierung im Jahr 2000 führte der Gesetzgeber zur Vergütung der Leistungen von Krankenhäusern das auf Fallpauschalen basierende DRG-Entgeltsystem (DRG für Diagnosis Related Groups) ein. Seit dem 1. Januar 2004 ist die Anwendung dieses Abrechnungssystems für allgemeine Krankenhäuser, die dem Anwendungsbereich des § 1 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) unterliegen, verpflichtend. Ausnahmen galten bislang weitestgehend nur für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser oder einzelne Spezialkliniken mit seltenen bzw. wenig standardisierbaren Indikationsbereichen und Verfahren.1

In diesem Kontext wurde auch die Übermittlungsverpflichtung der Krankenhäuser für DRG-Daten einschließlich aller Leistungen, die nach Fallpauschalen abgerechnet werden, festgeschrieben. Zur Optimierung und Weiterentwicklung der bisherigen amtlichen Krankenhausstatistik wird über das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ein ausgewähltes und gesetzlich genau definiertes Merkmalsspektrum dieser umfangreichen Struktur- und Leistungsdaten an das Statistische Bundesamt übermittelt. Auf dieser Basis stehen Informationen über die Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) zur Verfügung.2

Einen deutlichen Informationszugewinn stellt insbesondere die Prozeduren-, Diagnose- und Leistungsstatistik dar. Danach können differenzierte Angaben für alle vollstationären Behandlungsfälle eines Kalenderjahres zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel zu Operationen und medizinischen Prozeduren oder eine Erweiterung der Hauptdiagnosen um ihre jeweiligen Nebendiagnosen auch unter fachabteilungsspezifischen Gesichtspunkten. Je nach Berichtsjahr kann darüber hinaus auch auf Ergebnisse beispielsweise zur Art und zum Umfang der abgerechneten Fallpauschalen (DRGs), zu Hauptdiagnosegruppen (MDCs) sowie zum Casemix (CM) und Casemix-Index (CMI) zurückgegriffen werden.

Im Folgenden werden zentrale Ergebnisse zur stationären Versorgung des Berichtsjahres 2017 dargestellt, die das Informationsspektrum der herkömmlichen amtlichen Krankenhausstatistik (vgl. hierzu die Kap. 17 und Kap. 18 in diesem Band) ergänzen und erweitern.

19.2 Erläuterungen zur Datenbasis

Grundlage für die folgenden Auswertungen bilden die Daten nach § 21 KHEntgG. Zur Datenlieferung sind alle Krankenhäuser verpflichtet, die nach dem DRG-Vergütungssystem abrechnen und dem Anwendungsbereich des § 1 KHEntgG unterliegen. Einbezogen sind darin auch Krankenhäuser der Bundeswehr, sofern sie Zivilpatienten behandeln und Kliniken der Berufsgenossenschaften, soweit die Behandlungskosten nicht von der Unfall-, sondern der Krankenversicherung vergütet werden. Von der Lieferverpflichtung ausgenommen sind Krankenhäuser im Straf- oder Maßregelvollzug und Polizeikrankenhäuser. Darüber hinaus bleiben Leistungen von psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen nach § 17d Abs. 1 KHG unberücksichtigt.

Die folgenden Auswertungen für das Jahr 2017 beruhen auf den Struktur- und Leistungsdaten von 1.477 Krankenhäusern und umfassen 18,9 Millionen vollstationär behandelte Fälle. Detaillierte Informationen, ob und inwieweit Datenlieferungen einzelner Krankenhäuser möglicherweise nicht fristgerecht oder nur unvollständig an die DRG-Datenstelle übermittelt wurden und damit eine Untererfassung sowohl der Krankenhäuser als auch der Patientinnen und Patienten vorliegt, stehen für das Jahr 2017 nicht zur Verfügung. Aufgrund der Art der Daten als Abrechnungsdaten der Krankenhäuser ist aber davon auszugehen, dass die nach dem DRG-Vergütungssystem abrechnenden Krankenhäuser nahezu vollständig erfasst und nur geringe Ausfälle zu verzeichnen sind.

Im Vergleich zu den Grund- und Diagnosedaten der Krankenhäuser (vgl. Kap. 18 und Kap. 19) sind in der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (z. B. bei der Fallzahl und durchschnittlichen Verweildauer der vollstationär behandelten Patientinnen und Patienten) bei verschiedenen Merkmalen zum Teil deutliche Abweichungen festzustellen. Diese Abweichungen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass bei der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik keine Daten von Einrichtungen und Patienten einbezogen sind, die nach der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) abgerechnet werden und außerhalb des Geltungsbereichs des DRG-Entgeltsystems liegen. Dies sind vor allem Einrichtungen der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapeutischen Medizin.3 Daher sind diese Statistiken nur bedingt miteinander vergleichbar und vielmehr als gegenseitige Ergänzung zu betrachten.

19.3 Eckdaten der vollstationär behandelten Krankenhauspatientinnen und -patienten

Nach der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik wurden im Jahr 2017 18,9 Millionen Patientinnen und Patienten4 aus einer vollstationären Krankenhausbehandlung entlassen. Erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 2005 ist im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Behandlungsfälle zurückgegangen. Insgesamt waren dies mit 60.428 Fällen 0,3 % weniger als im Jahr zuvor. Altersstandardisiert5 ging die Fallzahl im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 % zurück. Im Durchschnitt dauerte ein Krankenhausaufenthalt 6,1 Tage und nahm im Vergleich zum Vorjahr weiter um 0,1 Tage ab. 53 % der Behandlungsfälle entfielen auf weibliche und 47 % auf männliche Patienten. Durchschnittlich waren die behandelten Frauen und Männer 56 Jahre alt. Je 100.000 Einwohner wurden 22.757 Patientinnen und Patienten stationär in den Krankenhäusern behandelt. Im Vergleich zu anderen Altersgruppen waren die Behandlungszahlen je 100.000 Einwohner erwartungsgemäß bei den unter 1-Jährigen (125.805) und dem Personenkreis im höheren und sehr hohen Alter wie auch in den Vorjahren besonders hoch. Bei den über 75-Jährigen wurden beispielsweise 60.019 Patientinnen und Patienten je 100.000 Einwohner behandelt.

Wohnortbezogen6 gab es die meisten Behandlungsfälle je 100.000 Einwohner in Sachsen-Anhalt (27.062 Fälle), in Thüringen (26.622 Fälle) und im Saarland (26.219 Fälle). Im Gegensatz dazu war die geringste Anzahl an Behandlungsfällen je 100.000 Einwohner in Baden-Württemberg (18.889 Fälle), Hamburg (19.555 Fälle) und Bremen (20.030 Fälle) zu verzeichnen (Tab. 19.1).
Tab. 19.1

Patientinnen und Patienten nach Behandlungs- und Wohnort sowie Behandlungsfälle je 100.000 Einwohner 2017

 

Behandlungsort der Patienten

Wohnort der Patienten

Fälle* je 100 000

Anzahl

Anzahl

Einwohner

Baden-Württemberg

2.126.978

2.075.423

18.889

Bayern

2.917.641

2.860.081

22.062

Berlin

836.550

736.448

20.490

Brandenburg

544.035

639.659

25.593

Bremen

203.401

136.180

20.030

Hamburg

483.909

355.994

19.555

Hessen

1.333.974

1.370.118

21.999

Mecklenburg-Vorpommern

400.394

399.407

24.794

Niedersachsen

1.675.871

1.786.975

22.466

Nordrhein-Westfalen

4.492.811

4.459.660

24.913

Rheinland-Pfalz

927.883

977.637

24.021

Saarland

276.289

260.993

26.219

Sachsen

969.074

948.375

23.236

Sachsen-Anhalt

573.412

603.401

27.062

Schleswig-Holstein

571.577

627.043

21.728

Thüringen

567.423

573.615

26.622

* auf Basis des Wohnorts. Berechnet mit der durchschnittlichen Bevölkerung 2017 auf Grundlage des Zensus 2011.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Auf Grundlage der siedlungsstrukturellen Regionstypen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist hierzu ergänzend eine Unterscheidung nach städtischen Regionen, Regionen mit Verstädterungsansätzen und ländlichen Regionen sowohl zwischen als auch innerhalb der Bundesländer möglich.7 Unter anderem bedingt durch die Altersstruktur der Bevölkerung liegt insgesamt die Zahl der stationär versorgten Patientinnen und Patienten je 100.000 Einwohner in ländlichen Regionen (24.536 Fälle) deutlich höher als in städtischen Regionen (22.330 Fälle) und in Regionen mit Verstädterungsansätzen (22.762 Fälle). Regional betrachtet wurden in ländlichen Regionen vor allem in den neuen Bundesländern, insbesondere in Thüringen (28.607 Fälle), Sachsen-Anhalt (27.614 Fälle) und Sachsen (25.734 Fälle), die meisten Patientinnen und Patienten je 100.000 Einwohner stationär behandelt. In Regionen mit Verstädterungsansätzen lagen Hessen (26.897 Fälle), wiederum Sachsen-Anhalt (26.046 Fälle) sowie Sachsen (25.932 Fälle) an der Spitze. Die vordersten Plätze in städtischen Regionen nahmen das Saarland (26.550 Fälle), Nordrhein-Westfalen (25.015 Fälle) und Rheinland-Pfalz (22.809 Fälle) ein (Abb. 19.1).
Abb. 19.1

Patientinnen und Patienten je 100.000 Einwohner 2016 nach Bundesland und Siedlungsstruktur (Regionstyp) (Dargestellt sind Ergebnisse für das Berichtsjahr 2016, da die Bevölkerungszahlen nach siedlungsstrukturellen Regionstypen für 2017 noch nicht vorliegen) (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Unter Einbezug der Dauer des Krankenhausaufenthalts der Behandelten gab es 532.564 sogenannte Stundenfälle. Dies sind vollstationär aufgenommene Patientinnen und Patienten, bei denen sich innerhalb des ersten Tages herausstellt, dass ein stationärer Aufenthalt nicht erforderlich ist, oder Patientinnen und Patienten, die innerhalb des ersten Tages versterben. Im Jahr 2017 betrug ihr Anteil an allen Behandlungsfällen 2,8 %. Die Zahl der sogenannten Kurzlieger, d. h. Patientinnen und Patienten, die mindestens eine Nacht und höchstens drei Nächte im Krankenhaus verbringen, lag bei knapp 8,5 Millionen. Diese Patientengruppe entsprach einem Anteil von 44,9 % der Behandlungsfälle. Gegenüber dem Vorjahr war bei Kurzliegern ein Anstieg um 1,3 % und bei Stundenfällen ein Rückgang um 3,1 % zu verzeichnen.

