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Bladder tumor antigen

  • S. HoldenriederEmail author
  • P. Stieber
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 BTA

Englischer Begriff

bladder tumor antigen

Definition

Der „Bladder tumor antigen“-Assay detektiert den Komplementfaktor H (CFH) oder ein dazu ähnliches Protein („complement factor H-related protein“, CFHrP).

Struktur

Der Komplementfaktor H (CFH) ist ein 155 kDa schweres Protein. Mindestens 4 weitere Faktor-H-verwandte Proteine sind inzwischen identifiziert, die Produkte eines Genclusters auf Chromosom 1 sind. Einige dieser Proteine besitzen komplementregulierende Aktivität, andere nicht.

Molmasse

155 kDa.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

In gesunden Zellen spielt der Komplementfaktor H (CFH) eine zentrale Rolle in der Regulation der alternativen Komplementaktivierung und schützt so gesunde Zellen vor komplementvermittelten Schädigungen.

Außerdem wurde gezeigt, dass der Komplementfaktor H (CFH) in Blasenkarzinomzelllinien synthetisiert wird, vermutlich um Tumorzellen der Immunabwehr zu entziehen.

Funktion – Pathophysiologie

Aufgrund der Expression des Komplementfaktor H und der ihm verwandten Proteine beim Blasenkarzinom ist die Anwendung des BTA-Assays im Urin als sensitiver Test für oberflächliche und invasive Karzinome vom Hersteller vorgesehen. Allerdings können insbesondere Erkrankungen, die mit einer Hämaturie einhergehen, ebenfalls hohe Werte verursachen, was die Spezifität deutlich beeinträchtigt.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Urin.

Analytik

 Enzymimmunoassay (EIA).

Konventionelle Einheit

U/mL.

Referenzbereich – Erwachsene

Urin: Median 2,3 kU/L; 95 %-Perzentile 4,3 kU/L (methodenabhängig).

Indikation

Therapiekontrolle und Nachsorge beim Blasenkarzinom fraglich.

Interpretation

Abhängig vom benutzten Grenzwert können die vom Hersteller angegebenen Sensitivitäten ( Sensitivität, diagnostische) des BTA-Assays im Urin für das Blasenkarzinom bestätigt werden, allerdings bei einer sehr geringen Spezifität. Benigne urologische Erkrankungen, insbesondere entzündliche Erkrankungen und solche, die mit einer Hämaturie einhergehen, können ebenfalls zu z. T. sehr hohen Werten führen. Da dies jedoch die differenzialdiagnostisch relevanten Patientengruppen sind, ist der Test für Diagnosezwecke nicht geeignet. Inwiefern er für Verlaufsuntersuchungen wertvoll ist, ist derzeit noch nicht absehbar.

Diagnostische Wertigkeit

Blasenkarzinom: Therapiemonitoring, Rezidiverkennung fraglich.

Literatur

  1. Mahnert B et al (2003) Measurements of complement factor H-related protein (BTA-TRAK Assay) and nuclear matrix protein (NMP22 Assay) – useful diagnostic tools in the diagnosis of urinary bladder cancer? Clin Chem Lab Med 41:104–110CrossRefGoogle Scholar
  2. Sturgeon CM, Duffy MJ, Hofmann BR et al (2010) National Academy of Clinical Biochemistry Laboratory Medicine Practice Guidelines for use of tumor markers in liver, bladder, cervical, and gastric cancers. Clin Chem 56:e1–48CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für LaboratoriumsmedizinDeutsches Herzzentrum München, Klinik an der Technischen Universität MünchenMünchenDeutschland
  2. 2.Institut für LaboratoriumsmedizinKlinikum der Universität München (LMU)MünchenDeutschland

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