Monographie 8: Astragali radix (Huangqi 黄芪)

Chapter

Zusammenfassung

Diese Droge ist die getrocknete Wurzel von Astragalus membranaceus (Fisch.) Bge. var. mongholicus (Bge.) Hsiao oder von Astragalus membranaceus (Fisch.) Bge. aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae). Sie stammt aus Wildsammlungen oder wird angebaut. Die wichtigsten Produktionsgebiete sind die Provinzen Shanxi 山西, Gansu 甘肃, Heilongjiang 黑龙江 und Innere Mongolei 内蒙古. Die Droge wird im Frühjahr und im Herbst ausgegraben, wobei die Qualität der im Herbst geernteten Droge besser ist. Nach dem Ausgraben werden Wurzelkopf, Faserwurzeln und Wurzelsprossen entfernt; die Wurzeln werden zu 60–70 % getrocknet, nach Größe sortiert, zu kleinen Bündeln zusammengebunden und weitergetrocknet. Das Produkt entspricht den Anforderungen, wenn die Stücke dick, lang und die Schnittfläche gelblich weiß, die Konsistenz hart, elastisch und ausreichend puderig und der Geschmack süß ist.

13.1 Allgemeine Beschreibung

Diese Droge ist die getrocknete Wurzel von Astragalus membranaceus (Fisch.) Bge. var. mongholicus (Bge.) Hsiao oder von Astragalus membranaceus (Fisch.) Bge. aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae). Sie stammt aus Wildsammlungen oder wird angebaut. Die wichtigsten Produktionsgebiete sind die Provinzen Shanxi 山西, Gansu 甘肃, Heilongjiang 黑龙江 und Innere Mongolei 内蒙古. Die Droge wird im Frühjahr und im Herbst ausgegraben, wobei die Qualität der im Herbst geernteten Droge besser ist. Nach dem Ausgraben werden Wurzelkopf, Faserwurzeln und Wurzelsprossen entfernt; die Wurzeln werden zu 60–70 % getrocknet, nach Größe sortiert, zu kleinen Bündeln zusammengebunden und weitergetrocknet. Das Produkt entspricht den Anforderungen, wenn die Stücke dick, lang und die Schnittfläche gelblich weiß, die Konsistenz hart, elastisch und ausreichend puderig und der Geschmack süß ist.

13.2 Bezeichnungen

Rohdroge

  • Astragali radix (Huangqi 黄芪)

Aufbereitete Form

  • In Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi 蜜炙黄芪); auch: mit Honig präparierte Astragali radix (Mi huangqi 蜜黄芪)

Bezeichnung in Rezepturen

Wird in China in einer Rezeptur als Bestandteil Huangqi 黄芪 angegeben, so ist in der Regel die unpräparierte Droge gemeint; die in Honig geröstete (mizhi 蜜炙) Droge wird in den Rezepturen entsprechend angegeben.

13.3 Übersicht

Tab. 13.1
Tab. 13.1

Übersicht der Aufbereitungsformen von Astragali radix (Huangqi) a

 

Astragali radix (Huangqi)

Temperaturverhalten

Geschmacksrichtung

Wirkung

Verwendung in Rezepturen

1

Astragali radix (Huangqi)

Leicht warm

Süß

Die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) mehrend, die Oberfläche (extima, biao) festigend, Schweiße zurückhaltend, Flüssigkeitsansammlungen ausleitend, (chronische und eitrige) Geschwüre heilend

«Ostrea-Pulver» (Muli san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 152)

«Pulver gegen Wind aus Jade» (Yu pingfeng san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 308)

«Dekokt mit Stephania und Astragalus» (Fangji huangqi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 75)

«Dekokt der fünf Ingredienzen mit Astragalus und Cinnamomum» (Huangqi guizhi wuwu tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 105)

«Das Innere klärendes Pulver mit Astragalus» (Huangqi neituo san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 106)

«Pulver, das den Eiter nach außen gelangen lässt» (Tounong san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 241)

2

In Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi)

Wärmer

Süßer, befeuchtender

Die «Mitte» suppletierend und das Qi mehrend, «Trockenheit» (ariditas, zao) befeuchtend

«Das Qi suppletierendes und die Umsetzung durch den Fk Milz (o. lienalis) förderndes Dekokt» (Buqi yunpi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 26)

«In den Fk Milz (o. lienalis) einfließendes Dekokt» (Guipi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 88)

«Dekokt, das die Energien der Mitte ergänzt und das Qi vermehrt» (Buzhong yiqi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 27)

«Dekokt zur Stützung des Fk Lunge (o. pulmonalis)» (Bufei tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 24)

«Dekokt mit Astragalus» (Huangqi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 107)

a In der offiziellen Pharmakopöe der VR China 2015 finden sich kurze Beschreibungen zu Astragali radix (Huangqi) und zu Astragali radix praeparata cum Melle (Zhi huangqi 炙黄芪).