Im Hinblick auf den Aufnahmeanlass wurden im Jahr 2017 46,7 % der Fälle aufgrund einer ärztlichen Einweisung in die vollstationäre Krankenhausbehandlung aufgenommen. Bei 45,8 % wurde die Krankenhausaufnahme als Notfall eingeordnet (Abb. 19.2).
Abb. 19.2

Krankenhausfälle nach Aufnahmeanlass 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Der häufigste Entlassungsgrund bei den Patientinnen und Patienten war die reguläre Beendigung der Behandlung. In 87,4 % aller Fälle wurde die vollstationäre Krankenhausbehandlung durch eine reguläre Entlassung abgeschlossen. Eine reguläre Beendigung des Krankenhausaufenthalts lag auch vor, wenn eine nachstationäre Behandlung vorgesehen war (6,6 %). Entgegen ärztlichem Rat wurde die Behandlung in 2,4 % der Fälle abgebrochen. Die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung erfolgte in 2,1 % und die Entlassung in eine Rehabilitationseinrichtung mit einer entsprechenden Weiterbehandlung in 1,9 % der Fälle (Abb. 19.3).
Abb. 19.3

Krankenhausfälle nach Entlassungsgrund 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

19.4 Ausgewählte Hauptdiagnosen mit den wichtigsten Nebendiagnosen der Behandelten

Mit der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik stehen umfangreiche Informationen sowohl zu den Haupt- als auch zu den Nebendiagnosen zur Verfügung. Als Hauptdiagnose wird gemäß den Deutschen Kodierrichtlinien8 die Diagnose angegeben, die nach Analyse als diejenige festgestellt wurde, die hauptsächlich für die Veranlassung des stationären Krankenhausaufenthalts der Patientin/des Patienten verantwortlich ist. Der Begriff „nach Analyse“ bezieht sich auf die Evaluation der Befunde am Ende des stationären Aufenthalts. Die dabei festgestellte Hauptdiagnose muss daher nicht mit der Aufnahme- oder Einweisungsdiagnose übereinstimmen. Die Hauptdiagnose ist entsprechend der 10. Revision der Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme ICD-10 GM9 zu kodieren.

Als relevante Nebendiagnose (Komorbidität und Komplikation) gelten Krankheiten oder Beschwerden, die entweder gleichzeitig mit der Hauptdiagnose bestehen oder sich während des Krankenhausaufenthalts entwickeln. Voraussetzung hierfür ist eine diagnostische Maßnahme (Verfahren und/oder Prozedur), eine therapeutische Maßnahme oder ein erhöhter Pflege- und/oder Überwachungsaufwand. Nebendiagnosen sind ebenfalls gemäß der ICD-10 GM zu kodieren.

In Bezug auf die Hauptdiagnosekapitel wurden die Patientinnen und Patienten im Jahr 2017 mit Abstand am häufigsten aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems (2,9 Millionen Fälle) stationär behandelt. Weitere Behandlungsanlässe waren vor allem Verletzungen und Vergiftungen (2,0 Millionen Fälle) sowie Krankheiten des Verdauungssystems (1,9 Millionen Fälle). Bei Frauen spielten über Krankheiten des Kreislaufsystems sowie Verletzungen und Vergiftungen hinaus schwangerschaftsbedingte Behandlungen und damit verbundene Krankheiten eine große Rolle. Bei Männern dominierten neben den Krankheiten des Kreislaufsystems weiterhin Erkrankungen des Verdauungssystems und Neubildungen.

Lässt man die Versorgung gesunder Neugeborener (Z38) unberücksichtigt, war mit 464.813 Fällen die Herzinsuffizienz (I50) die am häufigsten gestellte Hauptdiagnose. Die wichtigsten zu diesem Krankheitsbild gestellten Nebendiagnosen waren in erster Linie die chronische ischämische Herzkrankheit (I25) sowie Vorhofflimmern und Vorhofflattern (I48). Durchgeführte Operationen bezogen sich bei den Behandelten mit dieser Hauptdiagnose vor allem auf die Implantation eines Herzschrittmachers und Defibrillators (5-377), die Entfernung, den Wechsel und die Korrektur eines Herzschrittmachers und Defibrillators (5-378) sowie andere Operationen an Blutgefäßen (5-399) (Tab. 19.2).
Tab. 19.2

Hauptdiagnose Herzinsuffizienz (I50) mit ihren häufigsten Nebendiagnosen und Operationen 2017

 

Pos.-Nr. ICD-10/Hauptdiagnose Herzinsuffizienz

Anzahl

 

I50

 

464.813

 

Rang

Pos.-Nr. ICD-10/Nebendiagnose

Anzahl

in %

Insgesamt

 

5.749.466

100,0

1

I25

Chronische ischämische Herzkrankheit

277.809

4,8

2

I48

Vorhofflimmern und Vorhofflattern

270.184

4,7

3

I50

Herzinsuffizienz2)

238.025

4,1

4

Z92

Medizinische Behandlung in der Eigenanamnese

237.201

4,1

5

I10

Essenzielle (primäre) Hypertonie

223.269

3,9

Rang

Operationen nach Kapitel 51 )

Anzahl

in %

Insgesamt 3)

Insgesamt (einschl. der Pos. 5-93 bis 5-99)

51.903

100,0

1

5-377

5-377 Implantation eines Herzschrittmachers, Defibrillators und Ereignis-Rekorders

10.867

20,9

2

5-378

5-378 Entfernung, Wechsel und Korrektur eines Herzschrittmachers und Defibrillators

3.371

6,5

3

5-399

Andere Operationen an Blutgefäßen

2.815

5,4

4

5-469

Andere Operationen am Darm

2.689

5,2

5

5-452

Lokale Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe des Dickdarmes

2.659

5,1

1) Ohne Duplikate

2) 4. oder 5. Stelle der Nebendiagnose weicht von der 4. oder 5. Stelle der Hauptdiagnose ab.

3) Operationen insgesamt beinhaltet auch die Pos. 5–93 bis 5–99 (Zusatzinformationen zu Operationen), die aber hier nicht separat ausgewiesen wurden.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Eine Übersicht über die weiteren wichtigen Hauptdiagnosen in Verbindung mit den entsprechenden Nebendiagnosen sind als elektronisches Zusatzmaterial unter https://doi.org/10.1007/978-3-662-58225-1 (Tabelle 19.a) bereitgestellt.

Im Jahr 2017 wurden durchschnittlich 6,1 Nebendiagnosen je Patientin/Patient gestellt. Die durchschnittliche Zahl der Nebendiagnosen, die bei einem Krankenhausfall zusätzlich zur Hauptdiagnose gestellt werden, steigt mit dem Alter der Patientinnen und Patienten deutlich an. Dies spiegelt die mit dem Alter zunehmende Wahrscheinlichkeit sowohl von Mehrfacherkrankungen, der sogenannten Multimorbidität, als auch von Komplikationen bei der Behandlung wider. Alte Menschen leiden danach sehr viel häufiger als junge Patienten an mehreren komplexen Erkrankungen gleichzeitig (Abb. 19.4).
Abb. 19.4

Durchschnittliche Anzahl der Nebendiagnosen pro Krankenhausfall nach Alter und Geschlecht 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Im Durchschnitt werden bei Frauen nur in den Altersgruppen der 15- bis unter 45-Jährigen – vorwiegend verursacht durch schwangerschaftsbedingte Behandlungen – mehr Nebendiagnosen als bei den Männern gestellt. Unterschiede zeigen sich auch, wenn nach dem Wohnort der Behandelten unterschieden wird. Danach weisen Patientinnen und Patienten aus Mecklenburg-Vorpommern (7,0 Nebendiagnosen) sowie Sachsen-Anhalt und Brandenburg (jeweils 6,9 Nebendiagnosen) im Schnitt etwas höhere Werte als Patientinnen und Patienten aus Hessen (5,3 Nebendiagnosen), Bayern (5,8 Nebendiagnosen) und Hamburg (6,0 Nebendiagnosen) auf.

