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Schülervorstellungen

  • Hans-Dieter Barke
  • Günther Harsch
  • Simone Kröger
  • Annette Marohn
Chapter

Zusammenfassung

„Die Säure hat das Magnesium aufgefressen“ – so lauten oftmals spontane Äußerungen zu den Phänomenen der Metall‐Säure‐Reaktionen. Den Jugendlichen ist dafür kein Vorwurf zu machen, solange in der Alltagssprache das „Zerfressen des Metalls“ durch Säure oder durch Rost eine übliche Sprechweise darstellt. Solche Vorstellungen der Jugendlichen sollten den Lehrern und Lehrerinnen bekannt sein, um auf diese im Unterricht eingehen zu können, bevor die entsprechende wissenschaftliche Vorstellung vermittelt und zur zutreffenden Fachsprache gewechselt wird.

Bei Unterrichtsplanungen ging man vor einigen Jahrzehnten davon aus, dass Schülerinnen und Schüler keine naturwissenschaftlichen Kenntnisse hätten und eine gute Unterrichtsvorbereitung lediglich entscheiden müsse, in welcher Reihenfolge welche neuen Begriffe mit welchen didaktischen Hilfsmitteln einzuführen seien. Fachdidaktische Erhebungen zeigen allerdings, dass die Lernenden zu vielen Themen doch eigene Vorstellungen mit in den Unterricht bringen, die meist nicht mit den heutigen wissenschaftlichen Vorstellungen übereinstimmen. Die Chemiedidaktik sollte aus diesem Grunde empirisch ermitteln, zu welchen Sachverhalten welche Vorstellungen vorliegen, und welcher Unterricht zu deren Korrektur vorteilhaft ist.

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Hans-Dieter Barke
    • 1
  • Günther Harsch
    • 1
  • Simone Kröger
    • 1
  • Annette Marohn
    • 1
  1. 1.Westfälische Wilhelms-UniversitätMünsterDeutschland

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