13.4 Gebräuchliche Aufbereitungsmethoden und deren Wirkung

13.4.1 Astragali radix (Huangqi 黄芪)

Verfahren

Die unverarbeitete Droge von Verunreinigungen trennen, Stängelreste und hohle Teile entfernen, waschen, bis sie durchfeuchtet ist, in Scheiben schneiden, trocknen.

Aussehen und Eigenschaften

Rundliche oder ellipsenförmige dicke Scheiben, gelblich weiße Oberfläche, an der Endodermis braune ringförmige oder radiäre Linien, an der Exodermis gewundene Spalten, gelbes Zentrum. Graugelbe oder hellbraune Peripherie mit Runzeln in Längsrichtung. Harte, widerstandsfähige Konsistenz. Leichter Geruch, leicht süßer Geschmack, beim Zerkauen bohnenartiger Geschmack.

Temperaturverhalten, Geschmacksrichtung und Leitbahnbezug

Süß, leicht warm; Wirkrichtung: emporhebend; Leitbahnen der Fk Lunge und Milz (c. pulmonalis et lienalis, fei pi jing).

Wirkung

Hauptsächlich die Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) mehrend, die Oberfläche (extima, biao) festigend, Schweiße zurückhaltend, «Wasser» ausleitend, abschwellend, Toxisches beseitigend und Eiter entfernend.

Indikationen

Spontane Schweißausbrüche bei energetischer Schwäche ( depletio, xu ) der Oberfläche ( extima, biao )

Hier wird Astragali radix (Huangqi) zusammen mit Ostreae concha (Muli), Tritici fructus levis (Fuxiaomai) und Ephedrae radix (Mahuang gen) eingesetzt. In Kombination können sie die die Oberfläche (extima, biao) festigende und Schweiße zurückhaltende Wirkung verstärken. Sie können verwendet werden bei energetischer Schwäche (depletio, xu) der Oberfläche (extima, biao) und der Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) und bei Instabilität der Interstitien und Poren (couli) mit zeitweisen spontanen Schweißausbrüchen und eventuell bei Schweißen im Schlaf. Eine Beispielrezeptur ist das «Ostrea-Pulver» (Muli san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 152).

Erkältung bei schwacher Konstitution

Hier wird Astragali radix (Huangqi) häufig zusammen mit Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) und Saposhnikoviae radix (Fangfeng) eingesetzt. Gemeinsam verstärken sie die die Oberfläche (extima, biao) festigende und Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie) abwehrende Wirkung. Sie werden eingesetzt bei konstitutionell bedingter energetischer Schwäche (depletio, xu) und Instabilität von Oberfläche (extima, biao) und Wehrenergie (qi defensivum, weiqi) mit häufigen Erkältungen. Beispielsweise werden sie so im «Pulver gegen Wind aus Jade» (Yu pingfeng san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 308) kombiniert.

Depletive Ödeme und Gedunsenheit

Hier wird Astragali radix (Huangqi) zusammen mit Stephaniae radix (Fangji), Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) und Glycyrrhizae radix (Gancao) eingesetzt. In Kombination bewegen sie «Wasser» und wirken abschwellend. Sie können eingesetzt werden bei mangelnder Entfaltung des Yang-Qi mit depletiven Ödemen und Gedunsenheit, Ödemen im Gesicht, an den Augen und an den Extremitäten sowie Miktionsstörungen. Ein Beispiel ist das «Dekokt mit Stephania und Astragalus» (Fangji huangqi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 75).

Bi-Blockaden (occlusiones) des Xue mit Schmerzen

Hier wird Astragali radix (Huangqi) zusammen mit Cinnamomi cassiae ramulus (Guizhi), Paeoniae rubrae radix/Paeoniae lactiflorae radix (Shaoyao) und Zingiberis rhizoma recens (Shengjiang) eingesetzt. Gemeinsam nähren sie das Xue und machen Bi-Blockaden (occlusiones) durchgängig. Sie können eingesetzt werden bei energetischer Schwäche des Qi (depletio qi, qixu) mit behindertem Fluss des Xue und in die Leitbahnen eingedrungenem schrägläufigem «Wind» (heteropathischer ventus, xiefeng), wodurch keine Durchgängigkeit mehr besteht, was Schmerzen der Gelenke am gesamten Körper und eventuell Taubheitsgefühle zur Folge hat. So werden sie z. B. im «Dekokt der fünf Ingredienzen mit Astragalus und Cinnamomum» (Huangqi guizhi wuwu tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 105) kombiniert.

