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75 Jahre Freiburger Denkschrift: Die Bedeutung des Eigentums – so aktuell wie nie!

  • Traugott Jähnichen
Chapter
Part of the Management-Reihe Corporate Social Responsibility book series (MRCOSORE)

Zusammenfassung

Die Freiburger Denkschrift ist eines der wichtigsten Dokumente für eine Neuordnung Deutschlands aus dem Umfeld des bürgerlich-militärischen Widerstands gegen das NS-Regime. Zentrale Anliegen der Denkschrift wurden in das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft übernommen. Das gesellschafts- und wirtschaftspolitische Leitbild der Freiburger Denkschrift ist grundlegend von dem Ziel geprägt, gegen alle Formen des Kollektivismus die Subjektstellung des Menschen in der Öffentlichkeit wie im Wirtschaftsgeschehen zu sichern. Die Sicherung der Eigentumsrechte und eine breite Streuung privaten Eigentums sind eine unmittelbare Konsequenz dieser theologisch-sozialethischen Grundlegung und daher wesentliche Fundamente der geplanten Neuordnung der Wirtschaft. Weiterführende Überlegungen, inwieweit etwa durch Miteigentum technisch oder ökonomisch notwendige Großstrukturen durch größere Teilhabe verändert werden könnten, fehlen in der Denkschrift jedoch. Dabei ist eine „Konzentration des Produktivvermögens kein Kennzeichen der Sozialen Marktwirtschaft und kein Schicksal. Sie kann und muss durch marktwirtschaftliche Ordnungspolitik überwunden werden. Eine Vermögenspolitik der Sozialen Marktwirtschaft beteiligt alle durch Vermögensbesitz an den Unternehmen. Ihr Ziel ist eine Gesellschaft von Teilhabern“, wie schon Erhard und Müller-Armack feststellten.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre Evangelisch-Theologische FakultätRuhr-Universität BochumBochumDeutschland

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