Werden die gestellten Nebendiagnosen nach ihrer Rangfolge unabhängig von der Hauptdiagnose für sich betrachtet, stand bei den Patientinnen und Patienten mit großem Abstand an erster Stelle die essenzielle primäre Hypertonie (I10), gefolgt von der medizinischen Behandlung in der Eigenanamnese (Z92) und der chronischen ischämischen Herzkrankheit (I25). Bei den Frauen waren über die essenzielle primäre Hypertonie und medizinische Behandlung in der Eigenanamnese hinaus Probleme mit Bezug auf Pflegebedürftigkeit (Z74) weitere wichtige Begleiterkrankungen. Die chronische ischämische Herzkrankheit spielte bei ihnen aber eine wesentlich geringere Rolle als bei Männern (Rang 11 zu Rang 3 der häufigsten Begleiterkrankungen). Insgesamt bilden die in Tab. 19.3 aufgeführten fünfundzwanzig häufigsten Nebendiagnosen bereits rund 40 % des Spektrums aller Begleiterkrankungen ab.
Tab. 19.3

Die häufigsten Nebendiagnosen 2017

Rang

Pos.-Nr. ICD-10

Nebendiagnose

Anzahl

in %

  

Insgesamt

115.354.906

100,0

1

I10

I10 Essenzielle (primäre) Hypertonie

6.814.273

5,9

2

Z92

Z92 Medizinische Behandlung in der Eigenanamnese

4.039.262

3,5

3

I25

I25 Chronische ischämische Herzkrankheit

2.968.388

2,6

4

E11

E11 Diabetes mellitus, Typ 2

2.730.909

2,4

5

E78

E78 Störungen des Lipoproteinstoffwechsels und sonstige Lipidämien

2.520.579

2,2

6

E87

Z74 Probleme mit Bezug auf Pflegebedürftigkeit

2.458.830

2,1

7

Z74

E87 Sonstige Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie des Säure-Basen-Gleichgewichts

2.416.854

2,1

8

Z95

Z95 Vorhandensein von kardialen oder vaskulären Implantaten oder Transplantaten

2.312.465

2,0

9

I48

I48 Vorhofflimmern und Vorhofflattern

2.184.284

1,9

10

N18

N18 Chronische Nierenkrankheit

1.996.418

1,7

11

I50

I50 Herzinsuffizienz

1.973.604

1,7

12

E03

U50 Motorische Funktionseinschränkung

1.630.134

1,4

13

E66

E03 Sonstige Hypothyreose

1.613.994

1,4

14

B96

E66 Adipositas

1.216.596

1,1

15

Z03

B96 Sonstige näher bezeichn. Bakterien als Ursache von Krankheiten, die in and. Kapiteln klassifiziert sind

1.214.827

1,1

16

N39

J96 Respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert

1.213.438

1,1

17

J96

Z03 Ärztliche Beobachtung und Beurteilung von Verdachtsfällen

1.186.695

1,0

18

O09

N39 Sonstige Krankheiten des Harnsystems

1.180.128

1,0

19

U50

O09 Schwangerschaftsdauer

1.045.639

0,9

20

B95

B95 Streptokokken und Staphylokokken als Ursache von Krankheiten, die in and. Kapiteln klassifiziert sind

1.024.826

0,9

21

E86

E86 Volumenmangel

942.642

0,8

22

J44

J44 Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit

900.654

0,8

23

Z96

Z96 Vorhandensein von anderen funktionellen Implantaten

882.423

0,8

24

I11

Z86 Bestimmte andere Krankheiten in der Eigenanamnese

839.452

0,7

25

Z86

R26 Störungen des Ganges und der Mobilität

816.149

0,7

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Eine ausführliche Darstellung der häufigsten Nebendiagnosen sowohl insgesamt als auch differenziert nach männlichen und weiblichen Behandelten ist sind als elektronisches Zusatzmaterial unter https://doi.org/10.1007/978-3-662-58225-1 (Tabellen 20.b bis 20.d) bereitgestellt.

19.5 Operationen und medizinische Prozeduren

Einen deutlichen Informationszugewinn der Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik im Vergleich zur herkömmlichen Krankenhausdiagnosestatistik stellen Informationen über die Art und Häufigkeit von Operationen und medizinischen Prozeduren dar, die bei den Patientinnen und Patienten während ihres vollstationären Krankenhausaufenthalts durchgeführt wurden.

Operationen und medizinische Prozeduren im stationären Bereich sowie ambulante Operationen, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung durchgeführt werden, werden anhand des amtlichen Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) kodiert.10 Nach den Deutschen Kodierrichtlinien sind alle signifikanten operativen Eingriffe und medizinischen Prozeduren, die vom Zeitpunkt der Aufnahme bis zum Zeitpunkt der Entlassung bei den Behandelten vorgenommen werden und im amtlichen OPS abbildbar sind, von den Krankenhäusern zu kodieren.11 Dies schließt neben operativen Eingriffen auch diagnostische, therapeutische und pflegerische Prozeduren sowie die Verabreichung von speziellen Medikamenten ein.

Im Berichtsjahr 2017 wurden bei den vollstationär versorgten Patientinnen und Patienten insgesamt 60,0 Millionen operative Maßnahmen und medizinische Prozeduren durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um 2,4 %. Auf einen Krankenhausfall entfielen damit im Durchschnitt 3,2 Maßnahmen dieser Art. Nach Bundesländern aufgeschlüsselt lag die durchschnittliche Zahl der Operationen und Prozeduren bei Patientinnen und Patienten, die in Krankenhäusern in Hamburg und Berlin (jeweils 3,5 Maßnahmen) behandelt wurden, etwas höher als in Rheinland-Pfalz (2,9 Maßnahmen) sowie Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 3,0 Maßnahmen).

Ohne Berücksichtigung der unter 1-Jährigen steigt die durchschnittliche Anzahl der während eines Krankenhausaufenthalts durchgeführten operativen Eingriffe und Prozeduren pro Fall mit dem Alter bis zur Altersgruppe der bis unter 75-jährigen Frauen und Männern fast kontinuierlich an. Mit durchschnittlich 3,7 Maßnahmen dieser Art pro Patientin bzw. 4,1 Maßnahmen pro Patient war sie im Jahr 2017 bei den Behandelten dieser Altersgruppe gut doppelt so hoch wie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Im hohen und sehr hohen Alter geht die durchschnittliche Anzahl der operativen Eingriffe und Prozeduren pro Krankenhauspatient bei beiden Geschlechtern zurück. Die durchschnittliche Zahl der Operationen und Prozeduren war 2017 bei den über 95-Jährigen auf einem annähernd vergleichbaren Niveau wie bei Behandelten im frühen und mittleren Erwachsenenalter. Auch lag außer bei den unter 1-Jährigen die durchschnittliche Anzahl der Operationen und Prozeduren pro Krankenhausfall in allen Altersgruppen bei Männern über der entsprechenden Anzahl bei Frauen (Abb. 19.5).
Abb. 19.5

Durchschnittliche Anzahl der Operationen und Prozeduren pro Krankenhausfall nach Alter und Geschlecht (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Auf Kapitelebene gliedert sich der OPS in sechs Bereiche: Diagnostische Maßnahmen (z. B. Biopsie, Endoskopie), Bildgebende Diagnostik (z. B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie), Operationen (z. B. an den Bewegungsorganen), Medikamente (z. B. Verabreichung zur Krebsimmuntherapie, bei schweren Pilzinfektionen), Nichtoperative therapeutische Maßnahmen (z. B. Maßnahmen für den Blutkreislauf, Patientenmonitoring) und Ergänzende Maßnahmen (z. B. geburtsbegleitende Maßnahmen, psychotherapeutische Therapie).

Nach dieser Gliederung entfielen 25,5 % aller Prozeduren auf nichtoperative therapeutische Maßnahmen (15,3 Millionen), 21,3 % auf die bildgebende Diagnostik (12,8 Millionen), 17,8 % auf diagnostische Maßnahmen (10,7 Millionen), 6,7 % auf ergänzende Maßnahmen (4,0 Millionen) und 0,5 % auf die Verabreichung spezieller Medikamente (328.948). Am häufigsten wurden mit einem Anteil von 28,1 % jedoch Operationen (16,9 Millionen) bei den Patientinnen und Patienten veranlasst. Den größten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gab es bei den ergänzenden Maßnahmen mit einem Zuwachs von 16 % (Abb. 19.6).
Abb. 19.6

Operationen und Prozeduren nach OPS-Kapiteln 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Inwieweit sich Unterschiede bei den Operationen und medizinischen Prozeduren bei Frauen und Männern und bei verschiedenen Altersgruppen zeigen, verdeutlicht Tab. 19.4.
Tab. 19.4

Operationen und Prozeduren nach OPS-Kapitel, Alter und Geschlecht 2017

Operation/Prozedur1) nach OPS-Kapitel

Insgesamt2)

davon im Alter von … bis unter Jahren

0–20

20–40

40–60

60–85

85 und älter

Frauen

Anzahl

Insgesamt

29.426.978

1.873.879

3.879.721

5.942.750

14.544.345

3.186.271

Diagnostische Maßnahmen

5.021.779

477.194

453.419

1.056.324

2.602.072

432.770

Bildgebende Diagnostik

6.145.997

141.153

470.896

1.245.663

3.464.141

824.143

Operationen

8.786.537

345.348

1.811.141

2.283.748

3.828.857

517.440

Medikamente

141.882

13.354

10.795

35.360

78.117

4.256

Nichtoperative Therapeutische Maßnahmen

6.838.881

477.684

542.642

1.180.136

3.771.344

867.069

Ergänzende Maßnahmen

2.468.725

418.545

589.511

140.542

788.563

531.562

Unbekannte Operation/Maßnahmen

23.177

601

1.317

977

11.251

9.031

Männer

 

Insgesamt

30.617.462

2.168.209

2.360.496

7.162.282

17.021.138

1.905.257

Diagnostische Maßnahmen

5.682.311

497.495

395.850

1.305.544

3.181.487

301.935

Bildgebende Diagnostik

6.648.301

159.760

516.013

1.586.450

3.923.557

462.482

Operationen

8.079.185

482.255

991.970

2.247.742

4.021.583

335.630

Medikamente

187.032

16.189

11.652

47.985

106.772

4.434

Nichtoperative Therapeutische Maßnahmen

8.475.287

583.022

419.227

1.843.550

5.065.897

563.555

Ergänzende Maßnahmen

1.528.957

428.754

25.552

129.732

711.528

233.391

Unbekannte Operation/Maßnahmen

16.389

734

232

1.279

10.314

3.830

1) Ohne Duplikate

2) Einschl. der Fälle mit unbekanntem Alter

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Trotz der steigenden Zahl an Behandlungsfällen ist in den vergangenen Jahren der Anteil operierter Patientinnen und Patienten unter den stationär Behandelten mit Raten zwischen 40,2 % im Jahr 2005 und 40,6 % im Jahr 2007 relativ stabil geblieben. Mit leicht rückläufiger Tendenz wird seit 2008 die 40-%-Marke regelmäßig unterschritten und liegt aktuell im Jahr 2017 bei 37,7 %.

