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Fallbeispiele akustischer Gestaltung kleinerer Räume

  • Helmut V. Fuchs
Chapter
Part of the VDI-Buch book series (VDI-BUCH)

Zusammenfassung

Die eindeutig höchsten akustisch-funktionellen Anforderungen stellen nach Erfahrung des Autors alle Arten von Räumen für Unterricht, Schulung, Besprechung und Unterhaltung dar. Hier wartet gemäß Abb. 13.16 auch, nach den Büros, die bei Weitem größte Zahl von ganz unterschiedlich strukturierten und genutzten Räumen auf eine adäquate raumakustische Aufwertung – eine echte Herausforderung für Beratungsbüros und ein großer Markt für einen zeitgemäßen Innenausbau mit Zukunftsperspektive. Nur wenn man dafür sorgt, dass jedes Wort vom Sprechenden und dem oder den Angesprochenen möglichst glasklar wahrgenommen werden kann, schafft man für alle Teilnehmer an einer vielstimmigen Kommunikation die Möglichkeit, ihre Stimmen dem jeweiligen Zweck (im einen Fall Ansprache an alle; im anderen Fall vertrauliches Gespräch im kleinen Kreis) gezielt anzupassen. Dazu gehört neben einem nicht zu hohen Fremdgeräusch auch eine gewisse Disziplin aller Beteiligten. Aber nur in einem akustisch richtig konditionierten Raum wird diese belohnt, indem Sprache, aber ebenso auch Musik, ganz entspannt fließen kann und sich durch viele gleichzeitig angemessen Sprechende im Raum ein angenehmer Grundpegel einstellt, der dann auch für die erforderliche Vertraulichkeit von Gesprächen sorgt. Niemand sollte ernsthaft daran zweifeln, dass für diese Nutzungsart Kommunikation die unterste Kurve von Abb. 13.10c (oben) und der Toleranzbereich (unten links) angestrebt werden sollte, und zwar für Sprache wie für Musik (s. Abschn. 11.3 bis 11.6)! Die folgenden Beispiele zeigen einige erfolgreiche akustische Sanierungen mit konventionellen sowie alternativen Konzepten und Bauteilen in Räumen unterschiedlichster Konstruktion und Nutzungsart. In keinem Fall gab es dabei Widerstand von Architekten oder Bauträgern, aber stets dankbare Akzeptanz der Nutzer. Trotzdem ist die Bereitschaft der Verantwortlichen, etwas zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den kleineren Räumen zu tun, im Alt- wie im Neubau noch unterentwickelt. Da v. a. das Kostenargument weitere Umsetzungen bremst, bleiben Bauschaffende und ihre Berater herausgefordert, nach effizienten, aber auch preiswerten Problemlösungen zu suchen.

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Authors and Affiliations

  • Helmut V. Fuchs
    • 1
  1. 1.Berlin-SchlachtenseeDeutschland

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