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Bilirubin, Delta-

  • A. M. GressnerEmail author
  • O. A. Gressner
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

Δ-Bilirubin

Definition

Delta-Bilirubin ist eine Fraktion des glukuronidierten (konjugierten) und damit „direkt“ reagierenden  Bilirubins, die kovalent an  Albumin gebunden ist und deshalb eine deutlich verlängerte Eliminationskinetik (die des Albumins) aufweist.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Bei längerzeitig bestehender konjugierter Hyperbilirubinämie, z. B. bei posthepatischem Ikterus (Cholestase), bindet ein Teil des wasserlöslichen, konjugierten, mono- oder diglukuronidierten Bilirubins kovalent über Propionsäure der Tetrapyrrolseitenkette mit der ε-Aminogruppe des Lysins an Albumin.

Funktion – Pathophysiologie

Die Δ-Fraktion variiert stark von 8–90 % des Gesamtbilirubins bei hepatozellulärem und posthepatischem Ikterus und hat eine gegenüber dem normalen konjugierten Bilirubin eine wesentlich verlängerte Halbwertszeit in der Größenordnung von Albumin (ca. 20 Tage). Sie wird nicht durch Leber und Niere eliminiert.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Serum, Plasma.

Probenstabilität

Lichtexposition führt zu einer raschen Zerstörung von ca. 50 % pro Stunde bei Sonnenexposition.

Analytik

  • Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)

  • Berechnung aus der Differenz des chemisch gemessenen Gesamtbilirubins und der Summe aus direktem (konjugierten) und indirektem (unkonjugiertem) Bilirubin

Referenzbereich – Erwachsene

Unterhalb der Nachweisgrenze.

Indikation

Rekonvaleszenzphase der Cholestase (da länger erhöht als direktes Bilirubin und Gesamtbilirubin).

Interpretation

Erhöhte Konzentrationen bei extra-/intrahepatischer Cholestase, physiologischem Neugeborenenikterus und hämolytischen Syndromen. Aufgrund der deutlich geringeren Clearance bleibt Delta-Bilirubin wesentlich länger erhöht als konjugiertes und unkonjugiertes Bilirubin, z. B. in der Rekonvaleszenzphase cholestatischer Erkrankungen. Es kann bis zu 90 % des Gesamtbilirubins ausmachen.

Diagnostische Wertigkeit

Nur selten eingesetzte Surrogatkenngröße lang dauernder Cholestasen.

Literatur

  1. Weiss JS, Gautam A, Lauff JJ et al (1983) The clinical importance of a protein-bound fraction of serum bilirubin in patients with hyperbilirubinemia. N Engl J Med 309:147–150CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Labor Dr. Wisplinghoff BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.Labor Dr. Wisplinghoff KölnKölnDeutschland

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