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Regionale Beschreibung – Afrika und Madagascar

  • Klaus HeineEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Die Paläoklimaarchive des tropischen und randtropischen Afrika und deren Interpretation werden vorgestellt und kritisch diskutiert. Dabei wird die Bedeutung der geomorphologischen, sedimentologischen und pedologischen Archive neben den quartären Vergletscherungen für die Klimarekonstruktion besonders hervorgehoben und in Beziehung zu den quartären marinen Umweltrekonstruktionen gebracht. Der quartäre Klima- und Landschafswandel lässt sich in Afrika besser rekonstruieren als in Lateinamerika, da (i) der afrikanische Kontinent über 8000 km beiderseits des Äquators bis ca. 35° nach Norden und Süden reicht, (ii) über Dreiviertel der Fläche innerhalb der Wendekreise (23,5° N und S) liegen, (iii) größere Gebirgssysteme weder meridional (wie die Anden Südamerikas) noch latitudinal den Kontinent queren und (iv) der Wechsel vom feucht-heißen tropischen äquatorialen Regenwald bis zur extrem ariden Wüste beispielhaft ausgebildet ist. Die Klima- und Vegetationszonen werden nur in den Gebirgen Ostafrikas in ihrer breitenkreis-abhängigen Ausbildung unterbrochen. Alt- und mittelquartäre Paläoklimaarchive (u.a. Seenbildungen, Moränen, Speläotheme, Dünen) belegen seit dem Altquartär thermische und hygrische Klimaschwankungen, die wesentlich größer waren als die Klimaänderungen des letzten Eiszeitzyklus. Kalte Phasen zeichnen sich in den Tiefländern durch größere Aridität aus. Warme Phasen (Interglaziale) waren feuchter; seit dem Marine Isotope Stage 11 vor 400.000 Jahren nahm die warmzeitliche Humidität ab. Der orbitale und solare Einfluss auf große und kleine Klimaschwankungen wird durch viele unterschiedliche Paläoklimaarchive dokumentiert. Die terrestrischen afrikanischen Paläoklimadaten belegen den arktischen Einfluss nördlich des Äquators und den antarktischen Einfluss im südlichen Afrika. Bei Klimamodellierungen werden die terrestrischen Paläoklimadaten der afrikanischen Tropen kaum berücksichtigt. Inwieweit das Klima menschliche Kulturen beeinflusste, wird am Beispiel der Sahara und Ostafrikas gezeigt.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität RegensburgRegensburgDeutschland

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