Chronische und atrophische Geschwüre

Hier wird Astragali radix (Huangqi) zusammen mit Lonicerae flos (Jinyinhua), Gleditsiae spina (Zaojiaoci) und Angelicae sinensis radix (Danggui) eingesetzt. In Kombination beseitigen sie Eiter und lassen Muskelfleisch entstehen. Sie können verwendet werden bei chronischen Ulzerationen und Geschwüren, Erschöpfung von Qi und Xue und Schwellungen ohne Rötung. Eine Beispielrezeptur dafür ist das «Das Innere klärende Pulver mit Astragalus» (Huangqi neituo san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 106).

Astragali radix (Huangqi) kann auch mit Angelicae sinensis radix (Danggui), Manitis squama (Chuanshanjia) (aus Artenschutzgründen obsolet) und Chuanxiong rhizoma (Chuanxiong) kombiniert werden. Gemeinsam wirken sie Toxisches beseitigend und Eiter austreibend. Sie können z. B. eingesetzt werden zur Behandlung von Karbunkeln und Geschwüren, die mit Schwellungen und Schmerzen einhergehen, so etwa im «Pulver, das den Eiter nach außen gelangen lässt» (Tounong san) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 241).

Dosis

10−15 g, bei hoher Dosierung können 30 g (bis zu 60 g) verwendet werden.

13.4.2 In Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi 蜜炙黄芪)

Verfahren

In Scheiben geschnittene Astragali radix (Huangqi) mit Mel praeparatum (Lianmi) vermischen, kurz zugedeckt stehen lassen, bei schwacher Hitze unter Wenden rösten (chao 炒), bis die Droge eine tiefgelbe Farbe angenommen hat und nicht mehr an den Händen klebt, herausnehmen, abkühlen lassen [für 10 kg Astragali radix (Huangqi) 2,5–3 kg Mel praeparatum (Lianmi) verwenden].

Aussehen und Eigenschaften

Form wie in Scheiben geschnittene Astragali radix (Huangqi), tiefgelbe, glänzende, leicht klebrige Oberfläche, süßer Geschmack, Honig-Geruch.

Temperaturverhalten, Geschmacksrichtung und Leitbahnbezug

Wärmer, süßer, befeuchtender.

Wirkung

Durch das Rösten der Droge in Honig wird die die «Mitte» suppletierende und das Qi mehrende Wirkung erhöht, zudem erhält sie eine «Trockenheit» (ariditas, zao) befeuchtende Wirkung.

Indikationen

Schwache Konstitution mit Erschöpfung

Hier wird in Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi) zusammen mit Codonopsis radix (Dangshen), gerösteter Glycyrrhizae radix (Zhigancao) und Angelicae sinensis radix (Danggui) eingesetzt. In Kombination mehren sie das Qi und stärken den Körper. Sie werden verwendet bei übermäßiger Anstrengung und Schädigung des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) mit Symptomen wie Müdigkeit der Extremitäten, fahlgelber Teint, leise Stimme, Wortkargheit, Appetitlosigkeit und halbflüssiger Stuhl. Eine Beispielrezeptur dafür ist das «Das Qi suppletierende und die Umsetzung durch den Fk Milz (o. lienalis) fördernde Dekokt» (Buqi yunpi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 26). In Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi) kann auch zusammen mit Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu), Zizyphi spinosae semen (Suanzaoren) und präparierter Polygalae radix (Yuanzhi) eingesetzt werden. Gemeinsam kräftigen sie den Fk Milz (o. lienalis, pi) und nähren den Fk Herz (o. cardialis, xin). Auf diese Weise können sie z. B. zur Behandlung von energetischer Schwäche (depletio, xu) der Fk Herz und Milz (oo. cardialis et lienalis, xin pi) im «In den Fk Milz (o. lienalis) einfließenden Dekokt» (Guipi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 88) genutzt werden.

Analprolaps und Prolapsus uteri

Hier wird in Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi) mit Codonopsis radix (Dangshen), Cimicifugae rhizoma (Shengma) und Atractylodis macrocephalae rhizoma (Baizhu) kombiniert. Sie suppletieren die «Mitte», mehren das Qi und heben das Yang und Abgesunkenes empor. Sie werden eingesetzt bei Krankheitsbildern mit Defizienz des Qi der «Mitte» (qi medii, zhongqi) und Absinken des klaren Yang beispielsweise mit Wortkargheit, Appetitlosigkeit, Prolapsus uteri, Analprolaps und Schweregefühl im unteren Abdomen. So kommen sie z. B. im «Dekokt, das die Energien der Mitte ergänzt und das Qi vermehrt» (Buzhong yiqi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 27) zum Einsatz.