Werden die Operationen differenziert für sich betrachtet, dann waren die Spitzenreiter unter allen chirurgischen Maßnahmen auf Ebene der sogenannten Bereichsüberschriften jeweils mit großem Abstand die Operationen an den Bewegungsorganen (4,7 Millionen), gefolgt von Operationen am Verdauungstrakt (2,5 Millionen) sowie an Haut und Unterhaut (1,4 Millionen) (Tab. 19.5).
Tab. 19.5

Operationen 2017 nach Bereichsüberschriften

OPS-Schlüssel

Operation 1)

Insgesamt

Männer

Frauen

Insgesamt

Männer

Frauen

Anzahl

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

5

Operationen

16.866.846

8.079.185

8.786.537

0,7

1,2

0,2

5-01–5-05

Operationen am Nervensystem

800.656

406.386

394.215

2,0

2,6

1,3

5-06–5-07

Operationen an endokrinen Drüsen

159.904

45.932

113.968

-4,6

-4,4

-4,7

5-08–5-16

Operationen an den Augen

618.855

313.408

305.363

1,7

2,2

1,1

5-18–5-20

Operationen an den Ohren

164.783

95.116

69.660

0,8

1,5

-0,1

5-21–5-22

Operationen an Nase und Nasennebenhöhlen

455.399

274.916

180.454

1,7

2,3

0,7

5-23–5-28

Operationen an Mundhöhle und Gesicht

303.422

168.811

134.581

-3,3

-2,6

-4,1

5-29–5-31

Operationen an Pharynx, Larynx und Trachea

113.376

73.948

39.422

-2,2

-3,1

-0,6

5-32–5-34

Operationen an Lunge und Bronchus

182.404

115.169

67.212

-0,2

-1,2

1,4

5-35–5-37

Operationen am Herzen

423.122

277.418

145.683

-1,4

-1,5

-1,1

5-38–5-39

Operationen an den Blutgefäßen

772.327

440.510

331.749

-1,4

-1,1

-1,8

5-40–5-41

Operationen am hämatopoetischen und Lymphgefäßsystem

192.425

64.045

128.365

0,7

2,4

-0,2

5-42–5-54

Operationen am Verdauungstrakt

2.537.792

1.349.182

1.188.425

0,7

0,7

0,7

5-55–5-59

Operationen an den Harnorganen

588.410

388.778

199.570

-0,1

-0,5

0,5

5-60–5-64

Operationen an den männlichen Geschlechtsorganen

222.228

220.685

1.529

1,1

1,1

2,0

5-65–5-71

Operationen an den weiblichen Geschlechtsorganen

636.551

1.247

635.291

-0,5

-0,2

-0,5

5-72–5-75

Geburtshilfliche Operationen

933.368

2)

933.364

0,5

2)

0,4

5-76–5-77

Operationen an Kiefer- und Gesichtsschädelknochen

82.180

48.155

34.023

-0,5

-0,5

-0,4

5-78–5-86

Operationen an den Bewegungsorganen

4.701.877

2.205.120

2.496.435

1,0

1,8

0,4

5-87–5-88

Operationen an der Mamma

162.598

5.301

157.289

-0,9

-1,8

-0,9

5-89–5-92

Operationen an Haut und Unterhaut

1.368.105

773.499

594.534

0,4

0,7

-0,1

5-93–5-99

Zusatzinformationen zu Operationen

1.447.064

811.559

635.405

2,9

4,1

1,5

1) Ohne Duplikate

2) Aussage nicht sinnvoll

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Rund die Hälfte der operativen Eingriffe wurde in den drei Fachabteilungen12 Allgemeine Chirurgie (28,6 %), Frauenheilkunde und Geburtshilfe (10,7 %) und Orthopädie (9,8 %) erbracht (Abb. 19.7).
Abb. 19.7

Operationen nach Fachabteilungen 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Nach Vierstellern des OPS aufgeschlüsselt erfolgten bei Frauen am häufigsten die Rekonstruktion weiblicher Geschlechtsorgane nach Ruptur/Dammriss (350.108 Eingriffe), sonstige Kaiserschnittentbindungen (256.661 Eingriffe) und sonstige Operationen am Darm (216.035 Eingriffe). Bei Männern lagen an erster Stelle sonstige Darmoperationen (188.263 Eingriffe), gefolgt von dem Verschluss eines Leistenbruchs (155.549 Eingriffe) und das operative Freilegen eines Zugangs zur Lendenwirbelsäule, zum Kreuzbein oder Steißbein (154.170 Eingriffe). Tab. 19.6 weist die 30 häufigsten chirurgischen Maßnahmen nach Vierstellern aus, die etwas mehr als ein Drittel aller durchgeführten Operationen umfassen.
Tab. 19.6

Die häufigsten Operationen1) 2017 nach Vierstellern

Rang

OPS-Schlüssel/Operation

Anzahl

Prozent

 

5

Operationen insgesamt 2)

16.866.846

100,0

1

5-469

Andere Operationen am Darm

404.321

2,4

2

5-758

Rekonstruktion weiblicher Geschlechtsorgane nach Ruptur, post partum [Dammriss]

350.110

2,1

3

5-032

Zugang zur Lendenwirbelsäule, zum Os sacrum und zum Os coccygis

310.909

1,8

4

5-513

Endoskopische Operationen an den Gallengängen

275.684

1,6

5

5-749

Andere Sectio caesarea

256.662

1,5

6

5-820

Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk

238.072

1,4

7

5-896

Chirurgische Wundtoilette [Wunddebridement] mit Entfernung von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut

231.068

1,4

8

5-794

Offene Reposition einer Mehrfragment-Fraktur im Gelenkbereich eines langen Röhrenknochens

224.623

1,3

9

5-812

Arthroskopische Operation am Gelenkknorpel und an den Menisken

216.627

1,3

10

5-511

Cholezystektomie

200.555

1,2

11

5-839

Andere Operationen an der Wirbelsäule

199.089

1,2

12

5-916

Temporäre Weichteildeckung

191.953

1,1

13

5-822

Implantation einer Endoprothese am Kniegelenk

191.272

1,1

14

5-811

Arthroskopische Operation an der Synovialis

183.787

1,1

15

5-452

Lokale Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe des Dickdarmes

179.864

1,1

16

5-800

Offen chirurgische Operation eines Gelenkes

177.588

1,1

17

5-787

Entfernung von Osteosynthesematerial

176.257

1,0

18

5-530

Verschluss einer Hernia inguinalis

175.357

1,0

19

5-900

Einfache Wiederherstellung der Oberflächenkontinuität an Haut und Unterhaut

173.758

1,0

20

5-814

Arthroskopische Refixation und Plastik am Kapselbandapparat des Schultergelenkes

170.715

1,0

21

5-215

Operationen an der unteren Nasenmuschel [Concha nasalis]

165.325

1,0

22

5-790

Geschlossene Reposition einer Fraktur oder Epiphysenlösung mit Osteosynthese

163.950

1,0

23

5-895

Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut

158.448

0,9

24

5-831

Exzision von erkranktem Bandscheibengewebe

153.930

0,9

25

5-788

Operationen an Metatarsale und Phalangen des Fußes

152.578

0,9

26

5-399

Andere Operationen an Blutgefäßen

147.353

0,9

27

5-892

Andere Inzision an Haut und Unterhaut

146.910

0,9

28

5-83b

Osteosynthese (dynamische Stabilisierung) an der Wirbelsäule

143.500

0,9

29

5-786

Osteosyntheseverfahren

138.843

0,8

30

5-810

Arthroskopische Gelenkoperation

136.999

0,8

1) Ohne Duplikate

2) Operationen insgesamt beinhaltet auch die Pos. 5-93 bis 5-99 (Zusatzinformationen zu Operationen), die aber hier nicht separat ausgewiesen wurden.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Tab. 19.7 gibt einen Überblick über die 30 häufigsten Operationen auf Ebene der Dreisteller, die im Jahr 2017 erbracht wurden. Diese decken knapp 70 % aller operativen Maßnahmen ab. Nach dieser Gliederung waren die Spitzenreiter bei den chirurgischen Eingriffen der Frauen Operationen an sonstigen Knochen (495.658 Eingriffe), Operationen an der Wirbelsäule (435.884 Eingriffe) und andere geburtshilfliche Operationen (389.951 Eingriffe). Bei Männern wurden der Rangfolge nach am häufigsten arthroskopische Gelenkoperationen (441.181 Eingriffe), Operationen an der Wirbelsäule (391.151) sowie Operationen an Haut und Unterhaut (489.704 Eingriffe) durchgeführt. Eine differenzierte Übersicht zu den häufigsten Operationen der männlichen und weiblichen Behandelten kann als elektronisches Zusatzmaterial unter https://doi.org/10.1007/ 978-3-662-58225-1 (Tabellen 19.e bis 19.g) abgerufen werden.
Tab. 19.7

Die häufigsten Operationen1) 2017 nach Dreistellern

Rang

OPS-Schlüssel/Operation

Anzahl

Prozent

 

5

Operationen insgesamt 2)

