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Durchflusszytometrie

  • H. RenzEmail author
  • B. Gierten
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 Flow-Zytometrie

Englischer Begriff

flow cytometry

Definition

Quantifizierung von Zellen oder Partikeln aufgrund ihrer relativen Größe, relativen Granularität bzw. Komplexität und relativen Fluoreszenzintensität mithilfe von Laserstrahlung.

Physikalisch-chemisches Prinzip

Im Durchflusszytometer werden einzelne Zellen in einem Flüssigkeitsstrom transportiert. Die Zellen passieren hintereinander mit hoher Geschwindigkeit einen Laserstrahl und werden analysiert. Sie streuen das Laserlicht ( Laser) in Abhängigkeit von ihrer Größe (Vorwärtsstreulicht) und Granularität (Seitwärtsstreulicht) in verschiedene Richtungen.

Durch Inkubation der Einzelzellen mit fluoreszenzmarkierten Antikörpern gegen Oberflächenantigene, intrazelluläre Strukturen oder Stoffwechselprodukte können die Bestandteile markiert werden. Das eingestrahlte Laserlicht wird den  Fluoreszenzfarbstoff zur Emission längerwelligen Lichts anregen, dass durch entsprechende Filter getrennt und mittels  Photomultiplier (PMT) in Form elektrischer Impulse registriert wird.

Einsatzgebiet

Im Bereich labormedizinischer Routineuntersuchungen wird die Durchflusszytometrie im Rahmen der Analyse von Zellpopulationen unter Einsatz fluoreszenzmarkierter Antikörper gegen bestimmte Oberflächenantigene eingesetzt ( Lymphozyten-Populationen). Auch einige funktionelle Untersuchungen bezüglich der Granulozyten sind für die Routinediagnostik kommerziell erhältlich.

Das Haupteinsatzgebiet der Durchflusszytometrie liegt jedoch bei zahlreichen Applikationen im Bereich von Forschung und Entwicklung.

Untersuchungsmaterial

Vollblut, Buffy coat, Liquor cerebrospinalis, Aszites, Einzelzellsuspensionen verschiedener Organe und Spezies.

Instrumentierung

Durchflusszytometer mit/ohne Sortiereinrichtung.

Spezifität

Abhängig von Messparametern und Probenmaterial.

Sensitivität

Abhängig von Messparametern und Probenmaterial.

Fehlermöglichkeit

Durch vielfältige Variationsmöglichkeiten der Datenregistrierung (Einstellung der PMT, rechnerische Kompensation verschiedener Fluoreszenzfarbstoffe, Definition von Schwellenwerten etc.) bietet die Methode zahlreiche Fehlermöglichkeiten. Sie lässt sich daher schwer standardisieren und hat einen eher qualitativen Charakter.

Erste Versuche zur quantitativen Durchflusszytometrie werden mit Partikeln gemacht, die definierte Fluoreszenzintensitäten besitzen und als Maßstab für die Fluoreszenzintensität (und damit Anzahl) der markierten Moleküle auf der Zelloberfläche dienen können.

Andere Fehler können in den analysierten Zellen begründet sein.

Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)

Wegen der vielfältigen Akquisitionsmöglichkeiten der Daten und der möglichen Interpretation erfordert die Methode vom Untersucher sehr viel Fachwissen und Erfahrung;  Liquor-Durchflusszytometrie (FACS)

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institute of Laboratory Medicine and Pathobiochemistry, Molecular DiagnosticsPhilipps University Marburg, University Hospital Gießen and Marburg GmbHMarburgDeutschland
  2. 2.ImmunologieBioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbHIngelheimDeutschland

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