Kurzatmigkeit aufgrund energetischer Schwäche (depletio, xu) des Fk Milz (o. lienalis, pi)

Hier wird in Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi) zusammen mit Schisandrae fructus (Wuweizi), Asteris radix (Ziwan) und Ginseng radix (Renshen) eingesetzt. In Kombination suppletieren sie den Fk Lunge (o. pulmonalis, fei), befeuchten «Trockenheit» (ariditas, zao) und beseitigen «Schleim» (pituita, tan). Sie können eingesetzt werden bei energetischer Schwäche (depletio, xu) des Qi des Fk Milz (qi lienale, piqi) mit Kurzatmigkeit, Husten, Keuchen und blassem Teint. Ein Beispiel hierfür ist das «Dekokt zur Stützung des Fk Lunge (o. pulmonalis)» (Bufei tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 24).

Obstipation aufgrund energetischer Schwäche des Qi (depletio qi, qixu)

Hier wird in Honig geröstete Astragali radix (Mizhi huangqi) mit Cannabis semen (Huomaren), Honig und Citri reticulatae pericarpium (Chenpi) kombiniert. Sie stützen das Qi des Fk Lunge (qi pulmonale, feiqi) und befeuchten den Fk Dickdarm (o. intestini crassi, dachang). Sie werden eingesetzt bei geschwächter Konstitution im fortgeschrittenen Alter mit Obstipation und Schwierigkeiten bei der Stuhlentleerung aufgrund energetischer Schwäche des Qi (depletio qi, qixu). Beispielsweise kommen sie im «Dekokt mit Astragalus» (Huangqi tang) (s. Kap. 67, Rezepturenverzeichnis Nr. 107) zur Anwendung.

Dosis

10−15 g, bei hoher Dosierung können 30 g (bis 60 g) verwendet werden.

13.5 Aufbewahrung

Dicht verschlossen, vor Insektenbefall und UV-Licht geschützt, kühl und trocken lagern.

13.6 Zusätzliche Informationen

Kontraindikation

Dieses Arzneimittel suppletiert das Qi, hebt das Yang empor, schürt leicht «Glut» (ardor, huo) und kann auch Schweiße zurückhalten, weshalb es bei energetischer Überladung (repletio, shi) der Oberfläche (extima, biao) mit energetischer Redundanz von Schrägläufigkeiten (Heteropathien, xie), bei Qi-Blockaden und «Feuchtigkeit»-Blockaden (humor, shi), bei Stagnationen im Inneren durch Verdauungsblockaden (concretiones alimentaris, shiji), bei Emporschlagen des Yang aufgrund energetischer Schwäche des Yin (depletio yin, yinxu) und bei Ulzerationen im Anfangsstadium bzw. bei noch energetisch redundantem «Hitze»-Toxischen (calor-Toxisches, redu) kontraindiziert ist.

Als eine frühe bekannte Aufbereitungsform von Astragali radix (Huangqi 黄芪) wird in der «Abhandlung über Aufbereitungsverfahren des Leigong» (Leigong paozhi lun 雷公炮炙論, wahrscheinlich aus dem 5. Jahrhundert. n. u. Z.) das Dämpfen (zheng 蒸 ) genannt.

Neben dieser und den oben genannten heute gebräuchlichen Aufbereitungsmethoden wurde Astragali radix (Huangqi 黄芪) im Laufe der Geschichte auch mit Salz, Wein, Ingwersaft und Reiswaschwasser aufbereitet.

An weiteren Aufbereitungsformen existieren heute noch die unter Wenden geröstete Astragali radix (Chao huangqi 炒黄芪) und die mit Weizenkleie unter Wenden geröstete Astragali radix (Fuchao huangqi 麸炒黄芪). Beide Formen sind warm und süß und verstärken die wärmenden und die das Qi suppletierenden Eigenschaften. Da sie nicht befeuchtend sind, sind sie der in Honig gerösteten Astragali radix (Mizhi huangqi) vorzuziehen, wenn «Feuchtigkeit» (humor, shi) die «Mitte» bedrängt oder nicht gleichzeitig eine energetische Schwäche des Xue (depletio xue, xuexu) vorliegt.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Jin-niu-districtChengdu UniversityChengduChina
  2. 2.Praxis Prof. HempenMünchenDeutschland
  3. 3.MünchenDeutschland
  4. 4.MünchenDeutschland

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