16.866.846

100,0

1

5-78

Operationen an anderen Knochen

837.742

5,0

2

5-83

Operationen an der Wirbelsäule

827.103

4,9

3

5-81

Arthroskopische Gelenkoperationen

784.205

4,7

4

5-89

Operationen an Haut und Unterhaut

688.639

4,1

5

5-79

Reposition von Fraktur und Luxation

656.656

3,9

6

5-82

Endoprothetischer Gelenk- und Knochenersatz

606.178

3,6

7

5-51

Operationen an Gallenblase und Gallenwegen

498.623

3,0

8

5-46

Andere Operationen an Dünn- und Dickdarm

493.859

2,9

9

5-03

Operationen an Rückenmark, Rückenmarkhäuten und Spinalkanal

477.383

2,8

10

5-38

Inzision, Exzision und Verschluss von Blutgefäßen

464.688

2,8

11

5-75

Andere geburtshilfliche Operationen

389.953

2,3

12

5-90

Operative Wiederherstellung und Rekonstruktion von Haut und Unterhaut

372.672

2,2

13

5-80

Offen chirurgische Gelenkoperationen

361.978

2,2

14

5-21

Operationen an der Nase

335.020

2,0

15

5-45

Inzision, Exzision, Resektion und Anastomose an Dünn- und Dickdarm

334.885

2,0

16

5-85

Operationen an Muskeln, Sehnen, Faszien und Schleimbeuteln

328.386

2,0

17

5-74

Sectio caesarea und Entwicklung des Kindes

325.365

1,9

18

5-53

Verschluss abdominaler Hernien

314.763

1,9

19

5-39

Andere Operationen an Blutgefäßen

307.639

1,8

20

5-57

Operationen an der Harnblase

260.108

1,5

21

5-91

Andere Operationen an Haut und Unterhaut

254.352

1,5

22

5-37

Rhythmuschirurgie und andere Operationen an Herz und Perikard

240.554

1,4

23

5-15

Operationen an Retina, Choroidea und Corpus vitreum

234.116

1,4

24

5-54

Andere Operationen in der Bauchregion

201.049

1,2

25

5-40

Operationen am Lymphgewebe

177.051

1,1

26

5-49

Operationen am Anus

169.674

1,0

27

5-86

Replantation, Exartikulation und Amputation von Extremitäten und andere Operationen an den Bewegungsorganen

164.427

1,0

28

5-65

Operationen am Ovar

163.366

1,0

29

5-73

Andere Operationen zur Geburtseinleitung und unter der Geburt

161.921

1,0

30

5-68

Inzision, Exzision und Exstirpation des Uterus

158.741

0,9

1) Ohne Duplikate

2) Operationen insgesamt beinhaltet auch die Pos. 5-93 bis 5-99 (Zusatzinformationen zu Operationen), die aber hier nicht separat ausgewiesen wurden

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Auf Ebene der Viersteller gab es unter den chirurgischen Maßnahmen den deutlichsten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bei der endovaskulären Implantation von Stent-Prothesen (77,0 %). Danach folgten die Beseitigung von Verwachsungen an den Eierstöcken und dem Eileiter mit mikrochirurgischer Versorgung (35,4 %) sowie das Einschneiden der Vulva (31,4 %). Der stärkste Rückgang war bei sonstigem Entfernen oder Zerstören von erkranktem Gewebe des Gebärmutterhalses (13,5 %) zu verzeichnen. Ebenfalls rückläufig waren die operative Mandelentfernung mit Entfernung von Wucherungen der Rachenmandeln (12,8 %) sowie die Fixation der Netzhaut durch eindellende Operationen (11,2 %). Nach Dreistellern aufgeschlüsselt zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr der stärkste Zuwachs bei Operationen an den äußeren primären Geschlechtsorganen (8,4 %) sowie an Haut und Unterhaut bei Verbrennungen und Verätzungen (8,2 %). Danach folgten Operationen an Iris, Ziliarkörper, vorderer Augenkammer und Lederhaut sowie an der Bindehaut (jeweils 8,1 %). Zu den chirurgischen Maßnahmen mit dem höchsten Rückgang gehörten sonstige Operationen an der Gebärmutter und den Parametrien (5,5 %) sowie am Gebärmutterhals (5,4 %). Rückläufig waren ebenfalls Operationen im Bereich des Nasen- und Mundrachens (5,4 %). Die entsprechenden Tabellen sind als elektronisches Zusatzmaterial unter https://doi.org/10.1007/978-3-662-58225-1 (Tabellen 19.h bis 19.l) bereitgestellt.

Zur Vermeidung nicht notwendiger vollstationärer Krankenhausbehandlungen und zur Sicherstellung einer wirtschaftlichen und patientengerechten Versorgung sind weiterhin ambulante Operationen und sonstige stationsersetzende Eingriffe in Krankenhäusern nach § 115b Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) möglich. Leistungen dieser Art werden jedoch nicht auf der Grundlage des DRG-Entgeltsystems, sondern über das Vergütungssystem der vertragsärztlichen Versorgung nach Maßgabe des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) bzw. der Euro-Gebührenordnung abgerechnet. Erfasst und entsprechend nachgewiesen werden diese Leistungen deshalb über die Grunddaten der Krankenhäuser (vgl. Kap. 17 in diesem Band) und nicht in der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik.

19.6 Behandlungsspektrum bei den Patientinnen und Patienten in den Fachabteilungen

Im Rahmen der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik sind differenzierte Analysen zum Aufenthalt der Patientinnen und Patienten in den Fachabteilungen nicht nur nach der längsten Verweildauer, sondern auch nach den einzelnen durchlaufenen Fachabteilungen auf Basis ihrer individuellen Verlegungsketten möglich.13

Danach wurden 89,7 % der Behandelten ausschließlich in einer Fachabteilung versorgt. Behandlungen in zwei verschiedenen Fachabteilungen erfolgten noch in 8,7 % der Fälle. Die häufigsten Verlegungen gab es dabei zwischen den Fachabteilungen Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie, Allgemeine Chirurgie und Intensivmedizin sowie Innere Medizin und Intensivmedizin. Behandlungen in mehr als zwei verschiedenen Fachabteilungen waren mit 1,6 % nur noch sehr selten (Tab. 19.8).
Tab. 19.8

Durchlaufene Fachabteilungen 2017 nach Geschlecht

Durchlaufene Fachabteilungen1)

Patientinnen und Patienten

Insgesamt

Männer

Frauen

Anzahl

in %

Anzahl

in %

Anzahl

in %

Eine Fachabteilung

16.959.972

89,7

7.957.012

88,7

9.001.996

90,6

Zwei Fachabteilungen

1.647.628

8,7

854.858

9,5

792.677

8,0

Drei und mehr

293.622

1,6

155.925

1,7

137.681

1,4

1) Ohne Rückverlegungen

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Der größte Teil der Patientinnen und Patienten wurde in den Fachabteilungen Innere Medizin (5,8 Millionen Fälle), Allgemeine Chirurgie (3,0 Millionen Fälle) sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe (2,1 Millionen Fälle) behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer der Behandelten lag in der Inneren Medizin bei 5,7 Tagen, in der Allgemeinen Chirurgie bei 5,8 Tagen und in der Frauenheilkunde/Geburtshilfe bei 3,5 Tagen (Abb. 19.8).
Abb. 19.8

Die zehn patientenstärksten Fachabteilungen* nach Geschlecht 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik) * Patientinnen und Patienten, die in verschiedenen Fachabteilungen behandelt wurden, werden auch entsprechend mehrfach nachgewiesen. ** hauptsächlich gesunde männliche Neugeborene

Werden die Patientinnen und Patienten der Fachabteilung zugeordnet, in der sie während ihrer vollstationären Behandlung am längsten versorgt wurden, bleiben nach wie vor die Innere Medizin mit 5,2 Millionen Fällen (27,6 %), die Allgemeine Chirurgie mit 2,8 Millionen Fällen (14,9 %) sowie die Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit 2,0 Millionen Fällen (10,6 %) die patientenstärksten Fachabteilungen. Auf dieser Basis betrug die durchschnittliche Verweildauer in der Inneren Medizin und in der Allgemeinen Chirurgie 6,2 Tage sowie in der Frauenheilkunde/Geburtshilfe 3,6 Tage (Tab. 19.9).
Tab. 19.9

Patientinnen und Patienten mit den häufigsten Hauptdiagnosen in den Fachabteilungen1) Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie 2017

Rang

ICD-Pos.

Diagnose/Behandlungsanlass

Patienten

Durchschnittl. Verweildauer

Insgesamt2)

davon im Alter von … bis unter … Jahren

0–15

15–45

45–65

65 und älter

in Tagen

Anzahl

Anzahl

  

Innere Medizin

Fachabteilung Innere Medizin insgesamt

Insgesamt

6,2

5.222.613

5.351

593.196

1.319.423

3.304.634

1

I50

Herzinsuffizienz

9,4

331.550

1

2.162

30.038

299.349

2

I48

Vorhofflimmern und Vorhofflattern

4,2

194.990

1

5.089

47.445

142.455

3

J44

Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit

8,0

182.410

2

1.991

49.257

131.160

4

I10

Essenzielle (primäre) Hypertonie

3,9

169.625

2

10.686

46.086

112.851

5

J18

Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet

8,8

164.588

46

10.015

25.637

128.889

6

I20

Angina pectoris

3,4

138.519

4.963

47.679

85.877

7

I21

Akuter Myokardinfarkt

6,6

124.273

3.912

38.596

81.765

8

K29

Gastritis und Duodenitis

3,8

109.140

31

26.688

31.656

50.765

9

R55

Synkope und Kollaps

4,1

101.118

100

15.020

21.860

64.138

10

R07

Hals- und Brustschmerzen

2,1

99.952

14

24.335

40.057

35.546

11

E86

Volumenmangel

5,9

98.198

18

1.826

5.818

90.536

12

F10

Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol

3,3

97.278

215

43.271

44.392

9.398

13

E11

Diabetes mellitus, Typ 2

9,0

95.245

3

4.880

27.135

63.227

14

I25

Chronische ischämische Herzkrankheit

3,2

91.104

1.148

28.176

61.780

15

A09

Sonstige und nicht näher bezeichnete Gastroenteritis und Kolitis infektiösen und nicht näher bezeichneten Ursprungs

4,2

82.769

274

22.875

17.292

42.328

Allgemeine Chirurgie

Fachabteilung Allgemeine Chirurgie insgesamt

Insgesamt

6,2

2.814.877

48.973

612.319

934.189

1.219.393

1

K40

Hernia inguinalis

2,0

156.364

1.136

25.504

59.970

69.754

2

K80

Cholelithiasis

4,7

150.385

115

39.730

60.002

50.538

3

S06

Intrakranielle Verletzung

2,2

87.124

6.273

26.301

14.564

39.983

4

K35

Akute Appendizitis

4,5

86.694

6.559

50.589

20.223

9.323

5

I70

Atherosklerose

10,2

82.954

1

493

22.617

59.843

6

K57

Divertikulose des Darmes

8,8

69.168

6

7.867

34.151

27.144

7

S72

Fraktur des Femurs

12,2

64.739

360

1.708

7.423

55.248

8

M17

Gonarthrose [Arthrose des Kniegelenkes]

