Advertisement

De-Ritis-Quotient

  • A. M. GressnerEmail author
  • O. A. Gressner
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

De Ritis ratio

Definition

Enzymaktivitätsquotient der Aminotransaminasen AST ( Aspartat-Aminotransaminase) zu ALT ( Alanin-Aminotransaminase) im Serum oder Plasma.

Beschreibung

Der von dem italienischen Hepatologen Fernando de Ritis (1911–1985) eingeführte Transaminasenquotient wurde früher zur Differenzialdiagnostik akuter und chronischer Lebererkrankungen herangezogen (AST:ALT). Bei geringfügigen hepatozellulären Schädigungen steigt die rein zytosolisch lokalisierte ALT-Aktivität im Serum im Allgemeinen stärker an als die AST-Aktivität. Ursachen hierfür sind die überwiegend mitochondriale Lokalisation der AST, die eine Freisetzung erst bei tiefgreifender Einzelzellnekrose erlaubt, und die unterschiedliche metabolische Zonierung beider Aminotransaminasen mit bevorzugter Lokalisation der ALT im periportalen Bereich (Zone 1) und gleichmäßiger Verteilung der AST in den Zonen 1–3 (perizentrale Zone) des Leberazinus. Mit dem De-Ritis-Quotient können 2 Typen der hepatozellulären Schädigung unterschieden werden:

  • Entzündlicher Typ mit AST/ALT-Quotienten <1 (z. B.akute Virushepatitis)

  • Nekrotischer Typ mit AST/ALT-Quotienten >1 (z. B. alkoholtoxische Hepatitis)

Für die weitergehende klinische Bewertung gelten die in Tab. 1 angegebenen Grenzwerte. Der De-Ritis-Quotient ist heute nur noch selten in Gebrauch, da er u. a. stark beeinflusst wird von den unterschiedlichen Enzymhalbwertszeiten ( Enzymhalbwertszeiten im Blutkreislauf) der beiden Aminotransaminasen (ALT 47 Stunden, AST 18 Stunden) und von der unterschiedlichen Aktivierbarkeit von AST und ALT durch das bei den optimierten IFCC-Standardmethoden der Aktivitätsbestimmung eingesetzte Coenzym Pyridoxalphosphat ( Vitamin B6). Eine Überprüfung der angegeben Richtwerte mit der IFCC-Methode bei 37 °C steht noch aus.
De-Ritis-Quotient, Tab. 1

Klinische Bewertung des De-Ritis-Quotienten

<0,7

Ca. 0,7

>0,7

≫0,7

Akute und persistierende Virushepatitis

Toxische Hepatitis

Infektiöse Mononukleose

Leichtere Fettleber

Frischer Verschlussikterus

Cholestatische Hepatosen

Cholestatische Form der Virushepatitis

Chronische Fettleberhepatitis

Chronisch-aktive Hepatitis

Reaktive Hepatitis

Älterer Verschlussikterus

Cholangitis

Nekrotisierende Form der Virushepatitis

Toxische Hepatitis

Chronisch-aktive Hepatitis

Zirrhosen

Stauungsleber

Akute Intoxikationen

Dekompensierte Zirrhosen

Primäres Leberkarzinom

Metastasenleber

Herzinfarkt

Skelettmuskelerkrankungen

Literatur

  1. Ritis F de, Coltorti M, Giusti G (1957) An enzymatic test for the diagnosis of viral hepatitis: the transaminase serum activities. Clin Chim Acta 369(2):148–152CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Labor Dr. Wisplinghoff BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.Labor Dr. Wisplinghoff KölnKölnDeutschland

Personalised recommendations