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Citrat im Urin

  • W. G. GuderEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

citrate in urine; citric acid in urine

Definition

Erfassung von Zitronensäure und ihren Salzen im 24-Stunden-Urin.

Struktur

C6H8O7 (Citronensäure).

Molmasse

192,1 g (als Säure)

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Citrate und Zitronensäure aus der Nahrung werden im Duodenum resorbiert und in der Niere durch Filtration und Metabolismus im proximalen Tubulus eliminiert. Urin-Citrat kommt im Wesentlichen aus dem sekretorischen und metabolischen Citrat des distalen Tubulus.

Halbwertszeit

Im Blut von kurzer Halbwertszeit (wenige Minuten), da glomerulär frei filtrierbar und mit Resorption im proximalen Tubulus eliminiert.

Funktion – Pathophysiologie

Distal tubuläre Citratsekretion ist wesentliche Ursache für Citratelimination im Urin. Sie wird gesteigert durch diätetisches Ansäuern des Urins. Da Citrat wesentlicher Faktor für die Löslichkeit von Calcium im Urin ist, wird die Citratausscheidung als Teil des  Steinmetaphylaxe-Programms zur Quantifizierung empfohlen.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

24-Stunden-Sammelurin, instabil im Nativurin, Ansäuern auf pH <2 empfohlen.

Analytik

Enzymatisch mit Citratlyase.

Konventionelle Einheit

mg/24 h.

Internationale Einheit

mmol/24 h.

Umrechnungsfaktor zw. konv. u. int. Einheit

Konv. × 0,0052 = intern. bzw. intern. × 191,1 = konvent.

Referenzbereich – Frauen

2–4 mmol/24 h (382–764 mg/24 h).

Referenzbereich – Männer

2–4 mmol/24 h (382–764 mg/24 h).

Referenzbereich – Kinder

2–4 mmol/24 h (382–764 mg/24 h).

Indikation

Teil des Untersuchungsprogramms von Steinträgern.

Interpretation

Ziel der Therapie ist eine Citratausscheidung >2,5 mmoL/24 h (>481 mg/24 h).

Diagnostische Wertigkeit

Da die Citratausscheidung von vielen diätetischen und renalen Faktoren abhängt, ist seine Messung nicht von der gleichen Bedeutung wie die der steinbildenden Substanzen (Oxalat, Calcium, Harnsäure).

Literatur

  1. Hesse A, Jahnen A, Klocke K et al (1994) Nachsorge bei Harnsteinpatienten. Gustav-Fischer-Verlag, Jena StuttgartGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland

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