9,5

64.506

3

886

22.478

41.139

9

K56

Paralytischer Ileus und intestinale Obstruktion ohne Hernie

8,0

61.376

313

7.491

15.975

37.597

10

S52

Fraktur des Unterarmes

3,5

56.781

4.915

7.885

16.662

27.319

11

S82

Fraktur des Unterschenkels, einschließlich des oberen Sprunggelenkes

7,2

54.283

1.481

13.858

20.232

18.712

12

M16

Koxarthrose [Arthrose des Hüftgelenkes]

10,0

53.472

891

16.309

36.272

13

M54

Rückenschmerzen

5,0

51.104

32

9.128

18.424

23.520

14

K43

Hernia ventralis

5,9

50.155

69

7.128

21.295

21.663

15

S42

Fraktur im Bereich der Schulter und des Oberarmes

6,4

46.297

1.918

6.854

12.161

25.364

1) Fachabteilung mit der längsten Verweildauer

2) Einschließlich Fälle mit unbekanntem Alter

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Am häufigsten wurden die Patientinnen und Patienten der Inneren Medizin aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems behandelt. Nach der Hauptdiagnose war in 331.550 Fällen eine Herzinsuffizienz (I50) Ursache der Behandlung und betraf 6,3 % aller Patientinnen und Patienten dieser Abteilung. Die entsprechende durchschnittliche Verweildauer lag bei 9,4 % Tagen. Jüngere waren davon kaum betroffen, 90,3 % der Behandelten mit diesem Krankheitsbild waren 65 Jahre und älter.

Der zweithäufigste Behandlungsanlass für eine stationäre Versorgung in der Inneren Medizin war das Vorhofflimmern und Vorhofflattern (I48) mit 194.990 Behandlungsfällen. Es war Ursache in 3,7 % aller Fälle dieser Abteilung und betraf mit 73,1 % ebenfalls in erster Linie die über 65-Jährigen. Die durchschnittliche Verweildauer lag hier bei 4,2 Tagen.

Die essenzielle primäre Hypertonie (I10) war für weitere 3,9 % der Behandlungsfälle der Inneren Medizin verantwortlich. Patientinnen und Patienten mit dieser Diagnose verbrachten im Schnitt 3,9 Tage im Krankenhaus. Zwei Drittel der Behandelten waren auch hier 65 Jahre und älter.

Insgesamt wurden in der Inneren Medizin rund 14,2 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren durchgeführt, darunter 995.819 operative Eingriffe nach Kapitel 5 des OPS. An erster Stelle stand dabei die endoskopische Operation an den Gallengängen (5-513), gefolgt von der lokalen Entfernung und Zerstörung von erkranktem Gewebe des Dickdarms (5-452) sowie von sonstigen Operationen am Darm (5-469). Jeweils rund 70 % der Patientinnen und Patienten mit diesen Operationen in der Inneren Medizin waren 65 Jahre und älter (Tab. 19.10).
Tab. 19.10

Häufigste Operationen in den Fachabteilungen1) Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie 2017

Rang

Maßnahme2)

Insgesamt4)

davon im Alter von … bis unter … Jahren

0–15

15–45

45–65

65 und älter

in %

Anzahl

Anzahl

Innere Medizin

Insgesamt Operationen und Prozeduren

 

14.170.823

4.934

1.019.837

3.725.515

9.420.523

 

Operationen Kapitel 53)

100

995.819

521

53.598

245.411

696.288

1

5-513

Endoskopische Operationen an den Gallengängen

17,9

178.538

10

13.003

40.296

125.229

2

5-452

Lokale Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe des Dickdarmes

12,3

122.199

1

3.587

32.840

85.771

3

5-469

Andere Operationen am Darm

11,2

111.795

3

4.420

29.685

77.687

4

5-377

Implantation eines Herzschrittmachers, Defibrillators und Ereignis-Rekorders

7,3

72.377

1.832

12.420

58.125

5

5-399

Andere Operationen an Blutgefäßen

4,1

40.858

15

2.126

12.754

25.963

6

5-429

Andere Operationen am Ösophagus

3,5

34.610

1

2.411

12.056

20.142

7

5-449

Andere Operationen am Magen

3,2

31.865

2

1.557

7.308

22.998

8

5-378

Entfernung, Wechsel und Korrektur eines Herzschrittmachers und Defibrillators

3,0

30.331

2

640

4.339

25.350

9

5-433

Lokale Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe des Magens

1,6

16.222

503

3.355

12.364

10

5-431

Gastrostomie

1,6

16.187

8

633

3.717

11.829

Allgemeine Chirurgie

Insgesamt Operationen und Prozeduren

 

9.318.819

60.192

1.323.798

3.126.598

4.808.218

  

Operationen Kapitel 53)

100

4.822.165

44.279

861.586

1.803.348

2.112.951

1

5-469

Andere Operationen am Darm

3,8

181.106

477

20.386

62.431

97.812

2

5-511

Cholezystektomie

3,7

179.524

119

41.633

70.194

67.578

3

5-530

Verschluss einer Hernia inguinalis

3,3

158.433

1.381

25.639

60.659

70.754

4

5-470

Appendektomie

2,0

95.069

7.164

56.793

21.363

9.749

5

5-794

Offene Reposition einer Mehrfragment-Fraktur im Gelenkbereich eines langen Röhrenknochens

1,9

92.143

556

11.914

30.060

49.613

6

5-896

Chirurgische Wundtoilette [Wunddebridement] mit Entfernung von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut

1,9

91.219

698

12.377

28.317

49.827

7

5-032

Zugang zur Lendenwirbelsäule, zum Os sacrum und zum Os coccygis

1,7

82.139

67

12.273

31.556

38.243

8

5-916

Temporäre Weichteildeckung

1,6

78.949

163

7.278

24.779

46.729

9

5-812

Arthroskopische Operation am Gelenkknorpel und an den Menisken

1,6

78.073

452

22.258

39.390

15.973

10

5-455

Partielle Resektion des Dickdarmes

1,6

77.350

55

6.473

25.836

44.986

1) Fachabteilung mit der längsten Verweildauer

2) Ohne Duplikate

3) Operationen insgesamt beinhaltet auch die Pos. 5-93 bis 5-99 (Zusatzinformationen zu Operationen), die aber hier nicht separat ausgewiesen wurden

4) Einschließlich Fälle mit unbekanntem Alter

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

In der zweiten an dieser Stelle ausgewiesenen Fachabteilung, der Allgemeinen Chirurgie, wurden knapp 2,8 Millionen Fälle für die durchschnittliche Dauer von 6,2 Tagen stationär im Krankenhaus versorgt. Der häufigste Behandlungsanlass nach Diagnosekapiteln in dieser Abteilung waren Krankheiten des Verdauungssystems (Tab. 19.10).

Mit einem Anteil von 5,6 % wurden die Patientinnen und Patienten der Allgemeinen Chirurgie am häufigsten aufgrund eines Leistenbruchs (K40) stationär behandelt (156.364 Fälle). Sie verbrachten durchschnittlich 2,0 Tage im Krankenhaus. 44,6 % der Behandelten mit dieser Diagnose war 65 Jahre und älter und 38,4 % zwischen 45 bis unter 65 Jahre alt.

Die zweithäufigste in der Chirurgie behandelte Erkrankung war mit einem Anteil von 5,3 % und 150.385 Fällen das Gallensteinleiden (K80). Der größte Teil der Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung war zwischen 45 bis unter 65 Jahre alt (39,9 %) sowie 65 Jahre und älter (33,6 %).

Der dritthäufigste Grund für eine vollstationäre Versorgung in der Chirurgie war die Intrakranielle Verletzung (S06), die bei 87.124 Patientinnen und Patienten behandelt wurde und einen Anteil von 3,1 % ausmachte. Der Krankenhausaufenthalt mit dieser Diagnose dauerte im Schnitt 2,2 Tage und betraf vor allem Personen, die 65 Jahre und älter waren. Ihr Anteil lag bei 45,9 %.

Zusammengenommen wurden in der Allgemeinen Chirurgie 9,3 Millionen Operationen und Prozeduren, darunter 4,8 Millionen operative Eingriffe nach Kapitel 5 des OPS durchgeführt. An oberster Stelle standen sonstige Operationen am Darm (5-469), gefolgt von der Gallenblasenentfernung (5-511) und dem Verschluss eines Leistenbruchs (5-530). Mit Anteilen zwischen 37,6 % und 54,0 % war bei allen drei Operationen der jeweils größte Teil der Operierten 65 Jahre und älter.

19.7 Leistungsmengen und Leistungsstrukturen der Krankenhäuser

Fallpauschalen bilden die Grundlage für das Vergütungssystem der akutstationären Krankenhausleistungen in deutschen Krankenhäusern, in dem Behandlungsfälle entsprechend ihres Behandlungsaufwands nach pauschalierten Preisen vergütet werden.14 Differenzierte Informationen zum stationären Leistungsgeschehen der Krankenhäuser stehen im Rahmen der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik insbesondere zu Hauptdiagnosegruppen (MDCs), abgerechneten Fallpauschalen (DRGs) sowie zum Casemix (CM) und Casemix-Index (CMI) zur Verfügung.

In Bezug auf die Verteilung der vollstationär behandelten Krankenhausfälle nach den MDCs standen im Jahr 2017 an erster Stelle Krankheiten und Störungen des Kreislaufsystems (15,4 %). An zweiter und dritter Stelle folgten Krankheiten und Störungen des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes (14,7 %) sowie der Verdauungsorgane (11,4 %). Hinsichtlich des Leistungsumfangs hatten diese drei Gruppen jeweils auch die höchsten Anteile (zwischen 18,4 % und 9,3 %) am gesamten Casemix-Volumen des Jahres 2017. Die Tabellen können sind als elektronisches Zusatzmaterial unter https://doi.org/10.1007/978-3-662-58225-1 (Tabellen 19.m und 19.n) abgerufen werden.

