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D-Dimer

  • T. StiefEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

D-dimer

Definition

D-Dimer (DD) ist ein Plasminabbauprodukt von quervernetztem Fibrin. Dieses Fibrinabbauprodukt besteht aus zwei D-Domänen benachbarter Fibrinmonomere, die über die γ-Kette durch Faktor 13a quervernetzt worden sind.

Struktur

Plasmin spaltet D-E-Bindungen im Fibrin (polymerisiertes D-E-D). Es entstehen komplexe Fragmente. Als Endprodukte beim Abbau von quervernetztem Fibrin entstehen D, E und DD (2 kovalent gebundene D-Domänen). D hat eine Molmasse von ca. 90–100 kDa, E eine von ca. 50 kDa, D-E (genannt Y) eine von ca. 150 kDa.

Molmasse

Ca. 180 kDa.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Thrombin spaltet initial Fibrinopeptid A (FpA) und dann Fibrinopeptid B (FpB) von den Aα- und Bβ-Ketten des Fibrinogens, wodurch neue N-Termini erzeugt und Polymerisationsdomänen exponiert werden. Diese Fibrinmonomere polymerisieren spontan. Thrombin aktiviert ebenso den F13. Der aktivierte F13 (F13a) vernetzt dann γ-Ketten im Fibrinpolymer. Die γ-Ketten-Cross-Links im Fibrin sind resistent gegenüber proteolytischem Abbau durch Plasmin, was zu fibrinspezifischen Abbauprodukten führt, die sich von denen des Fibrinogens unterscheiden.

Funktion – Pathophysiologie

Erhöhte Konzentrationen an D-Dimer entstehen immer dann, wenn Thromben durch Plasmin aufgelöst werden. Eine erhöhte Konzentration an D-Dimer zeigt somit an, dass Blutgerinnsel durch Thrombin entstanden sind, Fibrin durch F13a quervernetzt wurde und als Folge der erhöhten koagulatorischen Aktivität eine erhöhte fibrinolytische Aktivität mittels Plasmin vorliegt. Daher ist die Messung der DD zum Ausschluss einer Lungenembolie oder einer tiefen Venenthrombose von Bedeutung; allerdings ist DD als Biomarker für die Frühdiagnose einer pathologischen disseminierten intravasalen Gerinnung (PDIC) von untergeordneter Bedeutung, die DD-Konzentration hängt nicht von einem sondern von drei Enzymen ab, von Thrombin, Faktor 13a und Plasmin. Für das PDIC-Staging ist die systemische Thrombinaktivität (alpha2M-F2a) der weit bessere Biomarker.

Probenstabilität

Citratplasma kann bei Raumtemperatur bis zu ca. 2 h gelagert werden.

1,25 mol/L Arginin-stabilisiertes (pH 8,7) EDTA-Plasma kann für 3 Tage bei Raumtemperatur gelagert oder sogar eingefroren werden.

Präanalytik

Citratblut oder EDTA-Blut sollte möglichst rasch abzentrifugiert werden.

Analytik

Zur Bestimmung der D-Dimer-Antigene werden ELISA oder KIMS („kinetic interaction of microparticles in solution“) eingesetzt. Quantitative Latex-verstärkte Immunoassays ( Immunoassay) werden als Schnelldiagnostik zur schnellen Ausschlussdiagnostik bei Verdacht auf thromboembolische Erkrankungen (tiefe Venenthrombose [TVT], Lungenembolie [PE]) eingesetzt. Bei D-Dimer-Werten unterhalb eines Cut-off können TVT oder PE mit der jeweiligen testspezifischen Sensitivität und negativem prädiktiven Wert (NPW) (>95 %) ausgeschlossen werden.

Referenzbereich

< 0,5 mg/L.

Indikationen

Verdacht auf Gerinnungs-Aktivierung wie z. B. bei Thromboembolie.

Interpretation

Da eine Reihe von pathologischen Situationen wie Entzündungen, Herzinfarkt und Tumoren, aber auch physiologische Situationen wie Schwangerschaft mit einer unterschiedlich erhöhten Konzentration an D-Dimer einhergehen, haben alle DD-Tests eine begrenzte Aussagekraft, was den Aktivierungsgrad der Hämostase betrifft. Im Allgemeinen scheint der D-Dimer-Test bei ambulanten Patienten aussagekräftiger zu sein als bei stationären Patienten.

Diagnostische Wertigkeit

Die eingesetzten monoklonalen Antikörper erkennen die antigene Determinante (D-Dimer) nicht nur in den kleinmolekularen Endprodukten, sondern auch in den hochmolekularen Fibrinfragmenten.

Literatur

  1. Colman RW, Hirsh J, Marder VJ, Clowes AW, George JN (Hrsg) (2001) Hemostasis and thrombosis. Lippincott Williams & Wilkins, Philadelphia, S 1003–1020Google Scholar
  2. Di Nisio M, Squizzato A, Rutjes WS et al (2007) Diagnostic accuracy of D-dimer test for exclusion of venous thromboembolism: a systematic review. J Thromb Haemost 5:296–304CrossRefGoogle Scholar
  3. Stief TW (2011) The laboratory diagnosis of the pre-phase of pathologic disseminated intravascular coagulation. In: Hemostasis Laboratory Yearbook, Bd 1. Nova Science Publishers, New York, S 3–18Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin und PathobiochemieKrankenhaus der Philipps-UniversitätMarburgDeutschland

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