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Eindimensionale Elektronensysteme

  • Jürgen Smoliner
Chapter

Zusammenfassung

Wenn zweidimensionale Elektronengase schon drei Nobelpreise abwerfen, so sollten eindimensionale Elektronengase oder Quantendrähte noch für ein paar Nobelpreise mehr gut sein, so glaubte man am Anfang. Leider, leider, so war es bisher nicht. Das liegt schon einmal daran, dass man fein säuberlich zwischen Quantendrähten und Nanodrähten unterscheiden muss; die einen zeigen Quanteneffekte, die anderen eben nicht, und wo es keinen Quanteneffekt gibt, da ist heutzutage auch eher kein Nobelpreis. Dann gibt es noch unterschiedliche Herstellungsverfahren: Man kann Quanten- und Nanodrähte per Hightech Methoden im Reinraum herstellen oder in der Garage den Katalysator seines alten Diesels ausleeren. Den Katalysator von seinem alten Diesel ausleeren geht auch, denn der Dativ ist bekanntlich dem Genitiv sein Tod. Dort finden sich erstaunlicherweise jede Menge hochqualitativer carbon nanotubes, die perfekte Quantendrähte auf Kohlenstoffbasis darstellen. Die Quantendrähte aus dem Reinraum haben eher Probleme mit der Ausbeute (yield) bei der Herstellung; diejenigen, die dann funktionieren, sind aber meist von guter Qualität. Physikalische Effekte im Elektronentransport gibt es auf diesen Systemen jede Menge, viele klassische und sogar einige quantenmechanische. Allerdings, so richtig industriell brauchbar waren diese Effekte bisher leider alle noch nicht, und das ist schlecht fürs Halbleitergeschäft als Ganzes. Denn ist der Bekanntheitsgrad für diese durchaus netten Effekte gering, so sinkt auch die Chance auf irgendeinen Nobelpreis erheblich.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Inst. für FestkörperelektronikTechnische Universität WienWienÖsterreich

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