Die größten Fallzahlenzuwächse gegenüber dem Vorjahr waren bei der MDC „Krankheiten und Störungen der männlichen Geschlechtsorgane“ (7,5 %) zu verzeichnen. Die MDCs „Psychische Krankheiten und Störungen“ (5,5 %) sowie „Hämatologische und solide Neubildungen“ (4,5 %) lagen an zweiter und dritter Stelle. Den stärksten Rückgang wiesen die MDCs „HIV“ sowie „Alkohol- und Drogengebrauch und alkohol- und drogeninduzierte psychische Störungen“ (jeweils 2,5 %) auf. Darüber hinaus war die MDC „Verletzungen, Vergiftungen und toxische Wirkungen von Drogen und Medikamenten“ (2,3 %) ebenfalls rückläufig (Abb. 19.9).
Abb. 19.9

Die größten Fallzahlveränderungen zum Vorjahr nach MDC (2017 zu 2016) (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Die Versorgung gesunder Neugeborener (641.482), die Speiseröhrenentzündung, Magen-Darm-Entzündung und verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane ohne komplexe Prozedur oder Diagnose (483.768 Fälle) sowie die Entbindung ohne komplizierende Diagnose (391.188 Fälle) waren im Jahr 2017 die insgesamt am häufigsten abgerechneten Fallpauschalen (DRGs) (Abb. 19.10). Von den rund 1.200 mit dem Fallpauschalenkatalog bewerteten und abrechenbaren DRGs machten dabei die zwanzig häufigsten bereits 26,5 % und die fünfzig häufigsten DRGs 42,7 % des gesamten DRG-Leistungsspektrums aus. Nach der sogenannten Partition aufgeschlüsselt waren 58,2 % medizinische Behandlungen ohne chirurgische Eingriffe (Partition M), 36,0 % operative Behandlungen (Partition O) und 5,9 % nichtoperative, jedoch invasive medizinische Maßnahmen (Partition A). Die höchsten Anteile des Casemix entfielen dabei mit 60,3 % auf operative Eingriffe und 32,9 % auf medizinische Behandlungen. 6,8 % umfassten die nichtoperativen, invasiven medizinischen Maßnahmen.
Abb. 19.10

Die zehn häufigsten Fallpauschalen (DRGs) der Patientinnen und Patienten 2017 (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik)

Nicht immer sind die am häufigsten abgerechneten Fallpauschalen auch die teuersten und machen den Löwenanteil des Erlösvolumens der Krankenhäuser aus. Wird danach unterschieden, welche Fallpauschalen auf Basis der erbrachten Menge und des Preises in ihrer Gesamtsumme den größten Anteil der Behandlungserlöse ausmachten, dann standen die Korrektur oder der Ersatz des Hüftgelenks ohne komplizierende Diagnose und die Herzinsuffizienz und Schock ohne schwere Begleiterkrankungen (jeweils 1,5 %) sowie die Endoprothesenimplantation oder -revision am Kniegelenk (1,4 %) an oberster Stelle. Zusammengenommen entfielen auf diese drei DRGs für die Behandlung von 623.492 Patientinnen und Patienten 4,3 % der Behandlungserlöse mit einem Volumen von 3,0 Milliarden Euro (Tab. 19.11).
Tab. 19.11

DRGs nach Anteil am Erlösvolumen 2017

DRG

Bezeichnung

Fälle1)

Anteil an allen Fällen in %

Erlösvolumen2) in 1 000 EUR

Anteil am Erlösvolumen in %

I47C

Revision oder Ersatz des Hüftgelenkes ohne komplizierende Diagnose, ohne Arthrodese, ohne äußerst schwere CC, Alter > 15 Jahre, ohne komplizierenden Eingriff, ohne komplexe Diagnose an Becken/Oberschenkel oder ohne bestimmten endoprothetischen Eingriff

152.006

0,8

1.017.096

1,5

F62D

Herzinsuffizienz und Schock ohne äußerst schwere CC oder ohne Dialyse, ohne komplizierende Diagnose, ohne komplizierende Konstellation, ohne best. hochaufw. Beh., mehr als ein Belegungstag, ohne best. akutes Nierenversagen oder ohne äußerst schwere CC

337.592

1,8

1.012.750

1,5

I44B

Implantation einer bikondylären Endoprothese oder andere Endoprothesenimplantation/ -revision am Kniegelenk, ohne äußerst schweren CC oder ohne Korrektur einer Brustkorbdeformität

133.894

0,7

1.005.355

1,4

O60D

Vaginale Entbindung ohne komplizierende Diagnose, Schwangerschaftsdauer mehr als 33 vollendete Wochen

390.507

2,1

678.359

1,0

G67C

Ösophagitis, Gastroenteritis, gastrointestinale Blutung, Ulkuserkrankung und verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane ohne bestimmte oder andere komplizierende Faktoren, ohne äußerst schwere CC

483.605

2,6

653.053

0,9

1) Ohne Fälle der integrierten Versorgung

2) Das bewertete Erlösvolumen wird ermittelt aus dem Produkt der effektiven Bewertungsrelation und dem jeweiligen Landesbasisfallwert (mit Angleichungsbetrag) der behandelten Krankenhausfälle. Berücksichtigt sind dabei tagesbezogene Abschläge bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer und Zuschläge bei Überschreitung der oberen Grenzverweildauer sowie Verlegungen nach den Regelungen der jährlichen Fallpauschalenvereinbarung. Zusatzentgelte und nicht mit dem Fallpauschalenkatalog bewertete und vergütete vollstationäre Leistungen sind in der Berechnung nicht eingeschlossen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Nach der DRG-Bewertungsrelation waren die teuersten und komplexesten Behandlungen die Versorgung von langzeitbeatmeten Schwerstverletzten mit Polytrauma beziehungsweise von Komapatienten, die einer hochaufwändigen intensivmedizinischen Behandlung bedurften (A06A und A06B). Hierzu gehörte ebenfalls die Transplantation lebenswichtiger Organe, unter anderem von Leber, Lunge und Herz, mit einer Langzeitbeatmung der Patienten (A18Z). Für diese drei DRGs wurden näherungsweise rund 212 Millionen Euro im Rahmen der notfall- und intensivmedizinischen Behandlung von 819 Patientinnen und Patienten abgerechnet, was einen Anteil von 0,3 % am Erlösvolumen ausmachte. Die auf Basis ihrer Bewertungsrelation teuerste DRG mit der Durchführung einer hochkomplexen Operation oder einer intensivmedizinischen Komplexbehandlung und Beatmung von über 1.799 Stunden (A06A) kostete je Patientin/Patient durchschnittlich rund 261.100 Euro (Tab. 19.12).
Tab. 19.12

Komplexe Leistungen: Am höchsten bewertete DRGs 2017

DRG

Bezeichnung

Bewertungsrelation

Fälle1)

Anteil an allen Fällen

in %

Erlösvolumen2)

in 1.000 EUR

Anteil am Erlösvolumen

in %

A06A

Beatmung > 1.799 Stunden mit intensivmedizinischer Komplexbehandlung > 2940/3680/ 5520 Aufwandspunkte oder mit hochkomplexem Eingriff

61,892

587

0,003

153.293

0,22

A18Z

Beatmung > 999 Stunden und Transplantation von Leber, Lunge, Herz und Knochenmark oder Stammzelltransfusion

60,897

123

0,001

36.666

0,05

A06B

Beatmung > 1.799 Stunden mit komplexer OR-Prozedur oder Polytrauma, ohne hochkomplexen Eingriff, ohne intensivmedizinische Komplexbehandlung > 2940/3680/5520 Aufwandspunkte

52,738

109

0,001

21.915

0,03

P61A

Neugeborenes, Aufnahmegewicht < 600 g mit signifikanter OR-Prozedur

47,514

207

0,001

38.026

0,05

P61C

Neugeborenes, Aufnahmegewicht 600–749 g mit signifikanter OR-Prozedur

46,398

252

0,001

38.488

0,06

1) Ohne Fälle der integrierten Versorgung

2) Das bewertete Erlösvolumen wird ermittelt aus dem Produkt der effektiven Bewertungsrelation und dem jeweiligen Landesbasisfallwert (mit Angleichungsbetrag) der behandelten Krankenhausfälle. Berücksichtigt sind dabei tagesbezogene Abschläge bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer und Zuschläge bei Überschreitung der oberen Grenzverweildauer sowie Verlegungen nach den Regelungen der jährlichen Fallpauschalenvereinbarung. Zusatzentgelte und nicht mit dem Fallpauschalenkatalog bewertete und vergütete vollstationäre Leistungen sind in der Berechnung nicht eingeschlossen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Im Hinblick auf den Schweregrad der behandelten Patientinnen und Patienten insgesamt erfolgten nach dem Casemix-Index (CMI) die aufwändigsten bzw. schwerwiegendsten Behandlungen in den Fachabteilungen der Herzchirurgie (5,57), Intensivmedizin (4,81) und Kinderkardiologie (3,78). Das leichteste Erkrankungsspektrum wurde in der Geburtshilfe (0,50), der Augenheilkunde sowie der Frauenheilkunde und Geburtshilfe (jeweils 0,62) behandelt. Eine differenzierte Übersicht zum Casemix-Index nach Fachabteilungen und Altersgruppen der Patientinnen und Patienten ist sind als elektronisches Zusatzmaterial unter https://doi.org/ 10.1007/978-3-662-58225-1 (Tabellen 19.o bis 19.q) eingestellt.

Die im Durchschnitt höchsten Erlöse je Fall wurden in Krankenhäusern in Hamburg (4.304 Euro), Berlin (4.150 Euro) und Sachsen (3.847 Euro) erzielt. Am niedrigsten lagen sie in Niedersachsen (3.570 Euro), in Bayern (3.606) und in Sachsen-Anhalt (3.612 Euro). Aufgrund der unterschiedlich hohen Landesbasisfallwerte korrespondieren die durchschnittlichen Fallerlöse nicht durchgängig mit dem Schweregrad der behandelten Patientinnen und Patienten. So liegen zum Beispiel bei einem CMI von jeweils 1,13 die durchschnittlichen Fallerlöse der Krankenhäuser in Bremen bei 3.833 Euro und in Schleswig-Holstein bei 3.770 Euro (Tab. 19.13).
Tab. 19.13

Casemix, Casemix-Index und Erlöse je Fall nach Bundesländern 2017

Sitz des Krankenhauses

Casemix1)

Casemix- Index2)

Erlös je Fall3) in Euro

Insgesamt4)

DRG-Partition

O

M

A

Deutschland

20.779.242

12.526.781

6.830.013

1.422.443

1,11

3.714

Baden-Württemberg

2.371.722

1.486.307

771.095

114.319

1,12

3.755

Bayern

3.125.235

1.920.505

1.031.577

173.152

1,08

3.606

Berlin

1.029.714

650.866

284.914

93.934

1,24

4.150

Brandenburg

588.624

322.074

203.729

62.821

1,11

3.702

Bremen

230.055

141.575

72.463

16.018

1,13

3.833

Hamburg

615.380

413.759

155.808

45.813

1,28

4.304

Hessen

1.458.722

877.687

472.869

108.164

1,10

3.685

Mecklenburg-Vorp.

442.155

265.654

153.652

22.849

1,11

3.713

Niedersachsen

1.783.819

1.067.869

603.632

112.318

1,07

3.570

Nordrhein-Westfalen

4.904.552

2.886.060

1.633.445

385.046

1,10

3.676

Rheinland-Pfalz

949.889

544.649

345.988

59.252

1,03

3.623

Saarland

297.689

174.471

105.039

18.180

1,08

3.664

Sachsen

1.111.576

680.915

371.618

59.042

1,15

3.847

Sachsen-Anhalt

617.253

353.897

217.227

46.129

1,08

3.612

Schleswig-Holstein

620.086

375.448

187.641

56.996

1,13

3.770

Thüringen

632.770

365.046

219.315

48.410

1,12

3.745

1) Der Casemix ergibt sich aus Summe der effektiven Bewertungsrelationen der behandelten Krankenhausfälle im jeweiligen Berichtsjahr. Berücksichtigt sind tagesbezogene Abschläge bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer und Zuschläge bei Überschreitung der oberen Grenzverweildauer sowie Verlegungen nach den Regelungen der jährlichen Fallpauschalenvereinbarung. Nicht mit dem Fallpauschalenkatalog bewertete und vergütete vollstationäre Leistungen sind in der Berechnung nicht eingeschlossen.

2) Der Casemix-Index ist Summe der von den Krankenhäusern abgerechneten effektiven Bewertungsrelationen (CM) dividiert durch die Zahl der behandelten Fälle.

3) Das bewertete Erlösvolumen wird ermittelt aus dem Produkt der effektiven Bewertungsrelationen und dem jeweiligen Landesbasisfallwert (mit Angleichungsbetrag) der behandelten Krankenhausfälle. Berücksichtigt sind tagesbezogene Abschläge bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer und Zuschläge bei Überschreitung der oberen Grenzverweildauer sowie Verlegungen nach den Regelungen der jährlichen Fallpauschalenvereinbarung. Zusatzentgelte und nicht mit dem Fallpauschalenkatalog bewertete und vergütete vollstationäre Leistungen sind in der Berechnung nicht eingeschlossen.

4) Einschl. der Fälle mit unbekannter Partition

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2018, Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik

Krankenhaus-Report 2019

Fußnoten

  1. 1.

    Nach § 17d des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. April 1991 (BGBl. I S. 886), das zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2581) geändert worden ist, ist die Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems auf der Grundlage von tagesbezogenen Entgelten für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen festgelegt. Seit dem 1. Januar 2018 kommt das Vergütungssystem verbindlich für alle Einrichtungen zur Anwendung.

  2. 2.

    Ergebnisse der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik finden sich auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de im Bereich Zahlen & Fakten > Gesellschaft & Staat > Gesundheit > Krankenhäuser. Ausgewählte Daten können auch über die Datenbank der Gesundheitsberichterstattung des Bundes unter www.gbe-bund.de abgerufen werden. Die Erstellung von Sonderauswertungen ist auf Anfrage an gesundheit@destatis.de (je nach Umfang und Aufwand u. U. kostenpflichtig) ebenfalls möglich.

  3. 3.

    Die Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für Einrichtungen dieser Art wurde ab 2013 schrittweise festgelegt (siehe hierzu Fußnote 1 in diesem Beitrag).

  4. 4.

    Im Berichtsjahr aus der vollstationären Krankenhausbehandlung entlassene Patientinnen und Patienten einschließlich Sterbe- und Stundenfälle. Diese werden im Folgenden Fälle bzw. Patientinnen und Patienten genannt.

  5. 5.

    Standardisiert ohne Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im Ausland, unbekanntem Geschlecht und unbekanntem Alter. Berechnet mit der durchschnittlichen Bevölkerung 2017 auf Grundlage des Zensus 2011.

  6. 6.

    Abgebildet ist hier die absolute Zahl der Behandlungsfälle nach ihrem Wohnort im Verhältnis zur tatsächlichen Bevölkerung je 100.000 Einwohner des jeweiligen Bundeslandes.

  7. 7.

    Für die siedlungsstrukturellen Regionstypen gelten folgende Abgrenzungskriterien: Städtische Regionen umfassen Regionen, in denen mindestens 50 % der Bevölkerung in Groß- und Mittelstädten lebt und in der sich eine Großstadt mit rund 500.000 Einwohnern und mehr befindet sowie Regionen mit einer Einwohnerdichte ohne Berücksichtigung der Großstädte von mindestens 300 Einwohner/km2; Fortsetzung Fußnote 7 Regionen mit Verstädterungsansätzen sind Regionen, in denen mindestens 33 % der Bevölkerung in Groß- und Mittelstädten lebt mit einer Einwohnerdichte zwischen 150 und 300 Einwohner/km² sowie Regionen, in denen sich mindestens eine Großstadt befindet und die eine Einwohnerdichte ohne Berücksichtigung der Großstädte von mindestens 100 Einwohner/km² aufweisen; Ländliche Regionen schließen Regionen ein, in denen weniger als 33 % der Bevölkerung in Groß- und Mittelstädten lebt mit einer Einwohnerdichte unter 150 Einwohner/km2 sowie Regionen, in denen sich zwar eine Großstadt befindet, aber die eine Einwohnerdichte ohne Berücksichtigung der Großstädte unter 100 Einwohner/km2 beträgt. (Siehe www.bbsr.bund.de > Raumbeobachtung > Raumabgrenzungen > Siedlungsstrukturelle Regionstypen)

  8. 8.

    Die Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) werden jährlich von den Selbstverwaltungspartnern (Deutsche Krankenhausgesellschaft, Spitzenverband Bund der Krankenkassen und Verband der privaten Krankenversicherung) und dem InEK unter Beteiligung von Bundesärztekammer und Deutschem Pflegerat angepasst. Sie können auf der Homepage des InEK unter www.g-drg.de heruntergeladen werden.

  9. 9.

    Die Abkürzung ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“. Die Ziffer 10 bezeichnet deren 10. Revision. Diese Klassifikation wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und weltweit eingesetzt. Die deutschsprachige Ausgabe (GM = German Modification) wird vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erstellt. Maßgeblich ist die jeweils im Berichtsjahr gültige Version der ICD.

  10. 10.

    Die Klassifikation wird seit 1993 vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) nach den §§ 295 und 301 SGB V im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit herausgegeben und bereitgestellt. Der OPS ist überwiegend numerisch-hierarchisch strukturiert und weist eine topographisch-anatomische Gliederung auf. Die Hierarchieklassen umfassen Kapitel, Bereichsüberschriften, 3-Steller, 4-Steller, 5-Steller und 6-Steller.

  11. 11.

    Die Definition einer signifikanten Prozedur ist, dass sie entweder chirurgischer Natur ist, ein Eingriffs- oder Anästhesierisiko birgt, Spezialeinrichtungen, Geräte oder eine spezielle Ausbildung erfordert. Für die differenzierte Abbildung komplexer chirurgischer Eingriffe und Teilmaßnahmen ist in verschiedenen Bereichen eine Kodierung von Operationen mit mehreren Kodes vorgesehen. Darüber hinaus wird die Versorgung von intraoperativen Komplikationen gesondert verschlüsselt. Dementsprechend sind ggf. Mehrfachkodierungen je behandelten Krankenhausfall nachgewiesen.

  12. 12.

    Maßgeblich für eine eindeutige Zuordnung der Operationen zu den Fachabteilungen ist hier die Fachabteilung mit der längsten Verweildauer.

  13. 13.

    Maßgeblich für die statistische Fachabteilungsabgrenzung ist die Fachabteilungsgliederung nach Anlage 2, Schlüssel 6 der Datenübermittlungsvereinbarung der Selbstverwaltungspartner im Gesundheitswesen gem. § 301 Abs. 3 SGB V.

  14. 14.

    Die jährliche Pflege und Weiterentwicklung des DRG-Entgeltsystems obliegt dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) und basiert auf den Kosten- und Leistungsdaten einer Stichprobe sowohl freiwillig teilnehmender als auch ausgewählter verpflichteter Krankenhäuser. Der jährlich veröffentlichte Fallpauschalenkatalog enthält u. a. die spezifische Leistungsbeschreibung und die Bewertungsrelation als relatives Kostengewicht für die Vergütungshöhe jeder einzelnen DRG. Er kann auf der Homepage des InEK unter www.g-drg.de heruntergeladen werden.

Supplementary material

978-3-662-58225-1_19_MOESM1_ESM.pdf (299 kb)
Zusatztabellen 19.a - 19.q (PDF 299 KB)

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Authors and Affiliations

  • Jutta Spindler
    • 1
  1. 1.Statistisches Bundesamt Gruppe H1 GesundheitBonnDeutschland

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